Schöne Fortsetzung. Das mag ich übrigens auch an deiner Geschichte: Motivation und Hintergründe kommen gut rüber. In der Original-Soap dürfen die Charaktere ja offenbar nicht zu vielschichtig werden. Freue mich auf den nächsten Teil!
Gute Nacht an alle MitleserInnen. Träumt was Schönes.
solo hat geschrieben:Schöne Fortsetzung. Das mag ich übrigens auch an deiner Geschichte: Motivation und Hintergründe kommen gut rüber. In der Original-Soap dürfen die Charaktere ja offenbar nicht zu vielschichtig werden. Freue mich auf den nächsten Teil! Gute Nacht an alle MitleserInnen. Träumt was Schönes.
z.B. die Ansgar-Verwicklung. Wird im TV nicht klar, was er eigentlich gegen Stella hat, außer dass er irgendwie zu allen widerlich ist. Was dann auf Dauer echt "gähn" wird.
Oder Stella, die mit ihren Einkaufstüten vor der Tür nicht von den beiden Szenen mit Carla genau an diesem Ort träumt (die so schön waren und was sich angeboten hätte).
Bei deiner Geschichte - bisher und hoffentlich weiter - stimmen die Anschlüsse.
Davon ab, dass du die entsprechenden "Stellen" sehr sinnlich erzählst, was natürlich auch freut... Und auf geht's in den Arbeitstag, freue mich auf die Fortsetzung mit Carlas Geschenk heute abend.
"Kopf hoch, Süße. Genau genommen ist doch nichts passiert. Weder vor ein paar Wochen, noch jetzt."
"Er hat dich ja nur beleidigt."
"Solange du nicht genauso denkst, kann ich damit gut leben, denke ich." Die Wahrheit ist, es nagt an mir. Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass jeder Mensch den gleichen Wert hat, egal was er arbeitet oder mit welchem Stammbaum er geboren wurde. In jeden Adern fließt das gleiche Blut. "Und ich weiß, dass du nicht so denkst."
"Er ist mir so peinlich."
"Komm her." Ich nehme sie in meine Arme und halte sie fest. Es ist merkwürdig. Sie wirkt so stark und unnahbar, aber wenn man genau hinschaut, kann man ihre verletzliche Seite irgendwo zwischen der stolzen Gräfin und der knallharten Geschäftsfrau durchschimmern sehen.
"Wir sollten mit der Arbeit anfangen."
Sie nickt. "Essen wir zusammen zu Mittag?"
"Können wir uns das denn erlauben?"
"Seit wann wurde ein Verbot darüber verhängt, dass zwei Freundinnen zusammen Essen gehen?"
"Oh…ach so."
"Stella, es geht nicht anders. Ich hoffe du verstehst das."
Ich überlege. Nein, eigentlich verstehe ich es nicht. Es ist doch jetzt es raus. Sogar Ansgar weiß es und das war doch der kritische Punkt. "Ja, natürlich", sage ich dennoch. "Um zwei im Schneiders?"
"Gerne." Sie gibt mir einen flüchtigen Kuss und lässt mich allein.
Ich schaue ihr nach bis ich sie nicht mehr sehen kann. Ich komme mir vor wie ein verliebter Trottel der nur für die eine Frau lebt und atmet.
"Entschuldige bitte. Ich hatte noch eine kleine Auseinandersetzung mit meinem Bruder."
"Wollte er dir wieder sagen wie erniedrigend es doch ist mit einer Frau wie mir zusammen zu sein?"
"Er will sich doch nur wichtig machen. So ist mein Brüderchen nun mal, wenn man ihm nicht genug Aufmerksamkeit schenkt- unausstehlich."
"Na wenn das so ist, dann wollen wir ihn doch mal ignorieren."
"Carla, schön, dass du mal wieder hier isst."
"Hi Charlie! Ja, es ist immer so viel zu tun in der Holding und auf dem Schloss. Kennst du schon unserer neue Schlossverwalterin?"
"Nein. Wer ist es denn?"
"Das ist Frau Mann."
"Guten Tag", gebe ich der Dame mit der Carla spricht die Hand.
"Frau Mann macht ihre Arbeit ganz ausgezeichnet und zu meiner vollsten Zufriedenheit."
"Na, das ist doch die Hauptsache. Kann ich euch schon was zu trinken bringen lassen?"
"Gerne. Ich nehme ein Wasser. Und du?"
"Ich? Oh…ja, auch ein Wasser."
"Kommt sofort. Und das Gericht des Tages, nehme ich an."
"Wie immer, Charlie."
"Gut gut…ich muss mich um meine Gäste kümmern, ihr entschuldigt."
"Aber natürlich."
"Wer ist das?", frage ich, als sie weg ist.
"Das ist Charlie Schneider. Ihr gehört das alles hier."
"Ah, jetzt verstehe ich."
"Bist du eifersüchtig?", fragt sie mich.
"Ich? Wieso?"
"Och, sah nur so aus. Da war so ein Funkeln in deinen Augen."
"Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, erzähle ich dir mal was über deine Augen.""
"So? Was denn?"
"Zum Beispiel dass sie sich verdunkeln wenn dein Verlangen nach mir größer wird. Oder dass sie sich immer verengen, wenn du von Ansgar sprichst. Oder dass es die schönsten blauen Augen auf der ganzen Welt sind."
"Du scheinst mich zu beobachten."
"Ein guter Weg mehr über dich zu erfahren. Manches Mal bist du für mich ein Buch mit sieben Siegeln, Carla von Lahnstein."
"So, eure Wasser", werden wir von Charlie unterbrochen. "Störe ich?"
"Bei was?"
"Ihr seht aus als hättet ihr ein Geheimnis."
"Hat nicht jeder irgendwie seine kleinen Geheimnisse?"
"Hast du mein Essen schlecht gemacht?"
"Das würde ich nie tun, Charlie. Das Essen hier ist das Beste in ganz Düsseldorf."
"Das will ich für dich hoffen!", scherzt sie und geht wieder.
"Glaubst du sie hat etwas bemerkt?"
"Ich denke nicht." Sie hebt ihr Glas. "Auf dass du deine Arbeit auch weiterhin zu meiner Zufriedenheit erledigst."
"Das ist natürlich nur auf die Arbeit bezogen", lache ich."
"Selbstverständlich auch auf deine Privataufträge." Sie lächelt ihr schönstes Lächeln. Ich werde schwach. Jedes Mal. Wie macht sie das nur immer wieder.
"Wie lange soll das so noch gehen?", frage ich, als wir wieder auf dem Schloss angekommen sind.
"Was meinst du?"
"Na, wie lange wie uns noch verstecken müssen. Ich weiß nicht, ob du es dir vorstellen kannst, aber das ist nicht meine Art eine Beziehung zu führen."
"Meinst du ich finde das toll?"
"Dir scheint es zumindest nichts auszumachen."
"Du irrst."
"Dann tu etwas dagegen!"
"Ich krempel nicht mein Leben um, nur weil du jetzt da bist!" Der hat gesessen. Ganz tief bohrt es sich in mein Herz. Blute ich? "Es tut mir leid. Aber verstehst du es denn nicht?"
"Nein, ich verstehe es nicht. Du hast gesagt, es ist wegen Ansgar, aber der weiß es nun. Die Öffentlichkeit ist mir egal, zumal ich davon überzeugt bin, dass auch sie es weiß, nachdem zu ja schon ein Mal verheiratet warst. Warum können wir dann nicht offen dazu stehen? Warum müssen wir uns heimlich treffen?"
"Weil es nun einmal nicht immer so einfach ist, wie du es dir vorstellst."
"Gut. Gräfin Lahnstein, dann schlage ich vor, Sie melden sich, wenn es einfacher geworden ist. Ich nehme mir den Rest des Tages frei- Überstunden Abbau."
"Stella!", höre ich sie rufen, als ich wieder in meinen Wagen steige. Nicht umdrehen, ermahne ich mich selbst und trete auf das Gaspedal. Wie ist das jetzt passiert? Die Nacht war so schön. Heute Morgen neben ihr aufzuwachen hat sich so schön angefühlt. Was ist dazwischen geschehen?
Ziellos fahre ich auf die Autobahn Richtung Köln. Ich will nicht aufhören zu fahren. Ich will nicht nach Hause wo alles nach ihr riecht. Ich will fahren, bis meine Tankanzeige gen Null sinkt. Ich brauche Abstand.
Ich muss verrückt gewesen sein. Nein, falsch! Ich werde verrückt. Seit über einer Stunde tiger ich in meiner Wohnküche auf und ab. Bei jedem Gang am Tresen vorbei schau ich auf mein Handy ob sie angerufen hat. "Stella Mann, mach dir nichts vor! Sie wird dich nicht anrufen", sage ich zu mir selbst, als ich mir den Streit in Erinnerung rufe. "Ich krempel nicht mein Leben um, nur weil du jetzt da bist", hat sie gesagt. Also, taktvoll ist etwas anderes. Und dabei ist sie so unverschämt schön anzusehen. Wenn ich nur an ihren gut trainierten Körper denke, wird mir schon heiß. Ich sehe sie so deutlich vor mir. Wie sie mir zum ersten Mal die Bluse aufknöpft. Wie sie mich anschaut, so kokett und sicher, dass ich ihr nicht widerstehen kann. Wie sie mich gegen die Wand in meinem Zimmer auf Königsbrunn drängt. Ich fühle regelrecht wie ihre Hände mich berühren, spüre all die Lust, die Leidenschaft die zwischen uns war. Ich sehe sie vor mir, wie sie in diesem Sessel sitzt und mich malt, wie ihre zarten Finger die Stifte halten und schwingen. Und das soll jetzt einfach so weg sein? Ich war wirklich nur ein Ausrutscher? Als mein Handy klingelt stürme ich zum Tresen, in der Hoffnung es sei Carla.
"Dein Lieblingscousin ist dran."
"Ach Gregor, du bist es nur…"
"Nur? Wen hast du erwartet? Den Papst?"
"Red keinen Quatsch!"
"Ah verstehe, Carla. Ist was passiert?"
"Nein, nichts. Ist alles bestens. Was gibt’s denn?"
"Wir spielen jetzt ein Spiel, ja?"
"Gregor, muss das sein? Heute ist nicht der Tag um blöde Spiele zu spielen."
"Nur ein ganz kleines. Welcher Tag ist heute?"
"Mittwoch."
"Richtig. Und welches Datum?"
"21.2.2009?"
"Wieder richtig. Und das bedeutet?"
"Keine Ahnung!"
"Dass deine süße Carlita morgen Geburtstag hat."
"Den sie wohl ohne mich feiern wird."
"Wieso das?"
"Nicht so wichtig. Arbeitest du gerade?"
"Nur die Buchhaltung."
"Also…hast du Zeit?"
"Kommt drauf an. Wenn es um ein Cousinen-Aufbau-Programm geht, kannst du mich auch nachts aus dem Bett klingeln, das weißt du. Also, was ist los?"
Ich erzähle ihm von den letzten Tagen. Und natürlich explizit von heute. Von der Begegnung mit Ansgar bis hin zu dem Streit auf dem Schlosshof.
"Und jetzt glaubst du, dass sie das mit dem Ausrutscher ernst gemeint hat, nehme ich an."
"Was würdest du denn denken?"
"Vermutlich genau das gleiche. Aber ich kenne Carla nun schon ein bisschen länger und Ausrutscher stehen auf ihrer Beliebtheitsskala nicht sehr weit oben."
"Na vielen Dank."
"Ich will damit sagen, dass sie sich auf keine Frau einfach nur so einlässt. Eine gewisse Anziehung, sei es nun körperlich, oder seelisch, muss die Frau mit der Carla von Lahnstein sich einlässt schon haben."
Ich atme hörbar aus. "Und zu welcher Sorte zähle ich dann?"
"Das meine Liebe, findest du nur raus, wenn du aufhörst Trübsal zu blasen und deinen hübschen Hintern ins No Limits bewegst."
Also schön. Gib mir ne Stunde. Ich brauch erst noch ne heiße Dusche."
"Lass dir Zeit, Stellalein."
"Nenn mich nicht so, Gregorchen."
"Okay, Quitt! Bis später."
Ich lehne mich auf meinem Sofa zurück. Gregor hat Recht. Trübsal blasen ist genau die falsche Richtung in die ich mich bewegen kann. Und selbst wenn, dann war ich für Carla eben nicht mehr als eine heiße Affäre. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Und einige davon stehen bestimm auch auf Frauen…" Mit geschlossenen Augen erhebe ich mich und schlurfe in mein Badezimmer. Selbst hier erinnert mich alles an Carla. Die absolut nicht Jugendfreie Dusche heute früh. Ihr Anblick wie sie mit nassen Locken vor mir steht und keck das Handtuch fallen lässt. Dieser Körper. Diese Haut. Diese Frau. Ich lasse meinen Kopf auf den Badewannenrand aufschlagen. "Das darf doch alles nicht war sein." Langsam ziehe ich mir die Klamotten aus und setze ich mich in meine Dusche. Die Beine vor den Brustkorb gezogen, lasse ich das Wasser auf mich niederprasseln und versuche die aufkommenden Tränen im Keim zu ersticken. Und wenn dann doch mal eine über meine Wange rollt, rede ich mir selbst ein, dass es nur das Wasser ist. "Diese blöde Gräfin!", fluche ich und rappel mich wieder auf. Haare waschen dann schnell abduschen, trocknen, föhnen, anziehen.
"Scheiße Mann, wieso ist denn alles nur so kompliziert." Wütend werfe ich mein Handtuch in die Ecke. Was hat Carla nur mit mir gemacht? Es war grad mehr als eine Woche und ich will einfach nicht mehr ohne sie. Als hätte sie dem Rest meines Lebens jeglichen Sinn genommen. Ich schüttele meinen Kopf. "Stella, reiß dich zusammen. Du gehst jetzt raus und amüsierst dich mit deinem Cousin.
Gesagt, getan. Ich nehme meinen Mantel vom Haken und den Schlüssel vom Tresen. "So Carla, dich sperre ich jetzt hinter dieser Tür ein. Du wirst mir wegen ein paar Tagen nicht mein Leben lang im Kopf rumspuken!" Mit diesen Worten ziehe ich dir Tür hinter mir zu und verbanne jeglichen Gedanken an Carla aus meinem Oberstübchen.
"Gregor?" Seltsam. Es ist fast vollkommen dunkel im No Limits. "Machst du jetzt immer zu, wenn du dein Cousinen-Aufbau-Programm starten musst? Dann kannst du bald dicht machen." Als meine Augen sich an das dämmrige Licht gewöhnen erkenne ich, dass es Kerzen sind. "Ähm…erwartest du Luise?"
"Für Luise bin ich aber nicht zuständig."
"Carla?"
"Und Gregor ist auch nicht mehr da." Ich sage nichts. Es ist zu viel für mich. Erst diese Abfuhr heute Morgen und jetzt das. Wer soll denn da noch mitkommen. "Du sagst nichts?"
"Was soll ich denn dazu sagen. Meinst du nicht, dass es besser für mich ist, wenn ich die Klappe halte?"
"Wenn du mich stattdessen küsst, ja."
"Wenn ich erst mal sehen würde, wo du bist."
"Na. Hier." Sie taucht hinter der Theke mit zwei Champagnergläsern auf. "Ich wollte mich entschuldigen."
"Ist angebracht, denke ich."
"Das habe ich wohl verdient. Aber willst du nicht erst einmal deinen Mantel ablegen?" Sie kommt zu mir und hilft mir aus hinaus.
"Carla, was willst du?"
"Dich!" Sie zieht mich an sich und will mich küssen, jedoch drücke ich sie sanft von mir.
"Das meine ich nicht. Ich weiß nicht woran ich bei dir bin. Es scheint, du bist aus einer Laune heraus mit mir zusammen wenn es dir passt und ich bin auch noch so dumm und glaube dir, wenn du sagst, dass es wegen Ansgar nicht geht. Aber anstatt offen zu mir zu stehen, jetzt wo er es weiß, kommst du mit neuen Ausreden. Du hast gesagt, du willst nicht mit mir spielen, halte dich bitte daran."
"Stella, ich spiele nicht. Ich bin hier um mich zu entschuldigen. Meine Reaktion heute Mittag war…übertrieben…das gebe ich zu", und das schien ihr sehr schwer zu fallen, "aber dass ich jetzt hier vor dir stehe sollte auch zählen."
"Das tut es ja auch."
"Aber?"
"Nein. Kein aber." Ich gebe nach. Ich kann ihr nicht lange böse sein.
"Kriege ich dann jetzt endlich meinen Kuss?"
"Wenn du mir verrätst wie du das hier alles organisiert hast?"
"Dazu war genau ein Anruf bei deinem Cousin nötig."
Alles klar. Deshalb hat er mich vorhin angerufen. "Du machst also gemeinsame Sache mit Gregor?"
"Wenn es dazu dient, sich bei der süßesten Blondine, die ich je getroffen habe, zu entschuldigen…"
"Die süßeste Blondine, die du je getroffen hast?" Ich weiß, dass sie die Verliebtheit in meinem Blick lesen kann.
"Kann sie dem hitzigen Lockenkopf denn verzeihen?"
"Das habe ich doch schon."