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Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

13.07.2012, 09:48

tiefgang hat geschrieben:
kimlegaspi hat geschrieben:Und damit war das Eis gebrochen. Ein paar Minuten später konnte Alicia tatsächlich einschlafen und sank in einen tiefen, traumlosen Schlaf. Sie bekam nicht mehr mit, dass Kalinda noch lange in der Dunkelheit wach lag und sie ansah. Und sie bekam auch nicht mehr mit, dass Kalinda sich leise zu ihr beugte und ihre Stirn küsste, bevor sie sich auf die andere Seite drehte und ebenfalls die Augen schloss.
To be continued....

.... wie schön .... schmacht, schmacht .... :liebe2:


sehr sehr schön.. :herzschlag:

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

13.07.2012, 12:17

:wink:

:huhu:

:danke:

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

13.07.2012, 13:16

Hi tiefgang! :danke:

Hach, ich fürchte fast, das kann sich noch hinziehen :roll: ...



Hi maddy! :herzschlag:

Danke für den lieben Kommentar!!!



Hi tante! :huhu:

:danke: zurück!

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

19.07.2012, 16:41

Wow wow wow, interessant wie du langsam mehr und mehr knisternde Spannung in das Leben beider Frauen bringst. Manchmal würde ich nur zu gern in Kalindas Kopf schauen und ihre Gedanken lesen.

Selbst wenn beide offen zu ihren Gefühlen (die sie offensichtlich füreinander haben) stehen, gibt es da soviele 'eventuelle' Spannungsbögen, die du wie nebensächlich einbaust.

- Peter will Alicia immer noch zurück und könnte Kalinda gefährlich werden.

- Grace wiedergefundene Liebe für Peter und ihre Kuppelversuche.

- Will, der immer noch an Alicia hängt und immer wieder zwielichtige Klienten an Land zieht.

- die Kanzlei allgemein.

- Kalindas Ehemann.

- Kalindas Selbstzweifel und innere Unsicherheit.

- ob Alicia auch offen eine Beziehung zu Kalinda leben könnte.

Zumindest schlafen sie schonmal zusammen in einem Bett und vielleicht wachen sie ja an einem Morgen in einer Umarmung auf :redknuddel:

Vielen Dank!

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

19.07.2012, 23:11

Manchmal würde ich nur zu gern in Kalindas Kopf schauen und ihre Gedanken lesen.


Ich auch :mrgreen: . DANKE für deinen ausführlichen Kommentar, bellaisa :knuff: ! Ich habe mir gerade ein Originalskript organisiert, damit ich noch besser verstehe, wie die einzelnen Figuren angelegt sind und was sie denken. Das Skript der Pilotfolge liest sich sehr interessant, besonders die kurze Beschreibung der Charaktere, zum Beispiel:

Beschreibung von Alicia:
Pretty. Proper. She's always been the good girl - the good girl who became the good wife, then the good mom: devoted, struggling not to outshine her husband.

Beschreibung von Kalinda:
Sexy. An East Indian stunner. Bollywood Erin Brokovich. No-nonsense, independent, a cool temperament, nonchalantly bisexual.


Und wie finden jetzt die "gute Ehefrau" und "Bollywood Erin Brokovich" zueinander? Morgen kommt der nächste Abschnitt... :type:

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

20.07.2012, 05:25

kimlegaspi hat geschrieben:

Und wie finden jetzt die "gute Ehefrau" und "Bollywood Erin Brokovich" zueinander? Morgen kommt der nächste Abschnitt... :type:



Da bin ich ja mal sehr gespannt.
Freu mich schon auf die Fortsetzung.

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

20.07.2012, 18:27

Danke, Trinity! :danke:

Eigentlich hätte ich die nächsten beiden Teile gern in einem Happs gepostet, aber irgendwie entwickeln die Happen ein fieses Eigenleben. Deswegen gibt's die Happen doch nacheinander und der nächste folgt in wenigen Tagen.






Als der Wecker Alicia um 6:30 Uhr aus dem Schlaf riss, hörte sie Kalinda bereits nebenan im Bad duschen. „Ich wollte das Badezimmer nicht blockieren, wenn du aufwachst“, erklärte Kalinda, als sie wenig später, angezogen und mit nassen Haaren, ins Schlafzimmer zurückkehrte. „Außerdem habe ich einen Termin.“

„Guten Morgen.“ Alicia rieb sich die Augen und schälte sich aus ihrem Bett. Sie war Kalinda dankbar dafür, dass diese wie zufällig in eine andere Richtung schaute, als sie noch halb im Schlaf zum Kleiderschrank tappte. „Willst du mit uns frühstücken?“, fragte sie, während sie frische Wäsche und ein dunkelblaues Kostüm aus dem Schrank nahm. Es war eines der teuersten Kleidungsstücke, das sie besaß und angemessen für einen seriösen Auftritt vor der Presse. Zwar würde sie nur wenige Interviews gebeten müssen, da das Newland-Verfahren noch andauerte, aber nach Fotos und Filmaufnahmen hungerte die Presse immer.

„Wenn es euch nicht stört, dass ich um halb acht das Haus verlassen muss?“

„Überhaupt nicht. Um diese Zeit müssen Zach und Grace auch aufbrechen.“ Ohne zu Kalinda hinüberzusehen, verließ Alicia ihr Schlafzimmer und verschwand im Bad. Sie atmete tief durch, sobald sie die Tür hinter sich geschlossen hatte. Seit wann konnte sie Kalinda nicht einmal mehr ansehen? Aus dem schmachtenden Teenageralter war sie ja wohl raus. Alicia warf einen strengen Blick in den Badezimmerspiegel und befahl sich selbst, sich zusammenzureißen. Sie würde jetzt in Windeseile duschen und Kalinda dann ein schmackhaftes Frühstück zubereiten. Sie sollte sehen, wie wunderbar es sein konnte, den Tag inmitten einer Familie zu beginnen. Bestimmt hatte Leela keine guten Erinnerungen an ihre Kindheit, sonst würde Kalinda nicht so ausdrücklich die Einsamkeit vorziehen. Aber wer sagte, dass das für den Rest ihres Lebens so bleiben musste?

Tatsächlich wurde Kalinda in einen typischen Morgen der Familie Florrick integriert, und sie wirkte dabei weniger wie ein Fremdkörper als Alicia erwartet hatte. Allerdings war es Teil ihres Berufes, unauffällig mit ihrer Umgebung zu verschmelzen, und insofern vermochte Alicia nicht zu sagen, ob Kalinda die ungewohnte Gesellschaft am Morgen gefiel oder nicht. Falls sie lieber ihre Ruhe gehabt hätte, ließ sie es sich jedenfalls nicht anmerken.

Kalinda sprach wenig während des Frühstücks, wie überhaupt an diesem Morgen, was Alicia auf die bevorstehende Begegnung mit ihrem Ehemann zurückführte. Mit Sicherheit setzte diese ihr mehr zu als sie zugab. Alicia hielt es jedoch für falsch, näher nachzufragen, denn sie waren alle in Eile, und am Abend würde sich hoffentlich eine bessere Gelegenheit für ein Gespräch ergeben. „Weißt du schon, ob du heute Peter treffen wirst?“, fragte sie, während sie Kalinda einen Becher Kaffee einschenkte.

„Ja, es kann nicht schaden zu hören, was er herausgefunden hat.“ Kalinda blies behutsam in den Becher, um den Kaffee abzukühlen.

Alicia merkte, wie ihr eine zentnerschwere Last vom Herzen fiel. Wenigstens war Kalinda bereit, sich Peters Vorschlag anzuhören. Wenigstens das. Vorsichtiger Optimismus war also berechtigt. „Soll ich dich zu Hause vorbeifahren, damit du deinen Wagen holen kannst?“, fragte sie möglichst sachlich.

„Danke, aber ich nehme die U-Bahn.“

Aus manchen Verhaltensweisen Kalindas wurde Alicia einfach nicht schlau. Ob das bedeutete, dass sie es nach wie vor für nicht sicher genug hielt, zu sich nach Hause zu fahren? Warum ging sie dann das Risiko ein, sich mit ihrem Ehemann zu treffen? „Ich werde dich nach Feierabend fahren“, beschloss sie, und ihr Ton machte deutlich, dass sie keine Widerrede duldete. „Zu beiden Terminen.“

Zu ihrer Überraschung widersprach ihr Kalinda nicht, sondern nickte nur und wandte sich wieder dem Chicagoer Stadtplan zu, den sie neben ihrem Teller ausgebreitet hatte.

„Darf ich mitfahren, wenn Kalinda zu Dad fährt“, fragte Grace mit vollem Mund.

„Das ist ein rein beruflicher Termin, Grace.“ Alicia schüttelte den Kopf. „Ich komme ja auch nicht mit zu dir in die Schule.“

„Das fehlt noch.“ Zach machte ein derart erschrockenes Gesicht, dass Alicia lachen musste.

„Das war ein Vergleich, keine Drohung“, beruhigte sie ihn schmunzelnd. „Und jetzt holt eure Sachen. Ihr müsst in drei Minuten aus dem Haus sein.“

Es erstaunte sie immer wieder, wie ihre Kinder sich den ganzen Morgen im Zeitlupentempo zu bewegen schienen, um dann plötzlich innerhalb von zwei Minuten abfahrbereit vor ihr zu stehen. So war es auch an diesem Morgen, und Kalinda schloss sich den Kindern an, als diese die Wohnung verließen. Alicia fragte nicht nach, was es für ein Termin war, zu dem Kalinda so früh aufbrechen musste, und sie verbot sich, näher darüber nachzudenken. Kalinda wusste, was sie tat, und sie war Alicia keinerlei Rechenschaft schuldig.

An diesem Tag fuhr Alicia mit einem wesentlich besseren Gefühl zur Arbeit, und sogar die gedankenlose Plauderei der jungen Anwältin, die sie seit Wochen täglich mit in die Kanzlei nahm, machte ihr heute nichts aus. Nachdem sie in ihrem Büro die für sie bereitgelegten Presseberichte gelesen hatte, fuhr sie auf direktem Wege zum Gericht.

Alicia fühlte sich so energiegeladen wie schon lange nicht mehr, und der Verteidiger Webster bekam das schnell zu spüren. Noch vor der ersten Prozesspause standen ihm die Schweißperlen auf der Stirn, und Diane, die wie am Vortag im Publikum saß, lächelte Alicia während der Verhandlung mehrfach zu, um ihre Zufriedenheit über Alicias Strategie zu signalisieren. Und in der Tat hätte es nicht besser laufen können, denn die Kritik an den Fachgutachten traf sowohl bei Richter Abernathy als auch bei der Presse auf offene Ohren. Somit hatte Alicia leichtes Spiel, als sie Mr. und Mrs. Newland in den Zeugenstand rief. Nach wie vor war nicht zu erwarten, dass sie diesen Prozess gewinnen würden, aber die Newlands waren mit der Wirkung ihrer Klage mehr als zufrieden.

Da es Alicia nicht erlaubt war, gegenüber der Presse Konkretes zum Prozess zu sagen, verliefen die wenigen Interviews recht kurz, so dass sie sich früher als erwartet auf den Heimweg machen konnte. Kalinda hatte sie zwischendurch per SMS informiert, dass sie Peter um 18:00 in einem Zimmer des Excelsior-Hotels treffen würde und bat Alicia, zwei Straßen von ihrer Wohnung entfernt auf sie zu warten.

„Wie war dein Prozess?“, fragte Kalinda, als sie neben Alicia ins Auto stieg. „Hast du die Gutachten entkräftigen können?“

„Oh ja. Du hättest Abernathys Gesicht sehen sollen.“ Alicia startete den Motor und manövrierte ihren Buick durch ein Labyrinth falsch parkender Autos.

„Er war begeistert?“

„Ich denke schon, aber natürlich durfte er es nicht zeigen.“

Nachdem sie die Nebenstraßen verlassen hatten, berichtete Alicia ausführlicher von der Verhandlung und erzählte, wie der Verteidiger auf ihre neue Strategie reagiert hatte. „Webster wurde richtig rot vor Wut. Der hätte fast in den Tisch gebissen und…“ Alicia schluckte den Rest des Satzes herunter, als Kalinda neben ihr ihre Jacke auszog und zwei kleine Revolver zum Vorschein kamen. Außerdem blitzte ein langes Messer aus einem ihrer Stiefel, und wer wusste, was sie sonst noch alles bei sich trug. „War es das, was du am Morgen so früh zu erledigen hattest?“

„Keine Sorge, so offensichtlich wird es nachher nicht sein.“ Kalinda lächelte, als sie Alicias schockiertem Blick folgte. „Ich werde mich nach dem Treffen mit Peter umziehen.“ Sie wies auf die Tasche, die sie an ihr Fußende gestellt hatte.

„Weiß Peter, dass er es mit einem halben Waffenarsenal zu tun haben wird?“ Alicia bog in den Hinterhof des Hotels Excelsior ein.

„Ich hatte noch keine Chance, es ihm zu sagen.“

„Dann komme ich mit hoch und bereite ihn vor.“

„Das ist nicht nötig, Alicia…“

„Ich komme nur kurz mit ins Zimmer und warte dann unten in der Lobby.“ Alicia ignorierte Kalindas Protest und stieg aus ihrem Wagen. „In welches Stockwerk müssen wir?“

„Es ist Zimmer 705.“

„Gut.“ Alicia bewegte sich mit langen Schritten durch die Lobby des Hotels, so dass Kalinda Mühe hatte, ihr zu folgen.

Als sie im siebten Stock in das Zimmer 705 traten, trafen sie auf Peter, der sich die Zeit mit dem Lesen der Tageszeitung vertrieb. „Alicia“, sagte er überrascht, als er sie entdeckte. „Was machst du denn hier?“

„Ich bin gleich wieder weg“, erklärte sie, während sie Peter begrüßte. „Ich wollte nur sichergehen, dass du Kalindas Kleidungsstil nicht falsch verstehst. Sie hat nämlich in zwei Stunden ein Treffen, das offenbar die Präsenz von Schusswaffen erfordert.“

„Das ist gut zu wissen.“ Er zwinkerte Alicia zu, bevor er sich Kalinda zuwandte.

Alicia sah sich in dem leicht muffigen Raum um. Sie fragte sich unwillkürlich, ob es wohl ein Hotelzimmer wie dieses gewesen war, in dem sich Peter mit seinen Prostituierten getroffen hatte. Und ob er und Kalinda wohl auch ihre gemeinsame Nacht in einem Zimmer wie diesem verbracht hatten. Der Gedanke verursachte ihr Übelkeit und sie versuchte, sich wieder auf die Gegenwart zu konzentrieren.

Aus dem Augenwinkel beobachtete sie, wie Peter seine Hand auf Kalindas Rücken legte, als er sie zu der kleinen Sitzgruppe neben dem Doppelbett führte. Er tat dies oft bei Frauen, es war eine fürsorgliche, ritterliche Geste, bei der sie sich früher nie etwas gedacht hatte. Heute aber spürte sie einen Hauch von Eifersucht. Es war nicht zu übersehen, dass die beiden sich gut kannten, und Alicia ärgerte sich über sich selbst, dass sie das störte. Am meisten irritierte sie jedoch, dass ihre Eifersucht nicht Kalinda galt, sondern ihrem eigenen Ehemann.

Es war eine schlechte Idee gewesen, mit in das Hotelzimmer zu kommen, und es war höchste Zeit, dass sie die beiden allein ließ. „Ich warte dann unten in der Lobby“, verkündete sie und lächelte tapfer, als sie merkte, dass Kalinda sie beobachtete. „Viel Erfolg euch beiden.“ Mit diesen Worten schloss sie die Tür und begab sich nach unten ins Erdgeschoss.

Die ersten zwanzig Minuten verbrachte Alicia mit dem Lesen von Hochglanzmagazinen, aber nachdem diese durchgeblättert waren, begann sich ihre Laune merklich zu verschlechtern. Was für eine dämliche Idee, ausgerechnet ein Hotelzimmer zu wählen. Gab es keine anderen Möglichkeiten, sich unbemerkt in Chicago zu treffen? Obwohl Alicia sich sicher war, dass Peter und Kalinda nichts anderes taten, als Informationen auszutauschen, bekam sie den Gedanken nicht aus dem Kopf, dass oben im siebten Stock etwas ganz anderes passierte. Und gerade weil sie sich so sicher war, dass dies keineswegs der Fall war, ärgerte sie sich umso mehr über sich selbst und ihre überbordende Fantasie.

Erst nach 45 langen Minuten stieg Kalinda endlich aus dem Fahrstuhl, und Alicia erhob sich von den weichen Polstersesseln in der Lobby. „Ist Peter noch oben?“, erkundigte sie sich.

„Er wird erst in zehn Minuten herunterkommen“, erklärte Kalinda. „Ist alles in Ordnung?“

Alicia nickte. „Hat Peter dir weiterhelfen können?“

„Es könnte funktionieren.“ Kalinda lächelte. „Aber zunächst muss Bishop mitspielen.“

„Den wickelst du doch um den kleinen Finger.“

„Dieser Standpunkt ist mir bei dir neu.“ Kalinda schloss sich Alicia an, die schon auf dem Weg zum Hinterausgang war. Gemeinsam gingen sie über den Hinterhof zu Alicias Wagen.

„Wir leben in turbulenten Zeiten“, erläuterte Alicia ihren Sinneswandel und hielt Kalinda die Autotür auf. „Willst du dich trotzdem mit deinem Mann treffen, auch wenn du noch nicht mit Bishop gesprochen hast?“

„Natürlich.“

„Na gut.“ Alicia zuckte mit den Achseln. „Wir haben jetzt noch fast eine Stunde bis zu deinem nächsten Treffen“, stellte sie fest, als sie auf dem Fahrersitz Platz nahm. „Zu welchem Theater fahren wir?“

„Zum Shakespeare Theater.“

„Oh.“ Alicia lenkte ihren Wagen vom Hinterhof des Hotels. „Ich hätte einen stilleren Ort erwartet, um ehrlich zu sein.“

„Manchmal sind Menschen die beste Tarnung“, erklärte Kalinda und griff nach der Tasche, in der sie ihre Kleidung aufbewahrte.

Während sie in Richtung East Grand Avenue fuhren, begann Kalinda, sich auf dem Beifahrersitz umzuziehen, und Alicia war froh, dass sie gezwungen war, auf die Straße zu schauen. Kalindas Bewegungen neben ihr irritierten sie mindestens ebenso wie das Blitzen des gefährlichen Metalls, das sichtbar wurde, während sie sich umkleidete.

„Das ist nur prophylaktisch, nehme ich an?“, fragte Alicia, ohne den Blick von der Straße zu nehmen.

„Ja, ich bin gern vorbereitet.“ Kalinda überprüfte ein letztes Mal den Sitz der Waffen, bevor sie ihre Jacke wieder überzog.

Da sie noch etwas Zeit bis zu dem Treffen überbrücken mussten, hielt Alicia zunächst in einer Seitenstraße des Theaters. Kalinda trug jetzt eine weinrote Bluse mit einem dunklen, breiten Gürtel, der ihre schlanke Taille betonte, und einen schwarzen Lederrock, unter dem einer der Revolver verborgen war. Darüber trug sie ihre schwarze Lederjacke, in deren Innerem sich die zweite Waffe befand. Mit ihrem perfekt aufgetragenen Make-Up wirkte sie eher, als ob sie auf dem Weg zu einem Date war und nicht etwa zu ihrem Erpresser, aber Alicia hütete sich, das auszusprechen. Wie auch immer die Beziehung zwischen ihr und ihrem Ehemann sein mochte, sie sprengte in jedem Fall Alicias Vorstellungskraft. „Bist du nervös?“, fragte sie Kalinda.

„Ja“, gab Kalinda zu. „Wir haben uns über vier Jahre nicht gesehen.“

„Wann soll ich dich wieder abholen?“

„Das brauchst du nicht. Ich weiß nicht, wie lange es dauert.“

„Ruf doch an.“

Kalinda schüttelte den Kopf. „Nein. Warte nicht auf mich. Es kann spät werden.“

Alicia sah sie zweifelnd an. Was konnte an diesem Treffen schon so lange dauern? Aber sie sagte nichts, sondern startete den Motor und fuhr um zwei Straßenecken hin zum Vorplatz des Shakespeare Theaters. „Viel Glück“, flüsterte sie, als sie den Wagen anhielt.

„Danke, Alicia.“ Kalinda hatte einen seltsamen Ausdruck im Gesicht. Er hatte etwas von einem Reh im Scheinwerferlicht, aber auch von hoher Konzentration und Entschlossenheit.

Alicia legte ihre Hand auf Kalindas und drückte sie sanft. „Pass gut auf dich auf“, sagte sie leise.

Kalinda lächelte und legte ihre andere Hand an Alicias Wange. Sie fühlte sich kühl an auf Alicias Haut, so konträr zu der Hitze, die Alicia durchfuhr bei der Berührung. Und dann beugte Kalinda sich zu ihr und küsste sie. Ohne Vorwarnung. Einfach so. „Zeit zu gehen“, flüsterte sie.

Es war kein langer Kuss gewesen, aber lang genug, um Alicias Inneres in ein heilloses Durcheinander zu versetzen. Sie konnte gar nicht reagieren, als Kalinda sich zurücklehnte und die Autotür öffnete. Dann schlug die Tür zu, und Kalindas Stiefel klapperten auf den Platten des großen Platzes, als sie sich auf die wartende Menschenmenge vor dem Theater zubewegte.

Alicia wusste, dass sie gut daran getan hätte, ihren Wagen zu wenden und für die Theaterbesucher Platz zu machen, aber sie konnte nicht. Sie saß wie angenagelt auf ihrem Sitz, die Hand noch auf den pulsierenden Lippen, und ihre Augen verfolgten wie gebannt, wie Kalinda über den großzügigen Vorplatz des Theaters schritt, auf der sich schon eine unübersichtliche Anzahl von Menschen versammelt hatte. Unter einem großen Banner, das die heutige Vorstellung ankündigte, blieb Kalinda schließlich stehen. The Beauty and The Beast, stand in großen Lettern auf dem Banner, und Alicia fragte sich, ob Kalinda sich wohl der Ironie der Situation bewusst war.

Plötzlich sah Alicia, wie sich ein Mann aus der Menge löste und auf Kalinda zuging. Er war groß und schlank und schien, zu Alicias großer Überraschung, keinen einzigen Tropfen indischen Blutes in sich zu haben. Hatte Kalinda nicht damals im Krankenhaus von einer arrangierten Ehe gesprochen? Handelte es sich bei diesem Mann tatsächlich um Nick Tahiri?

Aber dann geschah etwas, womit Alicia nicht im Traum gerechnet hätte. Der Mann nahm Kalinda in die Arme und diese erwiderte seine Umarmung. War das echt oder nur Show wegen der Theatergäste um sie herum? Als die beiden sich aus ihrer Umarmung lösten, konnte Alicia das Gesicht von Kalindas Ehemann erkennen. Er war wesentlich attraktiver als Alicia sich ihn vorgestellt hatte. Ein sportlicher, dynamischer Typ, von der Sorte, auf die Kalinda stehen würde. Der Mann flüsterte Kalinda etwas ins Ohr, während er seinen Arm um sie legte, und dann führte er sie von der Menschenmenge weg in eine Nebenstraße. Es war deutlich, wie vertraut die beiden sich waren, als sie Arm in Arm zwischen den Häuserwänden verschwanden.

Das waren also Nick und Leela Tahiri. Alicia lehnte ihren Kopf gegen die Nackenstützte ihres Sitzes und schloss die Augen. Es könnte länger dauern, hallten Kalindas Worte in ihrem Kopf. Was hatte sie vor? Wollte sie mit dem Mann ins Bett gehen? Wieso bewaffnete sie sich dann bis an die Zähne?

Wie vorhin bei Peter spürte Alicia Eifersucht in sich hochsteigen. „Um Gottes Willen“, flüsterte sie. Was für ein Wahnsinn. Ihre Lippen brannten noch von Kalindas Kuss, und jetzt sprang diese mit dem nächsten Verbrecher in die Kiste? Alicia hatte sehr wohl verstanden, dass Kalinda sich nicht binden wollte, aber trotzdem hatte sie gehofft, dass vielleicht irgendwann irgendwie ein anderer Weg für sie möglich wäre. Ihre Affäre mit Will hatte schließlich gezeigt, dass auch sie zu etwas Unverbindlichem in der Lage war. Aber wie sollte das gehen, wenn sie jedes Mal eifersüchtig wurde, sobald jemand anderes den Arm um Kalinda legte? Nächstes Mal war sie noch auf Lemond Bishop eifersüchtig, oder auf Cary, oder die Sekretärin im neunten Stock.

Wenn sie von Natur aus ein eifersüchtiger Typ gewesen wäre, hätte sie niemals fünfzehn Jahre mit Peter verheiratet sein können. Das machte es umso unverständlicher, warum ausgerechnet Kalinda dieses ungewollte Gefühl in ihr auslöste. Aber woran auch immer es lag, Alicia war völlig klar, dass sie Situationen wie diese nicht lange ertragen würde. Und genauso klar war, dass von ihnen noch viele folgen würden. Es war Kalindas Art, mit Menschen umzugehen, und wer war Alicia, von ihr zu verlangen, dass sie damit aufhörte? Kalinda müsste sich selbst aufgeben, und das war das letzte, was Alicia wollte. Aber sie selbst war offensichtlich nicht fähig, Kalinda die Freiheiten zu lassen, die sie brauchte.

Es war unlösbar, ein Ding der Unmöglichkeit, die Quadratur des Kreises, die Katze, die sich selbst in den Schwanz biss. Sie würden sich gegenseitig kaputt machen, so oder so. Nicht absichtlich, aber es war unvermeidlich.

Alicia legte ihre Hände auf ihr Gesicht und wischte eine Träne weg, die sich aus ihrem Augenwinkel gestohlen hatte. Sie würden Abstand voneinander brauchen. Beide. Alles andere war eine Illusion. Wenn Kalinda es tatsächlich schaffte, in Chicago zu bleiben und weiter bei Lockhart & Gardner zu arbeiten, dann musste sich zwischen ihnen etwas verändern, sonst war die Katastrophe vorprogrammiert.

Über zwanzig Minuten verharrte Alicia in ihrem Wagen und starrte in ihren Rückspiegel, in dem sich der inzwischen leere Vorplatz des Theaters abbildete. Als sie schließlich ihren Wagen wendete und sich auf den Weg nach Hause machte, fühlten sich ihre Glieder so schwer und bleiern an, dass sie sich nur mit Mühe aufrecht halten konnte. In den letzten Jahren hatte sie so viel aufgeben müssen. Erst ihr Haus, ihre Umgebung, ihre Bezüge, dann Peter, dann Will. Sie wusste nicht, wie sie es schaffen sollte, auch Kalinda aufzugeben. Aber es musste irgendwie gehen.

Alicia trank noch ein Glas Wein, als sie zu Hause war, und bereitete sich auf den nächsten Prozesstag mit den Newlands vor. Gegen 22 Uhr ging sie gemeinsam mit ihren Kindern zu Bett und drehte sich auf die Fensterseite, damit sie nicht auf das leere Kopfkissen neben sich starren musste. Wie lange es wohl dauerte, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der East Grand Avenue bis hierher zu fahren? Hätte Kalinda nicht längst hier sein müssen? War sie tatsächlich mit dem Typen im Bett gelandet? Alicia tippte sich selbst an die Stirn, als sie sich bewusst machte, dass „der Typ“ immerhin Leelas Ehemann war und sie jedes Recht hatte, mit ihm eine Nacht zu verbringen. Zugegebenermaßen ein Ehemann, der ihr nach dem Leben getrachtet hatte, nachdem sie sich offenbar geweigert hatte, weiter für ihn zu arbeiten. Vielleicht gab sie ihm einfach nur, was er wollte?

Um kurz nach Mitternacht, Alicia wälzte sich immer noch von einer Seite zur anderen, empfing ihr Handy eine SMS, und ein Buch fiel polternd vom Nachtisch, als sie in der Dunkelheit nach ihrem Blackberry tastete. Hi Alicia. Ich fahre direkt zu mir nach Hause. Du bist in Sicherheit (ich auch). Ich werde für drei Tage die Stadt verlassen und melde mich, wenn ich wieder zurück bin. Kalinda.

Alicia ließ sich in ihr Kopfkissen zurückfallen und las die SMS noch zweimal durch, so als würden sich die Worte verändern können, wenn sie nur lange genug auf das Display schaute. Warum musste Kalinda schon wieder die Stadt verlassen? Was war mit ihrem gemeinsamen Plan? Sie tippte eine kurze Antwort in ihr Handy. Und Bishop?

Sobald ich zurück bin, lautete die kurze Antwort.

Zumindest schien Kalinda ihr Vorhaben nicht aufgegeben zu haben. Ob sie schon wieder etwas für ihren Mann erledigen musste? Alicia hielt sich nachdenklich das Handy an die Stirn. Hatte sie nicht gerade Abstand gewollt? Hier war er also. Früher als erwartet, aber immerhin. Warum fühlt es sich dann trotzdem so falsch an?

Sie erschrak fast zu Tode, als plötzlich das Handy in ihrer Stirn klingelte. Der Melodie nach musste es Peter sein, aber wieso rief er um 0:30 bei ihr an? „Hallo?“, fragte sie verwirrt in den Hörer.

„Hi Alicia, entschuldige, dass ich dich störe.“ Peter klang, als ob er getrunken hatte. „Jackie hatte einen weiteren Schlaganfall.“

„Was?“ Alicia setzte sich kerzengerade in ihrem Bett auf. „Wann?“

„Sie ist heute Abend ins Krankenhaus eingeliefert worden.“

„Das tut mir leid, Peter.“ Auch wenn seine Mutter keine Gelegenheit ausließ, um ihr das Leben zur Hölle zu machen, so war sie doch immerhin seine Mutter und Alicia wusste, wie sehr er an ihr hing.

„Ich versuche, morgen in der Mittagspause nach ihr zu schauen“, versprach sie. „Geh zu Bett und versuche zu schlafen.“

„Ja, ich weiß“, murmelte er. „Ich werde dich auf dem Laufenden halten.“

„Das ist gut“, sagte sie sanft. „Gute Nacht, Peter.“



* * *



Alicia verbrachte die nächsten drei Tage mit Warten. Warten auf das Ende des Newland-Prozesses. Warten auf das Verschwinden von Jackies Lähmungserscheinungen. Warten auf eine Nachricht von Kalinda.

Der Newland-Prozess ging tatsächlich mit einer kleinen Sensation zu Ende, denn die Gegenseite hatte sich zähneknirschend auf einen Kompromiss eingelassen. Der Lebensmittelkonzern war bereit, dem Ehepaar und seiner Tochter 25.000 Dollar zu erstatten, wenn sie auf ein strafrechtliches Verfahren verzichten würden. Zwar reichte die Sachlage keineswegs aus, um einen Strafprozess anzustrengen, doch der Konzern hatte begriffen, dass jegliche weitere Negativpresse verhängnisvolle Wirkung auf ihrem Umsatz haben würde. Insofern einigte man sich auf einen zivilrechtlichen Vergleich, und das Ehepaar Newland war hochzufrieden mit Alicias Arbeit. Ihre Tochter hatte Alicia sogar ein Bild gemalt, in dem sie mit ihren Eltern glücklich in den Urlaub fuhr.

Jackies Gesundheitszustand ließ wenig Hoffnung auf eine vollständige Genesung aufkommen. Sowohl ihr Sprachvermögen als auch die Bewegung ihrer rechten Gliedmaßen waren eingeschränkt, und bisher war unklar, inwieweit das Gehirn noch in der Lage war, die ausgefallenen Wege zu kompensieren. Außerdem wirkte Jackie oft verwirrt und orientierungslos, doch wenigstens hier machten die Ärzte ihnen Mut. Angeblich sollten sich diese Symptome in ein paar Tagen wieder geben. Obwohl Alicia in der Kanzlei viel zu tun hatte, besuchte sie Jackie täglich im Krankenhaus. Die arme Frau war so hilflos, dass sie ihrer Schwiegertochter nicht einmal mehr Vorwürfe machen konnte, was die Besuche für Alicia wesentlich erträglicher machte.

Von Kalinda kam keinerlei Lebenszeichen, und Alicia nahm bewusst keinen Kontakt zu ihr auf. Ihr Verstand sagte ihr, dass sie Abstand brauchte, auch wenn ihr Gefühl anderer Meinung war. Wie hatte sie einmal zu Owen gesagt? Manchmal hatte Liebe nicht nur etwas mit dem Herzen zu tun, sondern auch mit dem Kopf. Und genau daran musste sie sich jetzt halten.

Als sich Kalinda allerdings nicht wie versprochen, am dritten Tag gemeldet hatte, wurde Alicia unruhig. Am vierten Tag checkte sie im Zehnminutentakt ihr Handy und nahm es auf der Arbeit überall mit hin, ob sie in ein Nachbarbüro ging oder nur zur Kaffeemaschine. Doch den ganzen Tag über meldeten sich nur Leute, die nicht Kalinda waren, und am Ende des Tages steckte Alicia ihr Handy resigniert zurück in ihre Handtasche. Sie war kurz davor, ihren Feierabend einzuläuten und sortierte nur noch ein paar restliche Akten, als ihr Bürotelefon klingelte. „Alicia Florrick, Lockhard Gardner.“ Sie klemmte sich den Hörer unters Kinn, um nebenbei die Akten sortieren zu können. „Was kann ich für Sie tun?“

„Hi Alicia.“

„Kalinda?“ Alicia fluchte, als ihr die Mappen aus dem Arm fielen und sich auf dem Fußboden verteilten. Sie ließ sie liegen und nahm den Hörer richtig in die Hand. „Bist du in Chicago?“

„Ja, seit heute Morgen. Ist Will noch da?“

„Ja, wieso?“ Alicia runzelte die Stirn. „Willst du ihn sprechen?“

„Ich möchte meinen Urlaub beenden.“

„Willst du kündigen?“

„Nein.“ Kalinda lachte leise. „Ich werde ab morgen wieder arbeiten.“

„Du….“ Alicia ließ sich in ihren Schreibtischstuhl fallen. „Hast du mit Bishop gesprochen?“

„Ja, und wir haben einen Deal.“

„Oh mein Gott, das ist großartig.“ Alicia war so überwältigt, dass sie gar nicht wusste, was sie sagen sollte. Peters Plan hatte tatsächlich funktioniert! „Das ist wunderbar, Kalinda“, sagte sie aus vollem Herzen. „Ich freue mich sehr.“

„Sehen wir uns morgen?“

„Ja, aber ich werde vormittags noch im Gericht sein.“

„Lewitzky?“

„Ja, es wird höchste Zeit, dass du kommst.“ Alicia lächelte ins Telefon. „Ich stelle dich jetzt zu Will durch.“



* * *



Es war ein merkwürdiges Gefühl, als Kalinda am nächsten Morgen ihre Arbeit wieder aufnahm. Eine Mischung aus Freude, Erleichterung und Furcht und auch noch ein paar anderen Gefühlen, die Alicia lieber nicht so genau zu definieren versuchte. Deshalb kam es ihr auch sehr entgegen, dass Kalinda sie nur kurz vom Flur aus grüßte und sofort, nachdem sie ihr Büro wieder betreten hatte, zu Will und Diane gerufen wurde. Auf diese Weise hatte Alicia mehr Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen.

Wider besseren Wissens hatte sie gehofft, dass zwischen ihnen alles sein würde wie immer, aber allein der leere Bildschirm, auf den sie seit einer halben Stunde starrte, belehrte sie eines Besseren. Und je öfter ihre Blicke wie magisch angezogen zum anderen Büro wanderten, desto deutlicher wurde ihr, was sie eigentlich schon wusste. Es musste sich etwas verändern. Es musste sich zwischen ihnen etwas verändern.

Den ganzen Vormittag über war Alicia sich zu jeder Sekunde gewahr, wo Kalinda sich gerade befand, aber dann gelang es der Ermittlerin doch, sie zu überraschen. Plötzlich, gerade als es Alicia gelungen war, sich auf ihren Text zu konzentrieren, stand sie in ihrem Türrahmen.

„Hi Alicia.“

„Hi.“ Alicia fuhr herum und sah erstaunt, dass Kalinda entgegen ihrer Gewohnheit die Tür hinter sich schloss.

„Wie geht es dir?“

„Gut.“ Alicia bot ihr einen Stuhl an, aber Kalinda winkte ab. Sie wirkte ungewöhnlich nervös. „Und wie geht es dir?", fuhr Alicia fort. "Hast du erledigen können, was du zu erledigen hattest?“

„Ja, habe ich. Jetzt ist Ruhe.“

„Ging es um etwas strafrechtlich Relevantes?“

Kalinda schüttelte den Kopf. „Das möchtest du nicht wissen, Alicia.“

„Okay.“ Alicia machte eine Geste, die verdeutlichte, dass sie nicht weiter nachfragen würde.

Eine Weile war Stille zwischen ihnen, dann räusperte sich Kalinda. „Ich bin in so etwas nicht besonders gut“, sagte sie zögernd. „Aber ich wollte mich bei dir bedanken. Für alles, was du für mich getan hast.“

„Gern geschehen, wirklich.“ Alicia lächelte, aber wurde sofort wieder ernst. „Kalinda…“ Sie hoffte inständig, dass die Worte so aus ihrem Mund herauskommen würden, wie sie es sich überlegt hatte. „Ich bin wirklich sehr froh, dass du wieder hier bist. Ich meinte es ernst, als ich gesagt habe, dass ich mir wünsche, dass du dein Leben hier behalten kannst. Aber… was wir jetzt brauchen, ist… Normalität.“

Ein Anflug von Schmerz huschte über Kalindas schönes Gesicht, aber Alicia war sich nicht sicher, ob es nur eine Reflektion ihres eigenen war. „Du meinst Distanz.“

Alicia zögerte. Sie hätte dieses brutale Wort gern vermieden aber letztlich… „Ja.“

„Du hast recht.“ Kalinda grüßte mit einem Kopfnicken einen Kollegen auf dem Flur, der ihr durch die Scheibe zuwinkte.

Alicia hatte das Gefühl, als legte sich eine eiserne Faust um ihr Herz. Kalindas Kälte erschreckte sie, auch wenn sie wusste, was sich dahinter verbarg. „Es ist nur…“, begann sie, „… ich wüsste nicht, wie wir sonst…“

„Es ist okay, Alicia.“ Kalinda wandte ihr Gesicht vom Flur ab und sah sie direkt an. Diese dunklen Augen… nein, sie waren nicht kühl. Es lag Wärme darin… und Bedauern.

„Gut.“ Alicia merkte, dass sie drohte, Fassung zu verlieren, und betete still, dass Kalinda ihr Büro verlassen würde.

Entweder erging es Kalinda ähnlich, oder sie spürte, was in Alicia vorging, auf jeden Fall öffnete sie tatsächlich die Tür und verließ mit einem leisen „Bis später“ Alicias Büro.

Alicia saß noch minutenlang da und schaute auf ihren Bildschirm, ohne die Buchstaben wahrzunehmen. Es war die richtige Entscheidung, sagte sie sich. Es musste die richtige Entscheidung sein. Trotzdem fühlte sie sich so betäubt, dass sie Mühe hatte, zum Hörer zu greifen, als das Telefon klingelte. „Ja?“

„Kommst du mal rüber, Alicia? Diane und ich möchten die Fortsetzung des Lewitzky-Prozesses mit dir durchgehen.“

„Ich bin sofort bei euch, Will.“






To be continued...
Zuletzt geändert von kimlegaspi am 21.07.2012, 10:18, insgesamt 4-mal geändert.

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

20.07.2012, 21:42

Ja, ja die Quadratur des Kreises..Ich halte diese Spannung zwischen den Beiden net mehr lange aus..;) Super Fortsetzung..Freue mich sehr auf den nächsten Teil..

:hüpf2:
Zuletzt geändert von maddy74 am 24.07.2012, 22:28, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

20.07.2012, 22:13

Ja, ja die Quadratur des Kreises..Ich halte diese Spannung zwischen den Beiden net mehr lange aus.


Danke, maddy :danke: ! Ja, ich weiß. Ist in Arbeit :wink: .

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

20.07.2012, 22:43

... Ich halte diese Spannung zwischen den Beiden net mehr lange aus...

aber dir macht es doch auch spass, oder .-)

sabam

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

20.07.2012, 23:16

@sabam, aber natürlich...;-) :-)

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

21.07.2012, 22:48

kimlegaspi hat geschrieben:.... aber irgendwie entwickeln die Happen ein fieses Eigenleben. ....

.... ich liebe dieses Eigenleben .... :liebe2: :knuddelknutsch: :tanzen:


LG

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

23.07.2012, 11:20

:huhu:

:respekt:

:write2:

:type:

:bussi:

:danke:

Re: Die Quadratur des Kreises (A & K)

24.07.2012, 22:12

DANKE fürs Lesen sabam,tiefgang und tante!!! :danke: :danke: :danke: .

Bei der Gelegenheit schicke ich gleich mal einen herzlichen Glückwunsch zu den beiden Schauspielerinnen von Alicia (Julianna Margulies) und Kalinda (Archie Panjabi), für ihre erneuten Emmy-Nominierungen.

:juhu: :juhu:
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