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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 19:56 
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Teil 239:

Am Nachmittag fühlte Rebecca sich schon etwas besser, der Morgen mit Marlene hatte ihr gut getan, wenngleich sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie ihrer Frau gegenüber nicht ehrlich gewesen war. Am Ende jedoch, war es wohl besser so, denn Marlene würde sich nur noch mehr Sorgen um sie machen, wenn sie davon wüsste und Rebecca wollte nicht riskieren, dass dieser dumme Ausrutscher ihre Beziehung weiter belastete, die sich gerade wieder zu erholen schien. Sie würde das Zeug ohnehin nie wieder anrühren, auch wenn es ihr tatsächlich geholfen hatte, alle Sorgen vorübergehend zu vergessen und ihre Kreativität wieder zu erlangen. Rebecca legte die Entwürfe zur Seite und nahm ihr Handy zur Hand, um Marlene eine Nachricht zu schreiben „Danke, dass Du so wundervoll bist und mir die Kraft gibst, die ich so dringend brauche. Ich liebe Dich. 1000 Küsse, Deine Rebecca“ tippte sie und schickte die SMS ab. Marlene stand gerade vor dem LCL Gebäude, als ihr Handy piepte und lächelte glücklich, als sie die Nachricht las. Die Brünette öffnete derweil ihre Schublade und riss entsetzt die Augen auf, als sie sah, dass die Pillen nicht mehr dort lagen, wo sie sie gestern zurück gelassen hatte. „Verdammter Mist, wie kann das denn sein“ murmelte sie und durchwühlte den kompletten Inhalt der Schublade. Sie suchte überall, in jedem Fach, auf dem Schreibtisch und sogar darunter, aber das Tütchen war nicht mehr da. Als sich plötzlich eine Hand auf ihre Schulter legte, erschrak sie beinahe zu Tode und fuhr abrupt herum „tut mir leid, ich wollte Dich nicht erschrecken“ sagte Marlene und schaute ihre Frau sorgenvoll an „was ist denn los? Du bist ja immer noch ganz blass.“ Die junge Gräfin versuchte sich zu beruhigen „hey, ich bin wohl noch nicht wieder ganz auf dem Damm und war gerade total in Gedanken...Was treibt Dich denn hier her?“ fragte sie nervös. Die Blondine zog sie zu sich „ich war gerade unterwegs, habe einige Besorgungen gemacht und da dachte ich, dass ich mal kurz vorbei komme, um nach Dir zu sehen. Danke übrigens für Deine süße SMS, sie kam gerade an, als ich ins Gebäude gehen wollte. Das muss wohl Gedankenübertragung gewesen sein…ich wollte Dir nämlich auch gerade sagen, dass ich Dich liebe“ erklärte sie lächelnd und gab der anderen einen zärtlichen Kuss. Die laute Stimme von Tanja unterbrach den schönen Moment „könnt Ihr das vielleicht zuhause machen? Das kann man ja nicht ertragen“ meckerte sie und baute sich vor den beiden auf „ich habe Deine Entwürfe gesehen, Rebecca, und muss zugeben, dass ich ziemlich überrascht bin. Woher kam denn der plötzliche kreative Schub, oder soll ich es gar Erleuchtung nennen? Du hast lange nicht mehr so etwas Gutes abgeliefert. Kann es sein, dass Du doch ein bisschen Druck gebraucht hast?“ fragte sie provokant und erntete einen vernichtenden Blick von Marlene. „Tanja, ich warne Dich…“ setzte sie an, doch Rebecca legte ihr beruhigend die Hand auf den Arm „ist schon gut, reg Dich nicht auf, Du weißt doch, wie Tanja ist“ sagte sie mit Blick auf ihre Chefin. Diese grinste vielsagend „wie schön, dann muss ich ja nicht extra erwähnen, dass ich das ab sofort wieder regelmäßig erwarte. Von daher wäre es nett, wenn Du, liebe Marlene, Deine Frau nicht länger von der Arbeit abhalten würdest. Sie hat nämlich einiges aufzuholen“ bemerkte sie. Marlene schüttelte den Kopf, sah aber ein, dass es keinen Sinn machte etwas zu erwidern und gab Rebecca noch einen Kuss „lass Dich nicht stressen, wir sehen uns später“ flüsterte sie. Rebecca nickte und sah den beiden Frauen hinterher, die auf dem Weg nach unten heftig zu diskutieren schienen.

Darius war eine halbe Stunde vor der vereinbarten Zeit in dem Hotel angekommen. Er schaute sich noch einmal skeptisch auf dem Gang um, bevor er die Tür aufschloss und das Zimmer betrat. Der gut gekleidete Mann stieß einen anerkennenden Pfiff aus, als er das geschmackvoll eingerichtete Zimmer betrachtete „nicht schlecht“ bemerkte er und zog seinen Mantel aus. Marie schien noch nicht da zu sein, weshalb er schnell nach einem geeigneten Platz für seinen Aktenkoffer Ausschau hielt, in der die kleine Kamera installiert war, die ihr Schäferstündchen aufzeichnen würde. Seine Auftraggeberin hatte die Idee gehabt, da sie vermutete, dass die Zeit nicht ausreichen würde, um die Kamera irgendwo in dem Hotelzimmer anzubringen. Darius platzierte die Tasche schließlich auf einem Sideboard, welches gegenüber vom Bett stand „wenn das kein Logenplatz ist, weiß ich es auch nicht“ flüsterte er und spürte eine gewisse Vorfreude in sich aufsteigen. Seine anfänglichen Skrupel waren einem anderen Gefühl gewichen, welches stärker war als die moralischen Bedenken. Er war wieder obenauf, hatte die Kontrolle zurück gewonnen und fühlte sich in jeder Hinsicht überlegen. Außerdem redete er sich ein, dass es Maries freie Entscheidung gewesen war. Sie hatte die Wahl gehabt und sich am Ende für den einfachsten und günstigsten Weg entschieden. Er konnte es verstehen. Es war nur menschlich und abgesehen davon gab es schlimmeres, als eine Nacht mit ihm zu verbringen und das wusste Marie. Er lockerte seine Krawatte, ging auf das Badezimmer zu und erschrak beinahe zu Tode, als sich die Tür plötzlich öffnete und sie vor ihm stand „meine Güte, hast Du mich erschreckt“ sagte er und fasste sich etwas theatralisch an die Brust. Marie band den Gürtel ihres schwarzen Satin Bademantels zu und fixierte den Mann ihr gegenüber mit kühlem Blick „so kann es einem gehen, wenn man zu früh erscheint“ entgegnete sie knapp. Darius hatte sich schnell wieder gefasst und musterte sie interessiert „willst Du es mir verübeln? Ich weiß schließlich ganz genau, was mich erwartet“ erklärte er lüstern, was bei der Blondine nur noch für mehr Übelkeit sorgte. Sie versuchte sich zusammenzureißen und ging an ihm vorbei zu der kleinen Minibar „vielleicht sollten wir erst mal eine Kleinigkeit trinken, um etwas lockerer zu werden.“ Er folgte ihr grinsend und legte von Hinten seine Hände um ihre Hüften „ich glaube nicht, dass das nötig ist, aber wenn es Dir hilft“ flüsterte er und küsste ihren Hals. Marie hätte am liebsten um sich geschlagen, so sehr ekelte sie sich vor seinen Berührungen, aber sie musste da jetzt durch „Du willst doch sicher schon mal den Vertrag sehen, den ich für die Überschreibung der Anteile vorbereitet habe, oder?“ bemerkte sie und drückte ihm ein Glas Champagner in die Hand. Darius nickte, wenngleich dieser Teil der Vereinbarung seiner Meinung nach auch bis später warten konnte „sicher, aber ich denke, dass Du alles berücksichtigt hast. Ist ja schließlich auch in Deinem Interesse.“ Marie nahm die Unterlagen aus ihrer Tasche und legte sie ihm vor „ich erwarte im Gegenzug, dass Du diese Unterlassungserklärung unterschreibst. Damit sicherst Du zu, keine Informationen über mich an die Öffentlichkeit zu geben. Tust Du es doch, kostet Dich das eine Menge Geld und Du hast eine Klage am Hals“ erklärte sie und hielt ihm den Stift hin. Er schien noch immer amüsiert, aber schließlich unterschrieb er die Erklärung und auch den Vertrag, nachdem er sich alles durchgelesen hatte „dann können wir ja jetzt zum angenehmen Teil kommen“ sagte er und zog sie wieder zu sich.

In Sebastian tobten noch immer die verschiedensten Emotionen, seit seinem Gespräch mit Marie, welches sie gestern Abend geführt und das ihm eine schlaflose Nacht eingebracht hatte. Bohrende Zweifel nagten an ihm und er fragte sich nicht zum ersten Mal, ob er richtig reagiert hatte, aber er kam nicht dazu den Gedanken weiter zu verfolgen, weil sein Handy vibrierte. Seine zukünftige Ex-Frau versuchte ihn zu erreichen, was der Graf mit einem ungläubigen Kopfschütteln registrierte, bevor er das Gespräch annahm „was willst Du, Tanja?“ Die blonde Frau lächelte, der angeschlagene Klang seiner Stimme bereitete ihr Genugtuung „Sebastian, wie schön, dass ich Dich erreiche. Ich habe etwas Dringendes mit Dir zu besprechen. Passt es Dir morgen Abend?“ flötete sie in den Hörer. Der Graf verspürte nicht die geringste Lust auf dieses Treffen, aber er hatte nicht die Nerven für eine ausufernde Diskussion und obendrein auch keine Zeit „von mir aus, Du weißt ja, wo Du mich findest“ erwiderte er schlecht gelaunt und legte auf. Tanja dagegen bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht und schaute auf ihre Uhr. Bei der finsteren Stimmung ihres Verflossenen könnte man fast meinen, dass er bereits wusste, dass seine Freundin in diesem Moment wieder zur Begleitdame degradiert wurde. Dabei stand ihm die frohe Kunde noch bevor und sie selbst würde live dabei sein, wenn ein Bote ihm das belastende Video überbringen würde. Manchmal wunderte Tanja sich, wie leicht es war, sie alle zu täuschen und schon bald würde auch LCL wieder ganz alleine unter ihrer Führung stehen. Es war einfacher gewesen, als sie geglaubt hatte und Tanja war fast schon etwas traurig, dass ihre Rache so schnell vorbei sein würde.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 19:58 
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Teil 240:

„Was wird das denn jetzt?“ fragte Darius, der auf dem Bett lag und es kaum noch aushielt vor Anspannung „soweit ich mich erinnere, magst Du es doch gerne geheimnisvoll“ bemerkte Marie, die auf seinen Beinen saß und ein schwarzes Tuch in der Hand hielt. „Eigentlich würde ich Dich aber viel lieber ansehen“ protestierte er, ließ sich aber dennoch die Augen von ihr verbinden. Marie öffnete sein Hemd und stieg dann vorsichtig von ihm herunter „ich bin sofort wieder bei Dir“ sagte sie, woraufhin er sich etwas entspannte und ungeduldig darauf wartete, dass sie weiter machte. Darius lauschte ihren leisen Schritten, fühlte, dass sie ganz in der Nähe war und hörte kurze Zeit später, wie etwas zerrissen wurde. Er riss sich das Tuch von den Augen und blickte sie irritiert an „was machst Du denn da?“ wollte er wissen und setzte sich auf. Marie hatte den Bademantel abgelegt, sie trug jetzt wieder ihre Kleidung und zerkleinerte sorgfältig das Papier „ich vernichte den Vertrag. Oder hast Du wirklich geglaubt, dass ich einem miesen Kerl wie Dir, einfach so 51 Prozent meiner Firma überschreibe, und dann noch mit Dir ins Bett gehe? Für wie blöd hältst Du mich eigentlich“ bemerkte sie abfällig und schmiss ihm die Schnipsel entgegen „die Unterlassungserklärung behalte ich natürlich, vielen Dank dafür.“ Darius sprang vom Bett auf und funkelte sie böse an „Du glaubst doch wohl nicht, dass ich Dich einfach gehen lasse. Wir hatten eine Vereinbarung. 51 Prozent Anteile und eine Nacht mit Dir, dafür erfährt niemand von Deiner Vergangenheit als Begleitdame. Daran wirst Du Dich gefälligst halten“ ermahnte er sie, doch sie blieb unbeeindruckt „lass es gut sein, Darius, es ist vorbei. Du steckst doch gar nicht hinter dem Ganzen hier, stimmt´s? Jemand hat Dich beauftragt und Du wärst gut beraten, wenn Du mir seinen Namen nennst. Es bringt nichts, sich noch weiter die Hände schmutzig zu machen. Erpressung und versuchte Nötigung sind schon schlimm genug, findest Du nicht?“ Einen Moment lang herrschte eisige Stille, dann packte er sie am Handgelenk und baute sich bedrohlich vor ihr auf „und wer glaubst Du, sollte mich jetzt noch daran hindern, dass ich mir das nehme, was mir zusteht, Du kleines Miststück“ zischte er wütend und drückte noch fester zu. Marie blickte ihm fest in die Augen, ohne Angst, aber voller Verachtung „ER“ antwortete sie knapp, da wurde Darius bereits an den Schultern gepackt und von ihr weg gezerrt. Er stolperte, fiel zu Boden und stieß sich den Kopf am Fuß des Bettes „verdammt! Wer zum Teufel sind Sie denn?“ fragte er verdattert und musste sich erst einmal sammeln. Sebastian betrachtete den am Boden liegenden Mann verächtlich und stellte sich schützend vor seine Freundin „ich bin der, der Dir die Grenzen aufzeigt. Und wenn Du mir nicht sofort sagst, wer hinter dieser Aktion steckt, dann mache ich Dich fertig, Du widerlicher Drecksack“ sagte er mit bebender Stimme und zerrte den anderen hoch auf das Bett.

Rebecca kam an diesem Tag schon früh nach Hause, sie war noch immer nicht ganz fit und sehnte sich nach ein bisschen Zweisamkeit mit ihrer Frau. Zu ihrer Freude war Marlene ebenfalls schon da, sie stand in der Küche und schob gerade etwas in den Ofen „hey, was machst Du denn da schönes?“ rief die Brünette und ging zu der anderen. Marlene drehte sich erstaunt um „hey, ich habe noch gar nicht mit Dir gerechnet. Hast Du tatsächlich schon Feierabend?“ fragte sie und bemerkte, dass Rebecca etwas vor ihr verbarg „was versteckst Du denn da hinter Deinem Rücken?“ Die Brünette lächelte „sei nicht so neugierig. Erst mal will ich einen Kuss haben und dann sehen wir weiter“ forderte sie und schloss die Blondine in die Arme. Marlene küsste sie zärtlich auf den Mund „solche Forderungen erfülle ich doch sehr gerne“ flüsterte sie und wiederholte das Ganze noch ein paar Mal. Rebecca grinste zufrieden „hast Du etwa gekocht?“ wollte sie wissen und schaute interessiert zum Backofen „das wäre zu viel gesagt, aber ich habe es geschafft gewisse Zutaten übereinander zu schichten und in den Ofen zu stecken“ erklärte sie lachend. Die Brünette sah sie liebevoll an „Du bist süß, weißt Du das?“ stellte sie fest und reichte ihr dann eine kleine Kugel. Marlene runzelte die Stirn „was ist das denn?“ fragte sie und betrachtete die grüne Plastikkugel etwas genauer „die habe ich aus so einem Kaugummi Automaten. Erinnerst Du Dich? Genau solche Ringe waren es, die wir damals als Trauzeugen bei der Hochzeit von Dana und Hagen ausgetauscht haben. Ich musste mein ganzes Kleingeld opfern, bis ich sie endlich bekommen habe“ erklärte sie grinsend und öffnete die Kugel. Marlene musste bei der Erinnerung an diesen Tag lächeln und ließ sich von Rebecca den Ring an den Finger stecken, bevor sie das gleiche bei ihr tat „natürlich erinnere ich mich daran, nur ahnte ich damals nicht, dass wir beide tatsächlich mal heiraten würden.“ Die junge Gräfin nickte und schaute ihre Frau ernst an „und genau deshalb konnte ich nicht daran vorbei gehen. Es hat mich wieder daran erinnert, wie unglücklich ich damals war, als ich so hoffnungslos in Dich verliebt war und Dich doch nicht haben konnte. Und jetzt, wo wir nicht nur zusammen, sondern auch verheiratet sind, bin ich so dumm und verliere beinahe aus den Augen, was wirklich wichtig ist. Frag mich bitte nicht, was in mich gefahren ist, ich weiß es selbst nicht und wahrscheinlich werde ich noch viele Fehler in meinem Leben machen, aber ich werde nie wieder vergessen, was für ein Glück es ist, dass wir beide zusammen sind, Marlene. Meine Arbeit und die Familie sind mir sehr wichtig, aber an erster Stelle stehst Du und daran haben mich diese Ringe heute wieder erinnert“ erklärte sie und blickte in das schöne Gesicht ihrer Frau. Marlene war so gerührt, dass es ihr glatt die Sprache verschlug „okay, das war ein bisschen zu kitschig, oder?“ interpretierte die Brünette das Schweigen der anderen, doch diese schüttelte den Kopf „wenn es von Dir kommt, kann es gar nicht kitschig genug sein.“ Sie legte die Arme um Rebeccas Taille und schaute sie aus ihren kristallblauen Augen forschend an „ich frage mich allerdings schon, woher Du plötzlich diese Ruhe und Entschlossenheit nimmst? Hängt das wirklich nur damit zusammen, dass Du Deine Kreativität wiedergefunden hast, oder ist da noch etwas anderes, von dem ich nichts weiß? Du erscheinst mir nämlich wie ausgewechselt, und damit meine ich nicht nur Deine extrem gute Laune gestern Abend. Was genau ist da eigentlich passiert, nach unserem Streit?“ Rebecca biss sich auf die Unterlippe, wenn es noch einen Zeitpunkt für die Wahrheit gab, dann war er jetzt gekommen, das wusste sie, aber die Angst Marlene zu enttäuschen war einfach zu groß „ich...weiß es nicht so genau. Vielleicht war es wegen Jacky, vielleicht wegen Tanja, die mich mal wieder nieder gemacht hat, oder auch alles zusammen. Nach unserem Streit bin ich irgendwie total in mich zusammengesackt und dann...“ Marlene horchte auf „was dann?“ hakte sie vorsichtig nach und sah die andere abwartend an „dann habe ich festgestellt, dass es so nicht weitergehen kann. Du hattest recht, damit mache ich nicht nur mich kaputt, sondern auch unsere Beziehung und das will ich nicht“ sagte sie leise. Die Blondine nickte und auch, wenn sie noch immer das Gefühl hatte, dass etwas unausgesprochenes zwischen ihnen lag, so war die Erleichterung über Rebeccas Einsicht doch größer, als die restlichen Zweifel. „So schnell macht uns nichts kaputt“ versicherte Marlene und zog die Gräfin in ihre Arme.

In Zimmer 215 herrschte unterdessen eine explosive Stimmung. Während Sebastian damit beschäftigt war Darius in die Mangel zu nehmen, durchsuchte Marie Stück für Stück den Raum. „Ich frage Dich jetzt zum letzten Mal. Für wen arbeitest Du?“ wiederholte der Graf seine Frage, doch erneut schüttelte der andere seinen Kopf „Du nervst. Kapier endlich, dass es niemanden gibt, außer mir. Ich bin pleite und musste schnell an Geld kommen. Und wie der Zufall es so will, entdeckte ich neulich einen Artikel über die Familie Lahnstein und den Familienzuwachs. Ich erkannte Isabelle, oh Verzeihung, ich meinte natürlich Marie und sah meine Chance. Ende der Geschichte“ erklärte er gereizt und grinste dann dreckig „seid Ihr eigentlich sicher, dass die Babys tatsächlich blaues Blut haben? Vielleicht hat sie Euch auch zwei Kuckuckskinder untergejubelt.“ Marie drehte sich abrupt um, als er von Sophie und Jonas sprach, bislang hatte er nicht erwähnt, dass er von ihnen wusste. Sebastian packte ihn am Kragen „pass auf, was Du sagst, sonst...“ drohte er, doch seine Freundin beschwichtigte ihn „mach Dir bitte nicht die Finger schmutzig, er ist es nicht wert.“ Der Lahnstein Sohn ließ zähneknirschend von ihm ab „hast Du was gefunden?“ fragte er „nein, nichts“ erwiderte sie und wirkte ziemlich mitgenommen. Sebastian ließ seinen Blick durch den Raum gleiten und entdeckte den Aktenkoffer, der genau gegenüber von Bett stand. Er nahm ihn zur Hand und beäugte ihn skeptisch „hier ist eine kleine Kamera installiert. Er wollte Euch beim Sex filmen“ stellte er angewidert fest und ging wütend auf Darius zu „Deine Probleme werden immer größer. Ich habe alles, was Du gesagt hast auf Band und kann jetzt sogar noch beweisen, dass Du eine versteckte Kamera dabei hattest. Besser Du packst aus, ansonsten wird nämlich alle Welt erfahren, was für ein widerliches Schwein Du bist.“ Zum ersten Mal bröckelte die Fassade des selbstsicheren Mannes, der seine Felle davon schwimmen sah „wenn ich Euch sage, was ich weiß, lasst Ihr mich dann in Ruhe und verzichtet auf eine Anzeige?“ Als die beiden nickten, seufzte er und schaute auf den Boden „es war nicht meine Idee, das stimmt. Ich wurde von jemandem kontaktiert, telefonisch, aber es gab nie ein persönliches Treffen und einen Namen kenne ich auch nicht. Mir wurde viel Geld dafür geboten, sonst hätte ich es nicht gemacht“ gab er schließlich zu. Der Graf schnaubte verächtlich „mir kommen gleich die Tränen. Diese Information ist wertlos und außerdem glaube ich Dir nicht“ sagte er ungeduldig, da schaltete Marie sich ein „war der Anrufer weiblich?“ Darius sah sie erstaunt an und nickte dann leicht, es gab nichts mehr zu verlieren für ihn. Marie blickte ihren Freund an und plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen „ich kenne nur eine Frau, die mich genug hasst, um sich so etwas krankes auszudenken“ flüsterte sie und auch Sebastian begriff in diesem Moment, wovon sie sprach und konnte nicht fassen, dass er so blind gewesen war.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 20:00 
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Teil 241:

Tanja war an diesem Morgen bereits mit bester Laune erwacht und weil sie es kaum abwarten konnte, Sebastian am Abend gegenüberzutreten, beschloss sie, sich in der Zwischenzeit um ihr zweites Problem zu kümmern. Ihr nächster Termin war erst um 15 Uhr, also hatte sie noch ein bisschen Zeit und diese würde sie ihrer Freundin Marlene widmen, um mal wieder ein bisschen mir ihr zu plaudern. Als sie zwanzig Minuten später im No Limits ankam und die Clubbesitzerin nicht sofort auffinden konnte, wandte sie sich an die Bedienung „wo ist Marlene?“ fragte sie kurz angebunden, ohne die junge Frau eines Blickes zu würdigen. Jacky zapfte in Ruhe das Bier zu Ende und ließ sich extra viel Zeit dabei „wer will das wissen?“ entgegnete sie gleichgültig, weil ihr die Frau auf Anhieb unsympathisch war. Tanja sah sie jetzt direkt an „wie bitte? Ich glaube Sie vergreifen sich gerade im Ton. Beantworten Sie meine Frage und wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, dann halten Sie besser den Mund“ herrschte sie die andere an. Jacky grinste amüsiert, sie liebte es, wenn sie Leute, wie diese Hexe, auflaufen lassen konnte „okay“ antwortete sie knapp, was ihr einen wütenden Blick einbrachte „wie, okay? Was soll ich damit anfangen?“ fragte die Gräfin gereizt. Die Brünette zuckte mit den Schultern „ich mache nur das, worum Sie mich gerade so freundlich gebeten haben. Ich halte meinen Mund“ erklärte sie belustigt und widmete sich einem Gast, der etwas bestellen wollte. Tanja blickte sie herablassend an „ich werde mich mal mit Marlene über das Personal unterhalten. Sie ist sicher dankbar für den guten Rat einer erfahrenen Geschäftsfrau und Freundin. Danach dürfen Sie vielleicht noch die Teller waschen, oder die Getränkekisten im Lager zählen, wenn Sie Glück haben.“ Jacky reichte dem Gast seinen Kaffee und lachte plötzlich „meine Güte, sind Sie immer so? Machen Sie mal ein paar Atem- oder Jogaübungen, das soll ungemein entspannen“ konterte sie frech und bevor die Blonde reagieren konnte, zeigte sie zum Eingang „da kommt übrigens Marlene. Richten Sie ihr doch einen lieben Gruß aus, wenn Sie sich über mich beschweren. Ich gelobe Besserung.“ Tanja bedachte sie mit einem finsteren Blick, doch sie sparte sich einen weiteren Kommentar und beschloss sich lieber auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren.

Marlene hatte sich die Beschwerde ihrer Freundin angehört, für die sie jedoch nur ein müdes Lächeln übrig hatte „komm schon, Tanja, stell Dich nicht so an. Du wirst Deinen Teil dazu beigetragen haben und außerdem habe ich nicht vor, meine Personalentscheidungen mit Dir zu diskutieren. Was willst Du wirklich von mir, oder bist Du tatsächlich nur vorbei gekommen, um einen Kaffee mit mir zu trinken?“ Ihre Stimme klang leicht genervt, wodurch Tanja sich erst recht provoziert fühlte und es ihr direkt heim zahlte „nein, das nicht. Aber ich dachte es interessiert Dich vielleicht, dass Deine Frau neuerdings Drogen konsumiert. Also ich muss gestehen, dass ich ziemlich überrascht war, als ich die Pillen in ihrer Schublade fand. Andererseits ist das in unserer Branche nicht mal unüblich, wobei ich zugeben muss, dass ich es Rebecca nicht zugetraut hätte“ bemerkte sie im Plauderton, wohl wissend, dass sie gerade eine Bombe gezündet hatte. Marlenes Gelassenheit verschwand augenblicklich „was redest Du da für einen Unsinn? Findest Du das witzig?“ erwiderte sie ungläubig, doch Tanja blieb ungerührt „ehrlich gesagt nicht, ich finde es sogar ziemlich beunruhigend. Ich predige ja die ganze Zeit, dass Sie überfordert ist und als sie dann vorgestern diese Entwürfe aus dem Hut gezaubert hat, war mir klar, dass da was nicht stimmt. Ehrlich gesagt wundere ich mich, dass Du nichts gemerkt hast, schließlich bist Du mit ihr zusammen. Ihr beide habt doch wohl keine Probleme, oder? Es tut mir wirklich leid, dass Du es so erfahren musst, Marlene, aber ich hielt es für meine Pflicht Dich darüber zu informieren. Du bist wahrscheinlich die einzige, die jetzt noch verhindern kann, dass sie total abrutscht“ säuselte sie, darum bemüht, mitfühlend zu klingen. Die Clubbesitzerin war wie vor den Kopf geschlagen, sie wollte es nicht glauben, aber wenn sie an Rebeccas Verhalten zurück dachte, ergab plötzlich alles einen Sinn „was meinst Du damit?“ hörte sie sich fragen, obwohl sie kaum in der Lage war einen klaren Gedanken zu fassen. Tanja triumphierte bereits innerlich, wenngleich ihr Marlene etwas leid tat, die eigentlich nicht das Ziel ihres Angriffes war, aber sie war ein entscheidender Faktor, um es zu erreichen „ich meine damit, dass Rebecca schleunigst von ihrem Geschäftsführerposten zurücktreten sollte. Du musst mit ihr reden und ihr klar machen, dass das der einzige Weg ist, wenn sie einen Eklat vermeiden will. Außerdem geht es hier um ihre Gesundheit, Drogen sind schließlich nicht ganz ohne und können hässliche Dinge mit einem Menschen anstellen“ sagte sie und beugte sich zu ihrer Freundin, die noch immer sehr verwirrt schien „wenn Du es nicht tust, muss ich mich darum kümmern und Du weißt, dass ich nicht gerade sehr feinfühlig bin.“ Marlene sah sie benommen an, gerade noch schien ihre Welt wieder in Ordnung zu sein und jetzt drohte erneut alles in sich zusammenzubrechen „schon gut, ich kümmere mich darum“ erwiderte sie und hörte nur noch halb hin, als Tanja ihr mitteilte, dass sie Rebecca gleich zu ihr schicken würde.

Marie saß auf dem Bett in Sebastians Suite und beobachtete ihren Freund dabei, wie er vor dem Fenster auf und ab lief, während er mit einem inneren Monolog beschäftigt zu sein schien. Irgendwann hielt es die Blondine nicht mehr aus, sie stand auf und stellte sich ihm in den Weg „Sebastian, beruhige Dich bitte, das bringt doch nichts“ sagte sie und streichelte sanft über seinen Arm. Er sah sie aus geröteten und müden Augen an, die jedoch vor Zorn funkelten „beruhigen? Wie soll ich mich bitte beruhigen, Marie? Meine Ex hat gerade auf durchtriebene Art versucht mir zwei Millionen Euro abzunehmen, wollte Deine Existenz zerstören und Dich obendrein noch demütigen, indem sie versucht hat, Dich dazu zu bringen mit diesem Klingental zu schlafen! Und ich Idiot habe ihr neulich noch den einzigen Beweis ausgehändigt, der sie ins Gefängnis hätte bringen können, weil ich dachte, dass mit der Vereinbarung, die sie unterschrieben hat, endlich alles aufhören würde. Dabei hatte Tanja die ganze Zeit nur ihre Rache im Kopf! Ich hätte es besser wissen müssen, aber nein, ich Trottel falle mal wieder auf sie herein“ schimpfte er aufgebracht. Marie sah ihm in die Augen, auch sie war aufgewühlt und wütend, aber sie hatte es satt, dass diese Frau es immer wieder schaffte für Unfrieden zu sorgen „ich verstehe Dich doch, ich bin genauso wütend, wie Du. Aber wenn hier jemand dumm war, dann doch wohl ich. Schließlich habe ich mich täuschen lassen und dadurch ihr Spiel mit gespielt. Wenn ich direkt mit Dir gesprochen hätte, dann wäre es doch gar nicht so weit gekommen. Aber eines muss man Tanja lassen, sie versteht es ziemlich gut die Schwachstellen anderer auszunutzen. Sie wusste, dass sie mich damit kriegen kann und dass ich Angst haben würde mit Dir darüber zu sprechen. Aber sie hat auch unterschätzt, dass ich inzwischen dazu gelernt habe, Sebastian. Das aller Wichtigste ist doch, dass ihr Plan gescheitert ist und sie es nicht geschafft hat, uns beide gegeneinander aufzubringen. Also lass uns lieber überlegen, wie wir uns weiter verhalten und hör auf Dich selbst zu geißeln. Dich trifft keine Schuld, Du hast alles richtig gemacht und mir geholfen, obwohl Du zu recht verletzt warst.“ Die Ruhe in ihrer Stimme, kühlte den Grafen wieder etwas herunter, aber ihm war trotzdem elend zu mute „vor allem habe ich Dich in eine unangenehme und gefährliche Situation gebracht, als ich Dich dazu überredet habe, Dich mit Darius zu treffen. Und jetzt kommt er auch noch ungestraft davon, nachdem er Dich nicht nur zum Sex nötigen, sondern das Ganze auch noch filmen wollte. Ein toller Freund bin ich und ein mieser Anwalt noch dazu. Nicht Du muss Dich entschuldigen, sondern ich. Ich hätte Dir das einfach nicht zumuten dürfen“ gestand er beschämt und rieb sich mit den Fingern durch die wässerigen Augen. Marie schüttelte den Kopf und nahm seine Hände in ihre „das ist nicht wahr, Sebastian, Du hast mich zu gar nichts überredet. Du hast darin eine Möglichkeit gesehen, heraus zu finden, was hinter der Erpressung steckt und ich wollte das ebenfalls. Außerdem war ich zu keiner Zeit in Gefahr, weil Du immer da warst und deshalb hatte ich auch keine Angst. Ich bin froh, dass wir es gemacht haben und dass Du bei mir warst. Und ich bin froh, dass wir uns haben, denn so lange das so ist, kann Tanja und nichts anhaben“ erklärte sie leise und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. Sebastian nickte und zog sie in seine Arme, er hätte es schon viel eher tun sollen, aber seine verletzte Eitelkeit hatte ihm im Weg gestanden „ich liebe Dich“ sagte er und hielt sie fest umschlossen. Marie schloss erleichtert die Augen und schmiegte sich an ihn „ich liebe Dich auch.“

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Teil 242:

Als Rebecca am Nachmittag den Club betrat, wusste sie nicht, was sie erwarten würde. Tanja hatte sie her geschickt, ohne ihr einen genauen Grund zu nennen, nur dass es sehr wichtig sei, hatte sie betont. Rebecca beschlich ein ungutes Gefühl, eine innere Unruhe breitete sich in ihr aus und als sie Jacky erblickte, gesellte sich die inzwischen bekannte Prise Eifersucht hinzu, die sie noch immer nicht ganz ablegen konnte. Sie warf ihr einen kurzen, wenig freundlichen Blick zu und ging dann direkt ins Büro ihrer Frau, wo sie kurz anklopfte, bevor sie eintrat. Der Anblick von Marlene bestätigte ihre Vorahnung, dass etwas passiert sein musste. Die Blondine saß an ihrem Schreibtisch, ihre Haltung war angespannt und ihr Blick schien ins Leere zu laufen, bis sie Rebecca wahrnahm und sie direkt ansah. „Tanja hat mich her geschickt. Ist etwas passiert? Geht es Dir gut?“ fragte die Brünette besorgt und ging auf die andere zu. Marlene blickte ihr weiterhin prüfend in die Augen, was bei Rebecca für Unbehagen sorgte, die nicht verstand, warum ihre Frau nichts sagte. Eine ganze Weile blieb es einfach still, doch dann brach die Blonde endlich das Schweigen „sag Du es mir“ forderte sie und stand auf. Die junge Gräfin wusste nicht, worauf die andere hinaus wollte, obwohl sie inzwischen einen Verdacht hatte „es tut mir leid, aber ich weiß ja nicht mal, worum es geht“ erwiderte sie unsicher und wartete, bis Marlene vor ihr stehen blieb. Die blauen Augen sahen sie noch immer prüfend an und Rebecca glaubte einen stummen Vorwurf in ihnen zu erkennen „weißt Du es nicht, oder willst Du es einfach weiter unter den Tisch kehren? Ich glaube, dass Du mir neulich nicht die ganze Wahrheit gesagt hast, als Du mir von Deinem kreativen Schub und von Deiner neu gewonnen Erkenntnis erzählt hast“ bemerkte sie und es klang nicht nur vorwurfsvoll, sondern auch wütend. „Marlene, ich...“ setzte Rebecca zu einer Erklärung an, aber ihre Frau ließ sie nicht aussprechen „hast Du wirklich Drogen genommen?“ fragte sie und ließ der anderen keine Chance ihrem bohrenden Blick auszuweichen „ja“ erwiderte die Gräfin kleinlaut und schaute betreten zu Boden.

Tanja war gerade in ihrem Penthouse angekommen, sie hatte vor sich noch ein wenig in Schale zu schmeißen, bevor sie nach Königsbrunn fuhr. Nachdem sie ihre erste Karte im Kampf um die alleinige Geschäftsführung bei LCL ausgespielt hatte, war sie bester Stimmung, die nur noch dadurch gedämpft wurde, dass dieser Klingental sich bislang nicht bei ihr gemeldet hatte. Lediglich eine SMS hatte sie bekommen, dass er sie anrufen würde, sobald es ihm möglich war, doch das war unbefriedigend für Tanja „Du wirst schon noch lernen, dass man mich nicht warten lässt“ dachte sie sich und ging dann an den Kühlschrank, um sich etwas zu trinken zu holen. Sie runzelte die Stirn, als es an der Tür schellte und war überrascht, als ein Bote vor ihr stand und ihr einen kleinen Umschlag reichte. Sie öffnete ihn und entdeckte einen USB-Stick. Schnell ging sie zu ihrem Laptop, steckte den USB-Stick hinein und wartete voller Vorfreude auf das, was sie darauf vermutete. Offenbar hatte Klingental doch begriffen, dass es besser war, sie nicht zu verärgern und hatte ihr einen Mitschnitt des Videos geschickt. Sie startete die Wiedergabe und starrte gebannt auf den Bildschirm.

Marlene war noch immer fassungslos und ließ das ihre Frau auch spüren „hast Du den Verstand verloren, Rebecca? Ist Dir eigentlich klar, was Du damit riskierst? Du weißt doch ganz genau, was Drogen anrichten können! Was hast Du genommen? Wie bist Du daran gekommen und wie lange nimmst Du es schon?“ prasselten die Fragen auf die junge Gräfin nieder, die sich in diesem Moment vorkam, wie ein dummes Kind. Sie sah das Entsetzen in Marlenes Gesicht und versuchte sie irgendwie zu beruhigen „hör zu, ich weiß doch längst, dass das bescheuert war und ich will es doch auch gar nicht schön reden. Es war eine von den Pillen, die ich bei Juri gefunden habe...ich weiß nicht, was genau es war und ich habe auch nur eine einzige genommen, das musst Du mir bitte glauben“ erklärte sie und griff nach der Hand der anderen. Marlene entzog sich der Berührung, sie war noch längst nicht besänftigt „Du weißt noch nicht mal, was Du da genommen hast? Und es war NUR einmal? Soll mich das jetzt beruhigen? Und dass Du mich angelogen hast, anstatt mit mir zu reden, was ist damit? Du erwartest von mir, dass ich Dir glauben soll, aber durch Deine Geheimniskrämerei trägst Du nicht dazu bei, dass ich das noch kann. Ich verstehe es nicht, Rebecca, warum tust Du so etwas? Warum bist Du nicht zu mir gekommen, wenn es Dir so schlecht ging? Sind Drogen jetzt der neue Weg, um mit Problemen fertig zu werden? Was ist mit uns? Hast Du auch nur einen Moment lang darüber nachgedacht, was das für uns bedeuten könnte? Was wäre denn gewesen, wenn Dir unter dem Einfluss von diesem Zeug etwas passiert wäre? Gott, ich darf gar nicht darüber nachdenken...“ redete sie sich weiter in Rage und schüttelte immerzu den Kopf. Rebecca hätte ihr sagen können, wie schlecht es ihr nach dem Streit gegangen war und dass sie plötzlich große Angst gehabt hatte zu versagen und sie zu verlieren, aber sie tat es nicht „es tut mir leid. Ich wollte es Dir sagen, am nächsten Morgen, aber ich habe mich nicht getraut. Ich bin nicht süchtig, Marlene und ich verspreche Dir, dass ich es nie wieder tun werde, okay?“ erklärte sie stattdessen und schaute ihre Frau bittend an. Marlene war jetzt zwar etwas ruhiger, aber Rebecca spürte, dass es noch nicht ausgestanden war „nein, es ist nicht okay, so einfach ist das nicht. Merkst Du denn nicht, was hier passiert? Es muss sich etwas ändern, Rebecca, und zwar schnell“ sagte sie und wartete auf eine Reaktion „was meinst Du damit?“ wollte die Brünette wissen. Die Clubbesitzerin holte einmal tief Luft, sie wusste, dass es ihrer Frau nicht gefallen würde, aber darauf konnte sie keine Rücksicht mehr nehmen „Du solltest Dich aus der Geschäftsführung zurückziehen, das kann so nicht weitergehen.“ Die junge Gräfin ging ein paar Schritte zurück und starrte die Blondine ungläubig an. Es war genau das eingetroffen, was sie befürchtet hatte.

Tanja saß noch immer vor ihrem Laptop, sie hatte das Video wenige Sekunden nachdem es gestartet war gestoppt und starrte seitdem wie paralysiert auf den Bildschirm. Ihr Höhenflug hatte ein abruptes Ende gefunden und war einem Gefühl gewichen, das Tanja mehr hasste, als alles andere. Das Gefühl geschlagen worden zu sein. Sie krallte sich in dem Kissen fest, welches neben ihr lag und presste die Zähne aufeinander. Das Gesicht von Sebastian strahlte ihr entgegen und obwohl sie die Pause Taste gedrückt hatte, hatte sie das Gefühl, ausgelacht zu werden. Sie geriet in Versuchung das Video einfach zu löschen, um sich die Häme ihres Ex-Mannes zu ersparen, aber sie tat es nicht, sondern spielte es stattdessen ab. Sebastians stand direkt vor der Kamera und klopfte dann mit seinem Finger davor, fast so, als würde es ihn überraschen. Dann rückte er sie etwas zurecht und setzte sich auf das Bett in seiner Suite. Er lehnte sich leicht nach vorne, faltete die Hände zusammen und schüttelte dann mit den Kopf „Tanja, Tanja...“ sagte er und blickte jetzt direkt in die Kamera, sodass seine blauen Augen auf ihre trafen. Er wirkte nicht wirklich entspannt, eher so, als würde es in ihm brodeln. Tanja kannte ihn, sie wusste, dass er versuchte locker zu sein, aber er war es nicht, er war stink wütend „ich weiß, Du hast an dieser Stelle mit einem weniger jugendfreien Filmchen gerechnet und ich hoffe Du bist nicht allzu enttäuscht, dass ich meine Sachen lieber anbehalten habe“ erklärte er trocken „ich werde es daher kurz machen. Das war ein netter Versuch, Tanja, aber wie Du siehst, bist Du auch diesmal gescheitert. Sowohl Klingental, als auch Ricky Pflock wurden ruhig gestellt und werden sich nicht weiter die Hände für Dich schmutzig machen. Leider kann ich Dir nichts nachweisen, aber ich weiß, dass Du dahinter steckst und ich verspreche Dir, dass das ein Nachspiel haben wird. Ich werde nicht länger zulassen, dass Du meine Familie terrorisierst. Sieh endlich ein, dass Du es nicht schaffen wirst, Marie und mich auseinander zu bringen. Im Gegenteil, jeder Angriff von Dir, schweißt uns nur noch mehr zusammen.“ Nach diesen Worten stand Sebastian auf und ging auf die Kamera zu, sein Gesicht füllte jetzt beinahe den kompletten Bildschirm aus „Du kannst mich nicht mehr treffen, Tanja, egal was Du tust. Am Ende wirst Du immer die Verliererin sein“ sagte er und schaltete die Kamera aus.

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Teil 243:

Rebecca und Marlene standen sich noch immer schweigend gegenüber, jede für sich unsicher und abwartend. Der jungen Gräfin gingen viele Gedanken durch den Kopf, sie dachte zurück an den Moment, als sie zur Geschäftsführerin wurde und wie sie dies mit ihrer Frau gefeiert hatte. Sie dachte an ihren Vater, der stolz auf sie gewesen war und der ihr den Rücken gestärkt hatte, als sie gemeinsam bei Clarissa gewesen waren. Sie erinnerte sich an die erste Begegnung mit Juri, an seine Zusage und an die positiven Reaktionen der Presse. Und dann wurde sie wütend. Sie war wütend, dass niemand anerkannte, was sie bislang geschafft hatte und das, obwohl sie fast allein gewesen war und niemand ihr geholfen hatte. Es ärgerte sie maßlos, dass alle sie für überfordert hielten, obwohl das eigentliche Problem ganz woanders lag „jetzt ist es also soweit“ stellte sie leise fest „meine eigene Frau fällt mir auch noch in den Rücken.“ Marlene schaute sie verdattert an „was redest Du denn da? Wieso falle ich Dir denn in den Rücken? Ich versuche doch nur Dir zu helfen, Rebecca, und Dir klar zu machen, dass es so nicht weiter gehen kann. Du hast Drogen genommen! Früher hättest Du nicht mal darüber nachgedacht, aber seit Du Geschäftsführerin bist, stehst Du unter Dauerstrom und offenbar kannst Du dem nicht mehr standhalten. Es ist doch keine Schande, wenn Du dieses Amt erst einmal niederlegst, Du bekommst schon noch Deine Chance, da bin ich mir sicher“ erklärte sie, nun schon deutlich sanfter. Rebecca bemühte sich ihre Fassung zu wahren, aber in ihr tobte es „Du verstehst es nicht, oder? Das ist doch genau das, was sie erreichen wollte und jetzt hat sie es geschafft. Es war doch Tanja, die Dir von den Drogen erzählt hat, oder?“ fragte sie angesäuerte „ja schon, aber was hat das damit zu tun? Es geht nicht um Tanja, sondern um Dich...“ erwiderte Marlene und ging ein paar Schritte auf die andere zu. Die Brünette schüttelte den Kopf „ich hätte es mir denken können, als die Pillen auf einmal verschwunden waren, das ist so typisch für Tanja. Sie hat sich wahrscheinlich genau überlegt, wie sie das am Besten gegen mich verwenden kann und ist damit direkt zu Dir gelaufen, weil sie wusste, dass Du so reagieren würdest. Siehst Du das denn nicht, Marlene? Tanja spielt uns gegeneinander aus, damit ich aufgebe und sie bei LCL wieder machen kann, was sie will. Und wenn Du jetzt von mir verlangst, dass ich mich zurück ziehe, dann hat sie gewonnen“ sagte sie und sah ihre Frau eindringlich an. Die Clubbesitzerin seufzte „es tut mir leid, aber mir ist gerade ziemlich egal, was Tanja will. Mir geht es um Dich und um Deine Gesundheit. Das alles ändert nichts an meiner Meinung und ich möchte, dass Du darüber nachdenkst. Wenn Du es schon nicht für Dich tust, dann tu es wenigstens für uns. Du kannst nicht von mir erwarten, dass ich einfach über das hinweg sehe, was passiert ist, Rebecca. Die Drogen, Deine Lügen und all die Streitereien in den letzten Wochen. Ich kann langsam nicht mehr und ich will es auch nicht mehr. Wenn es nicht möglich ist, dass ihr beide gemeinsam LCL leitet, dann muss es eben so sein“ verkündete sie entschieden. Rebecca war enttäuscht, auch wenn sie es ein bisschen verstehen konnte, aber sie war nicht bereit sich auf diese Art aus dem Weg räumen zu lassen „mir tut es auch leid. Ich habe mir nicht gewünscht, dass es so laufen würde und dass Tanja mir das Leben derart schwer macht. Und vor allem habe ich auf Deine Unterstützung gehofft, aber offenbar stellst Du Dich lieber auf die Seite von Deiner tollen Freundin Tanja. Ich kann ja verstehen, dass Du besorgt und enttäuscht bist, aber ich kann nicht verstehen, dass Du Dich hinter sie stellst, anstatt hinter mich“ sagte sie und verließ geknickt das Büro. Auf dem Weg nach draußen begegnete sie Jacky, die sicherlich direkt zu Marlene laufen würde, da war Rebecca sich sicher. Die beiden Frauen sahen sich stumm an, Jacky erkannte in den Augen der anderen, dass es dieser wirklich schlecht ging und war für einen Moment sogar versucht, ihr Hilfe anzubieten, aber sie kam nicht mehr dazu, da Rebecca bereits an ihr vorbeigegangen war und den Club verließ.

Tanja musste all ihre Selbstbeherrschung aufbringen, als sie die Suite von Sebastian betrat und blieb wie angewurzelt stehen, als sie Marie erblickte, die zusammen mit den beiden Babys auf dem Bett lag. Es war das erste Mal seit Wochen, dass sie der verhassten Frau begegnete und eigentlich hätte diese Begegnung anders aussehen sollen. Tanja riss sich zusammen, sie durfte sich nichts anmerken lassen. Ruhe bewahren und Geduld haben, das war jetzt die Devise. Marie war inzwischen aufgestanden und hatte sich der anderen langsam genähert „was wollen Sie? Nachsehen, ob Ihr Plan funktioniert hat? Haben Sie das Video etwa nicht bekommen?“ fragte sie mit einer gewissen Genugtuung. Die Gräfin lächelte unschuldig „wovon reden Sie? Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht folgen. Aber ich bin in der Tat hier, um meinen Mann zur Rede zur Stellen und zu erfahren, was er mir mit diesem merkwürdigem Video sagen wollte. War das am Ende eine verschlüsselte Botschaft, weil er mich gerne zurück haben möchte? Ich könnte es verstehen...“ bemerkte sie zynisch und ließ ihren Blick zwischen Marie und den Kindern hin und her wandern. Sebastian kam aus dem Bad, als er ihre Stimme hörte und stellte sich demonstrativ hinter seine Freundin „ich denke, dass Du mich sehr genau verstanden hast. Und wenn Du mir ansonsten nichts mitzuteilen hast, dann möchte ich Dich bitten, zu gehen. Marie und ich hatten einen anstrengenden Tag und die Zwillinge müssen schlafen. Es sei denn natürlich, Du möchtest ein Geständnis ablegen, in diesem Falle höre ich Dir gerne zu“ erklärte er betont ruhig. Tanja schluckte die Demütigung herunter und lächelte erneut „es tut mir leid, aber ich weiß immer noch nicht, worum es geht und es interessiert mich auch nicht besonders. Ich wollte Eure kleine Familienidylle auch gar nicht lange stören, aber was ich Dir zu sagen habe, betrifft ebenfalls die Familie“ sagte sie und machte eine bedeutungsschwere Pause. Marie und Sebastian sahen sie misstrauisch an und Tanja empfand eine gewisse Schadenfreude, als die dem Grafen ihr Anliegen mitteilte „es geht um Deine Schwester und LCL“ verkündete sie und wartete auf eine Reaktion. Sebastian wirkte gelangweilt „was ist mit Rebecca? Hat sie Dich etwa geärgert? Ich fürchte, damit musst Du alleine fertig werden“ sagte er leicht belustigt, doch Tanja verdarb ihm die Freude „nein, aber ich dachte, dass Du wissen solltest, dass sie Drogen nimmt. Ich habe bereits Marlene informiert und hoffe, dass sie Rebecca zur Vernunft bringen kann. Aber ich denke, dass Ihr, als ihre Familie ebenfalls Bescheid wissen solltet und hoffe, dass Du entsprechend handeln wirst, auch im Sinne der Firma, versteht sich.“ Die geschockten Gesichter der beiden waren Balsam für Tanjas Seele, es war zwar nur ein kleiner Trost, aber immerhin hatte sie ihnen den Abend versaut und gleichzeitig Rebecca das Leben noch etwas schwerer gemacht. Außerdem würde sie das ablenken und Tanja die nötige Zeit verschaffen, um ihre Gedanken neu zu ordnen „einen schönen Abend noch“ flötete sie und verließ grinsend die Suite.

Jacky versuchte unterdessen ihre Chefin zu trösten, die ihr gerade sichtbar aufgelöst die Situation geschildert hatte „Du musst Dir keine Vorwürfe machen, es ist doch klar, dass Du Dir Sorgen machst und Rebecca nur schützen willst. Sie wird das schon noch einsehen“ sagte sie und reichte Marlene ein Taschentuch. Die Blondine nahm es entgegen und schnäuzte sich geräuschvoll die Nase „und warum komme ich mir dann so mies vor? Ich meine, sie baut Mist und ich sitze hier und frage mich, was ich falsch gemacht habe. Das ist doch nicht normal...diese ganze beschissene Situation raubt mir noch den letzten Nerv. Rebecca wird mir immer fremder, als sie da gerade vor mir stand, da hatte ich plötzlich das Gefühl, sie gar nicht wirklich zu kennen und das macht mir Angst. Kennst Du das? Wenn man plötzlich nicht mehr weiß, was richtig ist und was falsch, und wenn das Gespür für den anderen auf einmal nicht mehr zu funktionieren scheint? Früher wäre das nicht passiert und ich hätte sofort gemerkt, was mit ihr los ist. Meine Frau nimmt Drogen und ich merke es nicht, obwohl doch offensichtlich war, dass da was nicht stimmt. Ich habe mich gewundert, ja, aber ich habe es nicht erkannt“ erklärte sie bedrückt und merkte, dass ihr eine Träne übers Gesicht lief. Jacky, die bislang neben ihr gestanden hatte, wechselte die Position und stellte sich vor die andere „ach komm, das ist doch Quatsch. Es ist ja nicht so, dass sie Drogensüchtig wäre und Du das schon seit Wochen nicht mitbekommen hast. Sie hat einmal was genommen und will es nicht wieder tun, also hör auf Dich selbst zu quälen. Man merkt das nicht jedem an, ich bin schließlich auch nicht auf die Idee gekommen an dem Abend, obwohl ich selbst schon mal was genommen habe und ungefähr weiß, wie das ist. Aber jeder reagiert anders darauf, da gibt es nicht unbedingt ganz klare Hinweise. Okay?“ versuchte sie die Clubbesitzerin zu beruhigen, die sie etwas mitgenommen ansah und nur stumm nickte. „Ach Mensch, komm mal her“ sagte Jacky schließlich und nahm Marlene in den Arm, obwohl sie diese Art von Nähe eigentlich hatte vermeiden wollen.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 20:02 
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Teil 244:

Der nächste Tag war angebrochen und noch bevor Rebecca sich auf den Weg zur Arbeit machen konnte, betraten Sebastian und Marie die Wohnung. Der Graf erblickte seine Schwester und ging aufgebracht auf sie zu „wieso konnte ich Dich gestern Abend nicht erreichen? Ich habe Dich etliche Male auf dem Handy angerufen. Ist Dir das entgangen, oder warum kommst Du nicht auf die Idee, zurück zu rufen“ schimpfte er direkt drauf los. Rebecca war überrumpelt, sie warf Marie einen fragenden Blick zu und schaute dann wieder ihren Bruder an „ich war gestern Abend nicht mehr in Stimmung für Telefonate. Marlene und ich haben gestritten und ich brauchte etwas Ruhe, um nachzudenken. Was ist denn los? Ist etwas passiert?“ fragte sie unsicher. Sebastian guckte sie an, als hätte sie gerade einen schlechten Scherz gemacht „das wollte ich Dich gerade fragen. Tanja war gestern bei uns und weißt Du, was sie mir erzählt hat? Sie behauptet, dass Du Drogen nimmst. Und ich möchte jetzt von Dir wissen, ob das stimmt. Normalerweise würde ich ja sagen, dass sie spinnt, aber sie hat erwähnt, dass sie mit Marlene gesprochen hat und offenbar habt ihr beide euch ja auch gestritten. Sag mir bitte, dass das nicht wahr ist, Rebecca.“ Die junge Gräfin fasste sich an die Stirn, nach Marlene, kam jetzt also ihr Bruder und hielt ihr die nächste Standpauke. Tanja hatte wirklich ganze Arbeit geleistet und das schlimmste war, dass sie selbst Schuld daran war, weil sie geschwiegen hatte, anstatt mit ihrer Familie zu sprechen. Jetzt sah es für alle so aus, als sei sie abhängig „ja, es stimmt, ich habe Drogen genommen. Aber es war ein einziges Mal, ich bin weder abhängig, noch habe ich vor, es ein weiteres mal zu tun. Ich weiß, dass es ein Fehler war, Sebastian, und Du musst nicht auch noch auf mir herum hacken, Marlene hat mir bereits den Kopf gerade gerückt“ sagte sie resigniert. Wie aufs Stichwort kam Marlene die Treppe herunter und erkannte sofort, was los war. Sie hielt sich jedoch vorerst zurück und gesellte sich zu Marie, die die beiden Geschwister schweigend beobachtete. Sebastian war mit ihrer Antwort nicht zufrieden „das ändert nichts an der Tatsache, dass Du was genommen hast und dafür wird es einen Grund geben, nehme ich an. Verdammt, Rebecca, hast Du schon vergessen, was dieses Zeug anrichten kann? Du hast es doch bei Tristan damals gesehen, oder etwa nicht? Ich kann nicht fassen, dass Du so leichtsinnig bist. Wenn Dir alles zu viel wird und Du den Druck nicht aushalten kannst, dann rede gefälligst mit mir. Offenbar müssen wir eine andere Lösung für LCL finden“ stellte er fest und war noch immer sehr aufgewühlt. Rebecca schüttelte energisch den Kopf „das wird nicht nötig sein. Ich habe Dir doch gerade erklärt, dass ich meinen Fehler eingesehen habe und auch meine Arbeit bei LCL gehe ich jetzt anders an. Ich werde mir wieder mehr Zeit zum regenerieren nehmen und mich auch nicht mehr von Tanja fertig machen lassen. Ich schaffe das, Sebastian, aber nur, wenn Ihr weiter hinter mir steht“ versuchte sie ihn zu überzeugen. Die Geschwister sahen sich lange in die Augen, Sebastian wollte seiner Schwester glauben, aber seine Skepsis war größer „trotzdem halte ich es für besser, wenn Du Dich vorläufig aus der Geschäftsführung zurück ziehst. Tanja wird keine Rücksicht auf Deinen Zustand nehmen und ich bin mir nicht sicher, ob Du damit auf Dauer umgehen kannst“ erwiderte er. Marie konnte nicht länger daneben stehen, ohne etwas zu sagen „ich finde, dass das Rebeccas Entscheidung ist. Wenn sie sagt, dass es nicht wieder vorkommt, dann sollten wir ihr das glauben. Sie hat einen Fehler gemacht und es eingesehen. Ich bin der Meinung, dass sie die Chance bekommen sollte, es besser zu machen. Schließlich ist niemand perfekt, oder?“ setzte sie sich für die Freundin ein, die ihr einen dankbaren Blick zu warf. Der Graf haderte mit sich und wandte sich dann an Marlene „was ist mit Dir? Siehst Du das auch so?“ wollte er wissen und sah sie abwartend an. Marlene tauschte einen Blick mit ihrer Frau aus, sie waren gestern zu keiner Einigung mehr gekommen, aber sie konnte ihr vor Sebastian nicht einfach in den Rücken fallen „es ist Rebeccas Entscheidung, nicht unsere. Wenn sie es so möchte, dann werde ich das akzeptieren und das solltest Du auch tun, denke ich“ erklärte sie letztlich, obwohl es nicht das war, was sie sich wünschte. Sebastian nickte, er war noch immer nicht überzeugt, aber ihm war auch klar, dass Tanja hier eine ganz entscheidende Rolle spielte „gut, dann belassen wir es vorerst dabei, auch wenn ich nach wie vor meine Zweifel habe. Und da wir gerade schon dabei sind...Marie und ich müssen Euch auch noch etwas erzählen, was unter Umständen von Bedeutung sein könnte, denn es betrifft Tanja und ich denke, dass Ihr darüber Bescheid wissen solltet“ sagte er und setzte sich zu seiner Schwester an den Tisch. Er sah sie noch einmal prüfend an und legte dann seine Hand auf ihren Arm „ich mache mir nur Sorgen um Dich, das weißt Du doch hoffentlich“ flüsterte er, woraufhin sie stumm nickte und sich an seine Schulter lehnte.

Etwas später, Marie und Sebastian waren mit Jonas und Sophie in ihrem Zimmer verschwunden, räumten die Frauen den Tisch ab. Beide hingen dabei ihren Gedanken nach, besonders Marlene wirkte nachdenklich, nachdem sie gerade von Tanjas neuester Intrige erfahren hatte „danke“ sagte Rebecca plötzlich, woraufhin die Blonde sie irritiert ansah „wofür?“ Die Gräfin schloss die Spülmaschine „dass Du mir vor Sebastian den Rücken gestärkt hast, obwohl Du seine Meinung teilst. Wenn Du ihm Recht gegeben hättest, dann wäre ich meinen Posten jetzt los“ erklärte sie „lass es mich nicht bereuen“ erwiderte Marlene ernst. Die Brünette ging zu ihr und schüttelte den Kopf „bestimmt nicht, ich weiß was ich tue. Als ich Dir gesagt habe, dass ich meine Prioritäten nicht mehr aus den Augen verliere, war ich völlig klar und habe jedes Wort genau so gemeint. Aber ich kann mir das von Tanja einfach nicht gefallen lassen. Wie Du siehst, läuft sie gerade wieder zur Höchstform auf und ich bin nicht ihr einziges Ziel, wie wir soeben erfahren haben. Es ist einfach nicht zu fassen, was sie da mit Marie abgezogen hat...zum Glück ist es ihr nicht gelungen meinen Bruder und sie zu entzweien“ bemerkte sie betroffen und nahm die Hand der anderen „und bei uns darf sie das auch nicht schaffen. Ich weiß, dass Du an ihr hängst, aber Du darfst Dich nicht von ihr täuschen lassen, Marlene. Wenn es um ihren eigenen Vorteil geht, dann kennt Tanja keine Freundschaft, auch Eure Verbindung hält sie nicht davon ab, mich fertig zu machen, wenn es ihr nutzt. Das muss Dir klar sein und ehrlich gesagt würde ich es besser finden, wenn Du Dich ein für alle mal von ihr distanzierst. Tanja ist durchtrieben, Marlene und sie ist gefährlich, das hat sie mit dieser ekelhaften Aktion deutlich unter Beweis gestellt.“ Die Wolf Tochter nickte, aber Rebecca merkte, dass sie noch immer zerrissen war „mir ist klar, dass alles dafür spricht, dass Tanja dahinter steckt, aber einen Beweis gibt es nicht. Was ist, wenn dieser Klingental doch der Drahtzieher war und nur seinen Kopf aus der Schlinge ziehen will?“ sagte sie, doch es klang nicht sehr überzeugend. Rebecca seufzte „Du weißt selbst, dass das sehr unwahrscheinlich ist. Ich weiß, Du hast gehofft, dass sie sich ändert, aber das wird sie nicht. Vielleicht wollte sie es sogar, aber sie kann es offenbar nicht. Sie konnte es nicht für Sebastian und sie wird es auch nicht wegen Dir tun, Marlene. Tanja ist, wie sie ist und ich möchte nicht, dass sie Dich in ihre miesen Spielchen hinein zieht. Also sei bitte vorsichtig, okay? Kannst Du mir das versprechen?“ Marlene nickte erneut und streichelte mit dem Daumen über Rebeccas Handrücken „ich verspreche es, wenn Du mir im Gegenzug versprichst, dass Du Dich nicht von ihr provozieren und in dieses Machtspiel hineinziehen lässt. Und Du rührst nie wieder irgendwelche Drogen an, sondern kommst zu mir, wenn Du nicht weiter weißt“ erwiderte sie und bekam ein Lächeln zur Antwort. „Versprochen“ sagte die Brünette leise und zog die andere zaghaft zu sich, um sie sanft zu küssen. Was geschehen war, konnte man nicht mehr ändern, aber ab jetzt konnten sie es besser machen und so lange sie zusammen waren, gab es nichts, was sie nicht schaffen würden, da war sich Rebecca sicher.

Tanja saß in ihrem Büro und hing am Telefon „haben Sie ihn ausfindig machen können?“ fragte sie und lauschte ungeduldig der Antwort „sehr gut, mir war klar, dass er nicht wirklich abgehauen ist. Ihm fehlt das Geld und außerdem scheint er zu glauben, dass sein Handeln ungestraft bleibt. Nun ja, ich werde ihn eines besseren belehren und bald schon wird Darius Klingental bereuen, dass er nicht das getan hat, womit ich ihn beauftragt habe. Bleiben Sie an ihm dran, ich lasse Ihnen bald genauere Informationen zukommen, wie wir weiter vorgehen“ erklärte sie und legte auf. Sie erblickte Rebecca, die in diesem Moment an ihrem Büro vorbei ging und stand auf, um ihr zu folgen „gut, dass Du da bist, ich denke, dass wir etwas zu besprechen haben“ rief sie ihr nach. Die junge Gräfin drehte sich erst um, als sie an ihrem Platz in der Designabteilung angekommen war „so, denkst Du? Und was soll das sein? Ich habe eigentlich keine Zeit, ich muss meine Entwürfe überarbeiten und später haben Juri und ich noch einen Termin mit Frau Rotfeld. Was immer es also ist, es wird warten müssen“ erwiderte sie und suchte ihre Entwürfe zusammen. Tanja starrte sie wütend an „wieso weiß ich nichts von diesem Termin? Da sollte ich als Geschäftsführerin doch wohl dabei sein“ zischte sie, doch Rebecca wiegelte ab „wieso, ich bin doch da. Und da ich diejenige von uns beiden bin, die nebenbei auch noch Chefdesignerin ist, bin ich mehr als qualifiziert dafür. Findet übrigens auch Frau Rotfeld, denn sie hat nicht nach Dir verlangt“ bemerkte sie und bat eine Mitarbeiterin nach Juri Ausschau zu halten. Tanjas Puls beschleunigte sich „soll das etwa heißen, dass Du weiterhin Geschäftsführerin spielen darfst?“ Rebecca nickte und blickte sie kühl an „natürlich, oder hast Du etwa gedacht, dass Marlene und Sebastian viel auf das geben, was Du ihnen erzählst. Vergiss es, Tanja, meine Familie täuschst Du nicht mehr, die Zeiten sind vorbei“ stellte sie fest und winkte Juri zu sich, der gerade um die Ecke kam „was gibt’s?“ wollte er wissen. „Ich wollte gerne die Entwürfe mit Dir durchgehen, vielleicht hast Du auch noch ein paar Ideen, wie wir sie überarbeiten können“ sagte sie und sah ihn abwartend an „klar, lass mal sehen“ entgegnete er und gesellte sich zu ihr. Tanja zog sich lautlos zurück und knallte die Bürotür hinter sich zu. Es war alles anders gelaufen, als geplant und das machte sie furchtbar wütend. Aber noch war sie nicht am Ende angekommen. Es gab noch offene Rechnungen und Tanja würde dafür sorgen, dass sie beglichen werden würden. Und wenn es das letzte war, was sie in diesem Leben tun würde.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 20:04 
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Teil 245:

Anfang Dezember - ca. drei Wochen später - in der Nacht von Freitag auf Samstag


Über Düsseldorf war die Nacht herein gebrochen, die Temperaturen lagen im einstelligen Minusbereich und vielleicht war das der Grund, weshalb sie fröstelte, noch bevor sie tatsächlich erwachte. Ihre Augenlider zuckten und fühlten sich ungewohnt schwer an. Nur ganz langsam kam sie zu sich, fast so, als würde sie aus einem tagelangen Schlaf erwachen. Als es ihr endlich gelang die Augen zu öffnen, brauchte es einige Zeit, ehe sie dies überhaupt wahrgenommen hatte, denn um sie herum war alles dunkel. Sie blinzelte ein paar Mal, bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte und einzelne Umrisse erkennen konnte. Sie wusste nicht, wo sie war und hatte das merkwürdige Gefühl ihren Körper nicht richtig spüren zu können. Sie versuchte sich zu konzentrieren und irgendwann, sie konnte nicht einschätzen, wie lange es dauerte, fühlte sie, dass ihre Kraft langsam zurück kehrte. Das alles kam ihr surreal vor und sie fragte sich, ob dies nur ein Traum, oder tatsächlich Realität war. Noch immer hatte sie keine Ahnung, wo sie sich befand und was geschehen war. Sie tastete vorsichtig mit den Händen über das Bett, bis sie auf etwas stieß, das sich warm anfühlte. Sie zuckte kurz zusammen, bevor sie ihre Hand weiter wandern ließ und schließlich einen Körper ertastete. Im ersten Moment war sie erleichtert, weil es bedeutete, dass sie nicht alleine war, aber irgendetwas ließ ihr trotzdem keine Ruhe. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Sie lag in einem Bett, das definitiv nicht ihres war und neben ihr ruhte jemand, der sich nicht vertraut anfühlte und dessen Atmung ihr fremd war. Die junge Frau spürte Panik in sich aufsteigen, ihr Blut geriet in Wallung und plötzlich hörte sie ihren eigenen Herzschlag pulsieren. Einen Moment lang war sie wie gelähmt, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen, lag sie einfach nur da und starrte an die Decke. Sie schloss erneut die Augen, versuchte sich zu beruhigen und kramte in ihrem Gedächtnis nach einer Erinnerung. Sie fühlte sich noch immer benommen, als wäre sie betrunken und müde, aber sie konnte sich nicht daran erinnern überhaupt etwas getrunken zu haben. Oder doch? Plötzlich flackerten einzelne Bilder vor ihrem inneren Auge auf. Da waren Menschen, die zusammen feierten. Gesichter, die ihr vertraut waren und doch konnte sie sie nicht zuordnen. Sie schlug die Hände vors Gesicht, warum nur gelang es ihr nicht sich zu konzentrieren und woher kam diese Angst? Ihr fiel wieder ein, dass sie nicht alleine war und als sie mit der Hand unter die Bettdecke fasste stellte sie fest, dass sie nackt war. Abrupt richtete sie sich auf, leichter Schwindel machte sich bemerkbar, doch das war ihr egal. Sie musste wissen, wo sie war und vor allem, wer da neben ihr lag. Sie fuhr ihren Arm aus in der Hoffnung, dass neben dem Bett ein Nachtschrank stehen würde und sie hatte Glück. Sie tastete eine Weile, fühlte schließlich ein Kabel und als sie den kleinen Knopf spürte, drückte sie diesen, ohne weiter darüber nachzudenken. Reflexartig schloss sie die Augen, weil das grelle Licht sie blendete. Als sie sich daran gewöhnt hatte und sich unsicher umschaute, hatte sie noch immer keine Ahnung, wo sie war. Ihr Herz schlug wie verrückt, sie hatte Angst sich umzudrehen und nur mit Mühe gelang es ihr nicht aufzuschreien, als die den nackten Oberkörper eines Mannes erblickte. Sie schluckte und atmete schwer, als sie sich etwas über ihn beugte, um in sein Gesicht zu sehen. Ihre Augen weiteten sich vor Entsetzen, als sie schließlich erkannte, wer es war und in wessen Bett sie lag. Rebecca presste die Hand auf ihren Mund, als müsste sie sich selbst daran hindern zu schreien. Sie konnte nicht glauben, dass das wirklich wahr sein sollte und doch traf die Erkenntnis sie wie ein Blitz. Der Anblick von Juri hatte weitere Erinnerungen zurück gebracht. Jetzt wusste sie wieder, wo sie sich zuletzt aufgehalten und wer all die Menschen gewesen waren, mit denen die gefeiert hatte. Rebecca raufte sich die Haare und blickte erneut neben sich. Aber wieso war sie hier, nackt in Juris Bett und warum konnte sie sich nicht daran erinnern? Als ihr die mögliche Antwort bewusste wurde, stieg nicht nur große Scham, sondern auch Übelkeit in ihr auf. Sie presste die Decke an ihren nackten Körper, stand auf und lief mit wackeligen Beinen auf eine Tür zu, die sie für das Badezimmer hielt. Zum Glück hatte sie damit richtig gelegen, denn schon im nächsten Moment hing sie über der Toilette, wo sie sich heftig erbrach.

Marlene blickte ihre Frau amüsiert an „also dafür, dass Du nicht so viel Hunger hattest, hast Du aber ganz schön reingehauen“ bemerkte sie und gab Dana ein Zeichen, dass die den Club schließen konnte, da die letzten Gäste soeben gegangen waren. Rebecca vertilgte noch das letzte Stückchen Fleisch und lächelte zufrieden „ich brauche schließlich eine solide Grundlage, damit ich später auf der Feier nicht nach zwei Bier unter dem Tisch liege“ scherzte sie und legte das Besteck anschließend auf den Teller. Die Clubbesitzerin rückte etwas näher zu ihr heran „ich habe Dich auch viel lieber bei mir im Bett, als unterm Tisch...also treib es nicht zu wild“ flüsterte sie „dito, Frau von Lahnstein, und dass mir ja keine Klagen kommen. Denk daran, ich habe Deine Schwester als Aufpasserin auf Dich angesetzt“ erwiderte die Brünette grinsend. Marlene lachte „Du bist eben eine echte Spielverderberin“ sagte sie belustigt und gab der anderen einen Kuss „aber Du hast wohl nicht bedacht, dass ich hier die Chefin bin und im Zweifelsfall tun immer alle das, was ich sage.“ Rebecca grinste schelmisch „oh doch, das weiß ich, schließlich geht es mir nicht anders. Am Ende tue ich doch auch immer alles, was Du willst“ erklärte sie und zwinkerte der anderen zu. Marlene schaute sie tadelnd an „hey, nicht frech werden, sonst...“ entgegnete sie leise und zog ihre Frau zu sich „sonst was?“ fragte diese lächelnd. Statt einer Antwort, fing die Blondine an sie ausgiebig zu küssen „hmm, sollen wir vielleicht noch einen kurzen Abstecher ins Lager machen?“ raunte Rebecca „das hättest Du wohl gerne, aber ich fürchte dafür bleibt keine Zeit mehr. Unsere Weihnachtsfeier startet nämlich auch gleich und das bedeutet, dass ich Dich jetzt leider rausschmeißen muss.“ Die beiden sahen sich neckisch an und Marlene musste lachen, als Rebecca einen Schmollmund zog „Du willst mich wohl loswerden, was? Und dabei bin ich extra noch vorbei gekommen, weil ich es vor Sehnsucht kaum ausgehalten habe.“ Die Blonde lachte „Du meinst wohl, weil Dich der Hunger hergetrieben hat“ witzelte sie und knuffte die junge Gräfin in die Seite „der auch, aber den hätte ich zur Not auch wo anders stillen können. Das hier allerdings...“ flüsterte sie und liebkoste mit ihren Lippen sanft Marlenes Hals „brauche ich von Dir und zwar auf Vorrat, wenn ich den Abend schon nicht mit Dir verbringen kann.“ Marlene schloss die Augen und genoss die zärtlichen Küsse „manchmal bist Du wirklich sehr charmant“ sagte sie und schaute etwas enttäuscht, als Rebecca plötzlich aufhörte „was heißt denn hier manchmal?“ Die Blondine lächelte und musste zugeben, dass ihre Frau in letzter Zeit wirklich sehr aufmerksam war. Rebecca gelang es immer besser ihre guten Vorsätze umzusetzen und auch, wenn es bei LCL nach wie vor schwierig war, so spürte Marlene doch, dass sie sich sehr bemühte und dass sie aus ihren Fehlern gelernt hatte. Der Drogenkonsum hatte sie zwar geschockt, aber am Ende war er auch so etwas wie ein Wendepunkt gewesen. „Okay, Du bist sogar sehr oft charmant und ich liebe Dich dafür, aber trotzdem musst Du jetzt gehen“ sagte Marlene und gab ihr einen letzten, intensiven Kuss „das klingt schon besser...und obwohl ich immer noch ein bisschen beleidigt bin, muss ich zugeben, dass ich Dich vermissen werden“ erwiderte die Gräfin grinsend und stand anschließend auf. Marlene begleitete sie zum Ausgang „ich werde Dich auch vermissen und wünsche Dir viel Spaß mit Deinen verrückten Mitarbeitern“ erklärte sie zum Abschied „danke, gleichfalls. Und denk daran, wer als letztes nach Hause kommt, muss morgen das Frühstück machen“ scherzte die Brünette, bevor sie gut gelaunt davon stapfte. Marlene winkte ihr lächelnd hinterher und ging dann wieder in den Club, um mit ihrem Team zu feiern.

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Teil 246:

Rebecca war noch immer völlig aufgelöst, als sie aus dem Badezimmer kam und sammelte schnell ihre Kleidungsstücke auf, die überall auf dem Boden verteilt waren. Auch das Anziehen gestaltete sich schwierig, da sie nicht nur hektisch, sondern auch sehr zitterig war „verdammter Mist“ fluchte sie und setzte sich wieder auf das Bett, um in ihre Hose zu schlüpfen. Danach suchte sie fast schon verzweifelt nach ihrem Pullover und war kurz davor in Tränen auszubrechen, weil sie ihn einfach nicht finden konnte. Sie wollte nur noch weg von hier, doch sie konnte nicht gehen, ohne vorher mit Juri gesprochen zu haben. Dieser schlief tief und fest, bis Rebecca ihn unsanft weckte, indem sie ihn kräftig rüttelte „Juri, wach auf, verdammt noch mal“ schimpfte sie und wartete ungeduldig auf eine Reaktion. Er blinzelte benommen und schaute sie aus schmalen Augen an „was...was ist denn?“ murmelte er und schickte sich an, einfach weiter zu schlafen, doch sie zog ihm die Decke weg. Als sie erkannte, dass er völlig nackt war, bereute sie es und drehte sich von ihm weg „würdest Du Dir bitte etwas anziehen und mir sagen, was hier passiert ist?“ sagte sie und war am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Noch hatte sie Hoffnung, dass gar nichts geschehen war und Juri sich im Gegensatz zu ihr erinnern konnte, doch sie wurde bitter enttäuscht „keine Ahnung“ erwiderte er und griff nach seinen Boxershorts. Er zog sie an, setzte sich auf die Bettkante und rieb sich mit den Händen durchs Gesicht. Sein Schädel brummte, er hatte einen schalen Geschmack im Mund und einen trockenen Hals, was die üblichen Nachwirkungen einer durchzechten Nacht waren. Als er wieder aufsah, blieb sein Blick an ihrem Oberkörper hängen „schicker BH“ bemerkte er anerkennend, doch Rebecca konnte darüber nicht lachen „findest Du das auch noch lustig?“ fuhr sie ihn gereizt an und hielt weiter Ausschau nach ihrem Pullover. Sie entdeckte ihn schließlich im Bett, griff schnell danach und zog ihn hastig an „nicht so laut“ knurrte Juri und lief zum Kühlschrank, um etwas zu trinken. Als er zurück kam, hielt er ihr die Flasche Wasser hin „willst Du auch?“ fragte er, woraufhin sie heftig den Kopf schüttelte „ich will wissen, was passiert ist, Juri. Warum bin ich hier in Deiner Wohnung? Wir haben doch nicht wirklich...“ Juri musterte sie nachdenklich „Du kannst Dich an nichts erinnern?“ Sie schüttelte erneut den Kopf und wäre am liebsten im Erdboden versunken „nein, nichts...ich weiß nur noch, dass wir bei LCL gefeiert haben und auf einmal ist da der totale Filmriss. Aber war ich denn wirklich so betrunken? Wenn das so ist, dann haben wir doch bestimmt nicht mehr...ach verdammt, Du weißt schon was ich meine. Bitte sag mir, dass da nichts gelaufen ist“ bat sie ihn verzweifelt. Juri setzte sich seufzend zurück aufs Bett, es war viel zu früh für solche Problemgespräche „tja, so ganz genau weiß ich das leider auch nicht. Hab ja selbst ziemlich viel gebechert“ erklärte er müde und blickte sich suchend um. Er griff nach etwas, das auf dem Boden lag und schaute sie leicht zerknirscht an „also ich hatte definitiv Sex in dieser Nacht und da außer Dir niemand mehr hier ist...“ schlussfolgerte er und zeigte ihr die aufgerissene Kondompackung „aber immerhin haben wir verhütet“ stellte er beruhigt fest. Die junge Gräfin sackte endgültig in sich zusammen und starrte auf seine Hand „na großartig, dann ist ja alles bestens und Du musst Dir keine Gedanken mehr machen, was? Einfach abhaken und fertig, aber das machst Du wahrscheinlich immer so, ganz egal, wen Du gerade abgeschleppt hast, oder!“ schrie sie ihn plötzlich ohne Vorwarnung an. Er stand auf und blickte sie verständnislos an „jetzt komm mal runter, Du tust ja gerade so, als hätte ich Dich zu irgendetwas gezwungen. Meine Güte, wir haben beide zu viel getrunken und sind im Bett gelandet, das kann doch mal passieren“ stellte er lapidar fest und verstand die Aufregung nicht. Rebecca jedoch konnte sich nicht beruhigen, sie war mit den Nerven am Ende „Du hast doch keine Ahnung, wovon Du redest! Ich bin verheiratet, Juri, und ich liebe meine Frau! Niemals im Leben hätte ich mit Dir geschlafen, wenn ich klar bei Verstand gewesen wäre! Du hast meinen Zustand ausgenutzt, gib es doch zu!“ warf sie ihm aufgebracht vor und spürte erneut Übelkeit in sich aufkommen. Juri wurde jetzt ebenfalls wütend, er fühlte sich schon beschissen genug und brauchte nicht noch eine hysterische Frau, die ihn für etwas anschrie, was er nicht allein zu verantworten hatte „jetzt mach aber mal einen Punkt, das muss ich mir nicht sagen lassen! Ich habe es nicht nötig eine Frau abzufüllen, nur damit sie mit mir schläft. Wenn Du Schiss hast wegen Deiner Frau, dann halt einfach Deinen Mund und gut ist es. Wir können uns beide nicht mal richtig daran erinnern, also wozu unnötig Staub aufwirbeln“ erwiderte er sichtbar genervt und legte sich wieder hin. Rebecca brannten die Tränen in den Augen und sie konnte nicht mal sagen, ob aus Wut, oder aus purer Verzweiflung. Ohne ein weiteres Wort stürmte sie aus der Wohnung, nur um sich kurz darauf erneut zu übergeben. Sie lehnte sich gegen die Hauswand und wusste nicht, wohin mit sich. Sie wusste nur, dass sie heute Nacht nicht nach Hause gehen konnte. Der Gedanke Marlene zu begegnen und ihr in die Augen sehen zu müssen, war schier unerträglich und so tat sie das einzige, was ihr in diesem Moment noch einfiel. Sie kramte ihr Handy aus der Tasche und rief auf Königsbrunn an, bis sich Justus verschlafene Stimme meldete „hier ist Rebecca...ich brauche Ihre Hilfe, Justus“ sagte sie mit zitteriger Stimme, weil ihr in diesem Moment erst die Kälte bewusst wurde. Der Butler war sofort hellwach „was soll ich tun, Gräfin?“ fragte er erschrocken und lauschte angestrengt ihren leisen Worten „ich schicke sofort den Fahrer los und richte Ihnen eine Suite her“ erklärte er und machte sich sogleich an die Arbeit.

Auch im No Limits war die Weihnachtsfeier inzwischen beendet. Nur mir Mühe gelang es Marlene, Dana und Jacky notdürftig aufzuräumen „okay, das reicht. Den Rest erledigen die anderen“ verkündete die Clubbesitzerin entschieden, die auch nicht mehr ganz sicher auf den Beinen war und nur noch ins Bett wollte. Jacky ging zu ihr, um sie zu stützen „willst Du vielleicht lieber bei uns in der WG schlafen?“ bot sie an, doch Marlene schüttelte den Kopf „nö, ich schlafe lieber zuhause und außerdem sch...schulde ich meiner Frau ein Frühstück, denn die ist sicher schon längst im Bett“ stellte sie belustigt fest. Dana und Jacky sahen sich fragend an „aber Rebecca hat Dir doch eine SMS geschrieben, dass sie auf dem Schloss schläft“ erinnerte ihre Schwester sie „stimmt“ bestätigte die Blondine kichernd „aber ich will trotzdem in mein Bett und zum Frühstück ist meine Süße bestimmt wieder da, sonst gibt es nämlich Är...Ärger.“ Die Frauen lachten und torkelten dann gemeinsam zum Ausgang, wo Marlene erst ihrer Schwester und schließlich auch Jacky einen Kuss aufdrückte „schlaft schön, Ihr Lieben, wir sehen uns bald wieder“ flötete sie und stieg ins Taxi. Während Dana in das andere Taxi einsteigen wollte, stand Jacky wie angewurzelt da und blickte dem davon fahrendem Wagen hinterher „willst Du da versauern?“ rief Dana amüsiert. Die Brünette erwachte aus ihrer Trance und biss sich auf die Unterlippe, ein kurzer Kuss von Marlene hatte ausgereicht, um ihr mal wieder komplett die Sinne zu vernebeln. Sie schüttelte sich und ging dann ebenfalls zum Taxi. Sie hatte geglaubt ihre Gefühle inzwischen ganz gut im Griff zu haben, aber offenbar war das ein Irrtum gewesen. Frustriert und müde lehnte sie sich zurück und schloss während der Fahrt die Augen. Natürlich war das einzige woran sie denken konnte Marlene und auch in ihren späteren Träumen spielte die schöne Blondine mal wieder die Hauptrolle.

Es war fast vier Uhr morgens, als Rebecca aus der Dusche stieg und sich in eines der großen Handtücher einwickelte. Sie hatte zwanzig Minuten lang unter der Dusche gestanden und sich so oft gewaschen, dass ihre Haut schon ganz stumpf war, aber wirklich sauber fühlte sie sich trotzdem nicht. Die Tatsache, dass sie nicht einmal genau wusste, was zwischen Juri und ihr gelaufen war, machte sie wahnsinnig und es beschämte sie. Sie warf einen Blick in den großen Spiegel. Was sie dort sah, war nicht sehr schmeichelhaft und in ihr drinnen sah es noch viel schlimmer aus. Rebecca hatte inzwischen Unmengen Wasser getrunken und sich ein drittes Mal übergeben müssen, aber erinnern konnte sie sich noch immer nicht. Sie sah sich zusammen mit Marlene im No Limits sitzen, erinnerte sich an die ersten Stunden der Feier und dann war plötzlich alles vorbei. Auf einmal war sie nicht mehr bei LCL, sondern lag in Juris Bett, als hätte man sie dort hin gebeamt. Ausgelöscht war die Zeit dazwischen, weg waren mehrere Stunden ihres Lebens, vergessen war ihr Betrug. Die Gräfin konnte ihr Spiegelbild nicht länger ertragen, sie zog sich den Bademantel über und ging zu dem großen Bett. Sie hatte sich gerade hingesetzt, als es leise an der Tür klopfte und Justus Stimme erklang „darf ich eintreten?“ erkundigte er sich, was sie bejahte. Er öffnete die Tür und kam mit einem Tablett auf sie zu „ich habe Ihnen Tee gekocht, der wird Ihnen sicher gut tun. Außerdem habe ich Ihnen eine Kopfschmerztablette mitgebracht, falls Sie sie benötigen sollten“ erklärte er leise und stellte das Tablett auf dem kleinen Tisch ab. „Danke, Justus, das ist sehr lieb von Ihnen“ erwiderte sie und konnte die Tränen nicht länger zurück halten, die sich schon die ganze Zeit über angekündigt hatten. Der Butler war untröstlich die junge Gräfin so zu sehen und setzte sich aus einem Impuls heraus einfach neben sie auf das Bett. „Ich habe etwas schlimmes getan“ sagte Rebecca plötzlich und klang furchtbar traurig. Justus versetzte es einen Stich, seine Lieblingsgräfin so zerbrechlich zu sehen und so kam es, dass er entgegen seiner Prinzipien, vorsichtig einen Arm um ihren zarten Körper legte. Sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter und war einfach nur dankbar für die tröstende Geste „was auch immer geschehen ist, ich bin sicher, dass es eine Lösung geben wird, Gräfin. Wir alle machen Fehler“ erklärte er behutsam und hoffte sie damit ein wenig beruhigen zu können.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 20:09 
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Teil 247:

Als Marlene am nächsten Morgen den Wohnbereich betrat, roch es bereits nach frischem Kaffee und auch der Tisch war schon gedeckt. Einen Moment lang dachte sie, dass Rebecca vielleicht dahinter steckte, aber dann erblickte sie Marie, die in der Küche herum hantierte. Die beiden Frauen begrüßten sich und ehe Marlene sich versah, stand schon eine große Tasse Kaffee vor ihrer Nase „Kopfschmerztablette?“ fragte Marie grinsend „nein, es geht schon, danke“ erwiderte die andere. Marie schaute sie irritiert an „wo ist denn Deine zweite Hälfte? Sag bloß, sie liegt noch im Bett“ bemerkte sie amüsiert und setzte sich an den Tisch. Die Clubbesitzerin erklärte es ihr und nahm sich ein Croissant „ich habe schon versucht sie anzurufen, aber ihr Handy ist noch aus. Vielleicht sollte ich sie nicht mehr alleine feiern gehen lassen, das scheint ihr nicht gut zu bekommen“ witzelte sie. Eine halbe Stunde später wurde die Tür aufgeschlossen und Rebecca betrat die Wohnung „oha, da kommt der wandelnde Kater“ kommentierte Marie das Erscheinen der Gräfin, die eine große Sonnenbrille trug. Marlene stand auf und ging zu ihr, um sie zu begrüßen „da bist Du ja endlich, ich wollte schon eine Vermisstenanzeige aufgeben“ erklärte sie und gab ihr einen Kuss. Rebecca wich leicht zurück „tut mir leid, ich habe etwas gebraucht heute morgen und ehrlich gesagt, geht es mir noch immer nicht besonders“ erwiderte sie leise und zog ihre Jacke aus. Marlene nickte verstehend und lachte plötzlich „willst Du nicht die Brille abnehmen? Hier drin scheint keine Sonne“ sagte sie und wartete, bis die Brünette ihrer Bitte nachkam. Als sie die übermüdeten und rot unterlaufenen Augen ihrer Frau sah, war sie etwas erschrocken „oh weia, Du siehst aber wirklich fertig aus. Was habt Ihr denn da gestern getrieben?“ wollte sie wissen und streichelte ihr sanft über die Wange. Rebecca wich ihrem Blick aus und steuerte auf den Tisch zu „frag lieber nicht“ antwortete sie knapp und wusste nicht, wie sie das alles ertragen sollte. Marie tauschte einen verwunderten Blick mit Marlene aus, die sich jetzt auch wieder an den Tisch setzte und ein bisschen von der Weihnachtsfeier im No Limits erzählte. Die junge Gräfin saß teilnahmslos daneben, nippte hin und wieder an ihrem Kaffee und konnte die mitfühlenden Blicke ihrer Frau kaum ertragen. Als Marlene ihr die Hand in den Nacken legte und sie liebevoll streichelte, hielt sie es nicht mehr aus und stand auf „seid mir bitte nicht böse, aber ich muss mich nochmal hinlegen. Ich bin keine gute Gesellschaft im Moment“ verkündete sie und ging schnellen Schrittes nach oben. „Puh, da hat es aber eine richtig aus den Latschen gehauen“ bemerkte Marie „sie sah wirklich schlimm aus...vielleicht sollte ich lieber noch mal nach ihr sehen“ überlegte Marlene „ach was, sie braucht bestimmt nur eine Mütze Schlaf, mach Dir keine Sorgen. In ein paar Stunden ist sie wieder auf den Beinen.“ Marlene sah sie unsicher an, nickte aber schließlich „ich glaube ich muss mal auf dem Schloss anrufen und fragen, was da los war. Rebecca übertreibt es doch sonst nicht so...es war schon merkwürdig, dass sie nicht nach Hause gekommen ist und dann sieht sie auch noch aus, wie ein Häufchen Elend“ erklärte sie skeptisch „das soll schon mal vorkommen auf Weihnachtsfeiern. Du glaubst gar nicht, was ich schon alles erlebt habe...sie wird es Dir schon erzählen, wenn sie wieder fit ist“ meinte Marie und stand auf. „Ich gehe jetzt mit den Kindern spazieren, magst Du mit kommen? Ein bisschen frische Luft tut Dir bestimmt gut“ schlug sie vor. Marlene nahm den Vorschlag dankbar an, sie wusste eh nichts mit dem verkorksten Vormittag anzufangen „klingt gut, ich komme gerne mit“ sagte sie und half ihrer Freundin die Zwillinge startklar zu machen.

Etwas später liefen die beiden Frauen am Rhein entlang, Marlene schob den Kinderwagen, in dem Jonas und Sophie friedlich schliefen „schau Dir diese Engel an. Manchmal kann ich nicht glauben, dass sie tatsächlich meine Kinder sind“ sagte Marie, die von der Seite in den Kinderwagen blickte. Marlene grinste „Du meinst, weil ihre Mutter so ein Teufel ist?“ Die andere lachte „ich würde eher Chaotin sagen, oder auch ein unruhiger Geist. Aber ich finde, dass ich Fortschritte mache...Man könnte mein Leben inzwischen fast schon als spießig bezeichnen“ erklärte sie nachdenklich. Marlene blickte sie unsicher an „wenn da nicht Tanja wäre, oder? Hat Sebastian eigentlich noch etwas herausfinden können wegen diesem Klingental?“ erkundigte sie sich. Die Gefragte schüttelte den Kopf „nein, aber wir haben auch nichts anderes erwartet. Tanja mag vieles sein, aber dumm ist sie leider nicht. Und Darius ist gerade nicht auffindbar...wir vermuten, dass er untergetaucht ist, weil er Angst vor einer Anzeige hat“ erwiderte sie und schaute Marlene von der Seite an „glaubst Du noch immer an das Gute in Tanja? Ich will Dich sicher nicht belehren, oder Dir mit irgendwelchen Lebensweisheiten kommen, aber darf ich Dir trotzdem etwas raten?“ Die Blondine nickte, woraufhin die andere weiter sprach „halte Dich von ihr fern, Marlene. Wenn Du es nicht tust, wird sie Dich irgendwann mit in den Abgrund ziehen. Und dabei spielt es keine Rolle, dass ihr wirklich etwas an Dir liegt, gerade das ist gefährlich, wenn Du mich fragst. Ich kenne diese Frau zwar noch nicht lange, aber lang genug um zu wissen, dass sie nicht in der Lage ist mit Emotionen und Gefühlen umzugehen. Glaub mir, Marlene, ich habe viele schlechte Menschen kennengelernt in meinem Leben und deshalb erkenne ich sie auch gut. Und die, die nach außen hin kühl und gleichgültig wirken, sind die gefährlichsten, denn in ihnen tickt nicht selten eine Zeitbombe. Zu welcher Kategorie Tanja gehört, muss ich Dir sicher nicht sagen, oder?“ erklärte sie ruhig, aber man merkte, dass es sie nicht kalt ließ. Ihre Schritte hatten sich verlangsamt und dann blieb Marlene plötzlich stehen „ehrlich gesagt habe ich in letzter Zeit kaum noch Kontakt zu Tanja und es fehlt mir auch nicht. Rebecca ist es ohnehin ein Dorn im Auge und ich mag schon lange nicht mehr, wie Tanja sich ihr gegenüber benimmt. Und dann noch diese Sache mit Klingental...Es ist schwer zu erklären, aber manchmal denke ich, dass ich ihr etwas schuldig bin, weil sie seltsamerweise immer dann für mich da war, wenn es mir wirklich schlecht ging. Nach der Vergewaltigung, nach der Trennung von Tristan, als ich mit Rebecca zusammenkam und auch als Rebecca im Gefängnis saß. Vielleicht muss ich einfach aufhören zu glauben, dass ich ihr das irgendwie zurückgeben muss.“ Marie nickte „ja, genau das solltest Du tun, denke ich. Echte Freunde erwarten keine Gegenleistung, das habe ich jedenfalls gelernt im letzten Jahr. Abgesehen davon hast Du viel mehr für sie getan, als Dir bewusst ist, denn Du hast als einzige noch zu ihr gehalten und ihr eine Chance nach der anderen gegeben. Sie hat keine davon genutzt, Marlene und es wird langsam Zeit, dass sie die Konsequenzen dafür tragen muss. Sie ist schon mit viel zu vielem einfach davon gekommen, wenn Du mich fragst“ erwiderte sie ernst, bevor sie ihren Spaziergang fortsetzten.

Auch Dana und Ricardo nutzten den kalten, aber sonnigen Samstag Vormittag für einen Spaziergang am Rhein. Händchenhaltend liefen sie den Weg entlang und blieben zwischendurch immer wieder stehen, um innige Küsse auszutauschen „weißt Du eigentlich, wie glücklich Du mich machst“ sagte Ricardo, während er in das wunderschönes Gesicht seiner Freundin blickte. Danas Augen strahlten und dieses Glück zu sehen, war das schönste Geschenk für den Spanier „und weißt Du überhaupt, wie sehr ich jeden Moment mit Dir genieße?“ erwiderte sie und begann erneut ihn zärtlich zu küssen. Er zog sie noch enger zu sich, schloss sie ganz in seine Arme und lächelte, als er über ihre Schulter blickte „schau mal, wer da ist.“ Dana drehte sich um, nahm wieder Ricardos Hand und ging gemeinsam mit ihm Marie und ihrer Schwester entgegen, die sie inzwischen auch entdeckt hatten. Nachdem die vier Erwachsenen sich begrüßt und festgestellt hatten, dass die Zwillingen gerade erwacht waren, nahmen Dana und Ricardo sie auf den Arm. „Gott, die beiden sind so süß...schau mal diese kleinen Hände und die niedlichen Nasen“ schwärmte die Brünette, was die anwesenden zum Lachen brachte „Du musst doch platzen vor Stolz“ stellte sie zudem an Marie gewandt fest „das tue ich, die beiden sind das Wertvollste was ich habe und sie machen jeden Tag besonders.“ Marlene beobachtete das Paar, das sehr liebevoll mit den beiden Babys umging „wie geht es eigentlich Lara? Ich würde sie ja gerne mal kennenlernen, wo ihr schon so viel von ihr erzählt habt. Aber das wäre bestimmt zu viel für sie, oder?“ Ricardo und Dana tauschten einen vielsagenden Blick aus „ist es okay, wenn wir es ihnen schon mal sagen?“ flüsterte sie und als er nickte, wandte sie sich wieder an die beiden Frauen. „Wir haben uns ja in den letzten Wochen sehr viel informiert, haben haufenweise Gespräche geführt und auch schon Vorkehrungen getroffen, die nötig sind, wenn man eine Pflegschaft übernehmen will“ erzählte sie aufgeregt „und es sieht alles danach aus, dass wir Lara wirklich zu uns nehmen können. Vielleicht geht es sogar noch schneller, als gedacht, weil ihre Krankheit natürlich eine große Rolle spielt und es für sie sehr viel besser ist, wenn sie nicht dauerhaft ins Heim zurück muss. Als das Jugendamt dann noch erfuhr, dass Ricardo Arzt ist, war die größte Hürde bereits genommen und wenn wir Glück haben, können wir Weihnachten schon mit ihr zusammen bei uns zuhause verbringen.“ Marlene schaute die beiden überrascht an, die regelrecht um die Wette strahlten und schloss ihre Schwester in die Arme „das ist toll, ich freue mich und wünsche Euch von Herzen, dass es klappen wird.“ Dana sah ihre ältere Schwester glücklich an „sieht so aus, als würde mein Traum von einer eigenen Familie doch noch wahr werden“ flüsterte sie bewegt. Marlene nickte und schaute über Danas Schulter hinweg zu Ricardo, der noch immer Jonas auf dem Arm hielt „Du hast Dir auf jeden Fall den richtigen Mann dafür ausgesucht“ erwiderte sie und lächelte dem Spanier zu, der direkt fröhlich zurück lächelte.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 20:10 
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Teil 248:

Juri hatte gerade ein zweites Mal geduscht, nachdem er zuvor eine Runde durch den Park gejoggt war, um seinen Kopf frei zu bekommen. Er bereute inzwischen, wie er mit Rebecca auseinander gegangen war und dass er sie einfach hatte gehen lassen, mitten in der Nacht und ganz alleine. Als ihm das klar geworden war, hatte er mehrmals versucht sie anzurufen, aber sie war nicht dran gegangen. Erst als er eine SMS hinter geschickt und damit gedroht hatte, vorbei zu kommen, um sich davon zu überzeugen, dass es ihr gut ging, hatte sie geantwortet und geschrieben, dass sie bei ihrer Familie auf dem Schloss war. Juri hatte es erleichtert zur Kenntnis genommen, er mochte Rebecca und hätte es sich nicht verzeihen können, wenn ihr in ihrem aufgewühlten Zustand etwas passiert wäre. Die frische Luft und die erneute Dusche hatten ihm ebenfalls gut getan und langsam kehrten seine Lebensgeister zurück. Leider galt das nicht für seine Erinnerungen, denn er wusste nach wie vor nicht, wie es dazu gekommen war, dass er ausgerechnet mit Rebecca im Bett gelandet war. In der Nacht hatte er wirre Träume gehabt, die keinen Sinn ergaben und wahrscheinlich hatten sie auch keine Bedeutung. Er hatte definitiv zu viel getrunken, sein letzter Filmriss lag schon sehr lange zurück, denn er hasste es, nicht zu wissen, was geschehen war. Mit etwas Glück würde es ihm irgendwann wieder einfallen, aber was änderte das? Für ihn hatte die Sache keine Konsequenzen, abgesehen davon, dass Rebecca ihn jetzt vielleicht verachtete, was ihn alles andere als kalt ließ. Der Gedanke bedrückte ihn und die Tatsache, dass sie womöglich große Probleme mit ihrer Frau bekommen würde, bereitete ihm ein schlechtes Gewissen. Er wusste nicht warum, aber die junge Gräfin hatte es irgendwie geschafft etwas in ihm zu berühren. Er mochte ihre offene und ehrliche Art und schätzte es sehr, wie sie ihm manchmal die Meinung geigte. Auf der anderen Seite war Rebecca sehr sensibel und hatte ein gutes Gespür bewiesen, als er seine Aussetzer gehabt hatte. Er hingegen hatte sich benommen, wie ein Arsch, als sie völlig aufgelöst vor ihm gestanden hatte. Juri beschloss noch einmal mit ihr zu sprechen, auch wenn er wenig Hoffnung hatte, dass es etwas ändern würde. Allerdings musste das bis Montag warten, denn er konnte sie schlecht zuhause aufsuchen. Um auf andere Gedanken zu kommen nahm er seine Zeichnungen zur Hand und ging mit ihnen nach draußen. Vielleicht fand er dort noch etwas Inspiration, die er sinnvoll nutzen konnte.

Rebecca stand am Schlafzimmerfenster und starrte gedankenverloren hinaus, eine ganze Weile ging das nun schon so. An Schlaf war nicht zu denken gewesen, alles woran sie denken konnte war Marlene und die Frage, wie sie sich weiter verhalten sollte. Sie wollte nicht lügen und konnte ihrer Frau ohnehin nicht mehr in die Augen gucken, ohne sich schrecklich zu fühlen, aber war es wirklich klug etwas zu beichten, an dass sie sich nicht einmal erinnern konnte? Sollte sie ihre Ehe riskieren und Marlene verletzen, ohne, dass es einen wirklichen Grund dafür gab? Schon seit Stunden beschäftigte sie sich mit diesen Fragen, die Ungewissheit und das schlechtes Gewissen nagten an ihr und verhinderten, dass sie zur Ruhe kam. Es fühlte sich alles so falsch an, dieser Seitensprung, der doch eigentlich keiner war, weil sie ihn nicht erlebt hatte, nicht bewusst jedenfalls und doch änderte es nichts. Am Ende blieb die bittere Erkenntnis, dass sie mit Juri geschlafen hatte und auch, wenn sie sich nicht daran erinnern konnte, sie hatte Marlene betrogen, daran gab es nichts zu rütteln und es war auch nicht zu entschuldigen. Und wenn Rebecca ehrlich zu sich selbst war, dann wusste sie, dass es das Ende für ihre Ehe bedeuten könnte. Wenn sie sich selbst schon nicht verzeihen konnte, wie sollte sie es dann von Marlene verlangen? Ein Fehltritt im Vollrausch war noch viel schlimmer, als ein bewusster Seitensprung, es war einfach nur erbärmlich. Wer alles riskierte, nur weil er mehr trank, als er vertragen konnte und das auch noch völlig grundlos, der hatte es auch nicht besser verdient, dachte Rebecca und hörte plötzlich, wie die Tür geöffnet wurde. „Du liegst ja gar nicht mehr im Bett. Geht es Dir wieder besser?“ fragte Marlene, legte von hinten die Arme um ihre Frau und küsste sanft ihren Nacken. Rebecca schloss resigniert die Augen, allein die Vorstellung, dass es das letzte Mal sein könnte, dass Marlene sie berührte, war grausam und nicht zu ertragen. Die Gräfin dachte an Juris Worte zurück, vielleicht sollte sie wirklich einfach den Mund halten, um nicht alles zu zerstören, was Marlene und sie sich aufgebaut hatten. Die Blondine drehte sie zu sich herum und sah sie besorgt an „was ist los mit Dir? Du hast doch was...“ stellte sie fest und wurde etwas ungehalten, als Rebecca ihrem Blick erneut auswich „okay, es reicht jetzt. Sag mir was los ist und sieh mich bitte an“ forderte sie die Brünette auf. Diese war überfordert und entzog sich der Situation „ich muss kurz weg“ sagte sie und ging zur Tür, doch Marlene hielt die fest „wohin?“ wollte sie wissen „in die Firma.“ Rebecca bemühte sich der anderen in die Augen zu sehen „wieso?“ hakte Marlene nach „etwas wichtiges erledigen...ich hatte es vergessen und muss mich darum kümmern“ erklärte sie und löste sich sanft aus Marlenes Griff. Die Clubbesitzerin war irritiert „und das kann nicht warten? Du bist doch gar nicht in der Lage zu arbeiten“ meinte sie, aber Rebecca war schon auf dem Weg nach draußen „das geht schon, ich erkläre es Dir später“ rief sie ihr zu und flüchtete regelrecht aus der Wohnung, was Marlene mit einem ungläubigen Kopfschütteln registrierte.

Eine Stunde später saß Rebecca geläutert an ihrem Schreibtisch, sie hatte inzwischen jede Hoffnung aufgegeben, dass die fehlenden Erinnerungen noch einmal zurückkehren würden. Sie hatte geglaubt, dass die Räumlichkeiten in denen die Feier stattgefunden hatte, etwas dazu beitragen konnten, aber es hatte nichts gebracht, in ihrem Kopf waren die entscheidenden Stunden ausgelöscht und sie würde wohl niemals erfahren, was genau geschehen war. Es fühlte sich schrecklich an nicht zu wissen, was man getan und was man dabei empfunden hatte. Wie konnte man so etwas überhaupt vergessen? Rebecca konnte es nicht verstehen und als ihr Blick auf das gerahmte Foto von Marlene fiel, welches auf ihrem Schreibtisch stand, spürte sie einen dicken Kloß im Hals. Es war das Bild, das Marlene ihr damals gegeben hatte, als sie in Untersuchungshaft gewesen war. Damals war es das einzige gewesen, was ihr geblieben war und wenn ihre Frau erfuhr, was sie getan hatte, dann würde ihr außer Bildern und Erinnerungen auch diesmal nichts bleiben. „Wie konnte mir das nur passieren?“ sagte sie zu sich selbst „das kann ich Dir sagen, aber ich bin mir nicht sicher, ob es Dir gefallen wird.“ Erschrocken blickte Rebecca auf und sah in das schadenfrohe Gesicht von Tanja „wovon redest Du?“ fragte die junge Gräfin aufgewühlt „von Deinem kleinen Abenteuer mit Juri natürlich, wovon denn sonst. Deswegen sitzt Du doch hier, wie ein Häufchen Elend, oder etwa nicht?“ erwiderte die Blonde und setzte sich auf den Stuhl, der vor dem Tisch stand. Rebecca war alarmiert „was weißt Du davon?“ Tanja grinste „ach, Rebecca, Du musst noch viel lernen. Männer wie Juri lassen nichts anbrennen und Du warst wirklich leichte Beute an diesem Abend. Und weil ich ein aufmerksamer Mensch bin, war ich so frei Euch zu folgen, als ihr LCL verlassen habt“ erklärte sie hörbar erfreut und zeigte ihr eine Aufnahme, die sie mit ihrem Handy gemacht hatte „dieses Bild wird Marlene das Herz brechen, denkst Du nicht?“ Rebecca wurde blass „Du hast uns beobachtet und Bilder davon gemacht? Das ist doch krank...“ stammelte sie und konnte nicht glauben, dass ihr das tatsächlich gerade passierte. Tanjas Gesicht verfinsterte sich und plötzlich bekam Rebecca Angst, diese Frau wurde immer unheimlicher „Du nennst es krank, ich nenne es raffiniert. Du hast genau zwei Möglichkeiten. Entweder Du trittst offiziell als Geschäftsführerin zurück und tust wieder das, was ich sage, oder Du bestehst weiterhin auf Deinen Führungsposten. In diesem Falle müsste Marlene allerdings auf sehr unangenehme und schmerzhafte Art von Deinem Fehltritt erfahren“ stellte sie kaltherzig fest. Rebecca kam beinahe die Galle hoch, so sehr verabscheute sie ihre ehemalige Schwägerin inzwischen. Voller Hass blickte sie in die stechend blauen Augen, die sie kühl musterten „Du willst mich erpressen? Und dafür benutzt Du ausgerechnet den Menschen, der Dir als einziger noch zur Seite gestanden hat, als alle anderen längst mit Dir fertig waren? Du bist so widerlich, dass ich mich ernsthaft frage, wie es ein Mensch überhaupt mit Dir aushalten kann. Aber was will man auch von jemandem erwarten, der kein Herz hat“ sagte sie verächtlich. Tanja lächelte es weg und legte ihr ein Dokument vor die Nase „Du musst nur unterschreiben, dann bist Du alle Sorgen los. Ich werde die Beweise vernichten und Du kannst weiter mit Marlene glücklich sein, ohne ihr das Herz brechen zu müssen. Im Gegensatz zu mir, hat sie nämlich eins und wir wissen doch alle, wie verletzlich die taffe Diva in Wirklichkeit ist“ bemerkte sie und befeuerte damit weiter das schlechte Gewissen der anderen. Rebecca starrte auf das Foto, das Tanja von Juri und ihr gemacht hatte und spürte erneut Übelkeit in sich aufsteigen. Bevor sie es sich anders überlegen konnte, unterschrieb sie die Erklärung, die ihre Zeit bei LCL als Geschäftsführerin beendete und löschte anschließend persönlich die belastenden Bilder von Tanjas Handy.

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Teil 249:

Marlene saß auf dem Sofa und zappte lustlos durch das Fernsehprogramm. Rebecca war jetzt schon seit drei Stunden weg, obwohl sie gesagt hatte, dass sie nur kurz etwas erledigen musste. Ein mulmiges Gefühl machte sich in ihr breit, ihre Frau benahm sich sehr merkwürdig und Marlene fürchtete, dass sie etwas vor ihr verheimlichte. Sie vermutete, dass es mit Weihnachtsfeier zusammen hing, da zuvor noch alles in Ordnung gewesen war und plötzlich kam ihr ein schlimmer Verdacht. Was war, wenn sie wieder Drogen genommen hatte? Marlene kaute auf ihrer Unterlippe herum, eine Angewohnheit, die sie nicht ganz ablegen konnte, wenn sie nervös war. Sie wollte Rebecca nicht misstrauen, aber ihr seltsames Verhalten ließ sich nur schwer erklären und wenn sie wirklich wieder Drogen genommen hatte, dann mussten sie handeln. Als sie kurz darauf hörte, dass die Tür aufgeschlossen wurde, sprang sie auf und lief sofort auf ihre Frau zu, die noch immer schlecht aussah, aber irgendetwas an ihrem Auftreten war anders. Sie blickte ihr jetzt direkt in die Augen und Marlene erkannte, dass sie geweint hatte „ich muss mit Dir reden“ erklärte Rebecca leise. Die Blondine nickte, aber plötzlich hatte sie Angst vor dem, was die andere ihr sagen wollte „okay“ erwiderte sie unsicher und wartete, bis Rebecca sich die Jacke ausgezogen hatte. Danach nahm die Brünette ihre Hand und zog sie mit sich zum Sofa, wo sie schweigend nebeneinander Platz nahmen. Die Gräfin hatte lange über die richtigen Worte nachgedacht, aber es stellte sich heraus, dass es umsonst gewesen war, denn in diesem Moment kamen sie ihr einfach nicht über die Lippen. Sie seufzte und suchte nach einem Anfang „ich habe...ich muss...“ setzte sie an, doch sie schaffte es nicht einen vernünftigen Satz zu bilden. Marlene merkte, wie verkrampft ihre Frau war und auch sie selbst verspannte sich zunehmend, weil sie spürte, dass etwas schlimmes bevor stand. Sie legte ihre Hand auf die von Rebecca und versuchte ihr eine Brücke zu bauen „geht es um die Feier gestern?“ fragte sie, woraufhin die andere nickte. Marlene bemühte sich um Ruhe, als sie ihre nächste Frage stellte „hast Du wieder Drogen genommen und bist deshalb nicht nach Hause gekommen? Weil Du Angst hattest, dass ich es merke?“ Rebecca schüttelte den Kopf, das alles war so beschämend, dass sie es kaum noch aushalten konnte „was ist es dann? So schlimm kann es doch gar nicht sein, dass Du es mir nicht sagen kannst“ erklärte die Blonde fast schon erleichtert. Rebecca schaute sie wieder an, sah in die himmelblauen Augen, die sie so liebte und sprach dann aus, was ihr so unheimlich schwer fiel „doch, das ist es, Marlene. Ich habe gestern Nacht etwas sehr viel schlimmeres getan und ich weiß einfach nicht, wie ich es Dir erklären soll, weil ich es selbst nicht verstehen kann...“ Marlene wurde immer unruhiger, sie konnte die Anspannung nicht mehr ertragen „sag es einfach, bitte...ich werde sonst noch verrückt“ bemerkte sie und biss sich erneut auf die Unterlippe, bis sie ihr eigenes Blut schmeckten konnte. Rebecca ließ resigniert die Schultern hängen „ich habe gestern offenbar zu viel getrunken und kann mich deshalb nicht an alles erinnern. Aber als ich heute Nacht aufwachte, lag ich neben Juri im Bett...wir waren beide nackt und es sieht so aus...Seitdem versuche ich mich daran zu erinnern, wie es dazu kommen konnte, aber da ist nichts...“ erklärte sie leise und voller Scham. Ihre Worte drangen nur langsam zu Marlene durch, die jetzt erst zu begreifen schien, was das bedeutete „Du hast mit Juri geschlafen?“ fragte sie ungläubig und ihr Gesicht spiegelte ihr Entsetzen wieder. Rebecca spürte neue Tränen aufkommen und versuchte sie weg zu blinzeln, um ihre Frau ansehen zu können „es tut mir so schrecklich leid, ich weiß, dass es keine Entschuldigung ist, aber es ist die Wahrheit, das musst Du mir bitte glauben. Ich wollte das nicht...“ beteuerte sie und griff nach Marlenes Arm. Diese stand abrupt auf „was soll ich Dir glauben? Dass Du Dich nicht erinnern kannst, oder dass Du völlig zugedröhnt warst? Ich sage Dir, was ich glaube, Rebecca...Ihr beide habt Euch was eingeworfen und dann seid ihr zusammen in die Kiste gesprungen! Und jetzt erzählst Du mir, dass Du zu viel getrunken hast und Dich nicht daran erinnern kannst, weil Du hoffst, dass ich Dir das eher verzeihen kann, aber da täuschst Du Dich!“ schrie sie aufgelöst und ihre Augen funkelten jetzt vor Zorn. Rebecca stand auf und ging auf sie zu „das stimmt nicht, so war das nicht. Ich habe keine Drogen genommen und ich bin auch nicht bewusst mit Juri ins Bett gegangen. Wenn es so wäre, dann würde ich Dir das sagen...bitte glaub mir doch, Marlene, ich liebe Dich über alles und würde Dich niemals absichtlich verletzen“ appellierte sie an die andere, aber es brachte nichts, Marlenes Schmerz war zu groß „denkst Du, dass es deswegen weniger weh tut? Ich glaube Dir kein Wort mehr, Du hast mich betrogen und jetzt versuchst Du Dich mit dieser billigen Ausrede aus der Affäre zu ziehen. Du hast Dich noch nie grundlos so sehr betrunken, dass Du einen Blackout hattest und Juri verträgt sicher auch eine ganze Menge. Ich kann nicht fassen, dass Du das getan hast und dass Du dann noch zu feige bist, um zu dem zu stehen, was Du gemacht hast! Du machst alles kaputt und erzählst mir dann, dass Du mich nicht absichtlich verletzen würdest. Warum, Rebecca? Wieso tust Du mir das an, ich verstehe das einfach nicht!“ sagte sie völlig außer sich und stürmte zur Tür. Die Brünette folgte ihr und wollte sie fest halten, aber Marlene schlug ihre Hand weg „lass mich, ich kann das jetzt nicht. Ich muss hier raus“ erklärte sie aufgewühlt und Rebecca wusste, dass sie sie erst einmal gehen lassen musste, weil jeder weitere Erklärungsversuch es nur noch schlimmer machen würde. Hilflos sah sie dabei zu, wie Marlene hektisch ihre Sache anzog und die Wohnung verließ, ohne sich noch einmal umzudrehen. Sie hatte gewusst, dass es schlimm werden würde, aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass Marlene ihr nicht glauben würde. Rebecca lehnte sich mit dem Rücken gegen die Tür und schloss die Augen. Sie hatte bereits vor Tanjas Erpressung gewusst, dass sie ihre Frau nicht würde belügen können und sie hatte gehofft, dass sie sich nach der Beichte besser fühlen würde, aber das war ein Irrtum gewesen. Marlenes Schmerz war auch ihrer, sie fühlte, was die andere fühlte und das war auch der Grund, warum sie so schreckliche Angst hatte. Sie konnte damit Leben ihren Posten als Geschäftsführerin verloren zu haben, denn sie hatte ihn freiwillig aufgegeben, obwohl sie gewusst hatte, dass sie Marlene trotzdem alles erzählen würde. Sie hatte keine Kraft mehr, um sich weiter gegen Tanja aufzulehnen und sie wollte es auch nicht länger. Sollte dieses kaltherzige Biest LCL mit ihren fragwürdigen Methoden ruhig ruinieren und sich jemand anderen suchen, den die zukünftig drangsalieren konnte. Rebecca war es ab sofort egal, sie konnte damit leben und wollte nur noch eines, ihre Ehe retten und Marlene davon überzeugen, dass sie das Wichtigste in ihrem Leben war.

Tanja war sehr zufrieden mit sich und den aktuellen Entwicklungen. Sie konnte es kaum abwarten, Rebeccas Rücktritt öffentlich zu machen und fühlte sich wieder oben auf, nachdem sie zuletzt wenig zu lachen gehabt hatte. Doch so war das im Krieg, man verlor vielleicht eine Schlacht, aber das bedeutete noch lange nicht, dass man auch als Verlierer vom Platz ging. Jetzt lag das Schicksal von LCL wieder ganz allein in ihrer Hand, mit einer Rückkehr von Clarissa war nicht zu rechnen, da diese einen Rückschlag erlitten hatte, der es ihr unmöglich machte, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Tanja lächelte kühl, wenn es nicht so eine Genugtuung wäre der alten Schachtel beim langsamen Verfall zuzusehen, hätte sie schon längst nachgeholfen und ihr Leiden beendet, aber so war es einfach viel schöner. Langsam wendeten sich die Dinge zum Guten, aber sie durfte nichts überstürzen und musste die nächsten Schritte mit Bedacht einleiten. Ganz oben auf ihrer Liste stand noch immer der Name einer Frau und erst wenn sie mit dieser Person fertig war, konnte sie ihr Leben wieder in ruhigere Bahnen lenken und es endlich so genießen, wie es einer Tanja von Lahnstein würdig war. In Wohlstand und ganz oben an der Spitze, ohne Ballast aus der Vergangenheit, der sie runter zog und ohne Gefühlsduseleien, die nichts weiter waren, als pure Zeitverschwendung.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 20:15 
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Teil 250:

Dana klopfte zum wiederholten Male an die Tür von Marlenes Büro, nachdem ihre Schwester vorhin einfach an ihr vorbei gerauscht war, doch sie reagierte nicht „bitte mach doch auf, Marlene, oder sag wenigstens etwas. Ich mache mir echt Sorgen...warum redest Du denn nicht mit mir?“ Sie wartete eine Weile, ohne, dass sich etwas tat, also zog Dana ihren Joker „okay, Du hast es so gewollt. Dann rufe ich jetzt Papa an...der kommt her und bricht die Tür auf, wenn es sein muss“ drohte sie und diesmal bekam sie eine Antwort „mach das ja nicht, hörst Du? Es geht mir gut, ich will einfach nur etwas Ruhe haben“ rief die Clubbesitzerin verärgert. Dana war vorerst beruhigt, aber das Verhalten ihrer Schwester bereitete ihr trotzdem Sorgen „und warum habe ich dann das Gefühl, dass es Dir alles andere als gut geht? Ich will Dich nicht nerven, Marlene, aber ich kenne Dich und ich bin für Dich da, wenn Du mich brauchst. Okay?“ startete sie einen letzten Versuch, in der Hoffnung, dass die andere die Tür öffnen würde. Sie tat es nicht, aber immerhin schwieg sie nicht länger „das weiß ich, aber ich möchte nicht reden, sondern einfach nur alleine sein. Bitte ruf niemanden an“ erwiderte sie. Dana hatte Mühe ihre Worte durch die verschlossene Tür zu verstehen „auch nicht Rebecca?“ fragte sie vorsichtig und erhielt eine deutliche Antwort „NEIN!“ Dana seufzte „okay, wie Du meinst. Du weißt ja, wo Du mich findest, wenn Du es Dir anders überlegst“ erklärte sie und ging wieder hinter die Bar, wo Jacky bereits auf sie wartete „und?“ erkundigte diese sich besorgt. Dana schüttelte den Kopf „ich weiß es nicht, sie will alleine sein. Mein Gefühl sagt mir, dass es was mit Rebecca zu tun hat, so wie Marlene reagiert...Sie weiß, dass wir da sind, mehr können wir im Moment nicht tun“ stellte sie etwas resigniert fest und begab sich wieder an ihre Arbeit.

Marlene hatte erleichtert zur Kenntnis genommen, dass ihre Schwester gegangen war und lehnte sich erschöpft in ihrem Stuhl zurück. Sie schloss die Augen und versuchte die in ihr brodelnden Emotionen zu kontrollieren, aber es wollte ihr nicht so recht gelingen. Zu viel war passiert in den letzten Stunden, Tagen und Wochen und plötzlich stand sie vor einem Scherbenhaufen, der es ihr unmöglich machte, einfach aufzustehen und weiter zu machen. Sie fühlte sich so leer, wie schon lange nicht mehr, alle Kraft schien aufgebraucht und das einzige was zurück blieb, war Schmerz, Enttäuschung und das Gefühl versagt zu haben. Sie konnte noch immer nicht glauben, dass es wirklich stimmte. Wollte einfach nicht wahrhaben, dass Rebecca sie betrogen und es als Versehen dargestellt hatte, an das sie sich angeblich nicht erinnern konnte. Ohne es verhindern zu können, schossen ihr plötzlich Bilder in den Kopf, die sie eigentlich nicht sehen wollte. Juri und Rebecca, wie sie zusammen tanzten, ausgelassen und hemmungslos. Juri und Rebecca, die etwas einnahmen, was den Spaß noch erhöhte. Juri und Rebecca, wie sie lachten und schließlich gingen, nur um dann übereinander herzufallen. Marlene schüttelte sich und spürte mit einem Mal eine unbändige Wut in sich hoch kochen. Sie stand ruckartig auf, schlug nach der Lampe, die auf ihrem Tisch stand und beförderte sie dadurch zu Boden. Und weil es sich so befreiend anfühle, einfach etwas kaputt zu machen, tat sie das Gleiche mit den restlichen Dingen, die noch auf ihrem Schreibtisch standen. Ordner, Bilderrahmen und Büromaterial flogen durch das Büro und erst, als nichts mehr übrig war, hielt Marlene inne und betrachtete aufgewühlt das Chaos, das sie angerichtet hatte. Auf einmal fühlte es sich nicht mehr gut an und die Wut, die sie gerade noch angetrieben hatte, wich einer unendlichen Traurigkeit. Niemals zuvor hatte ein Betrug sich so schrecklich angefühlt, der Verrat und die Lügen ihrer großen Liebe, rissen Marlene den Boden unter den Füßen weg. Sie sackte in sich zusammen, sank schluchzend auf den Boden und vergrub die Hände in ihren Haaren. Sie musste einen erbärmlichen Anblick bieten, aber das war ihr egal. Marlene hatte nicht länger die Kraft um stark und taff zu sein und sich zusammenzureißen. In diesem Moment wollte sie einfach schwach sein und um ihre Liebe weinen dürfen, die sie so bitter enttäuscht und tief verletzt hatte. Neben ihr lag das gerahmte Foto von ihrer Hochzeit. Es hatte einen dicken Riss abbekommen, der quer über das Bild verlief. Sie nahm es zur Hand und fuhr mit dem Finger sanft über den Kratzer „es ist kaputt gegangen“ flüsterte sie und die Bedeutung dieses Satzes ließ ihr Herz noch schwerer werden.

Rebecca lag auf ihrem Bett und hatte sich wie ein Embryo zusammengerollt. Sie litt noch immer unter den Nachwirkungen der Feier, aber viel schlimmer waren die seelischen Schmerzen, die sie quälten und sie einfach nicht zur Ruhe kommen ließen. Sie fragte sich, wo Marlene war und ob es ihr gut ging „natürlich geht es ihr nicht gut“ dachte sie so gleich und hoffte, dass Marlene wenigstens nicht alleine war. Bestimmt war sie zu ihrer Familie gefahren und Rebecca überlegte, ob sie vielleicht bei den Wolfs anrufen sollte, aber dann verwarf sie den Gedanken wieder. Sie durfte jetzt keinen Druck machen, auch wenn es ihr schwer fiel, nichts tun zu können. Es klopfte leise an der Tür „ist alles okay bei Dir?“ fragte Marie, die vorsichtig den Kopf ins Zimmer steckte. Die Gräfin schüttelte den Kopf und vergrub ihr Gesicht wieder in dem großen Kissen. Marie schloss die Tür hinter sich und setzte sich zu ihr aufs Bett „Ihr habt Euch ganz schön gestritten, oder? Ich habe es bis in mein Zimmer gehört...“ sagte sie und streichelte der anderen sanft über den Rücken. Rebecca sah sie aus verweinten Augen an „ich habe richtig Scheiße gebaut...und ich glaube nicht, dass ich das wieder gut machen kann“ erklärte sie leise und setzte sich auf „ich hatte Sex mit Juri und kann mich nicht daran erinnern. Aber Marlene glaubt mir nicht und am Ende spielt es wohl auch keine Rolle“ gab sie kleinlaut zu. Die andere nickte „ich habe es mitbekommen. Ich wollte nicht lauschen, aber Marlene war nicht zu überhören...“ erwiderte sie und wischte mit einem Taschentuch Rebeccas Tränen weg „hat sie denn recht? Ich meine mit den Drogen und dass Du nur Angst hattest, es zuzugeben.“ Rebecca nahm ihr das Tuch aus der Hand und schnäuzte sich die Nase „ich habe nicht gelogen, es war so, wie ich es gesagt habe. Ich verstehe das doch selbst nicht...wenn ich was genommen hätte, dann wüsste ich es doch, oder?“ fragte sie unsicher „ich denke schon“ antwortete Marie und nahm sie in den Arm „ich weiß, Du kannst es Dir gerade nicht vorstellen, aber das wird schon wieder. Ich habe auch schon oft gedacht, dass ich den Mist, den ich verzapft habe, nie wieder gut machen kann, aber es gibt immer einen Weg“ tröstete sie ihre Freundin. Die Brünette ließ sich eine Weile festhalten, bis sie etwas ruhiger wurde „jetzt bin ich meinen Geschäftsführerposten los und habe wahrscheinlich wieder jede Menge Zeit, aber meine Frau habe ich auch verloren. Wenn das keine Ironie ist...“ bemerkte sie leicht verbittert, was Marie aufhorchen ließ „was? Seit wann denn das? Ich dachte, das wäre geklärt.“ Rebecca verzog angewidert das Gesicht und erzählte ihr dann von Tanjas Erpressung. Marie konnte es nicht fassen „dieses verdammte Biest, das kann doch echt nicht wahr sein! Die Frau hat wirklich keinen Funken Anstand im Leib, das ist einfach nur ekelhaft! Aber warum hast Du überhaupt unterschrieben, wenn Du es Marlene doch ohnehin sagen wolltest? Damit war die Erpressung doch hinfällig“ stellte sie verwundert fest. Die Gräfin nickte „weil ich verhindern wollte, dass Marlene die Bilder zu Gesicht bekommt und das konnte ich nur, indem ich sie selbst gelöscht habe. Außerdem will ich mich nicht länger mit ihr anlegen, Tanja ist echt krank und abgesehen davon, habe ich jetzt ganz andere Sorgen.“ Marie blickte sie verständnisvoll an „da hast Du wohl recht“ sagte sie und stand auf „jetzt kommst Du aber erst mal mit mir nach unten. Wir bringen die Zwillinge ins Bett und danach mache ich uns was zu Essen, Du hast doch bestimmt noch nichts zu Dir genommen heute“ beschloss sie und reichte Rebecca die Hand. Die Brünette hatte zwar keinen Hunger, aber sie war dankbar für die Ablenkung und froh, nicht alleine zu sein. Sie nahm Maries Hand und ging mit ihr zu Jonas und Sophie, die sich einmal mehr als Heilmittel gegen trübsinnige Gedanken erwiesen.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 20:36 
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von Lahnstein hat geschrieben:
250 Teile hast du nun geschrieben,
voller Emotionen rund um verbotene Lieben,
immer wieder ging es vom Regen in die Traufe,
mehrere Male schon in deinem Geschichtenverlaufe,
doch immer wieder ging's zurück ins Glück,
täglich gabst du uns etwas Schönes zum Frühstück,
und hoffentlich kommt die Lektüre noch oft,
wie der Hase es sich heimlich erhofft. :wink:
dani2503 hat geschrieben:
Vielen Dank für dieses süße Gedicht, ich habe mich sehr gefreut und gebe mal folgende Antwort:

250 Teile schrieb ich bisher,
mal war es mehr, mal weniger schwer.
Doch auf die Muse war bislang verlass,
und immer noch macht es großen Spaß.
Doch wird am Ende wirklich alles gut?
Oder verlässt so manchen doch der Mut?
Das kann ich nicht mit Gewissheit sagen,
da müsste ich erst meine Muse fragen
Und Euch, liebe Leser, danke ich sehr,
dass Ihr mich begleitet habt bis hier her
Ohne Euch wäre es nur halb so schön gewesen,
denn eine FF macht nur Sinn, wenn andere sie lesen.
Ich werde deshalb mein Bestes geben,
dass meine Protagonisten noch einiges erleben.
Und wenn "Vom Regen in die Traufe" zu Ende geht,
hoffe ich, dass dies in Eurem Sinne geschieht
Vorher jedoch muss noch einiges geschehen,
was das sein wird, werden wir sehen.
Ob es gefallen wird, kann ich nicht sagen,
aber manchmal muss man sich einfach was wagen
Ich hoffe Ihr habt weiterhin Spaß mit Marbecca & Co.,
denn das macht den Schreiberling in der Regel sehr froh. :D

250 Teile, das sind mehr als 500 geschriebene Seiten und ich kann manchmal selbst kaum glauben, dass ich das wirklich gemacht habe. Mit ein paar kleinen Kurzgeschichten fing es an und auch diese sollte mal eine werden, aber dann kam es anders. Der Grund dafür sind Marlene & Rebecca, die mich wie kein anderes Paar zuvor berührt haben, und die mich dazu animiert haben, etwas über sie zu schreiben. Leider finden sie bei VL nicht den Platz, den sie verdient hätten und den wir Fans uns wünschen...Und vielleicht ist genau das der Grund für die vielen Geschichten, die es inzwischen gibt. Nicht nur für Marbecca, auch für viele andere Figuren und das finde ich ganz großartig. Allen FF-Schreibern gebührt mein Respekt für das, was sie leisten und mein Dank, denn ich weiß selbst, wie viel Zeit und auch Mut es kostet, wenn man sich an eine große Geschichte heran wagt. Das wollte ich gerne mal gesagt haben. :)


:bigsuper:

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 20:37 
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Teil 251:

Es war bereits später Abend als Jacky einen weiteren Versuch wagte und zaghaft an die Tür des Büros klopfte, in dem sich Marlene weiterhin verschanzte. Auch sie bekam zunächst keine Antwort, stellte beim herunter Drücken der Klinke jedoch fest, dass nicht länger abgeschlossen war und steckte vorsichtig den Kopf hinein. Marlene stand an ihrem Schreibtisch und hielt eine kaputte Lampe in der Hand, um sie herum herrschte ein ziemliches Chaos „kann ich Dir irgendwie helfen?“ Die Clubbesitzerin lachte trocken „ich glaube für die hier, kommt jede Hilfe zu spät“ sagte sie und schmiss die Lampe in den Müll. Jacky ging ein paar Schritte auf sie zu und hob dabei einige Sachen vom Boden auf „ich wusste gar nicht, dass Du so temperamentvoll sein kannst. Das ist auf jeden Fall eine gute Methode, um mal ordentlich auszumisten“ bemerkte sie und legte die Sachen auf den Tisch. Marlene sah sie erschöpft an „wohl eher, um Dampf abzulassen. Ist aber nicht sehr empfehlenswert und auf Dauer ziemlich teuer“ erwiderte sie, woraufhin die andere sie etwas unsicher anlächelte „hat es denn wenigstens geholfen?“ Sie schüttelte traurig den Kopf „nein, nicht wirklich“ antwortete sie ehrlich „willst Du darüber reden?“ fragte die Brünette und lehnte sich neben Marlene an den Tisch. Ihre Chefin schien sich nicht sicher zu sein und Jacky erkannte in diesem Moment, dass sie Marlene noch nie so traurig gesehen hatte „ich denke nicht“ erwiderte sie „es ändert ja doch nichts.“ Jacky nickte „verstehe...naja, reden wird ohnehin total überbewertet. Der Trend geht ganz klar zum Randalieren“ versuchte sie sich an einem Scherz und tatsächlich huschte ein kurzes Lächeln über Marlenes Gesicht „Du bist doof“ entgegnete sie „ich weiß, aber dafür kann ich nichts, das ist angeboren“ meinte Jacky grinsend, bevor sie wieder ernst wurde „es geht um Rebecca, oder?“ Marlenes Augen füllten sich mit Tränen, was Antwort genug war, doch bevor sie etwas sagen konnte, betrat Dana das Büro „ach Du Schreck, was ist denn hier passiert?“ fragte sie und sah ihre Schwester besorgt an „ist es so schlimm?“ Marlene antwortete nicht, aber sie ließ zu, dass Dana sie in die Arme schloss „kann ich heute vielleicht bei Euch in der WG schlafen?“ wollte sie wissen „natürlich, jederzeit, das weißt Du doch“ erwiderte die Brünette. „Das ist doch kein Problem, oder?“ erkundigte sie sich dennoch bei Jacky, die dies verneinte „solange Marlene unsere Einrichtung verschont, ist sie herzlich willkommen“ bemerkte sie augenzwinkernd und knuffte die Blonde in die Seite. Diese schüttelte den Kopf, sie war dankbar für Jackys lockere Art, die ihr das Ganze etwas leichter machte „ich denke, das bekomme ich hin.“ Dana fackelte nicht lange und hakte sich bei ihr unter „okay, dann fahre ich Dich eben, Du siehst nämlich ziemlich müde aus“ bot sie an, aber die ältere zögerte und schaute sich resigniert in ihrem Büro um „keine Sorge, um das Chaos kümmere ich mich. Ruh Du Dich mal aus“ verkündete Jacky, die den Blick der Clubbesitzerin richtig gedeutet hatte. Marlene bedankte sich für ihre Hilfe und fuhr dann zusammen mit ihrer Schwester in die WG, wo sie sich direkt hin legte und versuchte ein bisschen zu schlafen.

Am nächsten Morgen saß Marie einer schweigsamen und niedergeschlagenen Gräfin gegenüber, die nichts von ihrem Frühstück angerührt hatte „iss doch wenigstens ein bisschen Obst“ bat sie, aber es war zwecklos „ich kriege nichts runter“ erwiderte Rebecca und schob den Teller weg. Die Blondine seufzte „das hast Du gestern auch schon gesagt, aber es hilft niemandem, wenn Du jetzt in einen Hungerstreik trittst. Hast Du denn inzwischen etwas von Marlene gehört?“ erkundigte sie sich, woraufhin das Gesicht der Brünetten noch trauriger wurde „ich weiß von Dana, dass sie in der WG ist, aber sie reagiert weder auf meine Anrufe, noch auf meine Nachrichten. Aber wie soll ich es ihr denn erklären, wenn sie nicht mit mir redet?“ Marie griff nach ihrer Hand „das wird sie schon noch, aber Du musst Geduld haben. Gib ihr ein bisschen Zeit und versuch Dich abzulenken, sonst machst Du Dich nur verrückt“ riet sie ihrer Freundin „das sagt sich so leicht. Weißt du eigentlich, wie beschissen sich das anfühlt? Ich habe Marlene verletzt, wegen mir geht es ihr schlecht und ich kann nichts tun, um sie zu trösten. Außerdem habe ich Angst, dass sie mir nicht glauben wird und sich weiter in den Gedanken rein steigert, dass ich sie im Drogenrausch betrogen habe...“ Marie blieb bei ihrer Meinung „natürlich ist es nicht einfach, aber da musst Du jetzt durch. Du kannst im Moment keine Vernunft von Marlene erwarten, auch wenn es natürlich besser wäre, wenn ihr miteinander reden würdet. Aber ich bin mir sicher, dass sie sich melden wird, wenn sie so weit ist. Sie liebt Dich, Rebecca, daran hat sich nichts geändert und deshalb wird sie Dir auch glauben. Es braucht einfach nur ein wenig Zeit“ erklärte sie „und wie soll ich es bis dahin aushalten? Ich drehe ja jetzt schon durch“ entgegnete die Brünette. Marie überlegte einen Moment „Du könntest mich aufs Schloss begleiten. Deine Familie freut sich bestimmt und außerdem kommst Du dann auf andere Gedanken, anstatt nur hier herum zu hocken und Dich verrückt zu machen“ schlug sie vor, doch Rebecca war wenig begeistert „das ist nett gemeint, aber lieber nicht. Alle werden nach Marlene fragen und ich habe keine Lust ihnen erklären zu müssen, warum sie nicht da ist. Ich will nicht, dass sie es erfahren...jedenfalls noch nicht.“ Die andere akzeptierte es und stand auf „okay, dann rufe ich Sebastian an und sage ihm für heute ab“ verkündete sie „wieso denn das? Du kannst ruhig gehen. Wegen mir musst Du nicht hier bleiben, falls das der Grund sein sollte“ bemerkte sie und schaute die blonde Frau entschlossen an. Marie zögerte „bist Du sicher? Mir macht das nichts aus. Wir können es uns auch hier gemütlich machen und uns ein paar DVDs angucken“ bot sie an „das ist wirklich lieb von Dir, aber fahr besser zu Sebastian. Ich bin keine gute Gesellschaft im Moment und vielleicht meldet sich Marlene ja doch noch“ erwiderte sie und drückte die Freundin zum Abschied, bevor sie rauf in ihr Schlafzimmer ging.

Auch in der WG herrschte eine sonderbare Stimmung, weshalb Dana ganz froh war, als sie sich auf den Weg zu Ricardo machen konnte, denn sie wollten heute noch zusammen ins Krankenhaus, um Lara zu besuchen „ich bin jetzt weg, aber Du kannst mich jederzeit erreichen, wenn was sein sollte“ sagte sie zu ihrer Schwester, die ihr noch immer nicht erzählt hatte, was zwischen ihr und Rebecca vorgefallen war. Marlene nickte „danke, aber das ist nicht nötig, mach Dir keine Sorgen. Viel Spaß mit Lara und Ricardo“ erwiderte sie und war selbst verwundert, wie überzeugend es klang. Jacky hatte ihr gegenüber Platz genommen und als Dana gegangen war, musterte sie die andere eingehend „gute Vorstellung“ bemerkte sie und nahm ihr den Kaffee aus der Hand. Marlene blickte sie überrascht an und beobachtete schweigend, wie sie etwas aus der Tasse trank „wie soll ich das denn verstehen?“ fragte sie leicht gereizt, doch Jacky blieb unbeeindruckt „Du hast mich schon ganz richtig verstanden. Wie wäre es, wenn Du einfach mal über das redest, was Dich so fertig macht, anstatt hier die Unnahbare zu spielen? Deine Schwester weiß, dass es Dir dreckig geht und ich sehe es ebenfalls. Wenn Du partout nicht darüber sprechen willst, in Ordnung, aber hör auf so zu tun, als gäbe es keinen Grund zur Sorge. Du hast gestern fast Dein Büro zerlegt und willst nicht nach Hause gehen, das sieht für mich nach ziemlich großen Problemen aus“ stellte sie unumwunden fest. Marlene war zunächst verärgert über die direkten Worte, aber sie kannte Jacky nicht anders und sie spürte, dass es ihr tatsächlich auf der Seele brannte „Rebecca hat mich betrogen“ platzte es schließlich aus ihr heraus „sie sagt, dass sie sich nicht daran erinnern kann, weil sie einen Filmriss hat. Angeblich hat sie zu viel getrunken...“ Es entstand eine längere Pause, Jacky betrachtete Marlenes Gesicht und erkannte mehr darin, als nur Schmerz „klingt so, als würdest Du ihr nicht glauben“ schlussfolgerte sie und sah die andere abwartend an „es ist kompliziert“ erwiderte diese und erzählte der Brünetten anschließend von ihrem Verdacht. Danach machte sie jedoch wieder dicht, weil sie das Gefühl hatte, zu viel von sich offenbart zu haben „kriege ich jetzt meinen Kaffee wieder?“ brummte sie, woraufhin Jacky die Tasse über den Tisch zu ihr schob „der ist eh viel zu stark. Trinkst Du den immer so?“ entgegnete sie leicht provokant und ignorierte Marlenes schroffen Ton. Diese musste plötzlich lachen, doch dann vergrub sie ihr Gesicht in den Händen und fing leise an zu weinen „nein, eigentlich nicht“ flüsterte sie und konnte die Fassade nicht länger aufrecht erhalten. Jacky stand auf, ging um den Tisch herum zu ihr und legte tröstend die Arme um sie „das dachte ich mir schon“ sagte sie und versuchte das aufgeregte Klopfen in ihrer Brust zu ignorieren. Es tat ihr weh, Marlene leiden zu sehen und sie konnte nicht anders, als sie zu trösten, obwohl sie wusste, dass es nur dazu führen würde, dass es ihr selbst wieder schlechter ging.

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