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BeitragVerfasst: Sa 1. Apr 2017, 19:10 
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vonLahnstein hat geschrieben:
hoppetosse hat geschrieben:
(ich wusste gar nicht, dass Du schwul bist, dabei "kenn" ich Dich nun schon Jahre :wink: :huhu: )


Ich wüsste auch nicht, dass ich das bisher schon mal hier erwähnt hätte. Konntest du also gar nicht wissen :mrred: :wink:
;-) :knuff:

vonLahnstein hat geschrieben:
hoppetosse hat geschrieben:
Ich kann Deinen Ansatz verstehen bzgl. Studenten und Studierenden, find aber nicht unbedingt, dass das was mit erwachsen sein oder nicht zu tun hat.

Da gebe ich dir Recht. Was ich im Grunde genommen aussagen wollte: Meiner Meinung nach sollten sich Menschen nicht direkt angegriffen fühlen, wenn eine Sprachwendung sie nicht explizit mit einbezieht. Mit erwachsen sein oder nicht hat das nur geringfügig etwas zu tun, das stimmt.
Es ist eben allgemein sehr problematisch, mit Sprache vernünftig umzugehen. Es ist so einfach, eine falsche Formulierung zu verwenden und damit Menschen von sich zu stoßen, eben weil Wörter unterschiedlich interpretiert oder verstanden werden etc.

Ja, das sehe ich auch so. Deswegen meinte ich ja auch, es kommt eben besonders drauf an, wie was gesagt wird. Ob da Respekt mit drin schwingt oder nicht. Und erstmal gehe ich auch davon aus, dass Menschen erstmal respektvoll/positiv gestimmt sind. Ich finde es auch anstrengend, wenn Menschen erstmal sofort was Negatives/einen Angriff wittern.
Sprache ist halt ne komplizierte Geschichte, manchmal. :D


vonLahnstein hat geschrieben:
hoppetosse hat geschrieben:
(Was hast Du denn für ne Erfahrung bzgl. des LGBT Begriffes?)

Dass viele dazu überhaupt keinen Bezug haben und es nur als etwas Existierendes wahrnehmen, aber sich nicht weiter dafür interessieren, was es damit auf sich hat. (Gerade bei älteren Menschen habe ich öfters schon die Einstellung beobachten können, es sei schön und gut, wenn es so etwas gibt, solange diejenigen sich dann von einem fernhalten und man selbst nichts damit zu tun bekommt und sich nicht mit dem Thema auseinandersetzen muss.)
Es könnte an meiner Region liegen; hier im Grenzgebiet zwischen Siegerland und Westerwald (zwischen NRW/RLP) merkt man allgemein an der Mentalität vieler Menschen, dass Homosexualität nicht allzu selbstverständlich ist. In meinem Freundeskreis kennt fast niemand andere "queere" Personen aus der Gegend - ich auch nahezu nicht, weil man hier einfach kaum welche trifft, sofern man nicht einige Kilometer entfernt Richtung Köln/Mainz schaut :dontknow: - worin ich einen Grund dafür sehen würde, dass viele sich einfach keine größeren Gedanken über das Thema machen, sofern sie sich nicht selbst als LGBTQ identifizieren oder Verwandte bzw. enge Freunde haben, die es tun.
Ja, so kenn ich das auch :-)

Meine Frage war allerdings eher in die Richtung, ob Leute in Deiner Umgebung den Begriff LGBT eher kennen, als eben queer.... Oder ob das beides so in etwa gleiche Paradiesvogel-Begriffe sind :D

Ich glaub LGBT ist u.U. eher noch geläufiger?

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R.I.P. Lexa kom Trikru


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BeitragVerfasst: Sa 1. Apr 2017, 19:35 
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Registriert: Do 20. Sep 2012, 14:20
Beiträge: 2542
hoppetosse hat geschrieben:
Aber ich find Deine Gedanken bzgl. Zielgruppe da sehr gut.
Will man eher Insider erreichen oder "das generelle Publikum" ;-)


ja, geht mir auch so

gute(r) Hinweis/Erinnerung/Inspiration

:hdl:


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BeitragVerfasst: So 2. Apr 2017, 14:23 
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vonLahnstein hat geschrieben:
MeL hat geschrieben:
Was das Wort queer angeht, soweit ich mich da an das erinnere, was ich an der Uni dazu gelernt habe, soll es dafür gerade keine allgemeingültige Definition geben, sondern es ist irgendwie alles, was die gesellschaftlich vorherrschende Heteronormativität und Zweigeschlechtlichkeit durchkreuzt. Insofern passt es gut als Sammelbegriff.


Hallo MeL :huhu:

Ich hoffe, ich darf auch mal eben meinen Senf dazugeben :wink:
Meiner Auffassung nach ist der Begriff "queer" gerade in heterosexuellen Teilen der Gesellschaft so gut wie gar nicht bekannt, da er auch durch die Medien selten verwendet wird. In den Augen vieler Leute existieren nur Formulierungen wie "schwul", "lesbisch", "bi" und "trans", mit allem anderen kann man nicht viel anfangen.
Ich bin schwul mit überwiegend heterosexuellem Freundeskreis und würde aus eigener Erfahrung sagen, dass die oben genannten Begriffe direkt zugeordnet werden können, bei "queer" aber erst mal ein großes Fragezeichen entsteht, weil das Wort bzw. die genaue Bedeutung einfach nicht weitläufig bekannt ist.
Da kommt es dann vermutlich auch auf die Zielgruppe an. Menschen, die sich als LGBT+ identifizieren, werden damit vermutlich eher was anfangen können als andere Menschen.

Ansonsten sehe ich das wie Kim. Man kann es gar nicht allen Menschen recht machen, wenn man da eine zusammenfassende Formulierung sucht, zumal viele Leute solche Begriffe leider noch immer mit Beleidigungen assoziieren (bin letztens erst auf ein Video eines YouTubers mit sehr hoher Abonnenten-Anzahl gestoßen, der das Wort "schwul" sehr eindeutig als Beleidigung/Anfeindung verwendet hat - und gerade jüngere Zuschauer lassen sich leider oft dazu verleiten, solche Assoziationen in ihren täglichen Sprachgebrauch zu übernehmen). Daher hängt es m.E. von der Zielgruppe eines Textes ab. Wenn man davon ausgehen kann, dass die meisten Leser mit dem Begriff etwas anfangen können, würde ich auch "queer" schreiben, einfach weil man damit alle verschiedenen Formen miteinschließt. Und ansonsten würde ich vermutlich tatsächlich auf die einzelnen Formulierungen wie "lesbisch", "schwul" etc. zurückgreifen. Klar bezieht man damit gewisse Varianten nicht ein, aber man sollte doch eigentlich auch meinen, dass die Menschen erwachsen genug sind, sich so etwas nicht so nahe gehen zu lassen. :dontknow: (Erinnert mich an unsere Uni, wo - ebenso wie auch an anderen Unis - "Studentenwerk" in "Studierendenwerk" umbenannt wurde bzw. wird, weil man mit dem vorherigen Begriff Studentinnen ausschließen würde. Als wüsste nicht jeder, was damit gemeint ist.)

Hallo vonLahnstein,

ich habe diesen Beitrag ja eröffnet, um möglichst viele auch unterschiedliche Meinungen zu hören, insofern vielen Dank für deinen "Senf". :wink:

Mit der Zielgruppe hast du sicherlich Recht. Ich bin an Texte für die L-Mag ganz anders rangegangen als an meinen Artikel für die taz, wo ich die Abkürzung LGBTQ ausdrücklich erklärt habe. Bei meinen Blogtexten bin ich da etwas zwiegespalten, weil ich nicht gezielt nur für die Community schreibe, sondern hoffe, eine etwas breitere Gruppe an potenziellen Leserinnen und Lesern anzusprechen. Andererseits denke ich fast, dass, wer sich auf meinen Blog verirrt, dies wegen eines Artikels tut, in dem ein bestimmtes Thema adressiert wird, und dann wahrscheinlich auch mit den entsprechenden Begrifflichkeiten vertraut ist. Wer sich beispielsweise für Supergirls lesbische Schwester interessiert, kann wahrscheinlich auch mit dem Begriff queer etwas anfangen.

Was das Thema "Studentenwerk" vs. "Studierendenwerk" angeht bzw. allgemein die Verwendung geschlechtsneutralerer Bezeichnungen, da ist mir erst in den letzten Jahren aufgegangen, wie sehr mich die durchgängige Verwendung männlicher Formen in der deutschen Sprache, die ja bis vor einigen Jahren gang und gäbe war, tatsächlich geprägt hat. Mir ist das daran aufgefallen, welche Assoziationen ich hatte und immer noch habe, wenn ich z.B. eine englische Berufsbezeichnung lese, die in der Regel beide Geschlechter umfasst. Ich habe aber fast immer zuerst einen Mann vor Augen und bin einen kurzen Moment irritiert, wenn sich im Laufe des Textes herausstellt, dass es um eine Frau geht. Ein Beispiel: Die Person, um die es geht, ist "doctor". Ich übersetze das für mich mit "Doktor" oder "Arzt", beides die männliche Form. Dass es auch um eine Ärztin gehen könnte, weil der Begriff im Englischen beide umfasst, daran denke ich im ersten Moment meistens nicht. Das ist ein Problem der deutschen Sprache, in der wir so strickt zwischen den Geschlechtern trennen und ja auch unterschiedliche Artikel benutzen, während es im Englischen nur "a" oder "the" gibt, die übergreifend verwendet werden. Ich kann mir vorstellen, dass es mehr Leuten so geht. Insofern bemühe ich mich inzwischen meist um neutrale Bezeichnungen oder schreibe ausdrücklich beide Varianten (also z.B., wie oben, Leserinnen und Leser), weil ich möchte, dass Frauen nicht nur "mitgemeint" sind, sondern sich ausdrücklich angesprochen fühlen können.

Last but not least @alle: Ich freue mich total, dass hier so eine lebhafte Diskussion zu dem Thema entstanden ist. Auch wenn ich für mich noch keine Lösung habe, helfen mir alle eure Gedanken dazu auf jeden Fall weiter. :danke:


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BeitragVerfasst: So 2. Apr 2017, 15:07 
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@Mel zu Deinen Erfahrungen mit der englischen Sprache: ja, geht mir genauso wie Dir. Und es wird mir erst jetzt so richtig deutlich, wie tiefgreifend da eben die deutsche Sprache geprägt hat und wie anders u.U. die Wahrnehmung/Bewusstsein in englisch-sprachigen Ländern da ist. Danke für das Anführen :D

Wenn es um Sprache geht, führe ich immer gerne meine radikal lesbische Studizeit an. Da war ich praktisch einige Zeit, mehr nicht studierend als studierend, nur noch in Frauen-Lesben-Kreisen unterwegs und habe daher oft nur die weiblichen Formen verwendet. Und es hat sich auf eine subtile Art "gemeinter" angefühlt, als ob es mich anders nähren würde. Es war dann irgendwann völlig selbstverständlich.
Ab irgendeinen Zeitpunkt hatte ich wieder mehr mit der "normalen" ( ;-)) Gesamt-Welt zu tun und erinnere mich immer noch schmunzelnd an eine Situation, wo ich mich durch die eigentlich gebräuchliche Form überhaupt nicht mehr angesprochen fühlte.
"Hat mal einer nen Stift?" - da ich nicht einer, sondern eine war, lief diese Frage völlig an mir vorbei, auch weil ich in eine Arbeit vertieft war. Erst langsam dämmerte es mir, dass auch ich gemeint war und bot dann nen Kuli an.

Heute hat sich das alles natürlich wieder sehr verändert, da ich viel mehr in der Gesamt-Gesellschaft unterwegs bin und mich da mit der Wortwahl und auch Wahrnehmung dessen, wieder mehr angepasst habe.
Ich find daran merkt man, was Sprache machen kann. :D

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