Ich warn euch vor, denn ich glaub, das wird euch nicht so gefallen...rein auf emotionaler Basis...
„Kommst du zum Abendessen?“ Carla steckte nur ihren Kopf durch die Zimmertür. Stella lag immer noch auf ihrem Bett, hatte ihre dicken Kopfhörer aufgesetzt und jetzt das Mathematikbuch vor der Nase. Block und Stift lagen unverändert auf ihrem Bett, so schien es Carla. Als Stella nicht reagierte, klopfte sie mit ihren Fingerknochen laut gegen den Türrahmen. „Hallo?“
Stella drehte ihren Kopf in Carlas Richtung. Sie hatte ein Geräusch vernommen. Jetzt nahm sie die Hörer von den Ohren. „Ist was?“
„Es gibt Essen.“
„Ich hab keinen Hunger, danke.“ Stella hatte heute noch keinen Bissen herunterbekommen. In ihrem Magen rumorte es. Wenn sie nur an Essen dachte, wurde ihr schon schlecht.
„Ist aber nicht gut, wenn du so wenig isst.“
„Kann dir doch egal sein.“
„Was soll das jetzt? Du bist mir nicht egal.“
„Aber egal genug, dass du mich einfach immer wieder von dir weisen kannst.“
„Können wir nicht--“
Stella unterbrach sie: „Freunde sein? Ja klar. Scheiß drauf, dass ich dich gern hab und die Küsse mir was bedeutet haben. Trampel doch einfach weiter auf meinen Gefühlen rum.“
„Ach? Und ich hab wohl dich gezeichnet, weil du grad anwesend warst, oder wie?“
„Du hast was?“ Stella sprang vom Bett auf und schnappte sich den Block.
„Es ist noch nicht fertig.“
Aber zumindest so weit fertig, dass Stella ganz deutlich ihr Gesicht- insbesondere ihre Augen- erkennen konnte. „Wow, das ist schön.“
„Genau wie du.“
Stella sah Carla an. Erst war Freude in ihrem Blick, dann veränderten sich ihre Augen. Sie zogen sich zusammen zu winzigen, spaltbreiten Schlitzen. „Trotzdem ändert es nichts daran, dass es nicht geht.“ Im nächsten Augenblick zerstörte Stella alles, was sich in Carla gut angefühlt hatte. Sie entfernte das Blatt vom Rest des Blocks und nahm es zwischen ihre Hände. Als nächsten hörte man nur einen kurzen scharfen reißenden Ton, dann segelten die zwei Hälften des Blattes auf den Boden.
Fassungslos sah Carla nach unten. „Warum hast du das gemacht?“
„Ich hab es beendet.“ Ohne ein weiteres Wort ging sie an Carla vorbei und ließ sich wieder auf ihr Bett fallen. Sie vergrub ihr Gesicht in ihrem Armen, damit niemand die Tränen hören oder sehen konnte.
Carla starrte noch einen Moment zu Boden, dann verließ sie das Zimmer. Stella war zu weit gegangen.
oh oh, du hast recht, die Richtung gefällt mir net..;)
aber ich hoffe, das die Beiden bzw. Carla bald zu ihren Gefühlen stehen kann..Sie sind so sweet zusammen..
Das war aber wirklich nicht nett von Stella die Zeichnung einfach so zu zerreissen. Bin sehr gespannt wie es weiter geht. Büdde ganz schnell weiter schreiben. :danke:
Danke für den Teil. Warte schon gespannend auf den
nächsten Teil.
Bitte bald und lass die beiden sich wieder vertragen, am
besten bei Kerzenschein.... LG Yvonne
Seither waren mehr als drei Wochen vergangen. Es war mal wieder ein Tag vorüber gegangen, an dem sie sich aus dem Weg gegangen waren. Jeden Tag, seit Stella Carlas Bild einfach zerrissen und achtlos auf dem Boden hatte liegen lassen, gingen sie getrennte Wege. Carla suchte Ablenkung in allen möglichen Sportarten und Stella saß ihre Zeit ab. Morgen würde ihr Vater kommen und sie abholen. Es war nur noch diese eine letzte Nacht, die Stella und Carla schweigend in ihren Betten lagen. Die letzte Nach die ihnen blieb und Carlas Gedanken kreisten um Stella. Sie sah in ihren Mülleimer direkt neben dem Bett. Die zwei Hälften des Bildes lagen immer noch darin. Sie hatte gehofft, wenn sie Stella einfach ständig vor Augen halten würde, was sie getan hatte, würde sie sich vielleicht irgendwann entschuldigen. Sie starrte wieder zurück an die Decke. Dicke Tränen bildeten sich in ihren Augen.
Im anderen Bett drehten Stellas Gedanken nur um die Frau im Nachbarsbett. Sie wusste selbst, dass sie das Bild nicht hätte zerreißen dürfen. Ihr war klar, dass Carla ihr das nicht verzeihen würde, aber sie wusste nicht, ob sie das überhaupt wollte. Ihre Gefühle für Carla hatten in drei tagen ihr Leben noch einmal komplett auf den Kopf gestellt. Zu Hause hätte sie nie auch nur für einen Moment zugelassen, dass Gefühle für eine Frau aufkeimen konnten. Hier, fernab von ihren Freunden, war es so einfach gewesen. Ein wenig flirten, ein paar Andeutungen und ihr Herz fühlte sich zum ersten Mal nicht eingesperrt. Oder hatte sich nicht eingesperrt gefühlt, denn seit Carla jede Berührung vermied, sobald es eine Möglichkeit dazu gab, tat sie es.
„Stella, schläfst du?“
„Nein.“
„Warum?“
„Ich kann nicht.“
„Hast du Schmerzen?“
„Nein.“
„Warum dann?“
„Ich denke nach.“ Bevor Carla erneut eine Frage stellen konnte, setzte Stella sich ihre Monsterkopfhörer auf und drehte die Musik laut. Ihr iPod stand auf „einen Titel widerholen“. Seit diesem einen Mittag hörte sie immer und immer wieder, fast durchgehend, Gravity von Sara Bareilles. Es war einfach, über die Musik hinweg Carla aus dem Kopf zu bekommen, zumindest für ein paar kurze Momente am Tag. Sie konnte sogar vergessen, dass Carla neben ihr lag. Mit gebrochener Flüsterstimme sang sie ihre Lieblingszeilen mit:
You hold me without touch. You keep me without chains. I never wanted anything so much than to drown in your love and not feel your rain.
Set me free, leave me be. I don't want to fall another moment into your gravity. Here I am and I stand so tall, just the way I'm supposed to be. But you're on to me and all over me.
Plötzlich brach sie ab. Carla kam ihr wieder in den Sinn. Sie lag neben ihr, hatte ihr Gesicht zu Stella gedreht. Als Stella ihre Kopf in ihre Richtung drehte, sah sie direkt in die blitzenden Augen von Carla.
„Wieso liegst du neben mir?“
„Ich will nicht, dass du gehst.“
„Was hast du gesagt?“ Sie nahm die Kopfhörer ab und schaute Carla erwartungsvoll an.
„Bleib bitte bei mir.“
„Ich dachte, genau das ist es, was du nicht willst.“
„Ich habe mich geirrt.“
„Aber mein Vater kommt morgen Früh.“
„Ich weiß…“ Carla verstummte.
„Sieh mal, wenn ich weg bin, kannst du dein Leben wieder normal gestalten. Du musst mir dann nicht mehr helfen, obwohl es dich anwidert. Du musst mich nicht ständig um dich haben.“
„Du widerst mich nicht an. Das ist vollkommener Schwachsinn was du da sagst.“
„Ich sehe doch dein Gesicht, jeden Morgen, wenn ich dich gebeten habe, mir beim Duschen zu helfen. Ich habe versucht, es dir leichter zu machen, und einen Badeanzug angezogen. Ich habe versucht, so viel wie möglich alleine zu machen und in der letzten Woche habe ich das auch ziemlich gut hinbekommen.“
„Ja…leider.“
„Carla, ich verstehe dich nicht, mal wieder.“
„Ist schon gut. Vielleicht hast du dieses Mal wirklich Recht und ich sollte nicht von meinen Prinzipien abweichen.“ Sie machte Anstalten aus Stellas Bett zurück in ihr eigenes zu huschen, da hielt Stella sie fest.
„Du weißt doch noch gar nicht was du wirklich willst. Ich weiß, dass es nicht ich bin. Es ist besser so. Vertrau mir.“
„Okay…“, sagte Carla leise.
„Dann, gute Nacht.“
„Du machst es dir so einfach, was?“
„Wieso?“
„Weil es nicht okay ist. Du haust einfach ab und lässt mich hier alleine zurück, nachdem du mich total verwirrt hast! Du widerst mich nicht an, Stella Mann. Ich will dich mit jedem Tag mehr. Jeder Millimeter meines Körpers verzehrt sich mehr und mehr nach deinem. Je kühler du dich gibst, desto mehr will ich dich.“
„Du stehst also auf Arschlöcher?“
„Nein, das nicht gerade. Aber es ist wie es ist. Je mehr du dich von mir abwendest, desto mehr will ich dich.“
„Aber es ändert immer noch nichts daran, dass es nicht geht.“
„Doch! Alles ändert sich! Wenn du mir bitte nur die Chance gibst, es dir zu zeigen, es zu beweisen. Bitte!“ Sie hielt Stellas Hand ganz fest in ihrer und dachte nicht an Loslassen.
Oh nein, du kannst doch an der Stelle net aufhören..Grrr, ich hasse es.. :zorn: aber sehr sehr gut geschrieben..Hach, schön Carla will Stella und ich hoffe, es gibt noch eine Chance für die Beiden..