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BeitragVerfasst: Sa 28. Jul 2012, 10:52 
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Novemberstern hat mich gebeten, meine Fanfictions zu Marlene und Rebecca auch hier zu posten.

Wie damals bei Stella und Carla gilt, dass hier Szenen geschrieben werden, die ich in der tatsächlichen Folge vermisst habe.

Et voilà!
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Lost Scenes - Revival (Marlene&Rebecca)

Too Far

Disclaimer: All publicly recognizable characters, settings, etc. are the property of their respective owners. The plot is the property of the author. The author is in no way associated with the owners, creators, or producers of any media franchise. No copyright infringement is intended.

Pairing: Rebecca/Marlene/Tristan

Other characters: Olli

Episode: 4108

Complete status: Yes



Marlene war nicht die Einzige, die Rebecca hinterherblickte als diese das NO LIMITS verließ. Die Leute an der Bar hatten Rebeccas Ausbruch mitbekommen und auch Olli schaute neugierig in ihre Richtung. Schnell senkte Marlene den Kopf, so dass niemand mitbekam, dass sie nicht nur rot vor Verlegenheit geworden war, sondern auch Tränen in den Augen hatte.

Sie spürte eine Hand auf ihrem Arm und blickte wieder auf. Olli stand vor ihr und sah sie mit einer Mischung aus Mitleid und Verständnis an. Er öffnete den Mund um etwas zu sagen, aber Marlene schüttelte nur kurz den Kopf, drehte sich um und verschwand schnellen Schrittes in Tristans Büro, das am hinteren Ende des Untergeschosses gelegen war.

Angekommen, lehnte sie sich mit geschlossenen Augen an die Tür. Die Tränen, die unter ihren Lidern brannten, bahnten sich zuerst langsam, dann immer schneller ihren Weg über Marlenes Wangen bis sie sich auf die Lippe beißen musste, um ein Schluchzen zu verhindern.

Warum nur tat es so weh? Warum konnte sie nicht einfach das tun, was Rebecca von ihr gefordert hatte? Warum konnte sie ihr nicht einfach aus dem Weg gehen?

Langsam ging Marlene durch den Raum und sank auf der Couch nieder. Sie vergrub den Kopf in ihren Händen und hätte am liebsten laut geschrien vor lauter Frust. Marlene wusste selbst nicht, was sie genau fühlte – die Eifersucht auf Juliette war noch am klarsten aber in diese mischte sich ein Schmerz, der weit darüber hinausging.

So etwas hatte sie noch nie erlebt. Was hatte Rebecca nur an sich, dass es Marlene völlig aus der Bahn warf?

Tagelang hatte Marlene versucht, Rebecca aus ihren Gedanken zu verbannen. Die Hochzeitsplanungen mit Tristan waren da eine willkommene Abwechslung. Die Frage, welchen Kuchen oder welche Blumen sie nun nehmen würden, waren schließlich wichtige Fragen, denn alles musste perfekt sein für diese Hochzeit – ihre eigene Märchenhochzeit. Und diesmal würde es nicht in einer solchen Katastrophe enden wie mit Hagen. Diesmal war sie sich sicher. Sicher, dass Tristan nicht heimlich eine andere liebte.

Marlene lehnte sich auf die Couch zurück und atmete tief durch. Der Gedanke an Tristan hatte sie beruhigt. Langsam ließ sie ihren Blick durchs Zimmer schweifen. Auf Tristans Schreibtisch standen zwei Fotografien – eins von Tristan und ihr bei ihrer Premiere, die im alten NO LIMITS stattgefunden hatte und eins mit den Lahnsteingeschwistern – Tristan zwischen Helena und Rebecca. Marlene stand auf, nahm sich das Bild und setzte sich wieder auf die Couch.

Es musste ein neueres Foto sein, denn Rebecca trug ihre Lederklamotten, in denen sie so unglaublich gut aussah, und im Hintergrund war ihr Motorrad zu sehen. Ohne es zu merken, strich Marlene mit dem Finger über das Rebeccas Gesicht auf dem Foto. Sie schloss die Augen und konnte Rebeccas zarte Haut unter ihren Fingern spüren, die Sanftheit ihrer Lippen und das weiche Haar, in das sie sich gekrallt hatte als die Gefühle zu intensiv wurden. Marlene ließ sich zurück in die Kissen sinken, die Augen immer noch geschlossen und das Foto an sich gedrückt.

Sie sah Rebeccas Gesicht in Gedanken vor sich, die braunen Augen, die denen ihres Bruders so ähnlich und doch einzigartig waren. Warm, leidenschaftlich, offen – ein wahrer Spiegel zu Rebeccas Seele. Wieder brannten Tränen in Marlenes Augen als sie an das letzte Mal dachte, dass Rebecca sie so angeschaut hatte. „Marlene, ich liebe dich“ hatte sie gesagt und „Wir könnten glücklich miteinander sein.“ Selbst nur gedacht, lösten diese Worte einen Schauer in ihr aus. In dem Moment, in dem Rebecca sie gesprochen hatte, hatten sie Marlene Angst gemacht, auch wenn sie sich einen Augenblick lang ausgemalt hatte wie es wäre, jeden Morgen in Rebeccas Armen aufzuwachen. Die Intensität der Gefühle, die sie durchströmten, ließ sie zurückschrecken und so war sie wortlos in die Schlossküche geflüchtet.

Mit Rebecca war einfach alles zu intensiv, zu heftig, zu schnell. Marlene fühlte sich mit ihr wie auf einer Achterbahn, nicht mehr wissend wo oben oder unten war. Ein Leben mit Tristan dagegen war klar und eindeutig. Sie waren ein eingespieltes Team, privat wie beruflich. Er wusste genau, was sie brauchte und tat alles, was er konnte, um es ihr zu geben. Mit ihm fühlte sie sich sicher. Und diese Sicherheit konnte sie unmöglich aufgeben, nicht ohne dass sie alles verlor, was sie sich je erträumt hatte – eine erfolgreiche Karriere und ein Leben an der Seite eines Prinzen.

Tristan war ihr Prinz, daran glaubte sie ganz fest. Mit einem Lächeln im Gesicht, das Foto immer noch fest an sich gedrückt, schlief Marlene ein.


Nebel umgab Marlene und sie fragte sich, wo sie war. Sie drehte sich, konnte jedoch nichts erkennen. Zu dicht waren die Nebelschwaden um sie herum, die alles Licht verschluckten und Marlene in einer ewigen Dämmerung zurückließen.

„Hallo?“ rief sie „Ist hier irgendwer?“

Doch alles war wie Watte, in der sich jegliches Geräusch verlor. Marlene begann zu laufen, nicht wissend wohin und sie fühlte Angst in sich aufsteigen. Nach ein paar Minuten verflüchtigte sich der Nebel und sie sah, dass sie sich in einem Wald befand. Sie atmete auf. Diese Gegend kannte sie, hier war sie mit ihrem Vater als Kind manchmal gewesen. Sie sah sich um, suchte nach dem Baum, in den sie vor so vielen Jahren ihren Namen geritzt hatte. Sie lächelte bei der Erinnerung – natürlich musste über das „M“ eine Krone – ihr Vater hatte ihr geholfen als sie zu ungeduldig geworden war. Wie alt war sie damals gewesen? Sechs oder sieben Jahre alt? Es war eines der letzten Male gewesen, dass sie mit ihrem Vater im Wald unterwegs war. Andere Dinge waren wichtiger geworden.

Langsam ging sie weiter bis sie an eine Wegzweigung kam, die sie nicht kannte. Das dumpfe Gefühl der Angst kehrte zurück. Wo war sie hier? Wohin sollte sie gehen? Plötzlich hörte sie Hufschläge hinter sich und drehte sich schnell um. Da kam ein weißes Pferd angetrabt, ohne Reiter und wählte den rechten Weg. Marlene lächelte – das musste ein Zeichen sein. Sie folgte dem Schimmel und am Horizont tauchte ein in die Farben des Sonnenuntergangs getünchtes Schloss auf. Je näher sie dem Schloss kam, desto größer wurde ihre Vorfreude. Das musste einfach der richtige Weg gewesen sein.

Nach einer Weile trat sie in den Schlosshof ein. Nichts hier erinnerte an die hellen Gemäuer von Königsbrunn, alles war mit Efeu bewachsen. Marlene hörte ein seltsames Klirren, das ihr bekannt vorkam. Sie überlegte woher sie dieses Geräusch kannte und folgte ihm. Es wurde deutlicher und lauter und auch die Schnelligkeit stieg an und plötzlich wusste Marlene woher sie es kannte. Es waren Degen, die in rascher Aufeinanderfolge gekreuzt wurden. Ein ungutes Gefühl überkam sie und sie eilte zur Stelle des Duells.

Eine Art Déjà-Vu überkam sie als sie sah, wer den Fechtkampf austrug. Tristan, ganz in Weiß, hatte Rebecca, die ein schwarzes Kleid trug, in die Enge getrieben. Mühevoll wehrte Rebecca die schnellen Hiebe ihres Bruders ab, aber Marlene konnte sehen, dass sie müde wurde. Ihre Blicke trafen sich und ein Lächeln huschte über Rebeccas Gesicht. Dieser eine Moment war der entscheidende, denn Rebecca kam den Bruchteil einer Sekunde zu spät, um den nächsten Hieb abzuwehren und so traf Tristan seine Schwester und sie ließ mit einem Schrei ihren Degen fallen.

„Tristan, nicht“ rief Marlene und Tristan fuhr herum. Der Ausdruck auf seinem Gesicht ließ Marlene zurückweichen. Noch nie hatte sie eine solche Wut in seinen Augen gesehen. Er blickte mehrmals zwischen Marlene und Rebecca hin und her und zischte leise:

„Ich habe euch vertraut.“ Dann richtete er sich auf, hob Rebeccas Degen auf und richtete die Spitze auf den Körper seiner Schwester. Eiseskälte durchfuhr Marlene als er sie anblickte und kalt sagte „Ich habe euch vertraut und ihr habt mich verraten.“ Er holte aus und stach zu.

„NEIN!“ schrie Marlene…



… und fuhr schwer atmend auf. Orientierungslos blickte sie sich um. Das Foto war ihr aus der Hand geglitten und zu Boden gefallen. Ein Riss war in der Glasscheibe, er trennte Tristan und Helena von Rebecca. Marlene bückte sich, um das Bild aufzuheben, als die Tür aufging und Olli hereinstürmte.

„Marlene, alles in Ordnung mit dir? Ich hab einen Schrei gehört.“

Sie blickte ihn verwirrt an. Langsam wurde ihr klar, dass sie nur geträumt hatte. Olli hockte sich vor sie und nahm ihr langsam das Foto aus der Hand. Ihr Blick folgte ihm und am liebsten hätte sie es Olli aus der Hand gerissen.

„Marlene“, fragte Olli noch einmal, „bist du okay?“

„J… J… Ja“, stammelte Marlene, „ich glaub schon. Ich hab nur schlecht geträumt.“

Olli blickte ihr forschend ins Gesicht. Marlene wirkte völlig aufgelöst. Er ahnte, was oder besser wer Gegenstand ihres Traumes gewesen war. Leise fragte er:

„Rebecca?“

Marlene nickte nur stumm. Olli zögerte.

„Willst du drüber reden?“

Bei der Frage klarten Marlenes Augen auf und sie setzte sich mit einem Ruck aufrecht hin.

„Es gibt nichts zu reden. Außerdem weißt du doch eh schon alles.“

Olli setzte sich neben sie auf das Sofa und fasste Marlene kurz unters Kinn, um ihr fest in die Augen zu sehen.

„Das heißt aber nicht, dass ich nicht für dich da bin, wenn du mich brauchst.“

Marlenes Blick wurde trotzig und sie öffnete den Mund, um etwas zu erwidern. Olli legte ihr den Finger auf den Mund und sie blieb still. Er fuhr fort.

„Ganz ehrlich, Marlene, wie lange willst du noch so weitermachen? Bis Tristan Wind von der Sache bekommt? Oder bis du Rebecca vollends von dir weggetrieben hast?“

Marlene fuhr auf:

„Ich treib sie nicht von mir weg. Du hast sie doch vorhin gesehen. Sie stößt mich weg und nicht umgekehrt.“

Olli erwiderte heftig:

„Und warum glaubst du, macht sie das?“

„Keine Ahnung, ich kann ja nicht in sie reinschauen.“

Enttäuschung überflog Ollis Gesicht und er stand auf. An der Tür drehte er sich noch einmal zu Marlene um und sagte ruhig:

„Du lügst, Marlene. Du belügst Tristan. Du belügst Rebecca. Und am meisten belügst du dich selbst. Pass auf, dass du es nicht zu weit treibst, sonst verlierst du am Ende beide.“

Wie gebannt schaute Marlene auf die Tür, noch lange nachdem Olli sie geschlossen hatte. Ihr Blick fiel auf das Foto und sie hob es auf. Noch einmal strich sie zärtlich über Rebeccas Gesicht.

Sie würde nicht zulassen, dass diese Sache die Geschwister auseinandertrieb. Sie musste nur stark sein.

Rebecca hatte gesagt, dass sie die mutigste und stärkste Frau war, die Rebecca kannte. Jetzt würde sie es beweisen.


The End.

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Pairing: Rebecca/Marlene/Tristan

Episode: 4110

Complete status: Yes



Teil 1 - POV Rebecca

Rebecca atmete tief durch als sie sich dem Esszimmer näherte an diesem Morgen. Seit sie Tristan im NO LIMITS gestanden hatte, dass sie in Marlene verliebt war, frühstückte sie entweder im Büro oder in der Schlossküche. Sie hatte keine Lust auf die mitleidigen Blicke oder noch weniger wollte sie sich das ganze Hochzeitsgequatsche anhören. Schon allein bei dem Gedanken daran drehte sich Rebecca der Magen um.

In den letzten Tagen hatte sie sich besser gefühlt, was natürlich vor allem an ihrer neuen Gesellschaft lag. Juliette war einfach genau das, was sie gerade brauchte, um sich abzulenken. Gut, es klappte nicht immer – das mit der Ablenkung – aber zumindest brachte Juliette sie ab und an auf andere Gedanken und holte sie aus der Arbeit raus.

Gestern hatte sie allerdings alles stehen und liegen lassen als Helena sie anrief und ihr sagte, dass es bei der Transplantationsoperation von Sebastian Komplikationen gegeben hatte. Sie wollte sofort ins Krankenhaus fahren, aber Elisabeth hatte ihr gesagt, dass sie da eh nichts machen konnte außer zu warten. Rebecca sollte nach Hause fahren und versuchen zu schlafen. Sie würden sich sofort melden, wenn es Neuigkeiten gab. Also war Rebecca nach Hause gefahren.

Allein.

Sie hatte in der Nacht kein Auge zugetan. Ein paar Mal hatte sie ihr Handy genommen und war die Liste ihrer Freunde durchgegangen. Doch wen sollte sie anrufen? Olli und Christian? Sie wusste, dass die beiden für sie da sein würden, aber etwas in ihr sträubte sich dagegen. Die beiden waren in den letzten Wochen schon oft genug ihr Halt gewesen, Rebecca wollte sie nicht schon wieder stören. Kim? Nein, irgendwie hatten sie und Kim sich seit ihrer Rückkehr aus New York nicht mehr viel zu sagen. Das halbe Jahr in New York hatte Rebecca verändert, sie war erwachsener geworden und irgendwie waren sie und Kim einfach nicht mehr auf der gleichen Wellenlänge.

Immer wieder stoppte Rebeccas Finger über einem Namen in der Telefonliste. Marlene, immer wieder Marlene. Sie wollte nichts lieber als sie anrufen, ihre Stimme hören und mit ihr reden. Sie vermisste sie so sehr, nicht nur weil sie sie liebte, sondern auch als gute Freundin, mit der sie über so vieles reden konnte. Doch dann dachte sie an die Szene im NO LIMITS vor ein paar Tagen zurück, wo sie Marlene an den Kopf geworfen hatte, dass sie eben keine Freundinnen mehr sein konnten und dann aus dem Club gestürmt war. Rebecca wusste, dass sie Marlene wehgetan hatte, sie hatte die Unsicherheit und Sehnsucht in Marlenes Augen sehen können, aber sie konnte das einfach nicht mehr. Sie brauchte einen klaren Schnitt. Also schloss sie ihr Telefon und ging in die Küche, um sich einen Tee zu machen. Vielleicht konnte sie danach schlafen. Letztlich hatte sie die Nacht am Tisch sitzend verbracht, zeichnend, auch wenn die Entwürfe bei Tageslicht betrachtet nichts taugen würden.

Heute Morgen hatte sie Helena aus einem leichten Schlummer geweckt und ihr gesagt, dass Sebastian die OP überstanden hatte. Rebecca fiel ein Stein vom Herzen und sie sicherte Helena zu, dass sie gleich nach dem Frühstück in Krankenhaus kommen würde. Helena hatte sie gebeten, sich mit Hagen und Tristan abzusprechen, da nicht alle gleichzeitig zu Sebastian konnten. Und so war sie jetzt auf dem Weg ins Esszimmer. Als sie eintrat, saßen Tristan und Marlene bereits am Tisch und aßen. Sie schwiegen.
„Guten Morgen“, sagte Rebecca leise. Überrascht blickten beide auf.
„Guten Morgen“, erwiderte Tristan mit einem leichten Lächeln, dem die Erleichterung anzusehen war. Marlene blieb stumm und senkte den Kopf.
„Wo sind Hagen und Dana?“ fragte Rebecca und trat ans Frühstückbuffet, um sich ein bisschen Müsli und Orangensaft zu nehmen. Als sie in den Spiegel blickte, trafen ihre Augen kurz die von Marlene bevor sie wieder wegschaute.
„Die sind schon mit Emma ins Krankenhaus gefahren.“ antwortete Tristan. „Wir wollten auch gleich nach dem Frühstück fahren. Kommst du mit?“
Rebecca drehte sich um und setzte sich Tristan gegenüber. „Klar komme ich mit. Was hast du denn gedacht?“
Tristan hob entschuldigend die Hände. „Schon gut, schon gut, Schwesterchen.“
Justus trat ein und brachte eine neue Kanne Kaffee. Rebecca griff danach und ihre Hand streifte die von Marlene, die ebenfalls ihre Hand nach der Kanne ausgestreckt hatte. Als hätte sie sich verbrannt, zog Rebecca ihre Hand zurück und blickte langsam auf. Schock starrte ihr entgegen und Rebecca hielt für einen Moment den Atem an. Regungslos hielten sie beide den Augenkontakt und Rebecca konnte nicht sagen, wieviel Zeit vergangen war bevor sie Tristan hörte.
„Rebecca? Rebecca! Ich hab dich gefragt, ob wir dich mitnehmen sollen in der Limousine.“
Zögernd riss sie den Blick von Marlene los und schaute zu ihrem Bruder.
„Was?“
„Ob du in der Limousine mit zum Krankenhaus fahren willst?“
Rebecca sah kurz zu Marlene zurück, die ihren Blick wieder gesenkt hatte. Dann antwortete sie ruhig:
„Nein, ich nehm das Motorrad, ich will danach noch in die Firma.“
Tristan lächelte und Rebecca glaubte von Marlene ein erleichtertes Ausatmen zu hören. Plötzlich hatte sie keinen Hunger mehr und einen Kaffee konnte sie sich auch unterwegs holen. Rebecca stand auf:
„Entschuldigt mich bitte, ich fahr schon mal los.“ Sie ging zur Tür, drehte sich noch einmal kurz um und wieder traf ihr Blick den von Marlene. „Bis später.“
Marlene nickte und es sah für einen Moment so aus als wollte sie noch etwas sagen, doch dann blieb sie doch stumm. Nur ihr Blick folgte Rebecca als sie aus dem Zimmer ging.

to be continued…

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Zuletzt geändert von nike75 am So 29. Jul 2012, 02:57, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Sa 28. Jul 2012, 11:03 
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Teil 2 – POV Marlene

Auf der Fahrt ins Krankenhaus hingen Tristan und Marlene ihren jeweiligen Gedanken nach. Unbewusst strichen Marlenes Finger immer wieder über ihre rechte Hand. Die Stelle, wo Rebecca sie berührt hatte, kribbelte noch immer. Marlene lehnte sich mit geschlossenen Augen zurück und sah sofort Rebeccas Gesicht vor sich. Dieser Morgen war seit Tagen das erste Mal, dass Rebecca wieder mit ihnen gefrühstückt hatte und so sehr sie es auch versucht hatte, Marlene hatte den Blick nicht von ihr wenden können. Immer wieder fühlten sich ihre Augen von ihr magisch angezogen. Marlene war nicht bewusst gewesen, wie sehr sie Rebecca vermisst hatte.

Sie wusste, sie hatte kein Recht so zu fühlen, aber sie konnte einfach nicht anders als sich die Nähe und Freundschaft zwischen ihnen zurückzuwünschen. Sie vermisste die Gespräche mit Rebecca. Sie vermisste die stille und doch so kraftvolle Unterstützung, die ihr Rebecca in den schwierigen Momenten am Anfang ihrer Freundschaft gegeben hatte. Sie vermisste das Gefühl der Freiheit, das sie überkam, wenn sie mit Rebecca zusammen war. Sie vermisste das Lachen und die Wärme in Rebeccas Augen. Sie vermisste die Ehrlichkeit und die Direktheit, mit der Rebecca ihr den Kopf gewaschen hatte, wenn sie sich in etwas verrannte.

Sie vermisste Rebecca.

Sie vermisste…
„Woran denkst du?“ fragte Tristan sie leise und griff nach Marlenes Hand. Marlene musste sich zwingen, diese nicht reflexartig zurückzuziehen. Sie blickte ihn an und lächelte ein bisschen.
„Ach, nichts Besonderes“ sagte sie und schaute dann zur Seite aus dem Fenster.

Als sie nach einer halben Stunde im Krankenhaus ankamen, sah Marlene Rebeccas Motorrad vor dem Eingang stehen. Erleichtert atmete sie auf. Ihr war nicht entgangen, wie müde Rebecca heute Morgen ausgesehen hatte und als Rebecca aus dem Esszimmer geflüchtet war, hatte sie ihr beinahe ein „Fahr vorsichtig“ hinterhergerufen. Doch im letzten Moment hatte sie sich auf die Lippen gebissen.

Tristan hielt ihr die Eingangstür auf und dann gingen sie beide hinein und machten sich auf den Weg zu Intensivstation. Marlene überkam ein leicht mulmiges Gefühl als sie durch den Empfangsbereich der Notaufnahme liefen, doch sie ließ sich die leichte Panik nicht anmerken. Dieser Ort würde sie für immer an diesen schrecklichen Abend erinnern, aber das hieß nicht, dass sie sich von diesen Erinnerungen ihr Leben diktieren ließ. Trotzdem war sie froh, als Tristan und sie diesen Teil des Krankenhauses hinter sich gebracht hatten.

Im Warteraum der Intensivstation trafen sie auf Helena, Ludwig und Elisabeth. Tristan fragte sofort, wie es Sebastian ging, während sich Marlene nach Rebecca umsah. Doch sie war nirgends zu sehen. Hagen und Dana kamen mit Emma aus Sebastians Zimmer und Marlene fragte ihre Schwester, ob sie Rebecca gesehen hätte. Dana nickt kurz und erwiderte, dass Rebecca gerade bei Sebastian drin sei.
„Okay“ sagte Marlene erleichtert und stellte sich dann zu Tristan, der sich leise mit Helena unterhielt.

Eine Krankenschwester lief an der Familie vorbei und betrat Sebastians Zimmer. Kurze Zeit später kam Rebecca aus dem Zimmer und als Tristan hinein wollte, hielt sie ihn auf und sagte ihm, dass die Schwester gerade ein paar Untersuchungen machte. Sie müssten ein bisschen warten ehe sie wieder rein dürften. Tristan nickt kurz und war bald darauf wieder in ein Gespräch mit Helena und Ludwig vertieft.

Rebecca erblickte Marlene, die hinter Tristan gestanden hatte und der Beginn eines leichten Lächelns huschte über ihr Gesicht. Doch genauso schnell wie es erschienen war, verschwand es wieder und Rebecca wandte sich ab und ging zum Kaffeeautomaten. Marlenes Augen folgten ihr, doch sie traute sich nicht, ihr zu folgen. Auf keinen Fall wollte sie eine Wiederholung der Szene im NO LIMITS.

Nachdem sich Rebecca ihren Kaffee aus dem Automaten geholt hatte, setzte sie sich auf einen der freien Stühle, lehnte sich zurück und schloss die Augen. Marlene beobachtete sie unbemerkt, alle anderen Mitglieder der Familie Lahnstein waren mit sich beschäftigt und Dana kümmerte sich um Emma, die leise angefangen hatte zu weinen. Rebecca nippte leicht an ihrem Kaffee und Marlene bemerkte, dass ihre Hände leicht zitterten. Dann stand Rebecca auf, warf den Kaffeebecher beinahe unberührt in den Müll und ging in Richtung der Toiletten. Marlene sah sich kurz um – niemand außer ihr hatte mitbekommen, dass Rebecca verschwunden war. Tristan sprach noch immer leise mit Helena, Ludwig und Elisabeth, Hagen und Dana kümmerten sich um Emma und dann kam die Krankenschwester aus Sebastians Zimmer. Ohne weiter auf Marlene zu achten, gingen Tristan und Helena in das Zimmer, um nach Sebastian zu sehen.

Marlene schaute in die Richtung, in die Rebecca verschwunden war, doch sie war nirgends zu sehen. Sie zögerte einen Moment, doch dann ging sie langsam zu den Toiletten und redete sich ein, dass sie Rebecca nur Bescheid sagen wollte, dass sie wieder zu Sebastian konnte. Sie öffnete die Tür und sah Rebecca an den Waschbecken stehen. Die Hände aufgestützt, blickte sie in den Spiegel und Tränen liefen ihr über die Wangen. Marlene blieb im Eingang zum Waschraum stehen, Rebecca hatte sie noch nicht bemerkt und so sagte Marlene ganz sanft:

„Rebecca?“

to be continued…

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BeitragVerfasst: So 29. Jul 2012, 02:56 
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So, letzter Teil von "Let me be there for you" - bittersüß, denke ich mal.

Viel Spaß beim Lesen und über ein kurzes Feedback würde ich mich freuen.

Nike
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Teil 3

„Rebecca?“

Sie schloss die Augen. Selbst wenn sie nicht im Spiegel gesehen hätte, wie Marlene hereingekommen war, sie hätte trotzdem gewusst, dass sie es war, die ihr folgen würde. Noch immer rollten Rebecca die Tränen über die Wangen und sie hob die Hand, um sie hastig wegzuwischen als sie einen Daumen spürte, der ihr zögernd die salzigen Tropfen von ihrer Haut wischte. Einen Moment lang stand Rebecca ganz still, sie wagte kaum zu atmen und öffnete langsam die Augen. Ganz nah stand Marlene vor ihr und Rebecca hatte das Gefühl zu versinken in dem vertrauten Blau-Grün, das sie so sehr liebte. Sie sahen sich an und die Zeit schien stillzustehen. Sekunden, Minuten, Stunden – die beiden Frauen wussten nicht, wie lange sie da standen und sich einfach nur ansahen. Eine einzelne Träne löste sich aus Rebeccas Auge und rollte langsam ihre Wange hinunter. Marlene streckte ihre Hand aus, um sie aufzufangen doch da senkte Rebecca den Kopf und trat hastig einen Schritt zurück.

„Was willst du?“ fragte sie mit rauer Stimme, der die Aufgewühltheit anzuhören war.
„Ich, ich…“ stotterte Marlene, holte dann tief Luft und fuhr fort „Ich wollte dir nur sagen, dass du zurück zu Sebastian kannst. Die Krankenschwester ist fertig mit den Tests.“
„Danke“ kam die kühle Antwort. „Dann weiß ich ja jetzt Bescheid.“

Marlene zuckte bei dem Ton von Rebeccas Stimme zusammen. Ein Schauer durchlief sie und sie wandte sich zum Gehen. Sie spürte den Blick von Rebecca im Rücken und unwillkürlich straffte sie sich, um den Raum schneller zu verlassen. Doch bevor sie an der Tür ankam, zögerte sie. Dann drehte sie sich wieder um und sah Rebecca an.
„Ich hab gelogen“ sagte sie mit fester Stimme und trat wieder einen Schritt auf sie zu.
Rebecca zog lediglich eine Augenbraue nach oben und wartete auf eine Erklärung.
„Ich hab gelogen“ wiederholte sie „Ich bin dir nicht gefolgt wegen Sebastian, naja“, ein verlegenes Lächeln huschte über ihr Gesicht, „zumindest war das nicht der einzige Grund.“

Rebecca verschränkte die Arme vor der Brust und schaute sie weiter ausdruckslos an. Frustration stieg in Marlene auf und sie hob ungeduldig die Arme.
„Himmel, Rebecca, nun mach‘s mir doch nicht so schwer.“
Ungläubigkeit machte sich in Rebeccas Augen breit.
„Ich mache es DIR schwer? ICH mache es DIR schwer?“ Immer lauter wurde ihre Stimme. „Sag mal, hakt‘s…“
Schnell überwand Marlene die Distanz zwischen ihnen und hielt Rebecca den Mund zu.
„Hör mir zu, okay?“ Bittend sah sie Rebecca an. „Hör mir bitte nur einen Moment lang zu, okay?“ Sie nahm die Hand von Rebeccas Mund, blieb aber genau vor ihr stehen und griff nach ihrer Hand. Rebeccas Augen folgten ihrer Bewegung, dann sah sie Marlene an und sagte ruhig:
„Lass mich los.“
„Nein, das werde ich nicht tun und du wirst mir jetzt zuhören.“
Marlene sah Rebecca fest in die Augen und konnte den Moment spüren als Rebecca nachgab. Sie lächelte leicht und flüsterte:
„Danke.“

Dann blickte sie kurz auf ihre noch immer verbundenen Hände und sammelte ihre Gedanken. Sie wusste, dass sie nur diese eine Chance haben würde.
„Ich bin dir gefolgt, weil ich dachte, dass du vielleicht jemanden zum Reden brauchst.“
Rebecca öffnete den Mund, um etwas zu entgegnen, doch Marlene drückte kurz ihre Hand und bat:
„Lass mich ausreden, okay?“ Nach einem kurzen Nicken fuhr sie fort. „Ich weiß, dass ich wahrscheinlich die letzte Person bin, mit der du reden willst, aber ich kann nicht einfach dabei zusehen, wie du ganz allein mit der Situation umgehen musst. Ich weiß, was dir Sebastian bedeutet und ich weiß, dass du genauso große Angst hast wie Tristan, ihn zu verlieren.“
Bei Tristans Namen verdrehte Rebecca kurz die Augen.
„Ich brauch dein Mitleid nicht, Marlene, ich komm schon zurecht.“ fauchte Rebecca „Und außerdem bin ich ja nicht allein. Ich hab…“
„Juliette. Ja, ich weiß.“ Ein Stich durchfuhr Marlene als sie den Namen der anderen Frau aussprach. Doch dann sah sie Rebecca wieder in die Augen und sagte mit fester Stimme:
„Frag dich doch mal, Rebecca, warum du hier allein im Waschraum stehst und heulst und warum sie nicht hier ist, um für dich da zu sein. Jeder in deiner Familie hat jemanden bei dem er sich ausheulen kann – dein Vater hat Elisabeth, Sebastian hat Tanja, auch wenn die beiden das nicht wahrhaben wollen, Hagen hat Dana, Tristan hat…“
„Dich“ unterbrach Rebecca Marlenes Aufzählung.
„… Helena, wollte ich sagen.“

Die beiden Frauen sahen sich an und plötzlich stellte sich fast die alte Vertrautheit wieder ein, die sie am Anfang ihrer so kompliziert gewordenen Freundschaft aufgebaut hatten.
„So…“ zögerte Rebecca und lächelte leicht „soll das heißen, ich hab dich?“
Bei Rebeccas Worten fing Marlenes Herz an schneller zu schlagen und plötzlich wurde ihr die Wärme bewusst, die von ihren verbundenen Händen ausging. Hastig löste sie ihre Hand aus der von Rebecca und sah sie nervös an.
„Als Freundin, als gute…“ beinahe stolperte Marlene über das Wort „Freundin.“

Enttäuschung breitete sich in Rebecca aus. Für einen Moment hatte sie gedacht…
Marlene trat einen Schritt zurück als sie sah welche Emotionen sich auf Rebeccas Gesicht widerspiegelten. Traurigkeit stieg in ihr auf und plötzlich hatte sie einen Kloß im Hals. Sie sah zurück in Rebeccas Augen und fand dort einen Spiegel ihrer eigenen Empfindungen.
„Tut mir leid. Ich dachte wirklich…“ sie wusste nicht mehr, was sie sagen sollte und beschloss den Rückzug anzutreten.

Kurz bevor sie die Tür erreichte, hörte sie ein leises „Marlene?“
Sie drehte sich um und konnte in Rebeccas Augen Tränen erkennen. Sie wusste, dass diese Tränen nichts mit Sebastian zu tun hatten. Sie wusste es, weil Tränen aus dem gleichen Grund in ihren Augen brannten. Stumm sah sie Rebecca an und wartete.
„Danke.“
Marlene schluckte die Tränen hinunter und rang sich ein gequältes Lächeln ab.
„Es tut mir wirklich leid, Rebecca.“ Dann ging sie zur Tür und beim Hinausgehen fügte sie noch hinzu „Ruf Juliette an, sieh zu, dass du ein bisschen schläfst und wir sehen uns dann morgen beim Frühstück.“
Die Tür klappte zu und Rebecca zog ihr Smartphone aus der Tasche.


The End.

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