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BeitragVerfasst: 29.08.2015, 18:07 
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Teil 197:

Nachdem sie einen Kaffee getrunken und einen kleinen Rundgang durch die Räumlichkeiten von LCL gemacht hatten, blieb Juri seiner Linie treu, als er das gesehene mit wenigen Worten beurteilte „ein bisschen spießig der Laden, aber ansonsten ganz nett.“ Rebecca war im ersten Moment etwas pikiert, musste dann aber doch lachen und zugeben, dass er damit nicht ganz unrecht hatte „man könnte auch sagen, dass es klassisch-elegant ist, aber spießig trifft es durchaus auch“ entgegnete sie amüsiert. Er sah sie überrascht an „für eine adlige bist Du ziemlich locker drauf“ bemerkte er, bevor er sich korrigierte „sorry, ich meinte natürlich Sie.“ Rebecca winkte ab „ist schon okay, wir können gerne beim Du bleiben. Was genau meintest Du vorhin eigentlich damit, dass Du hier in Düsseldorf nach etwas suchst?“ wollte sie wissen. Juri lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand „keine Ahnung, ich musste einfach mal raus aus Berlin. Ich bin morgens aufgewacht, habe meine Sachen gepackt und bin her gekommen. Vielleicht bin ich in ein paar Tagen wieder weg, vielleicht bleibe ich länger, vielleicht für immer. Im Moment tut Düsseldorf mir gut, wie Du an den Zeichnungen gesehen hast. Die sind alle in den letzten Tagen entstanden“ erklärte er und steckte sich einen Kaugummi in den Mund „möchtest Du auch?“ fragte er und hielt ihr die Packung hin. Sie schüttelte den Kopf „nein, danke. Hast Du Dir denn schon Gedanken darüber gemacht, wie und wo Du Deine neuen Ideen umsetzen wirst?“ erkundigte sie sich vorsichtig. Er sah sie fragend an „nö, wieso?“ hakte er nach und hatte wohl nicht mit dem gerechnet, was dann folgte „könntest Du Dir vorstellen für LCL zu arbeiten?“ fragte sie frei heraus und hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass er wirklich nicht wusste, was er sagen sollte.

Als sie ihr Essen beendet hatten und gemeinsam den Tisch abräumten, wunderte Dana sich erneut über das Verhalten ihres Freundes, der mit einem mal wieder sehr komisch war „was ist denn los? Wieso bist Du plötzlich so ruhig?“ wollte sie wissen und sah ihn fragend an. Er bekam eine weitere SMS, die er las, bevor er antwortete „ich muss gleich doch kurz ins Krankenhaus“ sagte er, als wäre das eine Erklärung. Dana ging zu ihm „okay, aber das beantwortet nicht meine Frage. Was ist in letzter Zeit mit Dir los? Du hast doch irgendetwas, das spüre ich und ich wüsste gerne, was es ist“ erklärte sie sanft, aber mit Nachdruck. Ricardo blockte ab „da ist nichts, ich bin einfach nur ein wenig gestresst und übermüdet, das ist alles“ entgegnete er ausweichend. Dana seufzte, aber sie wollte auch nicht weiter bohren „genau deshalb wollte ich Dich ja heute etwas umsorgen, aber das ist echt schwer, wenn Du mich nicht lässt“ sagte sie und schmiegte sich an ihn. Sie fuhr mit den Händen unter sein Shirt und streichelte über seinen Rücken „das Krankenhaus kann doch sicherlich noch eine Weile warten, oder?“ flüsterte sie und küsste seinen Hals. Der Spanier schloss die Augen und versuchte sich zu entspannten, doch er konnte sich nicht auf die Zärtlichkeiten seiner Freundin einlassen und schob sie sanft von sich „es tut mir leid, aber ich erledige das lieber sofort“ verkündete er und holte seine Jacke. Dana blickte ihn verständnislos an „es ist doch kein Notfall, oder? Langsam glaube ich wirklich, dass Du lieber im Krankenhaus bist, als bei mit“ sagte sie enttäuscht, als eine weitere SMS einging „und wer schreibt Dir da eigentlich die ganze Zeit Nachrichten?“ fragte sie angesäuert. Ricardo reagierte genervt „das ist nur mein Kollege und was das andere angeht...das ist doch Blödsinn, ich bin nun mal Arzt und da gibt es keinen Dienst nach Plan. Ich muss jetzt los. Bist Du später noch da, oder schläfst Du in der WG?“ Dana zuckte mit den Schultern „was ist Dir denn lieber?“ fragte sie etwas bissiger, als gewollt „ist die Frage ernst gemeint?“ wollte er wissen und verließ schließlich ohne eine wirkliche Einigung die Wohnung. Die Wolf Tochter ging zurück in die Küche und versuchte ihren Frust beim Aufräumen los zu werden, doch es gelang ihr nicht die trüben Gedanken zu vertreiben, die sich immer mehr in ihr ausbreiteten. Sie wollte nicht anfangen ihrem Freund zu misstrauen, aber alles in ihr sagte, dass er etwas vor ihr verheimlichte und diese Vermutung bereitete ihr großes Unbehagen.

„Was soll das denn heißen, es hängt von mir ab? Kannst Du bitte aufhören in Rätseln zu sprechen und mir stattdessen einfach sagen, was Du von mir erwartest?“ forderte Tanja ihr Gegenüber etwas ungehalten auf. Marlene ließ sich nicht lange bitten „das ist eigentlich ganz einfach. Hör auf gegen Marie und Sebastian zu schießen und unterlasse in Zukunft solche geschmacklosen Dinge, wie die Sache mit dem Foto! Was denkst Du Dir nur dabei? Es gibt Grenzen Tanja und die sollte jeder Mensch respektieren, auch DU. Es ist schwer, wenn man erkennt, dass eine Liebe zu Ende geht, aber das gibt einem nicht das Recht andere Menschen zu bedrohen oder ihnen Angst einzujagen. Du erreichst damit nichts, außer, dass Du am Ende total isoliert bist. Das kann doch nicht Dein Ziel sein, oder findest Du es wirklich schön komplett alleine zu sein? Ich glaube nicht, Tanja und deshalb solltest Du diese Chance ergreifen, es ist vielleicht Deine letzte“ stellte sie unumwunden fest. Die Gräfin starrte sie ungläubig an „sonst noch etwas?“ fragte sie mehr ironisch, als dass sie es ernst gemeint hätte. „Allerdings“ entgegnete Marlene „es wäre sehr schön, wenn Du aufhören könntest meine Frau zu schikanieren und sie als das wahrnimmst, was sie ist, gleichberechtigte Geschäftsführerin bei LCL. Rebecca mag noch keine großen Erfahrungen haben, aber wenn Du sie ein bisschen unterstützt, dann wird sich das schnell ändern. Ihr könnt Euch durchaus ergänzen, ohne Euch dabei ins Gehege zu kommen, also gibt Dir gefälligst einen Ruck und fahr Deine Krallen ein. Meinst Du, Du bekommst das hin?“ fragte sie leicht provokant. Tanja schüttelte den Kopf „Du hast doch einen Knall“ kommentierte sie das gehörte knapp „das sind keine Erwartungen, das ist pure Erpressung. Gehört das nicht auch auf die Liste der Dinge, die Menschen nicht tun sollten?“ fragte sie sarkastisch, doch Marlene ließ sich nicht beirren „Du kannst es nennen, wie Du willst, aber wenn Du dazu nicht bereit bist, sehe ich keine Möglichkeit weiter an unserer Freundschaft festzuhalten“ stellte sie fest und sah der Anderen fest in die Augen, die sich insgeheim fragte, warum sie überhaupt noch hier saß und sich das alles anhörte.

Rebecca saß derweil in ihrem Büro und versuchte weiterhin sich einen Überblick über die wirtschaftliche Situation von LCL zu verschaffen, doch sie stieß schnell an ihre Grenzen, weil die vielen Zahlen sie schlicht überforderten. Sie hatte sich bislang nicht damit auseinandersetzen müssen, doch wenn sie zukünftig entscheidend Einfluss nehmen wollte auf die Entwicklung des Labels, dann war es erforderlich, dass sie auch in diesem Bereich durchblickte. Nach einer knappen Stunde gab sie auf und klappte den Ordner gefrustet zu, sie brauchte jemanden, der ihr half dieses ganze Zahlenwerk zu verstehen und richtig zu deuten. Auf Tanja brauchte sie dabei nicht zählen, so viel stand fest, also entschloss sich Rebecca kurzfristig einen Termin mit Clarissa zu vereinbaren. Nachdem sie dies erledigt hatte, schweiften ihre Gedanken wieder ab und sie dachte an das Gespräch mit Juri zurück. Er war ein merkwürdiger Typ, aber auch außergewöhnlich und sehr interessant, das war keine Frage. Die junge Gräfin fragte sich, ob sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, als sie ihm einen Job anbot, denn eines war sicher, Tanja würde das überhaupt nicht gefallen. Dabei war sich Rebecca sicher, dass LCL dringend frischen Wind brauchte, neben der bislang rein klassischen Linie, aber das würde Tanja nicht einsehen. Im Moment sah es aber ohnehin nicht danach aus, dass Juri Interesse hatte für LCL zu arbeiten, denn seine Antwort war recht knapp ausgefallen „mal sehen“ hatte er gesagt, aber immerhin ihre Visitenkarte mitgenommen. Rebecca seufzte, dann stand sie auf und ging in die Designabteilung, um selbst noch etwas kreativ zu sein.


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BeitragVerfasst: 29.08.2015, 18:07 
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Teil 198:

Am Abend machten sich die beiden Damen fertig fürs Bett, besonders Rebecca war geschafft und konnte den Erzählungen ihrer Frau nur mit Mühe folgen, weil ihr die Augen immer wieder zu fielen. Als Marlene sich zu ihr ins Bett legte, war sie schon fast eingeschlafen „Du kannst diesen Juri Adam doch gar nicht ohne Tanjas Zustimmung einstellen, oder?“ wollte sie wissen, da drehte sich Rebecca noch einmal zu ihr um „nein, kann ich nicht. Aber selbst, wenn ich noch so gute Argumente hätte, würde Tanja es ablehnen...Ich weiß auch nicht, aber vielleicht erledigt sich das Problem von ganz alleine, denn wirklich angetan wirkte er nicht von meinem Angebot“ überlegte sie laut und gähnte herzhaft. Die Blonde schaute sie nachdenklich an „ich habe heute noch einmal mit Tanja gesprochen, auch über LCL...sie hat sich zwar bedeckt gehalten, aber ich hatte den Eindruck, dass ich sie zumindest zum Nachdenken gebracht habe. Vielleicht wirkt sich das ja auch positiv auf Eure Zusammenarbeit aus“ erklärte sie und beugte sich zu der Brünetten „hörst Du mir überhaupt noch zu?“ fragte sie „hmm“ murmelte Rebecca, was Marlene zum Schmunzeln brachte. Sie streichelte der anderen sanft über die Wange „das wird schon werden“ flüsterte sie, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und schlief dann ebenfalls schnell ein.

Am nächsten Morgen ging bereits früh der Wecker, was beide mit einem Murren quittierten, ehe Marlene das schrille Klingeln beendete „ich hasse das“ stöhnte sie „ich auch“ bestätigte Rebecca müde. Als sich beide ausgiebig gestreckte hatten und langsam etwas wacher wurden, robbte die Blonde zu ihrer Frau „wie eilig hast Du es heute?“ fragte sie bedeutungsschwer „leider sehr eilig...ich bin mit Clarissa verabredet“ entgegnete sie wenig begeistert. Marlene legte sich auf sie „aber ein halbes Stündchen kannst Du doch sicher noch entbehren, oder? Du wirst es bestimmt nicht bereuen“ säuselte sie und grinste vielsagend. Rebecca blickte sie unschlüssig an „solche Entscheidungen am frühen Morgen überfordern mich“ erwiderte sie amüsiert und spürte bereits Marlenes Lippen an ihrem Hals, die jetzt langsam in Richtung Dekolleté wanderten. Sie gab einen wohligen Laut von sich „das ist unfair...Du kämpfst mit unlauteren Mitteln“ beschwerte sie sich halbherzig, da tauchte Marlene noch einmal zu ihr auf „aber dafür sind sie sehr effektiv“ bemerkte sie verführerisch, bevor sie die Lippen der Brünetten mit einem Kuss verschloss und ihre zärtliche Erkundung an deren zartem Körper fortsetzte.

Ricardo nutzte die Mittagspause, um seine Freundin im No Limits aufzusuchen, die noch immer ein wenig schmollte, weil sie sich von ihm zurückgesetzt fühlte. Er schlich sich von hinten an die heran und hielt ihr eine einzelne Rose unter die Nase „für meine schöne Wölfin“ flüsterte er und küsste ihren Nacken. Dana wurde langsam schwindelig von seinen Stimmungsschwankungen, aber als sie sich umdrehte und in seine warmen Augen sah, die sie liebevoll anblickten, konnte sie nicht länger böse sein „vielleicht sollte ich zukünftig öfter auswärts übernachten, das scheint Dich zu beflügeln“ bemerkte sie trocken. Er schaute sie entschuldigend an „es tut mir leid, dass ich in letzter Zeit so angespannt bin...manchmal macht mir dieser ständig wechselnde Schichtdienst echt zu schaffen. Vielleicht werde ich auch einfach nur alt“ stellte er etwas zerknirscht fest. Dana sah ihn prüfend an „wenn Du Probleme hast, egal welcher Art, dann redest Du doch mit mir darüber, oder?“ fragte sie und versuchte eine Regung in seinem Gesicht zu erkennen. Der Spanier erwiderte ihren Blick, er schien über etwas nachzudenken, doch dann lächelte er wieder „mach Dir nicht so viele Gedanken, es geht mir gut. Und jetzt möchte ich gerne die Mittagspause mit meiner Freundin verbringen“ erklärte er, zog sie an sich und küsste sie sanft auf die Nasenspitze.

Als Tanja am Mittag nach Königsbrunn fuhr, um spontan ihre Tochter zu besuchen, wurde ihr einmal mehr bewusst, in was für einer beschissenen Situation sie sich befand. Sie dachte an das Gespräch zurück, das sie gestern mit Marlene geführt hatte und fragte sich, ob diese am Ende nicht doch Recht hatte. Natürlich würde sie ihr das nicht sagen, aber ihre Worte hatten Tanja nicht ganz kalt gelassen und dafür gesorgt, dass sie letzte Nacht nur wenig Schlaf bekommen hatte. Sie schüttelte die lästigen Gedanken ab und betrat die Schlosshalle, wo sie direkt Justus begegnete „wo ist Emma?“ fragte sie ohne Begrüßung „im Speisesaal, aber Sie können...“ setzte er an, doch da war sie schon an ihm vorbei gelaufen. Der Butler verdrehte genervt die Augen und begab sich zurück in die Küche. Als Tanja sich dem Speisesaal näherte, hörte sie bereits Emmas aufgeregte Stimme, die wild drauf los plapperte und musste unwillkürlich lächeln. Ihre Tochter redete manchmal ohne Punkt und Komma, was sehr süß war, aber Tanja fragte sich, von wem sie das nur hatte. Ihre Vorfreude auf die Kleine war groß, doch dann erblickte sie neben dieser auch Sebastian und Marie, die gemeinsam mit Emma am Tisch saßen. Beim Anblick der drei, die wie eine Familie wirkten, verspürte Tanja einen Schmerz, der sie selbst am meisten überrumpelte. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie selbst noch dort gesessen, mit ihrer Familie, den einzigen Menschen, die sie wirklich liebte. Jetzt konnte sie sehen, was sie verloren hatte, konnte es nicht länger einfach wegschieben und kämpfte mit den aufkommenden Gefühlen, die in ihr tobten, wie ein Sturm. Sie beobachtete den liebevollen Umgang zwischen Sebastian und der anderen Frau, wie er ihr zärtlich über den Bauch streichelte und sie glücklich anlächelte. Auch ihre Tochter schien die Frau zu mögen, was für Tanja noch viel schlimmer war, als die Tatsache, dass ihr noch Ehemann auf sie abfuhr. Sie unterdrückte den aufkommenden Impuls einfach in den Speisesaal zu platzen, zog sich stattdessen leise zurück und lehnte sich draußen gegen die Schlossmauer. In ihr keimte erneut der Hass, all die angestaute Wut brach sich wieder Bahn und sorgte dafür, dass Tanja an nichts anderes mehr denken konnte, als an ihre Rachegefühle. Sie konnte es nicht steuern, die düsteren Gedanken waren einfach da und drohten übermächtig zu werden. Sie spürte, dass nicht mehr viel fehlte, sie stand am Abgrund und die Finsternis drohte sie endgültig zu verschlingen. Es war lange her, dass Tanja so intensiv empfunden hatte, dieses Hassgefühl, das alles andere in den Schatten stellte und sich gegen eine Person richtete, die sie am liebsten vernichten würde. Sie versuchte sich selbst zu beruhigen, es durfte nicht schon wieder passieren. Sie durfte diesem Gefühl nicht nachgeben, welches so übermächtig war, dass es ihr beinahe Angst einjagte und doch sorgte es auf der anderen Seite dafür, dass sie sich unglaublich stark fühlte. Tanja wusste, dass es falsch war. Sie wusste, dass ihre Gefühle nicht normal waren. Dass sie nicht normal war. Jeder andere würde sich mit der Situation abfinden, würde eine Zeit lang wütend sein, dann traurig und schließlich damit abschließen. Aber sie selbst funktionierte anders, sie konnte nicht einfach vergessen. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten und entfernte sich eilig von dem Ort, der einmal ihr zuhause gewesen war, denn jetzt schienen die Schlossmauern sie nur noch hämisch anzustarren. Wie ein gehetztes Tier lief sie davon und während sie sich fragte, was zum Teufel mit ihr los war, erkannte sie, dass es nur einen Menschen gab, zu dem sie jetzt noch gehen konnte.


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BeitragVerfasst: 29.08.2015, 18:08 
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Teil 199:

Marie verabschiedete sich von Emma, die noch mit einer Freundin zum Spielen verabredet war „wann kommen denn die Babys endlich raus?“ fragte sie ungeduldig „schon bald, es dauert nicht mehr lange“ erklärte Marie lächelnd und winkte dem kleinen Mädchen hinterher, als es davon lief. Sebastian stellte sich hinter seine Freundin „und Du willst wirklich nicht bleiben?“ wollte er etwas enttäuscht wissen. Sie drehte sich zu ihm um „nicht böse sein, aber ich fühle mich hier einfach nicht so wohl...das Schloss, die Bediensteten...das ist mir irgendwie zu viel und die Tatsache, dass Tanja bis vor kurzem noch hier gewohnt hat, behagt mir auch nicht. Es fühlt sich nicht richtig an“ erklärte sie und hoffte, dass er es verstehen würde. Sebastian nickte „ich bin nicht böse, aber ich finde es schade, dass Du Dich hier unwohl fühlst. Wir werden uns auf Dauer etwas einfallen lassen müssen, wenn die Kinder da sind, wird es zu eng bei Marlene und Rebecca. Außerdem wollen die beiden ihre Wohnung bestimmt auch mal wieder für sich haben. Und wenn das Schloss als Option weg fällt, dann bedeutete das, dass wir eine neue Bleibe benötigen“ stellte er fest. Marie schaute ihn unsicher an „naja, es war immer klar, dass ich nicht ewig bei den beiden bleiben kann und sobald sich alles etwas eingespielt hat mit den Kindern, wollte ich mir ohnehin eine Wohnung suchen. Das bedeutet aber nicht, dass Du deswegen Dein Zuhause aufgeben musst...“ erwiderte sie vorsichtig, weil sie ihn nicht vor den Kopf stoßen wollte. Der Graf lächelte, er liebte es, wenn sie so unsicher war, es war einfach süß „Du hast wohl Angst, dass ich Dir zu sehr auf die Pelle rücke, was?“ frotzelte er „aber keine Angst, ich werde nicht gleich mit Sack und Pack bei Dir einziehen. Ich bestehe allerdings darauf mit Dir gemeinsam eine Wohnung zu suchen und hoffe, dass ich dort auch einen Schlafplatz bekomme.“ Marie war erleichtert „wer so süß, charmant und gutaussehend ist, bekommt selbstverständlich einen Schlafplatz bei mir“ antwortete sie lachend „streiche das süß und beschränke den Rest auf mich, dann bin ich zufrieden“ konterte er und legte im nächsten Moment seine Lippen auf ihre. Er küsste sie sehnsüchtig, wurde zunehmend fordernder und hätte sie am liebsten mit auf seine Suite genommen, doch sie bremste ihn sanft aus „ich gehe jetzt besser, sonst wird es nur noch schwerer“ flüsterte sie und löste sich von ihm. Sebastian ließ sie schweren Herzens gehen „okay, ich rufe Dich dann später noch mal an“ versprach er „ist gut, bis nachher“ sagte sie leise und gab ihm noch einen Kuss, bevor sie das Schloss verließ. Auf dem Weg in die Bibliothek stieß Sebastian mit einem Dienstmädchen zusammen, die daraufhin das Tablett fallen ließ „oh je, das tut mir leid“ entschuldigte er sich und half ihr die Scherben aufzusammeln. Er merkte nicht, dass auch er etwas verloren hatte, als er seinen Weg schließlich fortsetzte.

Rebecca saß unterdessen mit Clarissa über den zahlreichen Unterlagen von LCL und wurde langsam etwas schlauer, was die Bilanzen und Quartalszahlen anging. Sie war erleichtert über die Hilfe und froh, dass sie von der Erfahrung der anderen profitieren konnte. Rebecca hätte nicht erwartet, dass sie einmal so positiv von Clarissa überrascht sein würde. „Wir werden eine Pressemitteilung raus geben und die Modewelt davon in Kenntnis setzen, dass Sie bis auf weiteres in die Geschäftsführung einsteigen. Außerdem sollten wir über ein gemeinsames Interview nachdenken, damit ich Ihre Position auch offiziell stärken kann. Das wird Tanja endgültig den Wind aus den Segeln nehmen und sie daran hindern, sich weiterhin als alleinige Geschäftsführerin aufzuspielen“ erklärte sie „haben Sie eigentlich noch etwas von diesem Juri Adam gehört?“ Die junge Gräfin schüttelte den Kopf „nein, bislang leider nicht...Die Pressemitteilung und das Interview sind eine gute Idee, da hätte ich auch selbst drauf kommen können“ bemerkte sie etwas verlegen. Clarissa winkte ab, sie war schon bei ihrem nächsten Gedankengang „nochmal zu diesem Juri...sind Sie wirklich sicher, dass er zu LCL passt? Sein Stil ist sehr...wie soll ich es ausdrücken...neumodisch, oder hip, wie man heute sagt. Sie wissen, dass das nicht das ist, wofür LCL steht und ich persönlich bin auch kein Fan von dieser Art Mode“ gab sie zu bedenken. Rebecca hatte nichts anderes erwartet „das ist mir klar, aber nicht alles Neue ist schlecht, genauso wie das Klassische niemals ganz aus der Mode kommen wird. Mir geht es darum, genau diesen Aspekt aufzugreifen und das Klassische dem Neuen gegenüberzustellen. Ich möchte damit auch ein Stück weit provozieren, der Modewelt zeigen, dass es nicht nur A und B getrennt voneinander gibt, sondern dass man beides vereinen kann, ohne es dabei zu vermischen. Verstehen Sie das bitte nicht falsch, LCL hat Stil, aber es hinkt der Zeit etwas hinterher. Was wir brauchen ist eine Art Verjüngungskur, die ein neues Zeitalter anspricht, ohne das Alte dabei zu verdrängen. Ich habe schon öfter versucht Tanja dahingehend zu bewegen, aber sie besteht auf ihre zeitlose Eleganz, ohne über Alternativen nachzudenken. Sie wird es also ohnehin ablehnen“ sagte sie etwas frustriert. Clarissa sah sie nachdenklich an „natürlich wird sie das, aber das macht es ja gerade so reizvoll. Ich verlasse mich auf Ihr Gefühl, Sie sind jung, kennen den Markt und Ihnen liegt sehr viel an LCL, das weiß ich. Sie müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass Ihr Kopf herhalten muss, wenn es schief geht. Ich schlage vor, dass wir Tanja nichts von Juri Adam sagen, sondern ihn im Rahmen einer Pressekonferenz einfach als neuen Designer präsentieren. Sobald die Nachricht raus ist, wird sich die Presse überschlagen und Tanja kann nicht mehr dagegen steuern. Sie sahnen die Schlagzeilen für diesen Coup ab, während Tanja sich fürchterlich darüber ärgern wird“ sagte sie schadenfroh. Rebecca musste zugeben, dass ihr der Gedanke gefiel, obwohl sie eigentlich eher für Fairplay war. Auf der anderen Seite hatte Tanja auch nie Skrupel gehabt, wenn es darum ging, sie niederzumachen „in Ordnung, ich bin dabei. Jetzt muss nur noch Juri zustimmen“ verkündete sie und lächelte der Frau im Rollstuhl hoffnungsvoll zu.

Tanja stand noch immer unter Strom, als sie im Club ihrer Freundin ankam und ging zielstrebig zur Bar, wo sie Josie einfach ein Glas Champagner vom Tablett klaute, welches diese gerade zu einem der Tische tragen wollte. Josie schaute sie böse an, doch sie kannte die Frau inzwischen gut genug um zu wissen, dass sie besser nichts sagte und füllte schließlich ein neues Glas. Tanja setzte sich auf einen Hocker und trank den kühlen Champagner in einem Zug aus. Danach saß sie einfach nur da und starrte vor sich hin, sie bemerkte nicht einmal die Anwesenheit von Marlene, welche sie inzwischen entdeckt hatte und sie fragend ansah. Tanja kämpfte immer noch mit ihren Dämonen, die einfach nicht nachgeben wollten und registrierte dabei gar nicht, dass sie das Glas immer fester umklammert hielt. Es war, als würde das, was in ihr brodelte sich ein Ventil nach draußen suchen, wo es sich schließlich bündelte und über ihre Hand an das Glas weitergegeben wurde, welches dem Druck schließlich nicht mehr stand halten konnte. Es zerbrach in ihrer Hand, die jetzt zu einer Faust geformt war und aus der bereits erste Blutstropfen flossen. Marlene schrie entsetzt auf „Tanja! Was machst Du denn da, um Himmels Willen“ rief sie und versuchte einen Zugang zu der anderen zu finden, die erst jetzt aus ihrer Starre zu erwachen schien und sie irritiert ansah „scheiße“ war alles was sie sagte. Marlene griff unter die Bar und holte einen Verbandskasten hervor „ja, scheiße“ bestätigte sie aufgebracht und griff nach Tanjas rechtem Arm „versuch mal vorsichtig Deine Hand zu öffnen.“ Die Gräfin tat wie geheißen und verzog dabei keine Miene „ich glaube wir fahren besser ins Krankenhaus“ bemerkte die Clubbesitzerin „ich gehe nicht ins Krankenhaus“ sagte Tanja. Marlene sah sie verständnislos an, doch sie wusste, dass sie nicht gegen die Sturheit der anderen ankam „das ist wieder typisch. Aber beschwere Dich hinterher bloß nicht“ mahnte sie die Blonde, bevor sie sich vorsichtig um die verletzte Hand kümmerte.

Marie fuhr gerade über die Landstraße, als sie plötzlich ein unangenehmes Ziehen im Unterleib spürte. Sie erschrak und riss schnell das Steuer herum, welches sie zuvor etwas verzogen hatte. Nach einer Weile hörte das Ziehen auf und Marie entspannte sich wieder, weil sie es für Senkwehen hielt, die sie in letzter Zeit schon mehrfach gespürt hatte. Trotzdem hatte sie ein komisches Gefühl, sie verspürte schon den ganzen Tag eine innere Unruhe und war zudem unglaublich erschöpft. Sie seufzte und ermahnte sich selbst zur Ruhe, da setzte das Ziehen erneut ein. Sie hatte Mühe sich auf den Verkehr zu konzentrieren und fuhr schließlich an den Straßenrand. Sie machte ein paar Atemübungen, doch immer wenn sie gerade dachte, dass die Wehen vorbei waren, ging es von vorne los, wobei sie zunehmend heftiger wurden. Marie fasste sich an den Bauch und stieg vorsichtig aus dem Wagen „das ist doch jetzt nicht euer Ernst...das könnt ihr eurer Mama nicht antun“ sagte sie und versuchte ruhig zu bleiben. Leider war das leichter gesagt, als getan, ihr Puls beschleunigte sich und ihr Herz klopfte wie verrückt. Marie schaute sich verzweifelt um, sie war alleine auf dieser verfluchten Landstraße und war kurz davor in Panik auszubrechen „ganz ruhig“ flüsterte sie „alles ist gut, das sind nur Senkwehen...gleich ist es wieder vorbei“ setzte sie ihren Monolog fort. Tatsächlich beruhigte sie sich ein wenig und auch sie Schmerzen ließen langsam nach. Marie atmete erneut tief durch und wollte gerade wieder in den Wagen steigen, da spürte sie plötzlich, wie ihr eine Flüssigkeit die Beine hinunter lief. Ihre Fruchtblase war geplatzt. Sie riss entsetzt die Augen auf „oh nein, bitte nicht!“ entfuhr es ihr verzweifelt.


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BeitragVerfasst: 29.08.2015, 18:12 
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Teil 200 - Part 1:

Marlene hatte die Wunden an Tanjas Hand desinfiziert, was diese tapfer und ohne zu jammern ertragen hatte und legte ihr in diesem Moment einen Verband an „so, ich hoffe das wird halten“ sagte sie, als sie fertig war und packte den Verbandskasten wieder weg. Die andere murmelte ein leises, kaum hörbares „danke“ und stand schließlich auf „Moment mal, wo willst Du hin? Ich glaube wir beide haben noch etwas zu klären“ bemerkte Marlene und drückte sie zurück auf den Hocker. Tanja stöhnte „mach jetzt bitte kein Drama draus, das war nur ein Versehen...was sind das überhaupt für billige Gläser, die einfach so zerbrechen?“ entgegnete sie gewohnt schnippisch, doch diesmal war ihr anzusehen, dass es nur Fassade war. Die Clubbesitzerin schüttelte den Kopf „Du kannst aufhören zu schauspielern, oder glaubst Du ernsthaft, dass ich Dir das abkaufe? Ich muss Dich nur angucken um zu sehen, dass Du völlig neben dir stehst. Also, was ist passiert?“ fragte sie und schaute ihr Gegenüber eindringlich an. Tanja hätte ihr gerne entgegen geschleudert, dass sie sich das nur einbildete, aber aus irgendeinem Grund tat sie es nicht „ich kann das einfach nicht ertragen“ sagte sie stattdessen „es macht mich wahnsinnig und ich kann es nicht kontrollieren.“ Marlene horchte alarmiert auf „redest Du von Sebastian und Marie? Oder von Emma und Deinem Auszug?“ wollte sie wissen. Die Gefragte nickte und ihr Blick wirkte im Vergleich zu sonst beinahe leer „sie benehmen sich wie eine kleine Familie...es war ekelhaft. Nicht mal Emma ist vor ihr sicher, aber ich werde nicht zulassen, dass sie mir auch noch meine Tochter nimmt“ erklärte sie mit einer unheimlichen Ruhe. In Marlenes Kopf arbeitete es auf Hochtouren, sie reimte sich selbst zusammen, dass Tanja die drei offenbar beobachtet haben musste und war zutiefst erschrocken, wie ihre Freundin darauf reagierte. Sie packte die Blonde bei den Schultern und sah ihr fest in die Augen „Du musst damit aufhören Tanja! Ich verstehe ja, dass es hart für Dich ist, die beiden so glücklich zu sehen, aber Du musst Dich damit abfinden. Es ist doch völlig normal, dass sie Emma mit einbinden. Sie muss sich an die neue Situation genauso gewöhnen, wie ihr alle und für sie ist es sicher einfacher, wenn sie sich gut mit Marie versteht. Deshalb bleibt Emma doch trotzdem Deine Tochter und Marie wird sie Dir auch nicht wegnehmen, das war niemals ihre Absicht! Du musst endlich aufhören Dich dermaßen in Deinen Hass hinein zu steigern“ beschwor sie ihre Freundin. Tanja hielt ihrem Blick stand „und was ist, wenn ich das nicht kann?“ fragte sie „dann musst Du es lernen! So geht es jedenfalls nicht weiter. Du gefährdest Dich selbst und am Ende womöglich auch noch andere. Was Du brauchst ist Abstand, und zwar sofort!“ Die Gräfin war wütend „ich soll das Feld räumen, damit die beiden ihr Glück in Ruhe genießen können? Du spinnst wohl“ echauffierte sie sich, doch Marlene ließ sich nicht beirren „nein, Du sollst das für Dich machen, damit DU zur Ruhe kommst und Deine negativen Gefühle in den Griff kriegst. Ein Tapetenwechsel hat schon vielen geholfen, die Dinge klarer zu sehen.“ Sie sah die Zweifel in Tanjas Augen und dass ihr der Gedanke nicht gefiel, doch sie gab noch nicht auf „bitte Tanja, hör auf mich, nur dieses eine Mal. Tu es für Dich und vor allem für Emma. Sonst tust Du am Ende noch etwas, dass Du später bereust“ bat sie die andere fast schon flehend. Tanjas starrte ihr Gegenüber wortlos an, ihre Freundin hatte Recht, das wusste sie und doch war es schwer gegen das anzukommen, was tief in ihr verankert war.

Marie musste unterdessen einsehen, dass ihre Kinder beschlossen hatten, sich nicht an den errechneten Geburtstermin zu halten, der in knapp zwei Wochen gewesen wäre und versuchte nicht durchzudrehen. Da sie selbst nicht mehr fahren konnte, hatte sie den Notruf gewählt und versuchte seitdem auch ihren Freund zu erreichen, der jedoch nicht ans Telefon ging „verdammt noch mal, geh doch an Dein verfluchtes Handy“ schimpfte sie, bevor sie erneut von heftigen Wehen geplagt wurde, die sie kurz aufschreien ließen. Die Schmerzen waren schon jetzt kaum noch zu ertragen und sie fragte sich, wie sie dann erst die Geburt überstehen sollte. Marie war mit den Nerven am Ende und je länger der Krankenwagen brauchte, umso größer wurde ihre Angst „das...darf...doch...echt...nicht...wahr ...sein“ presste sie mühsam hervor und versuchte es erneut mit ein paar Atemübungen, die sie im Kurs erlernt hatte. Dann nahm sie wieder ihr Handy zur Hand und hoffte, dass sie wenigstens ihre Freundin erreichen würde „wehe Du gehst auch nicht dran“ murmelte sie unter Schmerzen und wartete ungeduldig auf das Freizeichen.

Clarissa und Rebecca saßen noch immer zusammen, als das Handy der jungen Gräfin klingelte „wollen Sie nicht ran gehen?“ fragte die ältere „das kann warten, ich will Ihre Geduld nicht überstrapazieren“ entgegnete Rebecca. Clarissa nahm den Faden ihres Gespräches wieder auf, als das Telefon erneut klingelte „scheint so, als könnte es doch nicht warten“ bemerkte sie, woraufhin die Brünette sich entschuldigte und das Gespräch doch entgegen nahm „hallo Marie, es ist gerade ungünstig...“ wollte sie ihrer Freundin erklären, als diese aufgebracht in den Hörer schrie, dass ihr das scheiß egal wäre, da sie gerade in den Wehen liegen würde. Rebecca hielt es im ersten Moment für einen Scherz, doch sie merkte schnell, dass dem nicht so war „wo bist Du jetzt?“ fragte sie aufgeregt und hatte Mühe die andere zu verstehen, die offenbar große Schmerzen hatte. Als Marie es ihr erklärt hatte, hörte Rebecca bereits den Krankenwagen im Hintergrund und war etwas beruhigter, da sie die Freundin jetzt in guten Händen wusste „ich mache mich sofort auf den Weg ins Krankenhaus...ja, ich beeile mich...Du schaffst das schon...ja, ich versuche Sebastian zu erreichen...bis gleich und hab keine Angst, es wird alles gut“ versuchte sie die andere zu beruhigen, was jedoch zwecklos war. „Was ist denn bei Ihnen los?“ wollte Clarissa wissen, da war Rebecca schon halb an der Tür „Marie bekommt die Zwillinge, ich muss sofort los!“ verkündete sie und stürmte hinaus „viel Glück“ rief Clarissa ihr hinterher und schüttelte leicht grinsend den Kopf.

Tanja betrat unterdessen zum zweiten Mal an diesem Tag das Schloss, sie hatte entschieden den Rat von Marlene zu befolgen und eine Weile aus Düsseldorf zu verschwinden. Sie wollte sich noch von ihrer Tochter verabschieden und hörte auf der Suche nach ihr ein Telefon klingeln. Sie ging dem Geräusch nach und entdeckte das Handy schließlich auf dem Boden im Kaminzimmer, wo es halb unter dem Sofa lag. Sie erkannte sofort, dass es Sebastians war und nahm es in die Hand. Er hatte unzählige Anrufe von seiner Gespielin und seiner Schwester erhalten, was Tanja stutzig werden ließ. Sie hörte seine Mailbox ab und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen „so so, sie wirft also endlich...was für ein Pech, dass Sebastian gerade nicht erreichbar ist“ flüsterte sie gehässig. Sie schaltete das Handy auf lautlos, schob es zurück unters Sofa und beschloss ihren noch Ehemann aufzusuchen, um ihn ein bisschen abzulenken.

Rebecca hetzte unterdessen den Gang zum Kreißsaal entlang, während sie mit ihrer Frau telefonierte „ich bin jetzt da, aber Sebastian habe ich immer noch nicht erreicht. Keiner weiß, wo er abgeblieben ist. Kannst Du es bitte weiter versuchen und dann her kommen?“ Sie wartete kurz Marlenes Antwort ab, bevor sie auflegte, da wurde auch schon Marie herein geschoben „hast Du ihn erreicht?“ fragte sie sofort, was Rebecca leider verneinen musste. „Ich könnte schnell noch mal los...“ wollte sie anbieten, da riss Marie entsetzt die Augen auf „Du gehst nirgendwo mehr hin! Du bleibst schön hier und hilfst mir gefälligst diese Geburt zu überleben“ sagte sie aufgebracht und schnappte sich Rebeccas Hand „ist ja schon gut, natürlich bleibe ich hier. Wir schaffen das schon, auch ohne Sebastian“ beruhigte sie die Freundin. Diese schrie erneut auf, als weitere Wehen sie erfassten „ahhhhhwwww, auf Männer ist einfach kein Verlass...es ist doch immer das Gleiche“ schimpfte sie und Rebecca konnte nicht anders als zu lachen „das...ist...nicht...witzig“ mahnte Marie sie, woraufhin die Gräfin sich zusammenriss „Du hast ja Recht, aber es gibt bestimmt eine gute Erklärung dafür.“ Ehe Marie etwas entgegnen konnte, setzten erneut Wehen ein „die Abstände werden immer kürzer, es wird Zeit“ sagte die Hebamme, bevor sie gemeinsam in den Kreißsaal gingen.


Teil 200 - Part 2:

Als Marlene eine halbe Stunde später im Krankenhaus ankam, rauschte sie beinahe mit Ricardo zusammen „hey, sind sie schon da?“ fragte sie den Spanier, der sie verwirrt anblickte „wer?“ Sie lachte „die Babys von Marie, sie ist gerade mit Wehen eingeliefert worden. Ich dachte Du wüsstest eventuell mehr“ klärte sie ihn auf. Ricardo sah sie aus müden Augen an „nein, ich habe davon nichts mit bekommen. Die Entbindungsstation ist eine Etage höher“ sagte er. Marlene musterte den Freund ihrer Schwester genauer, er wirkte mitgenommen und irgendwie traurig „geht es Dir nicht gut?“ hakte sie besorgt nach und dachte an den Spiele Abend zurück, als er auch etwas daneben war. Der Arzt lächelte, doch es wirkte aufgesetzt „ich bin okay, nur der übliche Wahnsinn halt, aber danke, dass Du fragst. Ich muss jetzt auch weiter, aber ich schaue später mal bei Euch vorbei“ versprach er, bevor er sich abwandte und davon stapfte. Die blonde Frau sah ihm noch eine Weile nach, bis sie sich auf den Weg zum Kreißsaal machte.

Im Kreißsaal selbst bemühte Marie sich unterdessen tapfer zu sein, obwohl sie das Gefühl hatte, dass es sie innerlich zerriss. Die Schmerzen waren noch viel schlimmer, als sie es sich je ausgemalt hatte und alles was sie wollte war, dass es endlich vorbei war. Während sie die Anweisungen der Geburtshelfer nur gedämpft wahrnahm und kaum noch wusste, wo oben und unten war, war die einzige Konstante Rebeccas Stimme und ihre Hand, die wohl noch niemals einer solchen Belastung ausgesetzt war. Die junge Gräfin fragte sich zwischenzeitlich, ob sie ihre Hand jemals wieder zum Designen gebrauchen konnte, aber da es das einzige war, was sie für ihre Freundin tun konnte, biss sie die Zähne zusammen und versuchte sie irgendwie weiter zu ermutigen „Du machst das toll, gleich hast Du es geschafft.“ Marie stöhnte „ich kann nicht mehr, ich halte das einfach nicht aus“ sagte sie benommen, da teilte die Hebamme ihr mit, dass das erste Köpfchen bereits zu sehen war „nicht aufhören jetzt, Sie müssen weiter pressen“ wies sie sie an. „Komm schon, Du kannst das“ versuchte Rebecca sie weiter anzutreiben „Du hast leicht reden“ entgegnete Marie gereizt, doch dann riss sich zusammen und kurze Zeit später erfüllte das erste Babygeschrei den Saal.

Vor dem Kreißsaal versammelten sich in der Zwischenzeit immer mehr Menschen, die alle aufgeregt und voller Vorfreude auf die neuen Erdenbürger warteten. Neben Marlene und Dana, war auch Rebeccas Familie vollzählig versammelt, der einzige der nach wie vor fehlte war Sebastian. Marlene ging zu ihrem Schwiegervater „und Ihr habt keine Ahnung, wo Sebastian sein könnte?“ fragte sie verwundert „wir verstehen es auch nicht. Er war vorhin noch auf dem Schloss und das Personal hat ihn auch nicht wegfahren sehen. Normalerweise ist er immer erreichbar...hoffentlich ist nichts passiert“ erwiderte Ludwig besorgt. Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter „mach Dich nicht verrückt, er hat wahrscheinlich einfach sein Handy nicht dabei“ beruhigte sie ihn, woraufhin er nickte „er wird sich sehr ärgern, dass er in diesem besonderen Moment nicht bei seiner Freundin sein konnte.“ Helena gesellte sich zu ihnen „ich bin so furchtbar aufgeregt. Wie die beiden wohl aussehen werden? Vielleicht sehen sie Tristan ähnlich...er wäre so stolz gewesen, wenn er jetzt hier sein könnte“ sagte sie und lehnte sich an die Schulter ihres Vaters, der liebevoll seine Arme um sie legte „ja Schatz, das wäre er, genauso wie wir.“ Marlene lächelte ihnen zu und gesellte sich dann zu Hagen und Dana, die etwas Abseits an der Wand lehnten und sich leise unterhielten.

Während der kleine Jonas bereits seine ersten Atemzüge tat und von einem Arzt untersucht wurde, kämpfte seine Mutter mit der Geburt seiner Schwester, die den Weg nach draußen noch nicht gefunden hatte. Maries Kräfte ließen immer mehr nach, sie war erschöpft und von den Schmerzen ausgelaugt, doch es half alles nichts, sie musste weiter machen, damit auch ihre Tochter das Licht der Welt erblicken konnte. Rebecca streichelte ihr über die Stirn „ich weiß es ist hart, aber Du musst noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Danach ist es vorbei...ich weiß, dass Du das schaffst“ sagte sie und fühlte sich trotz allem hilflos, weil sie nichts weiter tun konnte, als ihr immer wieder gut zuzureden. Marie schloss die Augen und als die nächsten heftigen Wehen einsetzten, tat sie, was von ihr verlangt wurde, auch wenn sie nicht wusste, wo die Kraft noch herkam, die sie dafür aufbringen musste. Sie schrie all ihren Schmerz hinaus, krallte sich am Bett und an Rebecca fest und wurde schließlich belohnt, als die kleine Sophie sich das erste Mal lauthals zu Wort meldete.

Sebastian schlug erneut mir seinen Fäusten gegen die Tür des Weinkellers, in dem er gemeinsam mit seiner noch Ehefrau seit geraumer Zeit eingeschlossen war „verdammt noch Mal, hört mich denn keiner“ schrie er erneut und trat gefrustet gegen die Tür. Sein Nervenkostüm war mehr als dünn, denn Tanja trieb ihn mit ihren Kommentaren in den Wahnsinn „und das alles nur, weil Du so dumm warst und die Klinke abbrechen musstest. Was wolltest Du überhaupt hier?“ fuhr er sie an. Sie grinste in sich hinein, doch nach außen gab sie sich gleichgültig „ich wollte Dich nur davon in Kenntnis setzten, dass ich eine Zeit lang verreise. Und außerdem wollte ich noch einmal zu Emma, aber ich konnte sie nicht finden“ erklärte sie und schaute ihn interessiert an „kommen da nicht Erinnerungen auf? Ich erinnere mich an eine Zeit, da hätten wir gewusst, wie wir uns die Zeit hier unten vertreiben können“ flüsterte sie verheißungsvoll. Sebastian lachte hämisch „das ist lange her und falls das ein Versuch sein soll, daran anzuknüpfen, kannst Du das abhaken. Ich will hier einfach nur raus und zwar schnell“ ließ er sie abblitzen und trommelte erneut gegen die Tür. Er konnte sein Glück kaum fassen, als er Justus Stimme hörte, der die Tür von außen öffnete „Graf Lahnstein, hier sind Sie. Endlich haben wir Sie gefunden“ sagte er aufgeregt. Sebastian schaute ihn verwundert an „wieso, haben Sie mich gesucht?“ wollte er wissen „allerdings. Ihre Freundin wurde mit Wehen ins Krankenhaus eingeliefert“ teilte der Butler ihm mit. Der junge Graf starrte ihn erschrocken an „WAS??? Verdammt, ich muss sofort los“ rief er aufgebracht und rannte wie ein Verrückter davon.

Marie war erschlagen, sie fühlte sich, als hätte man alles Leben aus ihr heraus gesaugt und war einfach nur kaputt. Sie hatte noch gar nicht richtig verarbeitet, was passiert war, da sah sie zum ersten Mal ihre beiden Kinder, die jetzt von der Hebamme und einem Arzt zu ihrem Bett getragen wurden. Sie war so fasziniert vom Anblick der beiden winzigen Menschen, die eben noch in ihrem Bauch gewesen und auf so schmerzhafte Art aus ihr heraus gekommen waren, dass sie beinahe das Atmen vergaß. Und dann geschah etwas, was Marie nicht für möglich gehalten hätte. Als die Hebamme ihr das kleine Mädchen in die Arme legte, waren alle Schmerzen wie von Zauberhand vergessen und die gerade erlebten Qualen rückten in weite Ferne. Während der Arzt den kleinen Jungen in Rebeccas Arme legte, streichelte Marie über die zarte Haut ihrer Tochter und nahm vorsichtig die kleine Hand zwischen ihre Finger „wie winzig sie ist“ flüsterte sie und sah dann zu Rebecca, die ihren Sohn mit ähnlicher Faszination betrachtete. Rebecca rückte näher zu ihr, damit sie Jonas ebenfalls begrüßen konnte. Marie berührte sanft sein kleines Gesicht und wurde schließlich von ihren Gefühlen übermannt „sind sie nicht wunderschön? Das ist ein Wunder“ flüsterte sie, während ihr Tränen des Glücks über die Wangen liefen. Auch Rebecca war sprachlos und bekam feuchte Augen, das erlebte hatte sie tief bewegt „ja, das sind sie. Sie sind einfach perfekt“ erwiderte sie leise und küsste sanft den Kopf ihres Neffen. Sie lächelte ihre Freundin an „Du hast das großartig gemacht“ lobte sie die frisch gebackene Mutter, deren Augen trotz der Anstrengungen strahlten, wie nie zuvor „Du auch. Danke, dass Du bei mir warst. Ohne Dich wäre ich durchgedreht“ sagte Marie und betrachtete liebevoll die beiden Geschöpfe, die ihr Leben bereits jetzt komplett verändert hatten. Sie waren ein Geschenk, und Marie schwor sich in diesem Moment, dass sie dies niemals vergessen würde „danke Tristan“ flüsterte sie, während sie erst Sophie und dann Jonas sanft küsste und war unendlich froh, dass er damals nicht einfach aufgegeben hatte. Rebecca schaute sie verstehend an, da griff Marie nach ihrer Hand „tut es noch weh?“ fragte sie und es dauerte einen Moment bis die Brünette begriff, dass sie von ihrer Hand sprach „ich werde es überleben“ antwortete sie grinsend. Jonas und Sophie bekamen von all dem nichts mit, sie schliefen wie zwei Babys, die gerade eine lange und anstrengende Reise hinter sich gebracht hatten.


Teil 200 - Part 3:

Ein wenig später kamen Rebecca und die Hebamme mit den beiden Babys aus dem Kreißsaal, wo die restlichen Familienmitglieder schon sehnsüchtig warteten. Natürlich entstand sofort eine große Aufregung, alle waren entzückt von den beiden Winzlingen und brachten ihre Begeisterung zum Ausdruck. Helena nahm der Hebamme das kleine Mädchen ab und merkte, wie ihr die Tränen kamen „hallo Sophie“ sagte sie leise und wiegte sie vorsichtig in ihren Armen „Gott, sie ist so süß.“ Ludwig und Elisabeth traten an sie heran und bewunderten ebenfalls ihre Enkelin, während Marlene zu ihrer Frau gegangen war und den kleinen Jonas betrachtete „was für ein niedlicher Zwerg“ flüsterte sie und strich vorsichtig mit dem Finger über seine Wange. „Wie geht es Marie?“ fragte sie „es geht ihr ganz gut, sie ist total geschafft, aber sehr glücklich“ erklärte die Brünette und spielte mit der kleinen Hand ihres Neffen „und wie geht es Dir? Das war doch bestimmt ganz schön aufregend.“ Rebecca lächelte die Blonde an und auch die anderen wandten sich ihr jetzt zu „das kannst Du laut sagen. Es war unglaublich...so eine Geburt ist schrecklich und wunderschön zugleich. Auf der einen Seite steht man hilflos daneben und kann nichts tun, aber wenn dann plötzlich der Raum von Leben erfüllt ist...das ist einfach unbeschreiblich. Und Du hättest mal Marie sehen sollen, sie war so glücklich, als sie Jonas und Sophie endlich in den Armen halten konnte“ erzählte sie mitreißend. Marlene freute sich mit ihr und gab ihr einen Kuss „das klingt nach einer tollen Erfahrung“ erwiderte sie und ging dann zu Helena, die nach wie vor Sophie auf dem Arm hatte. Die junge Gräfin übergab den kleinen Jungen an seinen Großvater „habt Ihr eigentlich was von Sebastian gehört?“ wollte sie wissen und sah in ratlose Gesichter, als Hagen um die Ecke kam „Sebastian ist unterwegs. Justus hat mich gerade angerufen und mir erzählt, dass er im Weinkeller eingesperrt war“ klärte er seine Familie auf.

Dana hatte sich inzwischen von den anderen verabschiedet und war auf der Suche nach ihrem Freund, als sie ungewollt Zeuge eines Gespräches wurde „ich will mich wirklich nicht einmischen Ricardo, aber vielleicht ist es an der Zeit, dass Du mit ihr redest. Du stehst doch völlig neben Dir“ riet die Frau ihm, bei der es sich offenbar um eine Kollegin handelte. Der Spanier war aufgewühlt „ich weiß nicht, ich möchte ihr diesen Schmerz einfach ersparen...Es ist schlimm genug, dass es überhaupt so weit gekommen ist...ich kann ihr das einfach nicht zumuten“ entgegnete er bedrückt. Die Frau wandte sich ihm zu und berührte sanft seine Schulter „wie Du meinst. Aber wie stellst Du Dir das vor? Das mit Lara und Dir ist nun mal so passiert und das wirst Du nicht einfach abstellen können, Ricardo. Gefühle kann man nun mal nicht steuern, egal wie sehr man sich bemüht“ sagte sie. Ricardo wirkte mitgenommen „das weiß ich und ich wollte das doch auch gar nicht, aber Lara hat sich einfach in mein Herz geschlichen und jetzt...ist alles anders. Ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll“ erwiderte er und seine Worte trafen Dana mitten ins Herzen. Die Wolf Tochter sah ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt, sie fühlte sich wie betäubt und schloss für einen Moment die Augen. Als sie sie wieder öffnete, brannten bereits Tränen in ihnen und weil sie nicht länger hören wollte, was sie einfach nicht wahrhaben konnte, zog sie sich zurück und verließ aufgewühlt das Krankenhaus.

Die Lahnsteins verabschiedeten sich derweil von ihren neuen Familienmitgliedern, die genau wie ihre Mutter erschöpft waren, nach der anstrengenden Geburt. Helena warf noch einen letzten Blick auf die Babys, an denen sie sich nur schwer satt sehen konnte und umarmte ihre Freundin „ist es okay, wenn ich morgen noch einmal mit Lukas vorbei komme?“ fragte sie etwas verlegen, woraufhin Marie lächelte „na klar ist das in Ordnung. Ich werde wohl morgen auf alle Fälle noch da sein, aber dann hält mich hier nichts mehr“ erklärte sie und ließ sich müde in ihr Kissen sinken, als Helena gegangen war. Marlene und Rebecca beschlossen ebenfalls sich zu verabschieden, um der Freundin etwas Ruhe zu gönnen „wir gehen dann auch...Sebastian müsste ja gleich hier sein“ verkündete die Brünette. Die beiden Frauen drückten Marie zum Abschied, betrachteten noch einmal die zwei schlafenden Kinder und machten sich dann auf den Weg nach Hause. Als sie vor dem Krankenhaus standen, bekam Marlene eine SMS von Tanja „Ich verschwinde für eine Weile aus Düsseldorf. Melde mich wieder. Tanja“ Rebecca bemerkte das leichte Grinsen ihrer Frau „was ist?“ wollte sie wissen „Tanja hat mir geschrieben. Sie hat ausnahmsweise mal einen Rat von mir angenommen und ist verreist. Vielleicht besteht doch noch Hoffnung, dass sie sich wieder fängt“ entgegnete Marlene und sah die Verwirrung in Rebeccas Gesicht „wie jetzt? Sie ist einfach weg? Wann hast Du denn mit ihr geredet?“ Die Blonde atmete tief durch „ich erzähle es Dir zuhause“ erklärte sie und zog die andere mit sich.

Als Sebastian endlich angekommen war, betrat er mit schlechtem Gewissen das Zimmer und schaute zunächst vorsichtig hinein „trau Dich ruhig rein, ich bin zu geschwächt, um Dich lang zu machen“ sagte Marie leise und an ihrem Ton erkannte er, dass sie offenbar nicht wütend auf ihn war. Sichtbar erleichtert betrat er den Raum und blieb wie angewurzelt stehen, als er seine Freundin mit dem kleinen Baby sah. Es war ein ungewohnter Anblick, doch sein Herz schmolz beinahe dahin und so ging er strahlend auf die beiden zu. Er beugte sich zu seiner Freundin und gab ihr ein paar sanfte Küsse „geht es Dir gut?“ Marie nickte „ja, inzwischen geht es mir sogar sehr gut“ antwortete sie lächelnd „darf ich vorstellen, das ist Jonas. Er ist vor ein paar Minuten aufgewacht und mag gerade nicht mehr schlafen.“ Sebastian lachte leise und streichelt über Jonas Köpfchen „hallo kleiner Mann, ich bin Dein Onkel“ flüsterte er und betrachtete gerührt den Sohn seines Bruders „es ist unglaublich...auf einmal sind sie da“ stellte er bewegt fest, da fing Sophie an zu schreien, als wollte sie sagen, dass sie auch noch da war. Sebastian ging zu dem Bettchen und hob sie vorsichtig heraus „hey, da ist ja noch so eine süße Maus...ist ja gut, wir haben Dich nicht vergessen“ sagte er und drückte seine Nichte sanft an sich, bevor er sich wieder zu Marie setzte. Diese beobachtete glücklich, wie liebevoll Sebastian mit ihr umging und griff nach seiner Hand „wenn mir das jemand vor einem Jahr erzählt hatte...ich hätte ihn für verrückt erklärt“ gestand sie „ich habe mich in meinem ganzen Leben noch niemals so vollständig gefühlt. Manchmal macht mir das Angst, weil ich denke, dass ich auch noch niemals so viel zu verlieren hatte.“ Er sah sie an und nickte „das kenne ich und ich kann Dir diese Angst auch leider nicht ganz nehmen. Aber was ich Dir sagen kann ist, dass ich Dich liebe, genauso wie die beiden Würmer hier, und dass ich immer für Euch da sein werde. Darauf kannst Du Dich verlassen, und zwar immer“ versicherte er ihr. Maries Augen wurden feucht „ich liebe Dich auch...obwohl Du mich ständig zum Weinen bringst und das ist wirklich furchtbar“ sagte sie und lachte auf diese unsichere Art, die er so liebte. Er gab ihr einen Kuss und legte anschließend die Babys zurück ins Bett „bleibst Du noch ein bisschen bei mir?“ fragte sie, woraufhin er sich zu ihr aufs Bett legte „so schnell wirst Du mich nicht mehr los. Ich muss Dir schließlich noch erklären, weshalb ich nicht erreichbar war und außerdem musst Du mir unbedingt erzählen, wie meine Schwester sich so gemacht hat, als seelischer Beistand“ erwiderte er neugierig. Marie schmiegte sich an ihn „Rebecca war toll...und sie musste einiges aushalten“ begann sie zu erzählen, doch er merkte, dass sie eigentlich viel zu müde war „schlaf jetzt erst mal ein bisschen“ sagte er und strich ihr sanft durchs Haar. Sie protestiert zwar leise, doch es dauerte nicht lange bis ihr Widerstand brach und sie fest eingeschlafen war.

Dana packte unterdessen ein paar Sachen von sich zusammen, die in Ricardos Wohnung waren und war nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Die ganze Zeit überlegte sie, wie sie nur so dumm hatte sein können, wo das Verhalten ihres Freundes doch schon länger mehr als sonderbar war. Natürlich war es nicht ihr erster Gedanke gewesen, dass er sie betrügen könnte, aber inzwischen sah sie einiges anders und das Gespräch, das sie heute mitbekommen hatte, bestätigte diesen Verdacht. Schon neulich, als er die ganze Zeit Nachrichten bekam und danach unbedingt noch einmal ins Krankenhaus wollte, war sie misstrauisch geworden. Als er dann noch ihre Nähe nicht hatte zulassen können, war sie endgültig verunsichert gewesen. Am nächsten Tag war er ihr zwar wieder normal vorgekommen und hatte sich entschuldigt, aber vielleicht war das auch nur ein weiteres Zeichen und deutete auf ein schlechtes Gewissen hin. Dana pfefferte wütend ihre Bürste auf den Boden und ließ sich aufs Sofa fallen. Sie verstand es nicht, konnte einfach nicht glauben, dass es ihr schon wieder passierte und dass Ricardo ihr das antat. Sie waren doch glücklich gewesen, jedenfalls hatte sie das geglaubt und ein großer Teil in ihr, glaubte es noch immer und wollte nicht wahrhaben, dass ihre Liebe bereits am Ende war.


dani2503 hat geschrieben:
Mit diesem letzten Part meines 200 Teils verabschiede ich mich in eine kleine, kreative Pause. Ich muss meine Gedanken ein wenig ordnen und wieder ein bisschen vorschreiben, damit es bald weiter gehen kann, mit meiner Geschichte.

Ich danke Euch allen von Herzen, dass Ihr meine FF schon so lange begleitet, und dass viele von Euch mir über einen sehr langen Zeitraum so tolle und liebe Rückmeldungen geben.

VIELEN DANK




Und damit reiche ich die Kopieraufgabe weiter und verabschiede mich aus diesem Thread. :D
@Sterni:
Hier geht es im Rosanen weiter. :wink:


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BeitragVerfasst: 05.09.2015, 21:19 
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Beiträge: 8142
vonLahnstein hat geschrieben:
Und damit reiche ich die Kopieraufgabe weiter und verabschiede mich aus diesem Thread. :D
@Sterni:
Hier geht es im Rosanen weiter. :wink:

:redknuddel: :knuddelknutsch:


Teil 201:

Am nächsten Tag feierte eine größere Gruppe junger Leute einen runden Geburtstag im No Limits, was Dana nur wenig begeisterte, die abgespannt und müde war, nachdem sie in der letzten Nacht erneut kein Auge zugetan hatte. Sie befasste sich gerade mit der nächsten Getränkebestellung und bewegte sich anschließend mit dem vollen Tablett in Richtung des großen Tisches. Sie verteilte schweigend die Gläser, sammelte die leeren wieder ein und machte sich auf den Weg zurück zur Bar. Dabei stieß sie gegen eine herumstehende Reisetasche, was zur Folge hatte, dass das Tablett im hohen Bogen durch die Luft flog und die zahlreiche Tassen und Gläser geräuschvoll auf dem Boden zerschellten. Dana fluchte so laut, dass sich auch der letzte Gast zu ihr herum drehte „verdammt noch mal, wieso steht die Tasche hier mitten im Weg herum“ fuhr sie die junge Frau an, die in diesem Moment nach der Reisetasche griff „mach Dich mal locker...Du hättest ja drum herum laufen können, anstatt dagegen“ bemerkte sie unbeeindruckt. Die Geschäftsführerin starrte sie mit offenem Mund an „wie bitte? Ich glaube ich höre nicht richtig! Erst blockierst Du mit dem Ding den Weg und dann klopfst Du auch noch unverschämte Sprüche, anstatt Dich zu entschuldigen“ regte sie sich auf. Josie kam mit einem Kehrblech und versuchte ihre Kollegin zu beruhigen „ist doch halb so wild, ich kümmere mich schnell darum“ bot sie an „na also, wenigstens eine, die weiß, wie man sich Gästen gegenüber zu benehmen hat“ sagte die brünette Frau und schlenderte mit ihrer Tasche zur Bar. Dana versuchte sich zu beruhigen, aber ihre Nerven waren dünn wie Drahtseile an diesem Tag, weshalb sie der anderen nachging und sie nochmals ansprach „ich weiß sehr wohl, wie man mit Gästen umgeht, aber nicht jeder Gast weiß sich zu benehmen. Du bist das beste Beispiel“ erklärte sie gereizt. Die junge Frau mit den leicht struppigen Haaren sah sie belustigt an „Du gehst ja ab. Schlecht geschlafen, oder bist Du immer so angespannt?“ fragte sie und streckte der Wolf Tochter versöhnlich die Hand entgegen, doch Dana wandte sich schimpfend ab und ließ sie einfach stehen. Sie zuckte mit den Schultern, drehte sich um und stieß prompt mit einer Frau zusammen, deren Getränk sich daraufhin über sie beide ergoss „na bravo“ kommentierte diese das Malheur „ja, meine Trefferquote heute ist echt vernichtend“ entgegnete die Brünette lachend. Die blonde Frau sah sie irritiert an „wie darf ich das jetzt verstehen?“ wollte sie wissen „nun ja, ich habe es innerhalb von wenigen Minuten geschafft, dass unzählige Gläser zu Bruch gegangen sind, bin deshalb mit der unentspannten Brünette dort aneinander geraten und jetzt habe ich auch noch Dein Outfit versaut, was übrigens echt schick aussieht“ bemerkte sie und musterte ihr Gegenüber eingehend. Marlene war perplex „ähm...danke, aber das hilft mir leider auch nicht weiter, weil ich gleich einen Bewerber erwarte und das Vorstellungsgespräch in genau diesem Outfit führen muss, auf dem jetzt Cola Flecken sind“ erwiderte sie etwas pikiert „und die unentspannte Brünette ist übrigens meine Schwester und die Geschäftsführerin hier.“ Die junge Frau mit der pfiffigen Frisur und den braunen Augen lächelte sie schelmisch an „das trifft sich gut, ich bin nämlich zufällig gerade auf der Suche nach einem Job. Stell doch einfach mich ein, dann ersparst Du Dir das Gespräch und ich kann meinen kleinen Fauxpas direkt wieder gut machen“ sagte sie selbstbewusst. Marlene war endgültig geplättet und wusste nicht, was sie sagen sollte „ich bin übrigens Jacqueline Mehring, aber Du kannst mich Jacky nennen“ verkündete die andere fröhlich und reichte ihr die Hand.

Marie saß auf dem Krankenhausbett und hielt die kleine Sophie in ihren Armen, die zufrieden an dem Fläschchen nuckelte, welches ihre Mutter ihr gab. Die blonde Frau konnte noch immer kaum glauben, dass sie nun zweifache Mama war und würde ihre Kinder am liebsten den ganzen Tag lang anschauen, die für sie das Schönste waren, was sie je gesehen hatte. Sie lächelte ihre Tochter liebevoll an, während sie mit den kleinen Füßen spielte „Du hast ja alles ausgetrunken, meine Süße“ sagte sie zufrieden und legte sich die Kleine an die Schulter, damit sie ihr Bäuerchen machen konnte. Währenddessen beobachtete sie Lukas, der unter der Aufsicht seiner Freundin Jonas das Fläschchen gab und musste unwillkürlich grinsen. Die beiden waren total vernarrt in den Nachwuchs und Marie wusste jetzt schon, dass sie keine Probleme bekommen würde, wenn sie später mal einen Babysitter brauchte. Helena begegnete ihrem Blick und ging zu ihr „wieso grinst Du so?“ fragte sie und setzte sich neben sie „nur so, Ihr beide seid einfach süß zusammen...und Lukas hat anscheinend keinerlei Berührungsängste, was die Babys angeht.“ Helene lächelte und schaute zu ihrem Freund, welcher gerade versuchte Jonas in den Schlaf zu wiegen, der angefangen hatte zu schreien „Lukas liebt Kinder, er ist ja auch ganz vernarrt in die Kinder seines Bruders“ erklärte sie ihrer Freundin. Marie schaute sie vielsagend an „na, wenn das mal keine guten Voraussetzungen sind. Den musst Du Dir unbedingt warm halten“ scherzte sie und zwinkerte der Brünetten zu. Die Gräfin lachte „wer weiß, irgendwann vielleicht...aber erst mal müssen wir es schaffen, die anderen Hürden zu meistern. Der Prozess rückt immer näher und ehrlich gesagt graut mir immer noch davor“ gestand sie etwas traurig. Die Blonde nickte „das kann ich verstehen. Hast Du denn inzwischen mal mit Karsten Berger gesprochen?“ Helena schüttelte den Kopf „nein, aber ewig kann ich mich davor nicht mehr drücken. Lukas leidet darunter und wirklich weiter hilft es mir auch nicht. Keine Ahnung, ich weiß nicht, was der richtige Weg ist“ flüsterte sie, da kam ihr Freund zu ihnen „ich glaube, da muss die Mama ran“ bemerkte er, weil der Kleine noch immer schrie. Marie übergab ihre Tochter an die Patentante in spe und nahm Jonas entgegen „mal sehen, ob er sich bestechen lässt“ sagte sie und nahm einen Schnuller zur Hand, den er jedoch direkt wieder ausspuckte „scheint nicht so“ erkannte sie lachend und die anderen stimmten mit ein.

Unterdessen lief Ricardo unruhig durch seine Wohnung und wunderte sich, dass Dana letzte Nacht wieder nicht da gewesen war und er auch heute noch nichts von ihr gehört hatte. Ein Teil ihrer Sachen fehlte, was ihm erst recht zu denken gab und als er versuchte sie auf dem Handy zu erreichen, ging sie nicht dran. Er fasste sich in den Nacken und versuchte sich einen Reim auf das Ganze zu machen, doch er verstand es nicht. Als sie sich zuletzt gesehen hatten, war alles okay gewesen und von Rebecca hatte er erfahren, dass sie sogar im Krankenhaus gewesen war, um Marie und die Babys zu besuchen. Der Spanier überlegte, was er tun konnte und obwohl er eigentlich etwas anderes vorhatte, beschloss er vorher ins No Limits zu fahren, wo er seine Freundin vermutete. Irgendetwas stimmte nicht, das spürte er und so machte er sich auf den Weg, um es aus der Welt zu schaffen. Vielleicht hatte Dana doch gemerkt, dass etwas mit ihm nicht stimmte und dass seine Stimmungsschwankungen, derer er sich durchaus bewusste war, nicht nur Stress bedingt waren. Ricardo seufzte, er war noch nie ein guter Lügner gewesen und wie es aussah, musste er die Karten nun auf den Tisch legen. Er schüttelte den Kopf, es war dumm gewesen zu glauben, dass er die Sache mit Lara einfach für sich behalten konnte, ohne dass Dana etwas merken würde. Dafür war schon viel zu viel passiert und Ricardo wusste, dass es noch lange nicht vorbei war.

Marlene saß der brünetten Frau mit verschränkten Armen gegenüber und musterte sie mit einem gewissen Interesse. Ihr forsches und selbstbewusstes Auftreten imponierte ihr und sie hatte etwas an sich, dem sie sich nur schwer entziehen konnte. Jacky war Mitte zwanzig, wie sie inzwischen erfahren hatte und stammte aus dem Ruhrgebiet. Sie war gerade erst nach Düsseldorf gekommen, lebte mehr oder weniger in den Tag hinein und suchte deshalb dringend einen Job. Sie war sehr hübsch, ein bisschen ausgeflippt und redete so, wie ihr der Mund gewachsen war „ist das eigentlich typisch für den Ruhrpott, dass man so mit der Tür ins Haus fällt, oder bist Du da die Ausnahme?“ fragte Marlene amüsiert. Jacky grinste „die Leute im Pott sind schon ziemlich locker, aber meine Mutter sagt immer, dass ich außer Art geschlagen bin, in jeder Hinsicht“ erwiderte sie „und, wie sieht´s aus? Gibst Du mir eine Chance, oder ist Dir das zu spontan?“ Die Clubbesitzerin schlug die Beine übereinander und stützte sich auf dem Tisch ab „glaubst Du denn, dass Du dem hier gewachsen bist? Das hier ist kein einfacher Nebenjob, dieser Club ist einer der angesehensten in Düsseldorf und entsprechend wichtig ist es, dass hier alles reibungslos abläuft“ erklärte sie und versuchte einzuschätzen, wie die junge Frau damit umging. Jacky nahm die gleiche Haltung ein, wie ihr Gegenüber und sah ihr herausfordernd in die Augen „klingt nach einer Aufgabe für mich. Wo muss ich unterschreiben?“ fragte sie und lächelte Marlene siegesgewiss an.

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BeitragVerfasst: 05.09.2015, 21:22 
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Teil 202:

Ricardo betrat einige Zeit später den Club und hielt Ausschau nach seiner Freundin, als er Marlene erblickte, die sich angeregt mit einer jungen Frau unterhielt. Die Clubbesitzerin entdeckte ihn ebenfalls und winkte ihn zu sich „Dana ist im Lager“ teilte sie ihm mit „danke“ antwortet er und machte sich auf den Weg dort hin. Als er im Lager ankam und seiner Freundin gegenüber stand, erschrak er etwas, denn sie sah ziemlich mitgenommen aus „hey“ sagte er leise „ich habe schon den ganzen Tag versucht Dich zu erreichen. Wieso warst Du denn letzte Nacht nicht bei mir?“ Er ging zu ihr, um sie zu begrüßen, doch sie blockte ihn ab und lief an ihm vorbei „wieso, hast Du mich etwa vermisst?“ entgegnete sie etwas zynisch. Ricardo kräuselte die Stirn „natürlich habe ich Dich vermisst, das tue ich immer, wenn Du nicht da bist. Was ist denn mit Dir los? Geht es Dir nicht gut? Du siehst etwas mitgenommen aus“ erkundigte er sich besorgt und ging wieder zu ihr. Dana sah ihn vorwurfsvoll an „das könnte daran liegen, dass ich kein Auge zugetan habe letzte Nacht und dass alles, was ich heute anfasse, schief geht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mein Freund mich seit Wochen belügt und mir vormacht, er wäre gestresst von der Arbeit, während er sich in Wirklichkeit mit einer gewissen Lara trifft“ schmetterte sie ihm ihren Frust entgegen, der sich seit gestern in ihr angestaut hatte. Ricardo schaute sie überrascht an „woher weißt Du denn von Lara? Ich habe ihren Namen doch nie erwähnt...“ erwiderte er irritiert „nein, das hast Du nicht, weil Du es vorgezogen hast, mich anzulügen. Aber Deiner Kollegin hast Du ja dafür das Herz ausgeschüttet. Kannst Du mir bitte mal erklären, was das alles soll? Wieso machst Du das?“ wollte sie aufgebracht wissen. Der spanische Arzt atmete schwer, das hatte er jetzt davon, dass er so lange geschwiegen hatte „Du hast das Gespräch gehört? Aber warum hast Du mich denn dann nicht angesprochen? Es tut mir leid, ich weiß inzwischen, dass es dumm war, Dir nichts davon zu erzählen“ gab er zerknirscht zu und wollte sich ihr wieder nähern, doch sie wich erneut zurück „was denn? Und das war es jetzt? Mehr hast Du mir dazu nicht zu sagen?“ Er war verwundert über ihren heftigen Ausbruch „doch natürlich, es gibt dazu sogar sehr viel zu sagen. Aber das sollten wir lieber zuhause besprechen und nicht hier, zwischen Tür und Angel“ sagte er ruhig. Die Wolf Tochter wurde noch wütender, sie konnte nicht fassen, wie leicht er es sich machte „was gibt es denn dazu noch zu sagen? Oder läuft da immer noch was zwischen Dir und dieser...dieser Lara? Wie lange geht das überhaupt schon?“ forderte sie lautstark eine Antwort, wobei ihr Tränen in die Augen stiegen. Ricardo begriff erst jetzt, wovon sie sprach und war wie vor den Kopf gestoßen „Du denkst, dass ich Dich betrüge?“ fragte er und konnte nicht glauben, wie sehr alles aus dem Ruder gelaufen war. Dana starrte ihn aufgewühlt an „warum machst Du das Ricardo? Ich verstehe es einfach nicht“ sagte sie traurig und lief an ihm vorbei, weil sie es nicht länger ertragen konnte.

Marlene wusste selbst nicht so genau, was sie sich dabei dachte, aber Jacky hatte es geschafft sie um den Finger zu wickeln „also gut, Du bekommst Deine Chance. Erst mal auf Probe und dann sehen wir weiter“ sagte sie und schaute in ein strahlendes Gesicht. „Coole Sache“ bemerkte die junge Frau happy „wann soll ich anfangen?“Marlene schüttelte belustigt den Kopf, das war mit Abstand das skurrilste Bewerbungsgespräch, das sie jemals geführt hatte. Wenn sie das heute Abend ihrer Frau erzählen würde, würde Rebecca sie für verrückt erklären „so schnell wie möglich, wir brauchen dringend Unterstützung. Ist Dir morgen zu spontan?“ bediente sie sich Jackys vorheriger Ausdrucksweise. Die andere verstand den Wink und rieb sich die Hände „von mir aus auch sofort, ich habe gerade eh nichts besseres vor. Nur eine Unterkunft muss ich mir noch suchen, aber der Tag ist ja noch jung“ entgegnete sie heiter. Die Blonde schaute sie entsetzt an „wie, Du hast noch nicht mal eine Bleibe? Und dann willst Du heute schon anfangen?“ fragte sie ungläubig, doch ihr Gegenüber zuckte nur mit den Schultern „ja klar, das ist kein Problem. Schließlich muss ich Dir ja beweisen, dass Du einen guten Griff mit mir gelandet hast“ sagte sie und zwinkerte ihr zu. Marlene glaubte eine gewisse Zweideutigkeit aus ihren Worten herausgehört zu haben, verwarf den Gedanken jedoch wieder „halt, nicht so schnell. Heute machst Du hier noch gar nichts, ich muss erst mal Deinen Arbeitsvertrag aufsetzen. Den kannst Du morgen unterschreiben und dann sehen wir weiter. Und was Dein anderes Problem angeht...hier in der Nähe ist eine Pension. Die ist zwar nicht sonderlich luxuriös, aber annehmbar und vor allem bezahlbar“ erklärte sie ihrer zukünftigen Mitarbeiterin. Diese schien mehr als zufrieden „und wieder ein Problem weniger, ich wusste doch, dass das ein guter Tag wird. Darauf müssen wir anstoßen, was willst Du trinken?“ fragte sie aufgekratzt, was die Clubbesitzerin erneut zum Schmunzeln brachte „das ist mir egal, solange es keine Cola ist“ erwiderte sie trocken. Jacky lachte und ging mit Marlene zur Bar, wo Dana beinahe an ihnen vorbei rauschte „Dana, warte mal“ rief die ältere Schwester. Die Gerufene kam zurück und erkannte die Frau, mit der sie zuvor aneinander geraten war „was macht die denn noch hier?“ fragte sie unfreundlich und wollte eigentlich nur noch weg, nach ihrem Gespräch mit Ricardo. Marlene entging ihr Tonfall nicht „ich habe schon gehört, dass Ihr vorhin etwas Ärger hattet, aber das lässt sich doch bestimmt aus der Welt schaffen“ sagte sie „Jacky wird nämlich demnächst hier arbeiten.“ Dana sah sie an, als käme sie vom Mond „bitte was? Das ist doch nicht Dein Ernst. Die Frau ist unmöglich“ beschwerte sie sich und bevor Marlene etwas erwidern konnte, schaltete Jacky sich ein „manchmal bin ich das wirklich, aber im Normalfall bin ich ganz umgänglich“ scherzte sie und reichte ihr die Hand „sorry wegen vorhin, war echt nicht böse gemeint.“ Dana schloss für einen Moment die Augen, sie hatte die Nase gestrichen voll für heute „ich muss hier raus“ sagte sie und lief an den beiden vorbei zum Ausgang. Marlene sah ihrer Schwester verwundert hinterher „oh man, die ist aber nachtragend“ bemerkte Jacky „eigentlich nicht, Dana ist normal sehr locker...ich glaube da steckt was anderes dahinter“ überlegte sie laut „ich kläre das schon, aber jetzt stoßen wir erst mal an. Auf Deinen Neuanfang in Düsseldorf.“ Die junge Frau lächelte sie fröhlich an „und was für einer“ stellte sie fest und betrachtete ihre neue Chefin noch einmal genauer, die nicht nur sehr attraktiv war, sondern auch ziemlich nett zu sein schien.

Rebecca dagegen hatte nach wie vor wenig zu lachen, die Arbeit wuchs ihr über den Kopf und Tanjas plötzliche Abreise warf sie zusätzlich nach hinten. Zwar war es mit der anderen Geschäftsführerin nicht einfach gewesen, aber alleine war die Arbeit kaum zu stemmen, schließlich war sie auch noch fürs Designen verantwortlich und musste zusehen, dass die Kollektion fertig wurde. Sie saß gerade in ihrem Büro und versuchte etwas zur Ruhe zu kommen, vor ihr lag eine Auswahl an Stoffen, die für die neuen Kleider in Frage kamen, doch nichts davon löste wirkliche Begeisterung bei ihr aus. Rebecca versuchte sich vorzustellen, wie die neue Kollektion aussehen sollte, doch sie schaffte es nicht und für einen Moment war sie kurz davor, einfach alles hinzuschmeißen „verdammt, so geht das nicht“ schimpfte sie und pfefferte die Stoffe auf den Boden. Sie stützte die Ellenbogen auf dem Tisch ab und verbarg ihr Gesicht in den Händen. Sie hörte jetzt schon Tanjas Worte, wenn sie zurück kehren würde „ich habe es Dir gleich gesagt, Du hast nicht das Zeug dafür. Bleib bei dem was Du kannst und lass die Finger von der Geschäftsführung.“ Die junge Gräfin seufzte, vielleicht hatte Tanja tatsächlich Recht und sie war nicht dafür gemacht ein Unternehmen zu führen. Auf der anderen Seite hatte ihr auch niemand wirklich geholfen bislang, abgesehen von Clarissa, aber die konnte auch nur aus der Ferne agieren. Rebecca seufzte erneut, sie fühle sich erschöpft, der Druck war nur schwer auszuhalten und das war eine ganz schlechte Voraussetzung, um eine Kollektion fertig zu stellen. Sie war frustriert, nichts lief so, wie sie es sich erhofft hatte und die Angst zu versagen wurde immer größer. Was würde ihr Vater denken? Was bedeutete es für LCL und nicht zuletzt fragte sie sich, was Marlene dazu sagen würde, wenn sie so kläglich scheiterte. Eine tiefe Stimme riss sie schließlich aus ihren trübsinnigen Gedanken „die Stoffe haben Dir wohl nicht gefallen, was?“ bemerkte Juri und hob eine der Rollen auf. Rebecca schaute überrascht auf, vielleicht war dieser Mann der erste Lichtblick, an einem bisher beschissenem Tag „hey Juri“ sagte sie möglichst lässig „ich habe gar nicht mehr mit Dir gerechnet.“ Er kam auf sie zu und setzte sich auf den Stuhl ihr gegenüber „ich auch nicht“ entgegnete er knapp. Sie sah ihn fragend an, viele Worte verlor dieser Mensch wirklich nicht „und was bedeutet das jetzt? Willst Du für LCL arbeiten, oder nicht?“ fragte sie und bemühte sich nicht aufgeregt zu klingen. Er sah sie an, ohne dabei eine Miene zu verziehen, fast so, als würde er durch sie hindurch sehen „ja“ antwortete er „aber es gibt ein paar Bedingungen.“

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BeitragVerfasst: 05.09.2015, 21:25 
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Teil 203:

Am Abend besuchte Ricardo seine Freundin Rebecca bei LCL, die in ihrem Büro saß und ihn gar nicht bemerkte, da sie sich auf irgendwelche Unterlagen zu konzentrieren schien. Er beobachtete sie vom Türrahmen aus „das sieht aber schwer nach Arbeit aus“ sagte er, woraufhin sie überrascht aufsah „hey, Du bist es. Was treibt Dich denn hier her?“ fragte sie etwas abwesend. Er näherte sich ihrem Schreibtisch „ich war gerade in der Gegend und weil ich ja weiß, dass Du ein kleiner Workerholic bist, dachte ich, dass ich Dich bestimmt noch hier antreffe“ erklärte er und setzte sich auf den Stuhl. Rebecca sah auf die Uhr und seufzte „schon so spät...ich weiß echt nicht, wo die Zeit bleibt. Marlene wird begeistert sein. Dabei bin ich noch nicht mal mit dem fertig, was ich mir vorgenommen habe“ bemerkte sie hörbar erschöpft. Ricardo hatte den Wink verstanden „klingt nicht so, als hättest Du Zeit für einen Plausch mit einem Freund“ sagte er und stand wieder auf „ich will Dich auch nicht von der Arbeit abhalten.“ Die junge Gräfin war zunächst dankbar für sein Verständnis, doch dann erkannte sie, dass offenbar etwas nicht stimmte „Ricardo, warte mal“ rief sie und lief ihm nach „es tut mir leid, ich kriege im Moment echt kaum was mit. Dir geht es gerade nicht so gut, oder?“ Er schüttelte den Kopf „ich bin da in etwas hinein geraten, aus dem ich nicht mehr raus komme und Dana denkt jetzt, dass ich sie betrüge“ erklärte er bedrückt. Die Brünette sah ihn verwirrt an „das tust Du aber hoffentlich nicht, oder?“ wollte sie wissen, obwohl sie sich denken konnte, dass dies nicht der Fall war „natürlich nicht, ich liebe Dana“ entgegnete er prompt. Rebecca zog ihn zu einem Tisch, holte zwei Gläser Wasser und setzte sich neben ihn „dann lass mal hören. Was ist passiert? Muss ich mir sorgen um Dich machen?“ Ricardo drehte sich zu ihr und sah in ihre braunen Augen, die ihn aufmerksam musterten „ich habe etwas gemacht, was man als Arzt niemals tun sollte...“ begann er zunächst vorsichtig zu erzählen, doch dann sprudelte es geradezu aus ihm heraus und er fühlte, wie sehr es ihn erleichterte endlich darüber zu reden. Auch Rebecca spürte, wie sehr es den Freund bewegte und schloss ihn in die Arme „ach Ricardo, warum hast Du denn nicht schon eher etwas gesagt? Es ist doch kein Wunder, dass Dich das mitnimmt. Du musst unbedingt mit Dana reden, bevor sie sich noch weiter verrückt macht“ sagte sie. Er löste sich von ihr „ich weiß, aber ich bin einfach enttäuscht, dass sie gleich denkt, ich hätte eine andere. Dabei bin ich so glücklich, dass ich mit ihr zusammen bin und das sollte sie eigentlich wissen, auch wenn es manchmal stressig ist“ erwiderte er und atmete schwerfällig. Die junge Gräfin lächelte ihn aufmunternd an „Dana kann aber auch nicht in Deinen Kopf gucken. Glaub mir Ricardo, ich weiß wie das ist, wenn man alles mit sich selbst ausmachen will...beim letzten Mal hätte es mich fast meine Ehe gekostet. Also mach bitte nicht den gleichen Fehler und beziehe Dana mit ein, auch wenn es vielleicht belastend für sie sein könnte. Geteiltes Leid ist halbes Leid, klingt vielleicht blöd, ist aber tatsächlich so“ riet sie ihm. Ricardo grinste „ganz schön weise, Frau von Lahnstein. Darf ich Dir denn auch mal einen Rat geben?“ fragte er „klar, schieß los“ erwiderte sie amüsiert und schaute ihn abwartend an. Er stupste ihr mit dem Finger gegen die Nase „manchmal sollte man die Arbeit einfach Arbeit sein lassen. Sie läuft Dir nicht weg und ist garantiert morgen auch noch da. Also mach für heute Feierabend und geh nach Hause zu Deiner Frau.“ Rebecca lachte „okay Dr. Mendes, das mache ich, wenn Du dafür mit Dana redest.“ Er reichte ihr die Hand „Deal“ sagte er nur und stellte fest, dass es sehr gut getan hatte mit ihr zu reden, auch wenn es das Problem selbst leider nicht löste.

Juri schlenderte lässig durch die Düsseldorfer Altstadt, wo er sich schon das ein oder andere Bierchen gegönnt hatte. Der Abend war noch jung und dem jungen Mann war danach ein bisschen durch die Clubs zu ziehen. Sein Gespräch mit Rebecca war erwartungsgemäß einfach verlaufen, sie hatte seine Bedingungen akzeptiert, wenn auch zähneknirschend, das hatte er gemerkt. Sie war erst seit kurzem Bestandteil der Geschäftsführung, wie er erfahren hatte und stand offenbar ziemlich unter Druck, denn außer ihr gab es keinen weiteren Designer und diese Tanja schien auf unbestimmte Zeit verreist zu sein. Juri hatte ihre Not bemerkt, auch wenn sie versucht hatte es zu verbergen und so war es nicht sonderlich schwer gewesen seine Vorstellungen durch zu boxen. Ein schlechtes Gewissen hatte er deshalb nicht, schließlich hatte er sich nicht aufgedrängt und er war es nun einmal gewohnt so zu arbeiten, wie er es bislang immer getan hatte, frei und unabhängig. Er brauchte diesen Freiraum für seine Kreativität, feste Arbeitszeiten oder Plätze blockierten ihn und waren ihm vom jeher ein Graus. Das einzige, was er nicht hatte abwenden können war, dass Rebecca das letzte Wort bei der Abnahme der Kollektion hatte. Es passte ihm zwar nicht, aber so war das eben, wenn man irgendwo angestellt war, und solange sie ihm ansonsten nicht rein redete, konnte er damit leben. Er entdeckte eine Döner Bude und beschloss seinen knurrenden Magen mit einer leckeren Gyros Pita ruhig zu stellen, bevor er sich ins Nachtleben stürzte. Bislang, das musste Juri zugeben, lief es ganz gut für ihn in Düsseldorf.

Marlene saß auf dem Sofa und schaute wenig begeistert in den Fernseher, wo gerade der Film lief, den sie eigentlich mit Rebecca hatte gucken wollen. Diese glänzte jedoch, wie so oft in letzter Zeit, mit Abwesenheit und obwohl Marlene verstehen konnte, dass es gerade schwer für sie war bei LCL, wurde es ihr langsam zu viel. Mittlerweile verbrachten sie nur noch die späten Abendstunden zusammen und selbst die waren wenig erheiternd, weil Rebecca meist total müde und erschöpft war. Als sie hörte, dass die Tür aufgeschlossen wurde, schaute sie auf die Uhr und seufzte, es war schon halb neun durch. Marlene versuchte ihren aufkommenden Unmut zu unterdrücken und als ihre Frau auf sie zukam, um sie zu begrüßen, lächelte sie tapfer „ich weiß, dass ich zu spät bin...es tut mir leid“ sagte die Brünette und gab ihr einen Kuss „langsam gewöhne ich mich daran“ entgegnete Marlene resigniert. Rebecca blieb vor ihr stehen „welche Hand?“ fragte sie plötzlich und schaute die Blonde auffordernd an, die schließlich auf ihre rechte Seite deutete. Die Gräfin grinste „dachte ich mir doch, dass Du ein Näschen dafür hast“ scherzte sie und hielt ihr eine Flasche Champagner hin. Marlene sah sie irritiert an „gibt es was zu feiern?“ wollte sie wissen und rückte etwas zur Seite, damit Rebecca sich setzen konnte „Juri Adam hat mir heute zugesagt für LCL zu arbeiten. Ich weiß zwar noch nicht genau, wohin das führt, aber vorerst bin ich erleichtert“ erklärte sie und öffnete die Flasche. Marlene lächelte „das passt ja, ich habe heute auch eine neue Mitarbeiterin gefunden, wenn auch auf sehr unkonventionelle Weise“ sagte sie. Rebecca war aufgestanden und kehrte mit zwei Gläsern zurück „was genau bedeutet das?“ fragte sie und ließ sich von ihrer Frau über Jacky aufklären, die mal eben nach Düsseldorf übergesiedelt und ins No Limits gestolpert war. Die junge Gräfin lachte „man könnte fast meinen, Juri und Jacky seien verwandt, jedenfalls scheinen sie einiges gemeinsam zu haben, was ihr ruheloses Leben angeht“ bemerkte sie belustigt. Marlene nahm ihr das Glas aus der Hand und schaute sie ernst an „wirst Du denn jetzt mal einen Gang zurück schalten auf der Arbeit? So langsam nimmt das Ganze nämlich ungesunde Ausmaße an“ sagte sie vorsichtig „ich weiß, mir gefällt das auch nicht, aber was soll ich denn machen? Tanja ist ja einfach abgehauen und kein Mensch weiß, wann sie wieder kommt. Jetzt ist zwar Juri da, aber der macht seine eigene Linie und und ich muss trotzdem zusehen, dass ich meine Kollektion noch fertig bekomme, neben den neuen Aufgaben. Ich hoffe, dass es besser wird, aber versprechen kann ich Dir das im Moment einfach nicht.“ Die Blonde nickte, dagegen konnte sie kaum etwas sagen „es sollte auch kein Vorwurf sein, aber ich mache mir Sorgen um Dich und will einfach nicht, dass Du Dich total verausgabst. Und zugegeben, ein bisschen mehr Zeit würde ich schon ganz gerne mit meiner Frau verbringen“ erklärte sie lächelnd und legte sich auf das Sofa, wobei ihr Kopf auf Rebeccas Schoß ruhte. Die Brünette beugte sich zu ihr herunter und küsste sie zärtlich „das will ich auch“ flüsterte sie und gab ihr noch einen Kuss „und ich werde versuchen mich zu bessern“ versprach sie und lächelte die andere liebevoll an.

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BeitragVerfasst: 05.09.2015, 21:27 
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Teil 204:

Am nächsten Morgen war Dana schon sehr früh bei ihrem Pferd am Stall, das sie nach einem kurzen Ausritt frisch gestriegelt hatte. Sie streichelte ihrem Hengst sanft am Hals entlang „jetzt bist Du wieder schick und kannst die Stuten beeindrucken“ flüsterte sie und küsste sein pechschwarzes Fell. Sie hing sehr an Rocky, er war ihr ganzer Stolz und hatte ihr Herz im Sturm erobert. Seit sie bei ihm war, ging es ihr besser und sie fühlte sich nicht mehr ganz so hilflos. Trotzdem überkam sie eine tiefe Traurigkeit, wenn sie an Ricardo dachte. Sie liebte diesen Mann, der es geschafft hatte, sie aus ihrer Lethargie zu reißen, in der sie sich lange Zeit befunden hatte, ohne es zu wissen. Dana hatte geglaubt, dass es nach Hagen keinen Mann mehr geben würde, den sie so lieben könnte, aber sie hatte sich geirrt. Umso schwerer fiel es ihr zu verstehen, warum Ricardo sie belogen hatte. Sie hatten sich versprochen immer ehrlich zu einander zu sein, gerade weil sie beide eine große Enttäuschung erlebt hatten und wussten, wie schmerzvoll es ist, wenn man betrogen und angelogen wird. Dana seufzte und lehnte ihren Kopf gegen den von Rocky „wenigstens auf Dich kann ich mich verlassen, mein Süßer“ sagte sie leise. „Auf mich kannst Du Dich auch verlassen“ hörte sie plötzlich die Stimme von Ricardo, der hinter ihr stand und sie anlächelte „ich wusste doch, dass ich Dich hier finde“ stellte er fest. Die Wolf Tochter sah ihn traurig an „wenn das so ist, wieso belügst Du mich dann?“ fragte sie und spürte, wie ihr erneut Tränen in die Augen stiegen. Ricardo ging langsam auf sie zu und blieb kurz vor ihr stehen. Er streckte seine Hand aus und streichelte über Rockys Kopf „ich habe Dir etwas verschwiegen, das stimmt. Aber ich habe keine Affäre, Dana. Es war falsch Dir nichts zu sagen, aber ich hätte auch nicht gedacht, dass es so aus dem Ruder laufen würde. Ich habe mich überschätzt, wollte Dich raus halten und habe Dich dadurch ausgeschlossen. Es tut mir leid...“ sagte er und Dana fiel in diesem Moment ein großer Stein vom Herzen. Sie ging einen Schritt auf ihn zu „was ist es, dass Du mir nicht sagen wolltest und was hat diese Lara damit zu tun?“ fragte sie unsicher, weil sie sich noch immer keinen Reim darauf machen konnte. Er schaute sie nachdenklich an „komm mit mir, dann erkläre ich Dir alles“ erwiderte er schließlich. Sie nickte, führte Rocky zurück in seine Box und nahm dann Ricardos Hand, die dieser ihr entgegen streckte.

Marie hatte ihre restlichen Sachen zusammengepackt und nahm jetzt ihren Sohn aus seinem Bettchen, der schon die ganze Zeit etwas unruhig war „jetzt geht es gleich nach Hause, mein Schatz. Du magst wohl auch keine Krankenhäuser, was? Das hast Du definitiv von mir“ sagte sie lächelnd und küsste seine Stirn. Jonas sah sie mit großen Augen an, die einen wunderschönen, blauen Schimmer hatten, doch Marie wusste aus Erzählungen, dass sich die Augenfarbe bei Kindern im Laufe des ersten Lebensjahres noch verändern konnte. Ihre Tochter machte sich nun ebenfalls bemerkbar und fing an zu schreien. Marie setzte Jonas vorsichtig in den Maxi-Cosi und gab ihm seinen Schnuller in der Hoffnung, dass er nicht auch wieder anfangen würde zu schreien. Sie holte gerade Sophie aus dem Bett, als Sebastian das Zimmer betrat „hey, Ihr seid ja schon Start klar“ bemerkte er fröhlich und ging zu seiner Freundin, um sie zu begrüßen. Marie seufzte „meine Kinder sind genauso ungeduldig wie ich, wenn es darum geht aus dem Krankenhaus zu kommen. Sie sind schon den ganzen Morgen unruhig“ erklärte sie und legte jetzt ihre Tochter in den anderen Maxi-Cosi. Der junge Graf gab ihr einen Kuss und lächelte „na dann, nichts wie raus hier“ verkündete er, schnappte sich die Reisetasche, sowie Jonas und ging zur Tür. Marie nahm ihre Tochter an sich und folgte ihrem Freund nach draußen. Ab jetzt würde ein völlig neues Leben beginnen, ein Leben als Familie, das viele neue Herausforderungen mit sich bringen würde.

Dana stieg etwas unsicher aus ihrem Wagen, den sie direkt hinter dem von Ricardo geparkt hatte und ging zu ihrem Freund „was genau machen wir jetzt?“ wollte sie wissen und sah in sein ernstes Gesicht. Der Spanier nahm ihre Hand „wir gehen jemanden besuchen“ entgegnete er und ging gemeinsam mit ihr in das große Gebäude. Die Wolf Tochter folgte ihm schweigend, es war einiges los auf den Gängen des Krankenhauses und Ricardo wurde des öfteren vom Leuten begrüßt oder angesprochen. Ihr Weg führte schließlich in die 3. Etage und als Dana die Beschilderung der Station entdeckte, wusste sie noch immer nicht, was sie von all dem halten sollte und warum ihr Freund sie ausgerechnet hier her führte. Der spanische Arzt jedoch, ging zielstrebig den nächsten Gang entlang und blieb schließlich vor einer der Türen stehen „mal sehen, ob sie wach ist“ flüsterte er und öffnete dann vorsichtig die Tür. Dana folgte ihm stirnrunzelnd in das Zimmer und blieb wie angewurzelt stehen, als sie das kleine Mädchen entdeckte, welches auf ihrem Bett saß und in einem Buch blätterte. Sie hatte keine Haare mehr, was in Anbetracht der Tatsache, dass sie sich auf der Kinderkrebsstation befanden nicht ungewöhnlich war, aber für Dana war es ein ungewohnter und trauriger Anblick. Als das Mädchen Ricardo entdeckte strahlte sie übers ganze Gesicht „na, wie geht es meiner Lieblingspatientin heute?“ fragte er und setzte sich zu ihr aufs Bett „gut, mir ist endlich nicht mehr übel“ sagte sie und blickte dann neugierig zu Dana, die noch immer etwas unsicher in der Tür stand und nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte. Die Kleine beugte sich zu dem Arzt „ist das Deine Freundin?“ flüsterte sie und kicherte dabei vergnügt „ja, das ist meine Freundin Dana, von der ich Dir erzählt habe. Ich dachte es ist an der Zeit, dass Ihr Euch mal kennenlernt“ entgegnete er lächelnd und winkte die Brünette zu sich „darf ich vorstellen, das ist Lara“ erklärte er und Dana fühlte sich in diesem Moment wie eine Idiotin. Sie war eifersüchtig gewesen auf eine Frau, die es gar nicht gab und die in Wahrheit ein schwer krankes, kleines Mädchen war.

Als Marie und Sebastian die Wohnung erreicht und sich ihrer Sachen entledigt hatten, war besonders Marie erleichtert „ich bin so froh, dass die Aufregung jetzt ein Ende hat und dass es den beiden gut geht“ sagte sie und betrachtete glücklich ihre zwei Babys, die während der Autofahrt eingeschlafen waren. Sebastian trat hinter seine Freundin und umfasste sie mit den Armen „ich auch...nur wäre ich gerne dabei gewesen, als sie zur Welt kamen“ bemerkte er und etwas an seinem Ton kam ihr komisch vor. Sie drehte sich zu ihm um „hast Du Dein Handy inzwischen wieder gefunden?“ wollte sie wissen „hm“ brummte er „es lag unter dem Sofa und der Ton war ausgestellt. Dabei weiß ich ganz genau, dass ich ihn nicht ausgemacht habe.“ Marie sah ihn fragend an „und was schließt Du jetzt daraus?“ Er überlegte einen Moment, dann erzählte er ihr von seiner Vermutung „ich glaube, dass Tanja da entscheidend mitgewirkt hat. Es war schon merkwürdig, dass sie mich überhaupt aufgesucht hat, nur um mir zu sagen, dass sie verreist. Und dann bricht sie auch noch aus Versehen die Klinke ab? Halt mich für paranoid, aber ich traue ihr durchaus zu, dass sie das mit Absicht gemacht hat, nur damit ich nicht bei Dir sein kann, während Du die Kinder zur Welt bringst“ erklärte er angesäuert. Marie hielt ihn nicht für paranoid, wenn es um Tanja ging, hielt sie fast alles für möglich „zuzutrauen wäre es ihr, aber es bringt nichts, sich weiter Gedanken darum zu machen. Passiert ist passiert und zum Glück war Rebecca ja da. Sei nicht länger traurig deswegen, Hauptsache ist doch, dass es Jonas und Sophie gut geht und dass Du jetzt bei uns bist“ tröstete sie ihn „ist Dir eigentlich schon aufgefallen, dass Du mich jetzt endlich ganz umarmen kannst? Das ist eine Premiere, wenn ich mich nicht täusche“ scherzte sie und brachte Sebastian damit zum Lachen. In diesem Moment klingelte es an der Tür und der junge Graf wusste, dass es sich bei dem Besuch um seine Tochter handelte. Er hatte den Fahrer von Königsbrunn gebeten sie her zu bringen, damit sie endlich ihren Cousin und ihre Cousine kennenlernen konnte. Als Emma die Wohnung betrat, nahm Sebastian ihre Hand und ging mit ihr zu Marie, die inzwischen auf dem Sofa saß „hallo Emma“ begrüßte die blonde Frau das kleine Mädchen. Die fünfjährige grüßte zurück, doch ihre Aufmerksamkeit war sofort auf die beiden Babys gerichtet, die nach wie vor in ihren Maxi-Cosis lagen. Sie hockte sich vor die beiden und schaute sie fasziniert an „die sind aber klein“ bemerkte sie erstaunt „und ein Baby ist wach“ verkündete sie gleich darauf aufgeregt. Die Erwachsenen lachten „das ist Sophie“ sagte Marie, während Sebastian das Baby heraus holte „magst Du sie mal auf den Arm nehmen?“ Emma bestätigte dies mit einem Nicken und ging zu Marie, die sie auf den Schoß nahm und ihre Arme stützend unter die von Emma legte, bevor Sebastian ihnen vorsichtig Sophie hinein legte. Der junge Graf war so entzückt von dem Anblick der drei Damen, dass er direkt ein Foto machte. Danach nahm er Jonas auf den Arm und setzte sich zu ihnen aufs Sofa, wo die junge Familie zum ersten Mal vereint war.

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BeitragVerfasst: 05.09.2015, 21:28 
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Teil 205:

Rebecca schaute nervös auf die Uhr, es war bereits 12 Uhr durch, die Presse war versammelt und alles wartete darauf anzufangen, doch von Juri fehlte nach wie vor jede Spur. Sie versuchte gerade zum gefühlt hundertsten Male ihn auf dem Handy zu erreichen, doch es sprang immer nur die Mailbox an. Die junge Gräfin schüttelte aufgebracht den Kopf, das war ja ein toller Beginn ihrer Zusammenarbeit und obendrein machte die Anwesenheit von Lotti Rotfeld sie mehr als nervös. Diese Frau war nicht gerade bekannt für ihre Geduld und schon jetzt waren ihre Blick mehr als missbilligend. Als Rebecca sie davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass sie auf unbestimmte Zeit als zweite Geschäftsführerin eingesetzt war, hatte Lotti sie angeschaut, als würde sie Witze machen. Bislang hatte sie immer nur mit Tanja und Clarissa zu tun gehabt und Rebecca gar nicht wirklich wahrgenommen und entsprechend war auch ihr Kommentar ausgefallen „dann hoffen wir mal, dass die Fußstapfen, in die Sie treten, nicht zu groß sind.“ Rebecca hatte es tapfer weg gelächelt, während sie sich genau das die ganze Zeit über selbst fragte und nur darauf hoffen konnte, dass Juri sie nicht hängen ließ. Als er auch nach weiteren 15 Minuten nicht erschien und die Presseleute immer unruhiger wurden, konnte sie nicht länger warten und stellte sich innerlich bebend der wartenden Meute. Sie beschloss zunächst nur auf die Neuerungen in der Geschäftsführung einzugehen und beantwortete geduldig die Fragen der Journalisten „wie lange wird Frau von Anstetten noch ausfallen?“ wollte soeben jemand wissen „das ist noch nicht bekannt. Frau von Anstetten befindet sich auf dem Weg der Besserung und soll sich auch nur darauf konzentrieren im Moment. Weiteres werden Sie zu gegebener Zeit von ihr selbst erfahren.“ Es hagelte weitere Fragen, die sich auf den Schlaganfall bezogen, doch diese beantwortete Rebecca stets mit derselben Antwort „das ist eine private Angelegenheit zu der ich keine Stellung nehmen werde. Bitte beschränken Sie sich auf Fragen, die LCL betreffen.“ Die Journalisten nahmen es widerwillig hin und nach ein paar weiteren Minuten, stellte einer von ihnen die Frage, die unausweichlich gewesen war „und was ist nun die andere Neuigkeit, die Sie angekündigt hatten? Angeblich soll diese Neuerung doch LCL in ein neues Zeitalter führen“ bemerkte er und sofort hatte Rebecca die volle Aufmerksamkeit aller Anwesenden wieder auf sich gerichtet. Die junge Gräfin schluckte und spürte, wie ihr der Schweiß ausbrach, sie konnte nur hoffen, dass man es ihr nicht ansah „das ist korrekt. Ich habe nach reiflicher Überlegung beschlossen, dass LCL zukünftig eine weitere, eigenständige Linie einführen wird, die sich stark von unserem bisherigen Stil absetzt. Die neue Linie wird jung, wild und extravagant sein und damit einen großen Kontrast zu der bisher klassisch-eleganten Linie darstellen“ erklärte sie und schaute zu Lotti Rotfeld, die jetzt zum erstem Mal wirklich interessiert zu sein schien. Als die Journalisten schließlich alles erfragt hatten und den Namen des neuen Designers erfahren wollten, wurde Rebecca plötzlich unsicher. Wenn sie jetzt den Namen Preis geben würde, dann gab es kein Zurück mehr und sollte Juri sie hängen lassen, wäre das eine fürchterliche Blamage. Erneut spürte sie, wie ihr der Schweiß ausbrach und ihr Herz immer schneller schlug „wie heißt denn nun der neue Designer? Oder gibt es am Ende gar keinen?“ kam prompt die leicht zynische Frage aus der zweiten Reihe. Die junge Gräfin wäre am liebsten im Erdboden versunken, besonders als sie dem Blick von Lotti begegnete, da ertönte plötzlich eine ihr bekannte Stimme „es gibt ihn“ erklärte der etwas desolat wirkende Mann, zu dem sich sofort alle umdrehten. Juri ging unbeeindruckt an den erstaunten Leuten vorbei zu Rebecca und setzte sich neben sie „ich bin Juri Adam, neuer Chefdesigner bei LCL“ verkündetet er knapp und während Rebecca noch zwischen Wut und Erleichterung schwankte, prasselte ein Blitzlichtgewitter auf sie nieder und die Journalisten überschlugen sich mit weiteren Fragen. Lotti Rotfeld blickte in die Richtung der jungen Gräfin und nickte ihr anerkennend zu, was wohl ein Zeichen dafür war, dass sie irgendetwas richtig gemacht haben musste.

Als Dana und Ricardo in der Wohnung des Spaniers ankamen, machten sie sich einen Kaffee und setzten sich gemeinsam an den Tisch. Dana war noch immer aufgewühlt und etwas durcheinander „ich verstehe das alles nicht...woher kennst Du Lara und warum hast Du mir nicht gleich von ihr erzählt?“ wollte sie wissen und sah ihn fragend an. Ricardo seufzte und überlegte, wie er es ihr am besten erklären könnte „ich kenne Lara erst, seit sie vor einigen Wochen zum ersten Mal ins Krankenhaus kam. Sie kam in Begleitung einer älteren Frau, die mir erklärte, dass Lara häufiger Fieber hätte, blasser wäre als üblich, dass sie oft müde sei und zudem weniger aß und auch an Gewicht verloren hätte. Ich habe sie daraufhin untersucht und aufgrund der Symptome, die mir genannt wurden, kam mir sehr schnell der Verdacht, dass sie möglicherweise Leukämie haben könnte. Ich habe daraufhin einen Kollegen aus der Onkologie hinzugezogen und leider hat sich mein Verdacht bestätigt. Er hat sofort ihre Behandlung übernommen, aber Lara war von Anfang an auf mich fixiert. Ich habe keine Ahnung was genau da passiert ist, aber ich konnte sie einfach nicht alleine lassen und habe ihr versprochen, dass ich während der Behandlung so oft wie möglich bei ihr bin. Natürlich war mir bewusst, dass das eigentlich nicht richtig ist, weil man als Arzt stets eine gewisse Distanz bewahren sollte, auch wenn es schwer fällt. Aber wie kann man einem sieben jährigen Mädchen, das einen ängstlich anguckt sagen, dass das nicht geht?“ erklärte er betroffen. Die Brünette sah ihn irritiert an „aber das ist doch sicher nicht das erste Mal, dass Dir so etwas passiert, oder? Ich meine, gerade bei Kindern nimmt einen das mit, das ist doch klar. Aber sie hat doch sicher eine Familie, die sich um sie kümmert...“ vermutete sie, doch er schüttelte den Kopf „nein, genau die hat sie eben nicht. Sie lebt im Heim, Dana, und ist völlig alleine auf der Welt. Ihre Eltern leben nicht mehr und weitere Angehörige sind nicht bekannt, oder es interessiert sie nicht. Kannst Du Dir das vorstellen? Dieses Mädchen ist schon gestraft genug und dann erkrankt sie auch noch an Leukämie. Ihre einzige Bezugsperson ist eine Angestellte aus dem Heim, die nur begrenzt Zeit hat und sich nicht viel im Krankenhaus aufhalten kann. Normalerweise müssen Patienten während der Chemotherapie auch nicht dauerhaft im Krankenhaus bleiben, aber da die Anfälligkeit für Infektionen sehr hoch ist, wäre der Aufenthalt in einem Heim mehr als gefährlich für Lara. Das alles macht mich furchtbar traurig, es kann doch nicht sein, dass ein kleines Kind schwer krank ist und niemand interessiert sich wirklich dafür. Keiner ist da, um ihre Hand zu halten, ihr die Angst zu nehmen und sie zu trösten, wenn es ihr schlecht geht. Ich konnte sie doch nicht auch noch alleine lassen...und dann hat das Ganze sich einfach verselbstständigt. Ich war immer bei ihr, während der Chemotherapie und auch danach, wenn es ihr schlecht ging. Ich habe nachts an ihrem Bett gesessen, wenn sie nicht einschlafen konnte und ihr etwas vorgelesen, damit sie sich nicht so allein fühlt. Ich habe ihr meine private Nummer gegeben, damit sie mich jederzeit erreichen kann, auch wenn ich nicht im Krankenhaus bin. Selbst die Mitarbeiterin aus dem Heim hat mich schon angesprochen und in Frage gestellt, ob es gut ist, was ich da tue, weil Lara sich schon viel zu sehr an mich gewöhnt hat“ erzählte er und es lag eine tiefe Traurigkeit in seiner Stimme. Auch Dana fühlte sich schwermütig, nachdem sie die ganze Wahrheit kannte „ich kann Dich doch verstehen Ricardo, sehr gut sogar. Aber was ich nicht verstehe ist, warum Du mir das alles so lange verschwiegen hast. Hast Du gedacht, dass ich Dir deswegen Vorwürfe mache? Weil Du als Mensch gehandelt hast und nicht einfach nur als Arzt?“ Er schüttelte den Kopf „nein, darum geht es nicht. Ich wollte Dich schützen und verhindern, dass Du am Ende genauso zerrissen bist, wie ich. Ich weiß doch, wie schwer das Thema Kinder für Dich ist und ich war mir einfach unsicher, wie Du damit zurechtkommen würdest. Ob Du es ertragen kannst, Nähe zu einem kranken Kind zuzulassen, das ein schweres Schicksal hat und dem man am Ende eventuell machtlos gegenübersteht. Ich merke doch an mir, wie schwer das ist, es lässt mich nicht mehr los und das, obwohl ich schon oft mit schlimmen Schicksalen konfrontiert wurde. Ich weiß auch nicht, Lara ist einfach ein ganz besonderes Mädchen und sie berührt mich mit ihrer Tapferkeit und ihrem lieben Wesen“ sagte er leise. Dana wusste nicht, was sie sagen sollte, aber ihr wurde einmal mehr bewusst, warum sie diesen Mann so liebte, der ein sehr großes Herz hatte. Sie stand auf, ging zu ihm und legte von hinten die Arme um seinen Hals „wir werden einen Weg finden, damit umzugehen. Gemeinsam“ flüsterte sie. Ricardo legte seine Hände über ihre „danke“ erwiderte er leise und fühlte sich in diesem Moment unendlich erleichtert.

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Teil 206:

Am Nachmittag betrat Juri gemeinsam mit Rebecca das No Limits, die noch immer etwas angesäuert war und ihn das auch spüren ließ „cooler Laden, den Deine Frau da hat“ bemerkte er und ließ seinen Blick durch die Räumlichkeiten gleiten. Die junge Gräfin sah ihn tadelnd an „Du brauchst Dich gar nicht einzuschleimen“ entgegnete sie knapp und ging ein paar Schritte vor. Juri grinste amüsiert, er war erstaunt, wie leicht man sie verärgern konnte und ging ihr nach. Als er wieder zu ihr aufgeschlossen hatte und neben ihr an der Bar stand, erblickte er eine attraktive Blondine, die in seine Richtung Blickte und die jetzt langsam auf ihn zukam. Er stieß einen anerkennenden Pfiff aus „nicht schlecht“ stellte er mit eindeutigem Unterton fest und spürte im nächsten Moment Rebeccas Ellenbogen in seiner Seite „aua, was soll denn das?“ fragte er irritiert „die ist doch echt scharf, oder etwa nicht?“ Der Blick der Brünetten wurde noch finsterer „das ist meine Frau. Also halt Dich gefälligst zurück und hör auf sie anzustarren, wie ein Stück Fleisch, sonst setzt es was!“ ermahnte sie ihn und wäre am liebsten an die Decke gegangen, als sie die Belustigung in seinen Augen sah. Langsam fragte sie sich wirklich, was sie sich dabei gedacht hatte, als sie diesem ungehobelten Kerl einen Job anbot. Juri wollte gerade etwas erwidern, da wurden sie schon von Marlene begrüßt „hey, das ist ja mal eine Überraschung“ sagte sie erfreut und gab ihrer Frau einen Kuss, bevor sie ihm die Hand reichte „Sie sind bestimmt Juri“ vermutete sie, was er durch ein Nicken bestätigte „Volltreffer. Und sag bitte Du, sonst fühle ich mich so alt“ erwiderte er und zwinkerte ihr zu. Rebecca verdrehte genervt die Augen und zog Marlene ein Stück mit sich „was ist denn los?“ wollte diese wissen „nichts weiter, außer dass dieser Typ mich zur Weißglut bringt“ erklärte die Brünette. Die andere schaute sie verwundert an „wieso? Er macht doch einen ganz netten Eindruck und Du warst doch froh darüber, dass er für LCL arbeiten will. Oder ist etwas schief gelaufen auf der Pressekonferenz?“ Rebecca schnaubte „nein, aber er ist viel zu spät aufgetaucht und hat mich dadurch in eine ziemlich unangenehme Situation gebracht. Anscheinend steht der Herr auf große Auftritte...keine Ahnung, ob ich mir wirklich einen Gefallen mit Juri Adam getan habe“ gab sie zu und seufzte frustriert. Marlene lachte „ach komm, jetzt warte doch erst mal ab. Meist sind diese merkwürdigen Typen doch die begabtesten, also nicht gleich aufgeben. Ich lasse Euch jetzt was zu essen bringen und in der Zeit entspannst Du Dich mal ein bisschen“ schlug sie vor „hm, unter Entspannung stelle ich mir was anderes vor“ bemerkte die junge Gräfin grinsend und zog die Blonde zu sich „also an mir soll es nicht scheitern“ flüsterte Marlene „heute Abend bekommst Du das volle Programm, versprochen. Hauptsache Du vergisst nicht, dass wir Karten fürs Musical haben.“ Rebecca schüttelte den Kopf „natürlich vergesse ich das nicht, ich freue mich schon darauf und auf das Programm danach erst recht“ säuselte sie und gab der anderen einen Kuss.

Sebastian saß derweil auf dem Boden von Maries Zimmer und versuchte im zweiten Anlauf das Bett für die Zwillinge aufzubauen, welches irgendwie nicht so recht zusammenpassen wollte. Marie bespaßte unterdessen ihre beiden Kinder, die sich auch im Bett ihrer Mama ganz wohl zu fühlen schienen, nachdem sie frisch gewickelt und gefüttert worden waren „Euch geht’s gut, was?“ fragte die frisch gebackene Mutter lächelnd und bewunderte einmal mehr die zwei Winzlinge, deren Existenz sie nach wie vor für ein Wunder hielt. Das leise Fluchen ihres Freundes ließ sie aufhorchen und als sie zu ihm hinunter blickte, musste sie sich das Lachen verkneifen. Sebastian hatte versichert, dass er das kleine Doppelbett in weniger als einer Stunde zusammenbauen würde, saß aber inzwischen seit mehr als zwei Stunden daran und wollte sich seine Niederlage einfach nicht eingestehen. Sie überlegte, wie sie ihm helfen konnte, ohne dabei sein männliches Ego zu kränken „vielleicht ist es besser, noch einmal ganz von vorne zu beginnen und sich die Teile vorher genau zurecht zu legen“ schlug sie vor und setzte sich zu ihm auf den Boden. Er sah sie wissend an „Du kannst ruhig sagen, dass Du mich für ein verwöhntes Grafensöhnchen hältst, das nicht mal mit so einem blöden Bett fertig wird“ sagte er leicht gereizt. Die blonde Frau unterdrückte erneut den Impuls zu lachen, während sie dachte, dass Männer doch alle gleich waren, egal ob Graf oder nicht, sie konnten es einfach nicht ertragen, Hilfe von einer Frau anzunehmen, wenn es um handwerkliche Dinge ging. „Das stimmt nicht, ich halte Dich nur für ein stures Grafensöhnchen, das zu stolz ist, um sich von mir helfen zu lassen“ bemerkte sie amüsiert und lächelte ihn neckisch an. Sebastian war wie so oft machtlos gegen ihre offene, aber sehr charmante Art und schüttelte belustigt den Kopf „danke, sehr freundlich von Dir. Also gut, dann versuchen wir es auf Deine Art...mal sehen, wohin uns das führt“ bemerkte er skeptisch. Sie beugte sich zu ihm und in Erwartung eines Kusses, kam er ihr entgegen, doch sie grinste nur und klaute ihm die Anleitung aus der Hand „Regel eins besagt, erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ verkündete sie und zwinkerte ihm zu.

Am frühen Abend war bei LCL Ruhe eingekehrt, die Mitarbeiter waren inzwischen gegangen und Rebecca war ebenfalls kurz davor nach Hause zu gehen. Als jedoch ihr Handy klingelte und sie den Namen im Display erkannte, wusste sie, dass ihr Ärger bevor stand. Sie überlegte schon einfach nicht dran zu gehen, entschied sich dann aber dagegen, um die Situation nicht noch mehr zu befeuern „hallo Tanja, wie schön, dass Du Dich mal meldest“ sagte sie betont lässig, nur um im nächsten Moment reflexartig das Handy von sich wegzuhalten. Tanjas Geschrei war auch mit einigem Abstand deutlich zu hören. Sie regte sich darüber auf, dass sie von Lotti Rotfeld erfahren musste, dass Juri Adam für LCL arbeitete und wie Rebecca es wagen konnte, diesen Primaten hinter ihrem Rücken einzustellen. Die junge Gräfin ließ das Gewitter über sich ergehen und als Tanja endlich fertig war, ergriff sie wieder das Wort „weiß Du was, Tanja, ich habe keine Lust mehr mich ständig anschreien zu lassen. Rede normal mit mir, oder lass es ganz sein und wenn Du nicht willst, dass ich Entscheidungen ohne Dich treffe, dann solltest Du zur Abwechslung mal hier auftauchen und nicht einfach abhauen und mich mit der ganzen Arbeit alleine lassen. Ein neuer Designer war unumgänglich und Juri Adam ist einer der begehrtesten Nachwuchs-Designer, die es derzeit gibt. Das wüsstest Du vielleicht, wenn Du Dich ein bisschen mehr damit beschäftigen würdest. Und jetzt entschuldige mich bitte, ich habe zu tun. Einer muss sich schließlich darum kümmern, dass LCL weiter läuft“ sagte sie gereizt und beendete das Gespräch. Als ihr Handy kurz darauf erneut klingelte, drückte die den Anruf weg und ging zu Juri, der ziemlich beschäftigt wirkte. Sie stellte sich zu ihm und betrachtete kopfschüttelnd das Chaos auf seinem Tisch, doch das, was er gerade zeichnete, erweckte sofort ihr Interesse. „Da fehlt etwas“ stellte er fest und raufte sich die Haare „es will raus, aber ich kriege es nicht hin.“ Rebecca nahm einen Stift zur Hand „darf ich?“ fragte sie und sah die Skepsis in seinen Augen, doch schließlich nickte er. Er beobachtete jeden Strich, den sie machte und war plötzlich ganz aufgeregt „das ist verdammt nah dran“ bemerkte er und wuselte unruhig herum, als Rebeccas Handy erneut klingelte. "Ich hasse diese Dinger“ brummte er verärgert „drück den Anruf weg, das ist nur Tanja, die mich weiter anschnauzen will“ bat Rebecca. Juri ließ sich nicht zwei Mal bitten, nahm das Handy aus ihrer Tasche, drückte den Anruf weg und schaltete es direkt auf stumm. Dass es sich bei dem Anrufer gar nicht um Tanja gehandelt hatte, war ihm egal, alles was ihn interessierte waren seine Ideen, die er mit Hilfe von Rebecca umsetzen wollte.

Marlene starrte ungläubig auf ihr Handy, nachdem Rebecca sie erst weggedrückt und danach einfach gar nicht mehr reagiert hatte. Sie versuchte ruhig zu bleiben als sie ihr auf die Mailbox sprach, doch sie konnte ihre Wut nur schwer zügeln „wenn Du mich schon warten lässt, dann geh wenigstens ans Telefon und drück mich nicht einfach weg. Ich bin bereits wieder im Club und warte hier auf Dich. Wir haben nicht mal mehr eine Stunde Zeit, bis das Musical beginnt, also beeil Dich.“ Kopfschüttelnd setzte sie sich an die Bar und bestellte angesäuert noch etwas zu trinken bei Jacky, die heute ihren ersten Arbeitstag gehabt hatte „das wird aber ganz schön knapp, wenn Ihr es noch rechtzeitig schaffen wollt“ bemerkte sie und stellte das Glas vor Marlene ab. „Das weiß ich selbst“ fuhr sie die andere etwas ungehalten an „bist wohl ziemlich angefressen deswegen, was" entgegnete Jacky unbeeindruckt "kann ich verstehen. Also ich würde mir die Vorstellung ja nicht entgehen lassen...ist ziemlich schwer an Karten zu kommen, habe ich gehört." Marlene seufzte "tja, ich habe ziemlich gute Kontakte und das sind wirklich super Plätze" erklärte sie resigniert und sah ihr Gegenüber plötzlich fragend an "hast Du zufällig gerade Zeit?" Jacky grinste "meine Pläne halten sich derzeit noch in Grenzen" erwiderte sie "okay, dann bist Du hiermit offiziell eingeladen mich ins Theater zu begleiten" verkündete Marlene entschlossen. Jacky strahlte übers ganze Gesicht "wow, das ist ja irre, danke! Aber Deine Frau wird davon sicher nicht begeistert sein" gab sie zu bedenken, doch Marlene winkte ab "daran ist sie selber schuld" stellte sie fest und war in diesem Moment einfach nur wütend auf Rebecca „amüsiere ich mich eben ohne Dich“ flüsterte sie und verließ zusammen mit Jacky den Club.

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BeitragVerfasst: 05.09.2015, 21:31 
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Teil 207:

Rebecca und Juri waren noch immer mit den Entwürfen beschäftigt, als der Blick der jungen Gräfin an seiner Armbanduhr hängen blieb. Erschrocken griff sie nach seinem Handgelenk „ach Du Scheiße, schon so spät!“ rief sie und suchte hastig ihre Sachen zusammen. Sie holte ihr Handy hervor und sah die Anrufe in Abwesenheit „wieso hat das denn nicht geklingelt?“ murmelte sie verwundert und schaute dann zu Juri „sag mal, hast Du den Ton ausgemacht?“ fragte sie verärgert. Der Gefragte war noch immer in seine Arbeit vertieft und hörte nur halb zu „kann sein, keine Ahnung“ erwiderte er knapp. Rebecca ging die Anrufe durch, die ausschließlich von Marlene waren „so ein Mist“ sagte sie und hörte die Mailbox ab. Bereits die erste Nachricht ließ erahnen, dass der heutige Abend anders verlaufen würde, als geplant, der Tonfall ihrer Frau verhieß jedenfalls nichts Gutes und Rebecca konnte es ihr nicht mal verübeln. Sie schluckte schwer, bevor sie auch die zweite Nachricht abhörte „ich bins noch mal. Du brauchst Dich nicht mehr zu bemühen, bis Du hier bist, ist es ohnehin zu spät. Jacky begleitet mich ins Musical, dann verfallen wenigstens die Karten nicht. Danke und noch einen schönen Abend“ erklang die Stimme von Marlene, die so herrlich sanft sein konnte, wenn sie nicht gerade wütend war. Die junge Gräfin versuchte sofort sie anzurufen, aber natürlich ging nur die Mailbox dran „hallo Schatz, ich weiß Du bist sauer, aber bitte ruf mich doch kurz zurück, wenn Du das hörst. Ich habe Dich nicht weggedrückt, das war nur ein blödes Versehen...es tut mir wirklich leid. Ich hoffe Du hast trotzdem Spaß...bis später“ sagte sie zerknirscht und fragte sich insgeheim, warum Marlene ausgerechnet diese Jacky mitgenommen hatte, die sie doch kaum kannte. Sie packte ihr Telefon weg und ging noch einmal zu Juri „Du hast vorhin Marlene weggedrückt. Ich habe gesagt, dass ich nicht mit Tanja sprechen will, von meiner Frau war nicht die Rede“ warf sie ihm angesäuert vor. Der neue Designer sah nicht einmal zu ihr auf „dumm gelaufen, aber sie wird es überleben, nehme ich an“ bemerkte er lapidar, was Rebecca nur noch mehr verstimmte, aber sie hatte keine Lust weiter mit ihm zu diskutieren und ließ ihn einfach stehen. Erst das laute Zuschlagen der Tür ließ ihn aufschrecken „Frauen“ sagte er kopfschüttelnd und widmete sich wieder seiner Arbeit. Endlich hatte er die nötige Ruhe dafür.

Marie und Sebastian hatten gerade gegessen und saßen sich in der Küche gegenüber „was immer das auch war, es hat auf jeden Fall sehr lecker geschmeckt“ sagte der Graf und grinste zufrieden. Seine Freundin lachte „das nennt man Resteessen. Ich habe einfach alles in die Pfanne gehauen, was noch da war“ erklärte sie und stand auf, um abzuräumen. Sebastian tat es ihr gleich und während die beiden in der Küche herum wirbelten, betrat Rebecca die Wohnung „hey“ sagte sie leise und schaute sich verdattert in ihrer Wohnung um. „Ich räume das gleich alles weg, ich bin noch nicht dazu gekommen, weil wir stundenlang mit dem Aufbau des Kinderbettes beschäftigt waren“ erklärte die Blonde augenzwinkernd und warf ihrem Freund einen amüsierten Blick zu, der nur mit dem Kopf schüttelte. Marie ging zu ihrer Freundin und drückte sie kurz „ist schon okay, mich stört das nicht. Schön, dass Ihr jetzt hier seid“ sagte die junge Gräfin und meinte es auch so. Marie sah sie prüfend an „was ist los? Du wirkst irgendwie mitgenommen?“ stellte sie fest „frag lieber nicht...im Moment ist einfach alles zu viel. Eigentlich sollte ich gerade mit Marlene in diesem neuen Musical sitzen, aber ich habe es vergeigt. Jetzt muss ich den Abend alleine verbringen, während meine Frau sich mit dieser Jacky amüsiert“ erklärte sie wenig begeistert. „Wer ist Jacky?“ fragten Sebastian und Marie gleichzeitig, worüber alle drei lachen mussten „eine neue Mitarbeiterin, die Marlene gerade erst eingestellt hat. Keine Ahnung, was das soll“ sagte sie etwas trotzig. Marie zog sie in die Küche „wahrscheinlich hat sie auf die Schnelle niemand anderen gefunden. Magst Du was essen? Es ist noch genug da“ bot sie an, doch Rebecca verneinte „danke, aber ich habe keinen Appetit. Wo sind denn die beiden Zwerge?“ wollte sie wissen. „Die liegen Probe in ihrem neuen Bett“ erwiderte die andere lächelnd und ging mit der Freundin in ihr Zimmer, wo sich neben den Babys auch Emma befand, die in Maries Bett lag und schlief. Rebecca musste schmunzeln „sieht irgendwie nach Großfamilie aus“ witzelte sie und ging zu dem Kinderbett, wo der kleine Jonas gerade ein wenig herum strampelte „da ist ja jemand wach“ flüsterte sie und nahm den kleinen Mann auf den Arm „na, kennst Du mich noch? Ich bin Deine Tante Becci.“ Sie gingen wieder hinaus, um die anderen beiden nicht zu wecken und setzten sich zusammen aufs Sofa. Rebecca fühlte das erste Mal an diesem Tag so etwas wie Ruhe in sich aufkommen und streichelte Jonas sanft über das kleine Gesicht „er wirkt irgendwie so zufrieden“ stellte sie fest, worüber Sebastian und Marie nur lachen konnten „sag das nicht zu laut“ mahnte ihr Bruder sie amüsiert und legte einen Arm um seine Freundin, die sich müde an ihn lehnte „für den ersten Tag zuhause, lief es ganz gut“ sagte sie und lächelte die Brünette erschöpft an, die ihren Neffen langsam in den Schlaf wiegte.

Es war schon nach 23 Uhr, als Marlene und Jacky aus dem Capitol Theater kamen. Die jüngere der beiden Frauen war noch ganz aufgekratzt, weil sie nach der Show noch hinter den Kulissen gewesen waren, wo Marlene sich mit ein paar ehemaligen Kollegen getroffen hatte. Jacky hatte zwar niemanden davon gekannt, fand es aber spannend zu sehen, was hinter den Vorhängen so ablief und die Leute waren alle sehr nett gewesen „das war wirklich ein ganz toller Abend. Danke, dass Du mich mitgenommen hast“ sagte sie fröhlich und fiel der überraschten Marlene plötzlich um den Hals. „Schon gut, habe ich gerne gemacht. Und nebenbei hat es mir auch noch den Abend gerettet“ entgegnete sie lachend und löste sich von der anderen, die sie neckisch anlächelte „dafür nehme ich Dich bald mal mit zum Fußball“ verkündete sie. Die Blonde zog eine Grimasse „Du interessierst Dich für Fußball? Wobei...das hätte mir eigentlich klar sein müssen, wo Du doch aus dem Ruhrgebiet kommst“ bemerkte sie und war belustigt über den Gesichtsausdruck ihrer Begleitung „es geht nichts über ein gutes Fußballspiel, besonders wenn der BVB spielt“ erklärte Jacky stolz. Marlene grinste „das sagt mir was...die sind ganz gut, oder? Sind das die mit den blauen, oder die mit den gelben Trikots?“ fragte sie unbedarft. Jacky schlug entsetzt die Hand vors Gesicht „ahhh, das ist doch nicht Dein Erst, oder? Gelb, schwarz-gelb um genau zu sein und um Himmels Willen kein blau!“ erklärte sie leicht entrüstet und schüttelte den Kopf „wir werden uns noch mal ausführlich darüber unterhalten müssen, bevor wir ein Stadion betreten“ stellte sie seufzend fest. Marlene lachte „das wird nichts nutzen, fürchte ich, aber Du kannst es gerne versuchen. Der einzige, der sich in meiner Familie damit auskennt, ist mein Vater und der hat es längst aufgegeben, meinen Schwestern und mir diesen Sport näher bringen zu wollen. Aber die Blauen kommen doch auch aus dem Pott...das ist doch quasi alles eins, oder nicht?“ schlussfolgerte sie. Jacky verdrehte die Augen „kein Wunder, dass Dein Vater es aufgegeben hat. Wer Herne-West und Dortmund in einen Topf wirft ist entweder vom Mond, oder lebensmüde“ bemerkte sie trocken, war aber durchaus amüsiert über diesen Dialog. Ihre Chefin verstand die Aufregung nicht „und was genau bedeutet nun Herne-West?“ wollte sie wissen und sah die Belustigung im Gesicht ihrer Mitarbeiterin „ich sehe schon, das wird noch ein hartes Stück Arbeit...“ erwiderte diese und freute sich insgeheim darauf, Marlene darüber aufzuklären. Die Clubbesitzerin schloss ihren Wagen auf, an dem sie inzwischen angekommen waren „aber ganz sicher nicht mehr heute“ stellte sie lachend fest „denn dafür bin ich definitiv zu müde.“ Jacky lächelte verstehend und stieg in Marlenes Auto. Die junge Frau hatte vom ersten Moment an gewusst, dass sie die andere mochte und fühlte ein angenehmes Kribbeln im Bauch. Sie warf einen vorsichtigen Blick zur Seite und konnte ihre Augen nur schwer von der schönen Blondine lassen, die keine Ahnung zu haben schien, welche Wirkung sie auf Jacky hatte. Vielleicht, so dachte die Brünette, ist das auch besser, denn sonst würde Marlene sicher keine weiteren Unternehmungen mehr mit ihr machen.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 18:32 
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Teil 208:

Die beiden Frauen trafen erst am nächsten Morgen wieder aufeinander, und als die Blonde sich an den Frühstückstisch gesellte, fand sie neben einer Tasse frischen Kaffee, auch eine rote Rose vor, die neben ihrem Teller lag, auf welchem ein „sorry“ aus Rosinen gelegt war. Damit war auch klar, wieso Rebecca heute noch früher aufgestanden war, als sonst. Marlene setzte sich schweigend hin und versuchte sich nicht von dem Dackelblick ihrer Frau einwickeln zu lassen, die sie aus ihren großen, bernsteinfarbenen Augen ansah „guten Morgen“ sagte die junge Gräfin leise und wartete auf eine Reaktion. Marlene nahm ihre Tasse zur Hand und nippte an dem Kaffee, der genauso zubereitet war, wie sie ihn am liebsten trank. Sie blickte auf den Teller und wandte sich dann an Rebecca „denkst Du, dass es damit getan ist?“ fragte sie und wollte es der anderen nicht so einfach machen. Die Gefragte seufzte „nein, aber ich dachte eine Entschuldigung ist immerhin ein Anfang. Ich kann es leider nicht mehr rückgängig machen, Marlene, aber Du kannst mir glauben, dass ich mir den Abend gestern auch anders vorgestellt habe. Ich hatte mich auch auf das Musical gefreut und ich weiß, wie sehr Du Dich darauf gefreut hast...“ Marlene stellte die Tasse wieder ab „allerdings, und genau deshalb hatte ich Dich am Nachmittag extra noch einmal daran erinnert. Trotzdem warst Du nicht da, nicht mal erreichen konnte ich Dich. Weißt Du eigentlich wie ätzend das ist, wenn man erst versetzt und dann auch noch weggedrückt wird? Ich dachte echt, ich bin im falschen Film“ beschwerte sie sich. Rebecca nahm ihr gegenüber Platz "hast Du Deine Mailbox gestern nicht mehr abgehört? Ich habe Dir drauf gesprochen...Juri hat den Anruf weggedrückt und dabei offenbar auch den Ton ausgemacht. Deswegen habe ich auch Deine Anrufe nicht mitbekommen. Dabei hatte ich ihm gesagt, dass ich nur Tanja nicht sprechen will, weil die mich zuvor wie eine Irre angeschnauzt hat" erklärte sie ihrer Frau die Situation, in der Hoffnung, dass sie dadurch etwas versöhnlicher sein würde. Marlene schüttelte den Kopf "selbst wenn, Rebecca, das ändert nichts daran, dass Du mal wieder zu spät warst und die Arbeit vorgezogen hast. Abgesehen davon frage ich mich, was Juri an Deinem Handy verloren hat. Wärst Du einfach selbst dran gegangen, wäre das alles nicht passiert" stellte sie fest und ließ damit keine Widerrede zu. Die Brünette zeigte sich einsichtig, auch wenn sie der Meinung war, dass Juri eine Mitschuld trug „damit hast Du wohl Recht und das passiert mir auch sicher kein zweites Mal. Wir saßen gerade an einem Entwurf und es lief einfach so gut, dass ich dabei total die Zeit vergessen habe. Du weißt doch, wie das ist...man hat ein Idee und die muss einfach sofort raus, sonst ist sie am Ende weg. Das ist nun mal mein Job“ sagte sie „und ich bin Deine Frau“ entgegnete Marlene „aber ich kann anscheinend ruhig warten, im Gegensatz zu Deinen Ideen.“ Rebecca verschränkte die Arme vor der Brust „das ist unfair, Du weißt ganz genau, dass das nicht stimmt. Was soll ich denn machen? Einfach alles stehen und liegen lassen? Ich bin Chefdesignerin, Marlene, und neuerdings auch noch Geschäftsführerin. Auf mir lastet gerade die komplette Verantwortung und ich finde, dass Du etwas mehr Verständnis dafür aufbringen könntest.“ Ihr Gegenüber erhob sich geräuschvoll „ach, und ich habe wohl keinen stressigen Job, was? Ich besitze einen Club, falls Du es vergessen haben solltest und trage ebenfalls eine Menge Verantwortung. Oder glaubst Du, das No Limits führt sich von alleine? Trotzdem vergesse ich nicht, dass ich auch noch ein Privatleben habe. Und mir vorzuwerfen, dass ich nicht genügend Verständnis aufbringe, finde ich ziemlich unfair. Ich unterstütze Dich seit Wochen so gut es geht, sehe darüber hinweg, dass Du meist erst spät Abends nach Hause kommst und dann zu müde bist, um noch irgendetwas zu unternehmen und nebenbei versuche ich noch Tanja zu zähmen, die gelinde gesagt, kurz vor einer Explosion steht. Und das alles mache ich neben meiner Arbeit und schaffe es trotzdem, unsere Verabredungen einzuhalten. Und weißt Du auch warum? Weil es mir wichtig ist, Rebecca. Und jetzt sag mir nochmal, dass ich unfair bin“ erklärte sie gereizt und ging zur Garderobe, um sich ihre Jacke anzuziehen. Die junge Gräfin stand auf und ging ihr hinterher „ach man, so habe ich das doch nicht gemeint. Ich weiß, dass Du auch einen anstrengenden Job hast, aber Du hast schon viel mehr Routine darin, als ich. Außerdem hast Du keinen Termindruck und auch keine Tanja, mit der Du Dich ständig herum schlagen musst. Es tut mir leid, Marlene, ich sehe ja ein, dass ich es vermasselt habe und Du hast mich doch schon abgestraft, oder etwa nicht? Schließlich hast Du Dich gestern amüsiert, während ich mit schlechtem Gewissen zuhause saß. Was soll ich denn noch machen, damit Du nicht mehr sauer bist?“ fragte sie ratlos und wollte einfach nur, dass wieder Frieden herrschte. Marlene seufzte „denk mal in Ruhe darüber nach, dann kommst Du vielleicht von selbst drauf. Gesagt habe ich es Dir oft genug in letzter Zeit. Ich muss jetzt los, mach´s gut“ sagte sie und verließ die Wohnung. „Sieht so aus, als hätte Dein Charme diesmal versagt“ bemerkte Sebastian, der soeben aus dem Bad gekommen war „sehr witzig, Bruderherz, ich lache später“ erwiderte sie angesäuert und verschwand ebenfalls. „Das ist ja ne Bombenstimmung hier, am frühen Morgen“ kommentierte der Graf das Erlebte und ging in die Küche, um die Fläschchen für Jonas und Sophie vorzubereiten.

Als Dana an diesem Morgen die Augen öffnete, stieg ihr direkt der Duft von frischem Kaffee in die Nase. Ricardo saß neben ihr auf dem Bett, nur mit seinen Boxershorts bekleidet und hielt ihr einen großen Becher hin, aus dem feiner Dampf entwich. Sie setzte sich auf und nahm die Tasse entgegen „guten Morgen, das nenne ich mal eine Begrüßung. Gibt es auch noch einen Kuss dazu?“ fragte sie lächelnd. Der Spanier erwiderte das Lächeln und beugte sich zu ihr, um ihren Wunsch zu erfüllen „sehr gerne sogar“ hauchte er und küsste sie sanft „guten Morgen senora.“ Dana grinste zufrieden und trank vorsichtig ihren Kaffee „Du hast diese Nacht ganz gut geschlafen, oder?“ wollte sie wissen, woraufhin er nickte „das Ganze hat mich mehr belastet, als mir bewusst war. Seit wir darüber gesprochen haben, geht es mir besser, auch wenn ich immer noch nicht weiß, was richtig ist“ gab er zu. Dana stellte die Tasse ab und bedeutete ihm, sich neben sie zu setzen „wie stehen eigentlich Laras Heilungschancen? Sie wird doch wieder gesund, oder?“ erkundigte sie sich und empfand erneut tiefes Mitgefühl für das kleine Mädchen. Ricardo zupfte an der Decke herum „die Heilungschancen liegen zwischen 70 und 80 Prozent, was gut ist, aber noch besser sehe es aus, wenn sie eine Knochenmarkspende bekäme. Aber die Wartelisten sind lang und da sie keine Familie hat, bleibt vorerst nur die Chemotherapie. Es ist ein langer Prozess und erst nach fünf Jahren ohne Rückfall kann man davon ausgehen, dass der Krebs besiegt ist und wahrscheinlich nicht wiederkommt. Ganz ausgeschlossen ist das aber leider nie. Wenn sie wenigstens ein Zuhause und eine Familie hätte, die ihr den nötigen Halt und die Sicherheit geben würde, die sie dringend braucht, aber ein Heim...Das ist nicht der richtige Ort für ein schwer krankes Kind“ sagte er traurig und seufzte. Die Brünette griff nach seiner Hand „aber sie hat jetzt immerhin zwei Menschen gefunden, denen ihr Schicksal nicht egal ist und die sich um sie sorgen. Wenn Du magst, können wir sie später noch einmal zusammen besuchen. Beim letzten Mal konnte ich ja kaum mit ihr reden, weil sie direkt zu einer Untersuchung abgeholt wurde“ schlug sie vor und zauberte ihm damit ein Lächeln aufs Gesicht „das wäre schön. Aber bist Du Dir wirklich sicher, dass Du das willst? Ich möchte nicht, dass Du Dich am Ende schlecht deswegen fühlst.“ Die Wolf Tochter schüttelte den Kopf „mach Dir keine Gedanken, es ist in Ordnung für mich. Ich möchte Dich damit nicht alleine lassen und außerdem finde ich Laras Situation genauso schrecklich wie Du. Das darf nicht sein und deshalb werden wir ihr beistehen, so gut es eben geht, unter den gegebenen Umständen“ verkündete sie entschieden. Ricardo schaute ihr fest in die Augen „ich liebe Dich, weißt Du das eigentlich“ flüsterte er und lehnte seine Stirn gegen ihre „ich weiß...aber Du darfst es mir gerne noch zeigen“ erwiderte sie und zog ihn näher zu sich. Der Spanier lächelte und drückte sie mit seinem Gewischt sanft auf das Bett „wie könnte ich da widerstehen“ raunte er und fing an sie innig zu küssen, während er mit der Hand ihr Shirt nach oben schob, bevor er es ganz auszog. Er küsste ihren Hals entlang und wanderte von dort weiter hinunter bis zu ihrem Bauch, wo er eine Weile verharrte. Er streichelte mit den Händen über ihre Beine und zog ihr das letzte Kleidungsstück aus, was sie noch trug. Er drückte sanft ihre Beine auseinander, bevor er sich dazwischen legte und ihr dabei voller Verlangen in die Augen blickte. Dana begegnete seinem intensiven Blick und stöhnte leise auf, als er sich mit ihr vereinte und sie auf eine sinnliche Reise entführte.

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Teil 209:

Als Rebecca am Mittag aus einem Meeting mit der Designabteilung kam und zu Juris Arbeitsplatz ging, stellte sie fest, dass dieser noch immer nicht da war. Das Chaos auf seinem Tisch dagegen war kaum noch zu übertreffen und Rebecca fragte sich, wie ein Mensch unter solchen Bedingungen überhaupt arbeiten konnte. Sie trat etwas näher an den Tisch heran und entdeckte neben einigen Pappbechern und leeren Schachteln auch irgendwelche Essensreste, woraufhin sie sich angewidert abwandte „was für eine Schweinerei“ murmelte sie und nahm sich vor, umgehend etwas gegen diesen Saustall zu unternehmen. Sie hatte Juri zwar einige Freiheiten eingeräumt, aber LCL als Müllhalde zu benutzen, gehörte definitiv nicht dazu. Er konnte froh sein, dass die Reaktionen der Presse zu seinem Auftritt so positiv ausgefallen waren, ansonsten gäbe es bereits jetzt keinen Grund mehr für Rebecca, ihn weiter zu hofieren. Die junge Gräfin ging kopfschüttelnd in ihr Büro und warf einen Blick in ihren Terminkalender. Sie hatte noch gut zwei Stunden Zeit, bevor der nächste Termin an stand und überlegte, ob sie ins No Limits fahren sollte, um noch einmal mit Marlene zu sprechen. Der Streit von heute Morgen ging ihr nicht aus dem Kopf, die Gedanken daran blockierten sie und außerdem hasste sie es, wenn etwas zwischen ihnen stand. Bevor sie es sich anders überlegen konnte, stand sie auf und informierte die Empfangsdame darüber, dass sie kurz außer Haus war, jedoch über Handy erreichbar wäre, falls etwas sein sollte.

Lukas und Karsten saßen gerade zusammen und besprachen die weitere Vorgehensweise für ihre Selbstständigkeit, die kurz bevor stand, als es an der Tür schellte. Der jüngere von beiden stand auf und stand schließlich seiner Freundin gegenüber, die ihm fröhlich um den Hals fiel „ich habe einen neuen Job“ verkündete sie aufgedreht. Er lächelte sie erfreut an „das ist toll...wo denn?“ wollte er wissen und hoffte insgeheim, dass es nicht so weit weg von Düsseldorf war. Helena schien seine Gedanken zu erraten „keine Sorge, ich gehe nicht zurück nach Kambodscha. Mein damaliger Doktorvater hat mir den Job vermittelt, an der Universität in Düsseldorf. Ist das nicht genial?“ erzählte sie begeistert und küsste ihn stürmisch. Lukas ließ sich von ihrer guten Laune mitreißen „und ob, ich freue mich für Dich. Aber ist das auch das, was Du machen willst? Mit Ausgrabungen hat das ja sicherlich nichts zu tun“ bemerkte er „das kann man so nicht sagen. Ich mag zwar nicht mehr aktiv daran beteiligt sein, aber ich kann darüber berichten und anderen die Bedeutung näher bringen. Ich weiß selbst noch nicht genau, wie es werden wird, aber ich freue mich darauf.“ Sie betrat die Wohnung und entdeckte erst jetzt, dass Lukas nicht alleine war „herzlichen Glückwunsch zum neuen Job“ sagte Karsten und rechnete gar nicht mit einer Antwort, doch er wurde überrascht „danke“ erwiderte Helena „bei Euch wird es aber auch langsam ernst, wie es aussieht“ bemerkte sie und deutete auf die zahlreichen Unterlagen, die auf dem Tisch lagen. Lukas trat hinter sie und legte seine Arme um ihren Bauch „magst Du einen Kaffee mit uns trinken? Wir könnten eine kleine Pause gebrauchen“ fragte er vorsichtig. Die Brünette kämpfte mit sich, sie hatte sich fest vorgenommen, dass sie wenigstens versuchen würde auf Karsten Berger zuzugehen, aber es umzusetzen fiel ihr schwer „das ist etwas ungünstig...ich habe jetzt noch einen Termin wegen des neuen Jobs. Ich bin auch nur kurz vorbei gekommen, weil ich Dir die Neuigkeit mitteilen wollte. Vielleicht ein anderes Mal“ erklärte sie und begegnete kurz Karstens Blick, der weder vorwurfsvoll, noch enttäuscht wirkte. Es lag viel mehr so etwas wie Akzeptanz darin und in diesem Moment empfand Helena zum ersten Mal so etwas wie Sympathie für den Bruder ihres Freundes. Trotzdem reichte es nicht, um einfach umzuschalten und so verabschiedete sie sich wieder von den beiden Männern. Lukas sah ihr traurig hinterher, er konnte sie ja verstehen, aber das machte es ihm leider nicht leichter. Er setzte sich wieder zu seinem Bruder an den Tisch und versuchte einmal mehr zu akzeptieren, dass Helena und Karsten niemals ein gutes Verhältnis würden aufbauen können. Dabei war er sicher, dass sie sich unter anderen Umständen sehr gut verstanden hätten.

Jacky war gerade am Telefonieren, als Rebecca den Club betrat und nach ihrer Frau Ausschau hielt „das Musical war der Hammer und Marlene ist echt super. Ich meine, welche Chefin macht schon so etwas? Ich habe echt richtig Glück gehabt mit dem Job hier. Und wer weiß, vielleicht bleibt es nicht nur bei dem Job...bislang gefällt mir Düsseldorf jedenfalls gut, nein, es ist sogar richtig super“ schwärmte sie. Rebecca hüstelte, woraufhin die junge Frau sich umdrehte „Du, ich muss Schluss machen, Kundschaft. Bis bald, ich melde mich wieder“ erklärte sie und legte auf „hey, was kann ich Dir Gutes tun?“ erkundigte sie sich freundlich. Die Gräfin sah sie abschätzend an und obwohl es unangebracht war, ertappte sie sich dabei zu denken, dass Marlene bei der Auswahl ihres Personals nicht nur auf deren Qualifikationen zu achten schien „Du scheinst ja mächtig beeindruckt zu sein von Deiner Chefin“ bemerkte sie und fixierte die andere genau. Jacky lächelte „kann man sagen, Marlene ist echt toll. Kennst Du sie?“ fragte sie neugierig „kann man sagen, ich bin mit ihr verheiratet“ konterte Rebecca und genoss den leicht verschreckten Gesichtsausdruck der jungen Frau, die sich jedoch schnell wieder fing „ah, dann bist Du also Rebecca. Ich habe schon von Dir gehört“ sagte sie und reichte ihr die Hand. Die Lahnstein Tochter nahm sie entgegen und lächelte jetzt ebenfalls „ich hoffe nur Gutes“ erkundigte sie sich der Form halber und war von der Antwort etwas überrascht „naja, zuletzt hast Du Deine Frau ja mächtig verärgert. Bist bestimmt hier, um es wieder gut zu machen, was?“ fragte sie direkt und zwinkerte ihr zu. Rebecca rang sich ein Lächeln ab „ach, das ist halb so wild. Marlene weiß, dass ich im Moment sehr viel Stress habe. Aber Du warst ja so freundlich für mich einzuspringen.“ Jacky grinste „habe ich sehr gerne gemacht. Du hast echt was verpasst, war eine super Vorstellung und der Blick hinter die Kulissen war sehr interessant. Ist schon cool, wenn man solche Kontakte hat“ geriet sie erneut ins Schwärmen, während Rebecca mit den Zähnen knirschte. Sie überlegte gerade was sie antworten sollte, da entdeckte sie Marlene, die sich jetzt zu ihnen gesellte „wie ich sehe, habt Ihr Euch schon bekannt gemacht“ stellte die Clubbesitzerin fest. Rebecca nickte, aber sie merkte, dass ihre Frau noch immer unversöhnlich war und versuchte dagegen zu steuern „hast Du einen Moment Zeit? Ich würde gerne mit Dir reden.“ Die Blonde schaute auf die Uhr „ehrlich gesagt ist es gerade schlecht, ich habe einen Termin bei meinem Steuerberater“ entgegnete sie ausweichend. Die junge Gräfin warf einen Blick zu Jacky, um ihr zu signalisieren, dass dies ein Privatgespräch war und redete erst weiter, nachdem diese sich entfernt hatte „Mensch Marlene, jetzt mach es mir doch nicht so schwer. Ich habe es ja verstanden...Könntest Du also bitte aufhören, sauer auf mich zu sein? Oder sollen wir die wenige Zeit, die wir zusammen verbringen können, jetzt nur noch mit streiten vergeuden?“ Sie ging noch einen Schritt auf die andere zu „ich mache es auch wieder gut, versprochen. Wenn Du heute Abend nach Hause kommst, wirst Du es sehen“ sagte sie mit zuckersüßer Stimme „versprich lieber nichts, was Du nicht halten kannst“ erwiderte Marlene zurückhaltend, aber Rebecca erkannte ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie schüttelte den Kopf „tu ich nicht, verlass Dich drauf“ sagte sie erleichtert und gab der Blonden einen Kuss „und dass Du mir ja nicht zu spät kommst“ scherzte sie und machte sich schnell aus dem Staub „bis nachher“ rief sie noch und war dann verschwunden. Marlene schüttelte resigniert den Kopf, es war doch immer das Gleiche, dachte sie, und wusste dabei längst, dass sie Rebecca nie lange böse sein konnte.

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BeitragVerfasst: 11.09.2015, 18:34 
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Teil 210:

Lara machte gerade den letzten Zug mit ihrem grünen Spielpüppchen und entschied damit auch diese Runde ihres Lieblingsspiels "Mensch ärgere Dich nicht" für sich „gewonnen“ verkündete sie fröhlich und strahlte übers ganze Gesicht. „Du hast nicht nur gewonnen, Du hast uns regelrecht abgezogen“ bemerkte Ricardo anerkennend „wir sollten vielleicht aufhören uns die ganze Zeit gegenseitig zu schmeißen, dann hätten wir eventuell eine Chance gegen Lara“ schlug Dana augenzwinkernd vor. „Aber schmeißen ist doch Pflicht“ klärte die kleine Patientin sie auf, die mit den Regeln bestens vertraut war „das stimmt natürlich“ gab die Brünette zu und musste über die Ernsthaftigkeit dieser Aussage schmunzeln. Ricardo packte das Spiel zusammen „vielleicht klappt es beim nächsten Mal, aber jetzt ruhst Du Dich bitte ein bisschen aus. Du hast letzte Nacht kaum geschlafen“ sagte er und sofort schauten ihn die blau-grünen Augen des Mädchens traurig an „ich will mich aber nicht ausruhen und ich bin auch gar nicht müde. Immer soll ich nur im Bett liegen, aber das ist so langweilig. Krankenhäuser sind echt blöd, noch blöder als Kinderheime“ stellte sie etwas trotzig fest „die anderen Kinder dürfen alle raus mit ihren Eltern...aber ich hab ja keine.“ Dana und Ricardo sahen sich schweigend an, genau diese Situationen waren so schwer zu ertragen und jetzt verstand die Wolf Tochter auch, warum ihr Freund geglaubt hatte, sie davor schützen zu müssen. Während Ricardo irgendwie versuchte Lara aufzumuntern und ihr zu erklären, warum das alles nicht so einfach war, kam Dana eine Idee. Sie behielt diese jedoch vorerst für sich, weil sie erst mit Ricardo darüber sprechen wollte. Das kleine Mädchen hatte inzwischen nachgegeben und sich wieder ins Bett gelegt, aber Dana sah, dass ihr eine Träne über die Wange lief und spürte einen Stich im Herzen. Ricardo hatte Recht, es war einfach nicht fair und manchmal war das Leben wirklich beschissen.

Als Rebecca wieder in der Firma ankam, hörte sie bereits im Eingangsbereich das Schimpfen von Juri und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Der Mann konnte also doch Emotionen zeigen und war nicht immer nur cool und lässig. Sie ging belustigt die Treppe hinauf, doch als sie ihn entdeckte, verging ihr das Lachen direkt wieder „WER WAR DAS?“ rief er aufgebracht, als sie vor ihm stand „wenn Du mit DAS den aufgeräumten Tisch meinst, dann war ich es. Jedenfalls hatte ich die Reinigungskraft gebeten diesen Saustall aufzuräumen.“ Juri funkelte sie böse an „und wie kommst Du dazu? Das ist mein Platz und der geht Dich nichts an“ regte er sich auf „das mag sein, aber ich bin hier Geschäftsführerin und kann es nicht dulden, dass die Arbeitsplätze derart zugemüllt werden. Ein bisschen Chaos ist eine Sache, aber das war einfach nur ekelhaft. Was macht das bitte für einen Eindruck, wenn hier mal Geschäftspartner vorbei kommen? Das geht so nicht, Juri, und ich finde es nicht zu viel verlangt, eine gewisse Ordnung zu halten. Und Essensreste haben schon gar nichts auf dem Tisch verloren. Den Mitarbeitern wurde gesagt, dass sie ausschließlich in der Küche zu essen haben, also gilt das Gleiche auch für uns“ erklärte sie sachlich, aber durchaus bestimmend. Der Mann mit der auffälligen Tätowierung am Hals starrte sie wütend an, wobei seine Halsschlagader sichtbar hervor trat „so eine gequirlte Scheiße!“ schrie er und verteilte mit ein paar hektischen Handbewegungen wieder einige Papiere auf seinem Schreibtisch. Rebecca schaute ihm ungläubig dabei zu und fragte sich, ob der Typ nicht ernsthaft einen an der Klatsche hatte „sag mal, geht’s noch? Wie führst Du Dich hier gerade auf. Reiß Dich mal ein bisschen zusammen, wir sind hier nicht im Kindergarten“ forderte sie ihn auf und wich ein Stück zurück, als er plötzlich auf sie zukam „ich hasse Ordnung, sie killt meine Kreativität. Ich arbeite so, wie ich es will, oder gar nicht, das war der Deal“ sagte er und zerknüllte ein Blatt Papier, das er ihr vor die Füße warf, bevor er sich wütend vom Acker machte. Die junge Gräfin schüttelte den Kopf, hob das zerknüllte Blatt Papier auf und faltete es auseinander. Sie betrachtete den Entwurf, der einmal mehr bewies, was für ein außergewöhnlicher Designer Juri war und seufzte „warum müssen die verrückten Typen immer die Besten sein“ brummte sie vor sich hin und ging dann in ihr Büro.

Marlene saß an ihrem Schreibtisch, als es an der Tür klopfte und Jacky kurz darauf mit einem Glas Saft herein kam „damit Du nicht verdurstest“ bemerkte sie lächelnd und stellte das Glas vor ihrer Chefin ab. „Danke, das ist nett. Woher weißt Du denn, dass ich gerne Maracuja Schorle trinke?“ fragte sie verwundert „ich bin einfach eine gute Beobachterin“ erwiderte die andere augenzwinkernd „außerdem wollte ich mal sehen, ob Du noch lebst. Man hört und sieht nichts von Dir heute.“ Marlene streckte sich „ich hatte jede Menge Papierkram aufzuarbeiten. Den lasse ich nämlich gerne liegen und weil Papier bekanntlich geduldig ist, häuft es sich leider schnell an und entsprechend viel habe ich dann damit zu tun, es abzuarbeiten“ erklärte sie und schaute auf die Uhr. Sie trank noch etwas von der Schorle und stand dann auf „der Tag ist echt verflogen...ich gehe jetzt nach Hause“ sagte sie und ging mit der anderen aus dem Büro „Du kannst auch Feierabend machen, Dana müsste gleich hier sein.“ Jacky nickte „ich warte noch so lange. Einen schönen Abend und bis morgen“ erwiderte sie „danke, wünsche ich Dir auch“ antwortete Marlene und lief zum Ausgang. Die junge Frau sah ihr verträumt hinterher, bis sie es selbst bemerkte und sich schnell wieder an die Arbeit machte.

Rebecca zündete gerade die Kerzen an, die auf dem schön dekorierten Tisch standen und die dem Raum eine romantische Atmosphäre verliehen. Sie überprüfte noch einmal kritisch ihr Werk, rückte hier und da noch ein bisschen etwas zurecht und ging dann in die Küche, um nach dem Essen zu sehen. Aus dem Zimmer von Marie erklang noch immer Babygeschrei und wie es aussah, hatten die Zwillinge eine ziemliche Ausdauer. Rebecca hätte ihrer Freundin gerne geholfen, aber sie hatte schon einige Mühe damit, das Essen im Auge zu behalten, während sie nebenbei noch mit anderen Dingen beschäftigt war. Kurze Zeit später ging die Zimmertür auf und Marie kam mit Sophie auf dem Arm in die Küche „hey, wir sind gleich weg. Ich fahre zu Sebastian aufs Schloss, dann habt Ihr hier Eure Ruhe“ verkündete sie und nahm sich die Fläschchen aus dem Schrank „das ist doch nicht nötig“ entgegnete Rebecca, während sie etwas skeptisch die Sauce probierte. Marie stellte sich neben sie „irgendetwas fehlt da“ vermutete die Brünette und hielt der anderen den Kochlöffel hin. Marie kostete und nickte dann „hier, nimm mal Deine Nichte“ bat sie und übergab ihre Tochter an die Tante. Sie suchte sich die passenden Gewürze, verfeinerte damit die Sauce und ließ Rebecca dann noch einmal probieren „hm, perfekt...danke“ sagte diese und lachte, als Sophie mit ihren kleinen Händen in ihrem Gesicht herum fummelte. Während Marie zurück in ihr Zimmer ging, um die restliche Sachen und Jonas zu holen, betrat Marlene die Wohnung und staunte nicht schlecht, als ihr Blick auf den schön eingedeckten Tisch fiel. Rebecca ging zu ihr, um sie zu begrüßen „Du bist zu früh“ scherzte sie und gab ihr einen Kuss. Die Blonde lachte und nahm ihr das Baby ab „ich kann ja wieder gehen und mir einen schönen Abend mit Sophie machen“ erwiderte sie belustigt und wippte die kleine vorsichtig hin und her. Marie gesellte sich wieder zu ihnen und stellte Jonas, der bereits in seinem Maxi-Cosi lag kurz ab, um sich Jacke und Schuhe anzuziehen "wegen uns müsst Ihr wirklich nicht gehen" sagte Rebecca noch einmal, aber die andere winkte ab "das ist schon in Ordnung, Ihr habt Eure Wohnung selten genug für Euch. Außerdem freut Sebastian sich schon, dass wir zu ihm aufs Schloss kommen und der Rest der Familie kann es kaum abwarten Jonas und Sophie wieder zu sehen" erklärte sie und verfrachtete ihre Tochter ebenfalls in ihren tragbaren Untersatz, bevor sie sich von den beiden verabschiedete und ihnen noch einen schönen Abend wünschte. Marlene blickte zu ihrer Frau „hast Du Dich für mich so hübsch gemacht?“ fragte sie und ging auf die Brünette zu „wie schön, dass Dir das auffällt“ entgegnete diese lächelnd. Die Blonde legte ihre Arme um Rebeccas Hüften „natürlich fällt mir das auf, genauso wie mir auffällt, dass Du Dir ganz schön Mühe gegeben hast mit all dem hier“ sagte sie und deutete auf den Tisch. Die junge Gräfin grinste „warte mit Deinem Lob lieber bis nach dem Essen...Du weißt ja, dass ich nicht gerade für meine Kochkünste bekannt bin und diesmal hat Marie, abgesehen vom Nachwürzen der Sauce, nicht geholfen“ bemerkte sie skeptisch. Marlene schien das nicht weiter zu beunruhigen „das ist nicht wichtig, der gute Wille zählt und außerdem habe ich einen resistenten Magen“ witzelte sie und gab der anderen einen sanften Kuss. Rebecca löste sich von ihr und ging zu dem Tisch. Sie rückte einen der Stühle ab und deutete mit der Hand auf die Sitzfläche „darf ich bitten, schöne Frau. Das Essen ist gleich fertig“ sagte sie galant. Marlene lächelte zufrieden, sie war froh, dass Rebecca endlich verstanden hatte, wie wichtig es war, dass sie ihrer Beziehung mehr Raum gaben und setzte sich auf den angebotene Platz.

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