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Also vorne weg: Ich hab zwei Versionen geschrieben, wie es weiter gehen könnte. Ich bitte nun euch zu entscheiden, wie es weitergeht. Am Ende entscheidet die Mehrheit.
Version 1:
Das Zimmer war mit Erschöpfung belastet. Stellas Bett roch nach Carlas unwiderstehlichem und unverwechselbarem Parfum ‚Kenneth Cole, Reaction!‘ Passend, reagierte Stella doch offensichtlich auf Carlas Körper. Die letzten 90 Minuten lagen noch in der Luft. Sex, Liebe, Angst, Freude, Erregung. Ein Haufen von Gefühlen erfüllte den Raum. Stella lag ruhig in Carlas Arm, ihre Atmung flachte langsam wieder ab und näherte sich dem Normalzustand. Moulin Rouge war zu Ende, Menutitel und- Song liefen seit geraumer Zeit immer wieder neu an.
Carla erinnerte sich. Als ihr Lust auf dem Höhepunkt war, schmetterten Ewan McGregor und Nicole Kidman ‚Come what may‘ über die Lautsprecher. Liebten sich in einigen Szenen. So, wie sie sich liebten.
„Was denkst du?“, fragte Stella.
„Es war wunderschön“, antwortete Carla.
„Find ich auch. obwohl man das bestimmt noch steigern kann.“
„Aber das braucht Zeit. Wenn du meinen Körper besser kennst und ich deinen, dann wird es auch noch besser.“
„Aber das, dass wir beide eigentlich keine Ahnung hatten…“
„…war es schon ziemlich- wie soll ich sagen- heiß“, beendete Carla grinsend Stellas Satz und strich über ihr Haar. „Was hältst du von einer neuen DVD?“
„Viel. Wenn wir dieses Mals den Film vielleicht auch ansehen.“
„Vielleicht.“ Sie erhob sich vom Bett. Stella blieb liegen. Ihre Scham war wie weggewischt. Sie bedeckte sich nicht, während Carla ebenfalls splitterphasernackt durchs Zimmer ging. „Welchen Film willst du denn sehen?“
„Was mit Action, vielleicht.“
„Gern, Casino Royale hab ich auch schon was länger nicht mehr gesehen.“
„Ich auch. Zwei mal im Kino und das wars.“
„Und ich hab die falsche DVD in die Hülle gepackt, ich Trottel.“
„Nenn dich nicht so.“ Stella stand auf und stellte sich hinter Carla. Sie schlang ihre Armen um ihren Bauch und zog sie fest an sich. „Ich schau auch gerne jeden anderen Film mit dir.“
„Aber bestimmt nicht den hier.“ Carla hielt ihr die DVD demonstrativ vor die Nase. Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Stella mit ihr ‚Arielle‘ gucken würde. Minnie Maus- Unterwäsche war das Eine. Disneyfilme das Andere.
„Warum nicht? Ist doch süß.“
„Aber nur fast so süß wie du.“ Sie drehte sich zu ihr um und küsste sie. „Also, Arielle oder doch irgendwas anderes?“
„Also wegen mir musst du jetzt nicht extra noch ne neue DVD aus der Tasche kramen. Wenn mir langweilig ist, kann ich ja auch dich angucken.“ Sie grinste bis über beide Ohren.
„Du bist unmöglich. Erst nicht aus den Puschen kommen und dann nicht aufhören wollen.“
„Naja. War halt schön. Und ist es auch immer noch.“ Sie zog Carla zurück ins Bett, bediente von hier aus den Laptop und lehnte sich zurück. „Jetzt mal im Ernst. Ich hab den lange nicht mehr gesehen.“ Stella dachte nach. Bei ihren Freunden war das uncool. Man saß lieber stundenlang auf irgendeiner Mauer und kippte jegliche Form von Alkohol in sich hinein. Sie schüttelte sich.
„Was hast du?“
„Ich hab nur grad an was gedacht. Ist aber nicht mehr wichtig.“
„Na gut.“ Sie kuschelte sich an Stella. Du glühst immer noch“, sagte sie lächelnd.
„Wundert dich das? Körperwärme, dicke Daunendecke, du.“
„Wir können ja das Fenster aufmachen.“
„Untersteh dich, jetzt nochmal aufzustehen. Mir ist lieber warm.“
Version 2:
„Ich…zieh mich mal wieder an. „Hastig stand Stella auf und verschwand im Bad. Carla blieb verwirrt zurück. Sie konnte sich nicht erklären, was sie falsch gemacht haben könnte. Sie schloss die Augen. Das Zimmer war mit Erschöpfung belastet. Stellas Bett roch nach Carlas unwiderstehlichem und unverwechselbarem Parfum ‚Kenneth Cole, Reaction!‘ Passend, reagierte Stella doch offensichtlich auf Carlas Körper. Die letzten 90 Minuten lagen noch in der Luft. Sex, Liebe, Angst, Freude, Erregung. Ein Haufen von Gefühlen erfüllte den Raum.
Plötzlich hörte sie ein lautes Rauschen, das an ihr Ohr drang. Es war unverkennbar die Dusche, die Carla vernahm. „Stella, ist alles in Ordnung mit dir“ Sie sprang auf und klopfte an die Badezimmertür. Sie war nicht richtig geschlossen. Durch einen kleinen Spalt konnte sie Stella sehen, die am Waschbeckenrand lehnte und die Hände vor ihr Gesicht hielt. Carla konnte nicht erkennen, ob sie weinte, oder nicht. Sie öffnete die Tür. Das schwere Holz knarrte. Stella erschrak. Sie sah Carla an. Mit Tränen in den Augen- schon gerötet vom Salz- und flüsterte: „Es tut mir leid.“
Carla ging auf sie zu, beugte sich zu ihre runter und legte ihre Hände auf Stellas Wangen. „Hey. Süße. Was soll dir leid tun?“
„Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll. Auf der einen Seite, fühle ich mich gut. Aber auf der Anderen habe ich das Bedürfnis alles von mir abwaschen zu müssen.“
„Aber wieso das denn?“
„Naja. Es ist doch eigentlich gegen die Norm, oder nicht? Ich meine, ich fühle mich wie eine Fichte in einem Birkenwald.“
„Aber war dir doch immer egal, was andere von dir denken oder halten. Schau dich an. Baggypants, kurze strubblige Haare, ein kleiner Irokesen-Schnitt. Du hast dich doch immer gegen die Norm gewährt.“
„Aber Kleidung und Frisur kannst du doch nicht mit dem hier gleichsetzten.“ Stella fühlte sich, als hätte sie ein Verbrechen begangen. Was merkwürdig war. Weil Carla zu küssen und mit ihr zu schlafen, hatte sich so gut angefühlt. Aber jetzt fühlte sie sich schmutzig. „Vielleicht muss ich mich auch erst daran gewöhnen.“
„Vielleicht kommst du jetzt erst mal wieder ins Bett und ich schieb die nächste DVD ein, okay?“
Stella nickte. Carla stellte das Wasser ab und ging voraus. Stella wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und wusch es kurz mit kaltem klarem Wasser ab. Sie zog Shirt und Short an und ging zu Carla. „Ich fand es trotzdem schön, versteh das bitte nicht falsch.“
„Es ist einfach noch sehr neu.“ Vielleicht kam sie besser damit klar, wie sie schon ihre Erfahrungen gemacht hatte, wenn auch nur mit einem Jungen.
_________________ “If you live to be a hundred, I want to live to be a hundred minus one day so I never have to live without you.” https://www.fanfiction.net/s/8764822/1/Two-In-A-Million
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