Teil 200 - Part 1:Marlene hatte die Wunden an Tanjas Hand desinfiziert, was diese tapfer und ohne zu jammern ertragen hatte und legte ihr in diesem Moment einen Verband an „so, ich hoffe das wird halten“ sagte sie, als sie fertig war und packte den Verbandskasten wieder weg. Die andere murmelte ein leises, kaum hörbares „danke“ und stand schließlich auf „Moment mal, wo willst Du hin? Ich glaube wir beide haben noch etwas zu klären“ bemerkte Marlene und drückte sie zurück auf den Hocker. Tanja stöhnte „mach jetzt bitte kein Drama draus, das war nur ein Versehen...was sind das überhaupt für billige Gläser, die einfach so zerbrechen?“ entgegnete sie gewohnt schnippisch, doch diesmal war ihr anzusehen, dass es nur Fassade war. Die Clubbesitzerin schüttelte den Kopf „Du kannst aufhören zu schauspielern, oder glaubst Du ernsthaft, dass ich Dir das abkaufe? Ich muss Dich nur angucken um zu sehen, dass Du völlig neben dir stehst. Also, was ist passiert?“ fragte sie und schaute ihr Gegenüber eindringlich an. Tanja hätte ihr gerne entgegen geschleudert, dass sie sich das nur einbildete, aber aus irgendeinem Grund tat sie es nicht „ich kann das einfach nicht ertragen“ sagte sie stattdessen „es macht mich wahnsinnig und ich kann es nicht kontrollieren.“ Marlene horchte alarmiert auf „redest Du von Sebastian und Marie? Oder von Emma und Deinem Auszug?“ wollte sie wissen. Die Gefragte nickte und ihr Blick wirkte im Vergleich zu sonst beinahe leer „sie benehmen sich wie eine kleine Familie...es war ekelhaft. Nicht mal Emma ist vor ihr sicher, aber ich werde nicht zulassen, dass sie mir auch noch meine Tochter nimmt“ erklärte sie mit einer unheimlichen Ruhe. In Marlenes Kopf arbeitete es auf Hochtouren, sie reimte sich selbst zusammen, dass Tanja die drei offenbar beobachtet haben musste und war zutiefst erschrocken, wie ihre Freundin darauf reagierte. Sie packte die Blonde bei den Schultern und sah ihr fest in die Augen „Du musst damit aufhören Tanja! Ich verstehe ja, dass es hart für Dich ist, die beiden so glücklich zu sehen, aber Du musst Dich damit abfinden. Es ist doch völlig normal, dass sie Emma mit einbinden. Sie muss sich an die neue Situation genauso gewöhnen, wie ihr alle und für sie ist es sicher einfacher, wenn sie sich gut mit Marie versteht. Deshalb bleibt Emma doch trotzdem Deine Tochter und Marie wird sie Dir auch nicht wegnehmen, das war niemals ihre Absicht! Du musst endlich aufhören Dich dermaßen in Deinen Hass hinein zu steigern“ beschwor sie ihre Freundin. Tanja hielt ihrem Blick stand „und was ist, wenn ich das nicht kann?“ fragte sie „dann musst Du es lernen! So geht es jedenfalls nicht weiter. Du gefährdest Dich selbst und am Ende womöglich auch noch andere. Was Du brauchst ist Abstand, und zwar sofort!“ Die Gräfin war wütend „ich soll das Feld räumen, damit die beiden ihr Glück in Ruhe genießen können? Du spinnst wohl“ echauffierte sie sich, doch Marlene ließ sich nicht beirren „nein, Du sollst das für Dich machen, damit DU zur Ruhe kommst und Deine negativen Gefühle in den Griff kriegst. Ein Tapetenwechsel hat schon vielen geholfen, die Dinge klarer zu sehen.“ Sie sah die Zweifel in Tanjas Augen und dass ihr der Gedanke nicht gefiel, doch sie gab noch nicht auf „bitte Tanja, hör auf mich, nur dieses eine Mal. Tu es für Dich und vor allem für Emma. Sonst tust Du am Ende noch etwas, dass Du später bereust“ bat sie die andere fast schon flehend. Tanjas starrte ihr Gegenüber wortlos an, ihre Freundin hatte Recht, das wusste sie und doch war es schwer gegen das anzukommen, was tief in ihr verankert war.
Marie musste unterdessen einsehen, dass ihre Kinder beschlossen hatten, sich nicht an den errechneten Geburtstermin zu halten, der in knapp zwei Wochen gewesen wäre und versuchte nicht durchzudrehen. Da sie selbst nicht mehr fahren konnte, hatte sie den Notruf gewählt und versuchte seitdem auch ihren Freund zu erreichen, der jedoch nicht ans Telefon ging „verdammt noch mal, geh doch an Dein verfluchtes Handy“ schimpfte sie, bevor sie erneut von heftigen Wehen geplagt wurde, die sie kurz aufschreien ließen. Die Schmerzen waren schon jetzt kaum noch zu ertragen und sie fragte sich, wie sie dann erst die Geburt überstehen sollte. Marie war mit den Nerven am Ende und je länger der Krankenwagen brauchte, umso größer wurde ihre Angst „das...darf...doch...echt...nicht...wahr ...sein“ presste sie mühsam hervor und versuchte es erneut mit ein paar Atemübungen, die sie im Kurs erlernt hatte. Dann nahm sie wieder ihr Handy zur Hand und hoffte, dass sie wenigstens ihre Freundin erreichen würde „wehe Du gehst auch nicht dran“ murmelte sie unter Schmerzen und wartete ungeduldig auf das Freizeichen.
Clarissa und Rebecca saßen noch immer zusammen, als das Handy der jungen Gräfin klingelte „wollen Sie nicht ran gehen?“ fragte die ältere „das kann warten, ich will Ihre Geduld nicht überstrapazieren“ entgegnete Rebecca. Clarissa nahm den Faden ihres Gespräches wieder auf, als das Telefon erneut klingelte „scheint so, als könnte es doch nicht warten“ bemerkte sie, woraufhin die Brünette sich entschuldigte und das Gespräch doch entgegen nahm „hallo Marie, es ist gerade ungünstig...“ wollte sie ihrer Freundin erklären, als diese aufgebracht in den Hörer schrie, dass ihr das scheiß egal wäre, da sie gerade in den Wehen liegen würde. Rebecca hielt es im ersten Moment für einen Scherz, doch sie merkte schnell, dass dem nicht so war „wo bist Du jetzt?“ fragte sie aufgeregt und hatte Mühe die andere zu verstehen, die offenbar große Schmerzen hatte. Als Marie es ihr erklärt hatte, hörte Rebecca bereits den Krankenwagen im Hintergrund und war etwas beruhigter, da sie die Freundin jetzt in guten Händen wusste „ich mache mich sofort auf den Weg ins Krankenhaus...ja, ich beeile mich...Du schaffst das schon...ja, ich versuche Sebastian zu erreichen...bis gleich und hab keine Angst, es wird alles gut“ versuchte sie die andere zu beruhigen, was jedoch zwecklos war. „Was ist denn bei Ihnen los?“ wollte Clarissa wissen, da war Rebecca schon halb an der Tür „Marie bekommt die Zwillinge, ich muss sofort los!“ verkündete sie und stürmte hinaus „viel Glück“ rief Clarissa ihr hinterher und schüttelte leicht grinsend den Kopf.
Tanja betrat unterdessen zum zweiten Mal an diesem Tag das Schloss, sie hatte entschieden den Rat von Marlene zu befolgen und eine Weile aus Düsseldorf zu verschwinden. Sie wollte sich noch von ihrer Tochter verabschieden und hörte auf der Suche nach ihr ein Telefon klingeln. Sie ging dem Geräusch nach und entdeckte das Handy schließlich auf dem Boden im Kaminzimmer, wo es halb unter dem Sofa lag. Sie erkannte sofort, dass es Sebastians war und nahm es in die Hand. Er hatte unzählige Anrufe von seiner Gespielin und seiner Schwester erhalten, was Tanja stutzig werden ließ. Sie hörte seine Mailbox ab und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen „so so, sie wirft also endlich...was für ein Pech, dass Sebastian gerade nicht erreichbar ist“ flüsterte sie gehässig. Sie schaltete das Handy auf lautlos, schob es zurück unters Sofa und beschloss ihren noch Ehemann aufzusuchen, um ihn ein bisschen abzulenken.
Rebecca hetzte unterdessen den Gang zum Kreißsaal entlang, während sie mit ihrer Frau telefonierte „ich bin jetzt da, aber Sebastian habe ich immer noch nicht erreicht. Keiner weiß, wo er abgeblieben ist. Kannst Du es bitte weiter versuchen und dann her kommen?“ Sie wartete kurz Marlenes Antwort ab, bevor sie auflegte, da wurde auch schon Marie herein geschoben „hast Du ihn erreicht?“ fragte sie sofort, was Rebecca leider verneinen musste. „Ich könnte schnell noch mal los...“ wollte sie anbieten, da riss Marie entsetzt die Augen auf „Du gehst nirgendwo mehr hin! Du bleibst schön hier und hilfst mir gefälligst diese Geburt zu überleben“ sagte sie aufgebracht und schnappte sich Rebeccas Hand „ist ja schon gut, natürlich bleibe ich hier. Wir schaffen das schon, auch ohne Sebastian“ beruhigte sie die Freundin. Diese schrie erneut auf, als weitere Wehen sie erfassten „ahhhhhwwww, auf Männer ist einfach kein Verlass...es ist doch immer das Gleiche“ schimpfte sie und Rebecca konnte nicht anders als zu lachen „das...ist...nicht...witzig“ mahnte Marie sie, woraufhin die Gräfin sich zusammenriss „Du hast ja Recht, aber es gibt bestimmt eine gute Erklärung dafür.“ Ehe Marie etwas entgegnen konnte, setzten erneut Wehen ein „die Abstände werden immer kürzer, es wird Zeit“ sagte die Hebamme, bevor sie gemeinsam in den Kreißsaal gingen.
Teil 200 - Part 2:Als Marlene eine halbe Stunde später im Krankenhaus ankam, rauschte sie beinahe mit Ricardo zusammen „hey, sind sie schon da?“ fragte sie den Spanier, der sie verwirrt anblickte „wer?“ Sie lachte „die Babys von Marie, sie ist gerade mit Wehen eingeliefert worden. Ich dachte Du wüsstest eventuell mehr“ klärte sie ihn auf. Ricardo sah sie aus müden Augen an „nein, ich habe davon nichts mit bekommen. Die Entbindungsstation ist eine Etage höher“ sagte er. Marlene musterte den Freund ihrer Schwester genauer, er wirkte mitgenommen und irgendwie traurig „geht es Dir nicht gut?“ hakte sie besorgt nach und dachte an den Spiele Abend zurück, als er auch etwas daneben war. Der Arzt lächelte, doch es wirkte aufgesetzt „ich bin okay, nur der übliche Wahnsinn halt, aber danke, dass Du fragst. Ich muss jetzt auch weiter, aber ich schaue später mal bei Euch vorbei“ versprach er, bevor er sich abwandte und davon stapfte. Die blonde Frau sah ihm noch eine Weile nach, bis sie sich auf den Weg zum Kreißsaal machte.
Im Kreißsaal selbst bemühte Marie sich unterdessen tapfer zu sein, obwohl sie das Gefühl hatte, dass es sie innerlich zerriss. Die Schmerzen waren noch viel schlimmer, als sie es sich je ausgemalt hatte und alles was sie wollte war, dass es endlich vorbei war. Während sie die Anweisungen der Geburtshelfer nur gedämpft wahrnahm und kaum noch wusste, wo oben und unten war, war die einzige Konstante Rebeccas Stimme und ihre Hand, die wohl noch niemals einer solchen Belastung ausgesetzt war. Die junge Gräfin fragte sich zwischenzeitlich, ob sie ihre Hand jemals wieder zum Designen gebrauchen konnte, aber da es das einzige war, was sie für ihre Freundin tun konnte, biss sie die Zähne zusammen und versuchte sie irgendwie weiter zu ermutigen „Du machst das toll, gleich hast Du es geschafft.“ Marie stöhnte „ich kann nicht mehr, ich halte das einfach nicht aus“ sagte sie benommen, da teilte die Hebamme ihr mit, dass das erste Köpfchen bereits zu sehen war „nicht aufhören jetzt, Sie müssen weiter pressen“ wies sie sie an. „Komm schon, Du kannst das“ versuchte Rebecca sie weiter anzutreiben „Du hast leicht reden“ entgegnete Marie gereizt, doch dann riss sich zusammen und kurze Zeit später erfüllte das erste Babygeschrei den Saal.
Vor dem Kreißsaal versammelten sich in der Zwischenzeit immer mehr Menschen, die alle aufgeregt und voller Vorfreude auf die neuen Erdenbürger warteten. Neben Marlene und Dana, war auch Rebeccas Familie vollzählig versammelt, der einzige der nach wie vor fehlte war Sebastian. Marlene ging zu ihrem Schwiegervater „und Ihr habt keine Ahnung, wo Sebastian sein könnte?“ fragte sie verwundert „wir verstehen es auch nicht. Er war vorhin noch auf dem Schloss und das Personal hat ihn auch nicht wegfahren sehen. Normalerweise ist er immer erreichbar...hoffentlich ist nichts passiert“ erwiderte Ludwig besorgt. Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter „mach Dich nicht verrückt, er hat wahrscheinlich einfach sein Handy nicht dabei“ beruhigte sie ihn, woraufhin er nickte „er wird sich sehr ärgern, dass er in diesem besonderen Moment nicht bei seiner Freundin sein konnte.“ Helena gesellte sich zu ihnen „ich bin so furchtbar aufgeregt. Wie die beiden wohl aussehen werden? Vielleicht sehen sie Tristan ähnlich...er wäre so stolz gewesen, wenn er jetzt hier sein könnte“ sagte sie und lehnte sich an die Schulter ihres Vaters, der liebevoll seine Arme um sie legte „ja Schatz, das wäre er, genauso wie wir.“ Marlene lächelte ihnen zu und gesellte sich dann zu Hagen und Dana, die etwas Abseits an der Wand lehnten und sich leise unterhielten.
Während der kleine Jonas bereits seine ersten Atemzüge tat und von einem Arzt untersucht wurde, kämpfte seine Mutter mit der Geburt seiner Schwester, die den Weg nach draußen noch nicht gefunden hatte. Maries Kräfte ließen immer mehr nach, sie war erschöpft und von den Schmerzen ausgelaugt, doch es half alles nichts, sie musste weiter machen, damit auch ihre Tochter das Licht der Welt erblicken konnte. Rebecca streichelte ihr über die Stirn „ich weiß es ist hart, aber Du musst noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Danach ist es vorbei...ich weiß, dass Du das schaffst“ sagte sie und fühlte sich trotz allem hilflos, weil sie nichts weiter tun konnte, als ihr immer wieder gut zuzureden. Marie schloss die Augen und als die nächsten heftigen Wehen einsetzten, tat sie, was von ihr verlangt wurde, auch wenn sie nicht wusste, wo die Kraft noch herkam, die sie dafür aufbringen musste. Sie schrie all ihren Schmerz hinaus, krallte sich am Bett und an Rebecca fest und wurde schließlich belohnt, als die kleine Sophie sich das erste Mal lauthals zu Wort meldete.
Sebastian schlug erneut mir seinen Fäusten gegen die Tür des Weinkellers, in dem er gemeinsam mit seiner noch Ehefrau seit geraumer Zeit eingeschlossen war „verdammt noch Mal, hört mich denn keiner“ schrie er erneut und trat gefrustet gegen die Tür. Sein Nervenkostüm war mehr als dünn, denn Tanja trieb ihn mit ihren Kommentaren in den Wahnsinn „und das alles nur, weil Du so dumm warst und die Klinke abbrechen musstest. Was wolltest Du überhaupt hier?“ fuhr er sie an. Sie grinste in sich hinein, doch nach außen gab sie sich gleichgültig „ich wollte Dich nur davon in Kenntnis setzten, dass ich eine Zeit lang verreise. Und außerdem wollte ich noch einmal zu Emma, aber ich konnte sie nicht finden“ erklärte sie und schaute ihn interessiert an „kommen da nicht Erinnerungen auf? Ich erinnere mich an eine Zeit, da hätten wir gewusst, wie wir uns die Zeit hier unten vertreiben können“ flüsterte sie verheißungsvoll. Sebastian lachte hämisch „das ist lange her und falls das ein Versuch sein soll, daran anzuknüpfen, kannst Du das abhaken. Ich will hier einfach nur raus und zwar schnell“ ließ er sie abblitzen und trommelte erneut gegen die Tür. Er konnte sein Glück kaum fassen, als er Justus Stimme hörte, der die Tür von außen öffnete „Graf Lahnstein, hier sind Sie. Endlich haben wir Sie gefunden“ sagte er aufgeregt. Sebastian schaute ihn verwundert an „wieso, haben Sie mich gesucht?“ wollte er wissen „allerdings. Ihre Freundin wurde mit Wehen ins Krankenhaus eingeliefert“ teilte der Butler ihm mit. Der junge Graf starrte ihn erschrocken an „WAS??? Verdammt, ich muss sofort los“ rief er aufgebracht und rannte wie ein Verrückter davon.
Marie war erschlagen, sie fühlte sich, als hätte man alles Leben aus ihr heraus gesaugt und war einfach nur kaputt. Sie hatte noch gar nicht richtig verarbeitet, was passiert war, da sah sie zum ersten Mal ihre beiden Kinder, die jetzt von der Hebamme und einem Arzt zu ihrem Bett getragen wurden. Sie war so fasziniert vom Anblick der beiden winzigen Menschen, die eben noch in ihrem Bauch gewesen und auf so schmerzhafte Art aus ihr heraus gekommen waren, dass sie beinahe das Atmen vergaß. Und dann geschah etwas, was Marie nicht für möglich gehalten hätte. Als die Hebamme ihr das kleine Mädchen in die Arme legte, waren alle Schmerzen wie von Zauberhand vergessen und die gerade erlebten Qualen rückten in weite Ferne. Während der Arzt den kleinen Jungen in Rebeccas Arme legte, streichelte Marie über die zarte Haut ihrer Tochter und nahm vorsichtig die kleine Hand zwischen ihre Finger „wie winzig sie ist“ flüsterte sie und sah dann zu Rebecca, die ihren Sohn mit ähnlicher Faszination betrachtete. Rebecca rückte näher zu ihr, damit sie Jonas ebenfalls begrüßen konnte. Marie berührte sanft sein kleines Gesicht und wurde schließlich von ihren Gefühlen übermannt „sind sie nicht wunderschön? Das ist ein Wunder“ flüsterte sie, während ihr Tränen des Glücks über die Wangen liefen. Auch Rebecca war sprachlos und bekam feuchte Augen, das erlebte hatte sie tief bewegt „ja, das sind sie. Sie sind einfach perfekt“ erwiderte sie leise und küsste sanft den Kopf ihres Neffen. Sie lächelte ihre Freundin an „Du hast das großartig gemacht“ lobte sie die frisch gebackene Mutter, deren Augen trotz der Anstrengungen strahlten, wie nie zuvor „Du auch. Danke, dass Du bei mir warst. Ohne Dich wäre ich durchgedreht“ sagte Marie und betrachtete liebevoll die beiden Geschöpfe, die ihr Leben bereits jetzt komplett verändert hatten. Sie waren ein Geschenk, und Marie schwor sich in diesem Moment, dass sie dies niemals vergessen würde „danke Tristan“ flüsterte sie, während sie erst Sophie und dann Jonas sanft küsste und war unendlich froh, dass er damals nicht einfach aufgegeben hatte. Rebecca schaute sie verstehend an, da griff Marie nach ihrer Hand „tut es noch weh?“ fragte sie und es dauerte einen Moment bis die Brünette begriff, dass sie von ihrer Hand sprach „ich werde es überleben“ antwortete sie grinsend. Jonas und Sophie bekamen von all dem nichts mit, sie schliefen wie zwei Babys, die gerade eine lange und anstrengende Reise hinter sich gebracht hatten.
Teil 200 - Part 3:Ein wenig später kamen Rebecca und die Hebamme mit den beiden Babys aus dem Kreißsaal, wo die restlichen Familienmitglieder schon sehnsüchtig warteten. Natürlich entstand sofort eine große Aufregung, alle waren entzückt von den beiden Winzlingen und brachten ihre Begeisterung zum Ausdruck. Helena nahm der Hebamme das kleine Mädchen ab und merkte, wie ihr die Tränen kamen „hallo Sophie“ sagte sie leise und wiegte sie vorsichtig in ihren Armen „Gott, sie ist so süß.“ Ludwig und Elisabeth traten an sie heran und bewunderten ebenfalls ihre Enkelin, während Marlene zu ihrer Frau gegangen war und den kleinen Jonas betrachtete „was für ein niedlicher Zwerg“ flüsterte sie und strich vorsichtig mit dem Finger über seine Wange. „Wie geht es Marie?“ fragte sie „es geht ihr ganz gut, sie ist total geschafft, aber sehr glücklich“ erklärte die Brünette und spielte mit der kleinen Hand ihres Neffen „und wie geht es Dir? Das war doch bestimmt ganz schön aufregend.“ Rebecca lächelte die Blonde an und auch die anderen wandten sich ihr jetzt zu „das kannst Du laut sagen. Es war unglaublich...so eine Geburt ist schrecklich und wunderschön zugleich. Auf der einen Seite steht man hilflos daneben und kann nichts tun, aber wenn dann plötzlich der Raum von Leben erfüllt ist...das ist einfach unbeschreiblich. Und Du hättest mal Marie sehen sollen, sie war so glücklich, als sie Jonas und Sophie endlich in den Armen halten konnte“ erzählte sie mitreißend. Marlene freute sich mit ihr und gab ihr einen Kuss „das klingt nach einer tollen Erfahrung“ erwiderte sie und ging dann zu Helena, die nach wie vor Sophie auf dem Arm hatte. Die junge Gräfin übergab den kleinen Jungen an seinen Großvater „habt Ihr eigentlich was von Sebastian gehört?“ wollte sie wissen und sah in ratlose Gesichter, als Hagen um die Ecke kam „Sebastian ist unterwegs. Justus hat mich gerade angerufen und mir erzählt, dass er im Weinkeller eingesperrt war“ klärte er seine Familie auf.
Dana hatte sich inzwischen von den anderen verabschiedet und war auf der Suche nach ihrem Freund, als sie ungewollt Zeuge eines Gespräches wurde „ich will mich wirklich nicht einmischen Ricardo, aber vielleicht ist es an der Zeit, dass Du mit ihr redest. Du stehst doch völlig neben Dir“ riet die Frau ihm, bei der es sich offenbar um eine Kollegin handelte. Der Spanier war aufgewühlt „ich weiß nicht, ich möchte ihr diesen Schmerz einfach ersparen...Es ist schlimm genug, dass es überhaupt so weit gekommen ist...ich kann ihr das einfach nicht zumuten“ entgegnete er bedrückt. Die Frau wandte sich ihm zu und berührte sanft seine Schulter „wie Du meinst. Aber wie stellst Du Dir das vor? Das mit Lara und Dir ist nun mal so passiert und das wirst Du nicht einfach abstellen können, Ricardo. Gefühle kann man nun mal nicht steuern, egal wie sehr man sich bemüht“ sagte sie. Ricardo wirkte mitgenommen „das weiß ich und ich wollte das doch auch gar nicht, aber Lara hat sich einfach in mein Herz geschlichen und jetzt...ist alles anders. Ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll“ erwiderte er und seine Worte trafen Dana mitten ins Herzen. Die Wolf Tochter sah ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt, sie fühlte sich wie betäubt und schloss für einen Moment die Augen. Als sie sie wieder öffnete, brannten bereits Tränen in ihnen und weil sie nicht länger hören wollte, was sie einfach nicht wahrhaben konnte, zog sie sich zurück und verließ aufgewühlt das Krankenhaus.
Die Lahnsteins verabschiedeten sich derweil von ihren neuen Familienmitgliedern, die genau wie ihre Mutter erschöpft waren, nach der anstrengenden Geburt. Helena warf noch einen letzten Blick auf die Babys, an denen sie sich nur schwer satt sehen konnte und umarmte ihre Freundin „ist es okay, wenn ich morgen noch einmal mit Lukas vorbei komme?“ fragte sie etwas verlegen, woraufhin Marie lächelte „na klar ist das in Ordnung. Ich werde wohl morgen auf alle Fälle noch da sein, aber dann hält mich hier nichts mehr“ erklärte sie und ließ sich müde in ihr Kissen sinken, als Helena gegangen war. Marlene und Rebecca beschlossen ebenfalls sich zu verabschieden, um der Freundin etwas Ruhe zu gönnen „wir gehen dann auch...Sebastian müsste ja gleich hier sein“ verkündete die Brünette. Die beiden Frauen drückten Marie zum Abschied, betrachteten noch einmal die zwei schlafenden Kinder und machten sich dann auf den Weg nach Hause. Als sie vor dem Krankenhaus standen, bekam Marlene eine SMS von Tanja „Ich verschwinde für eine Weile aus Düsseldorf. Melde mich wieder. Tanja“ Rebecca bemerkte das leichte Grinsen ihrer Frau „was ist?“ wollte sie wissen „Tanja hat mir geschrieben. Sie hat ausnahmsweise mal einen Rat von mir angenommen und ist verreist. Vielleicht besteht doch noch Hoffnung, dass sie sich wieder fängt“ entgegnete Marlene und sah die Verwirrung in Rebeccas Gesicht „wie jetzt? Sie ist einfach weg? Wann hast Du denn mit ihr geredet?“ Die Blonde atmete tief durch „ich erzähle es Dir zuhause“ erklärte sie und zog die andere mit sich.
Als Sebastian endlich angekommen war, betrat er mit schlechtem Gewissen das Zimmer und schaute zunächst vorsichtig hinein „trau Dich ruhig rein, ich bin zu geschwächt, um Dich lang zu machen“ sagte Marie leise und an ihrem Ton erkannte er, dass sie offenbar nicht wütend auf ihn war. Sichtbar erleichtert betrat er den Raum und blieb wie angewurzelt stehen, als er seine Freundin mit dem kleinen Baby sah. Es war ein ungewohnter Anblick, doch sein Herz schmolz beinahe dahin und so ging er strahlend auf die beiden zu. Er beugte sich zu seiner Freundin und gab ihr ein paar sanfte Küsse „geht es Dir gut?“ Marie nickte „ja, inzwischen geht es mir sogar sehr gut“ antwortete sie lächelnd „darf ich vorstellen, das ist Jonas. Er ist vor ein paar Minuten aufgewacht und mag gerade nicht mehr schlafen.“ Sebastian lachte leise und streichelt über Jonas Köpfchen „hallo kleiner Mann, ich bin Dein Onkel“ flüsterte er und betrachtete gerührt den Sohn seines Bruders „es ist unglaublich...auf einmal sind sie da“ stellte er bewegt fest, da fing Sophie an zu schreien, als wollte sie sagen, dass sie auch noch da war. Sebastian ging zu dem Bettchen und hob sie vorsichtig heraus „hey, da ist ja noch so eine süße Maus...ist ja gut, wir haben Dich nicht vergessen“ sagte er und drückte seine Nichte sanft an sich, bevor er sich wieder zu Marie setzte. Diese beobachtete glücklich, wie liebevoll Sebastian mit ihr umging und griff nach seiner Hand „wenn mir das jemand vor einem Jahr erzählt hatte...ich hätte ihn für verrückt erklärt“ gestand sie „ich habe mich in meinem ganzen Leben noch niemals so vollständig gefühlt. Manchmal macht mir das Angst, weil ich denke, dass ich auch noch niemals so viel zu verlieren hatte.“ Er sah sie an und nickte „das kenne ich und ich kann Dir diese Angst auch leider nicht ganz nehmen. Aber was ich Dir sagen kann ist, dass ich Dich liebe, genauso wie die beiden Würmer hier, und dass ich immer für Euch da sein werde. Darauf kannst Du Dich verlassen, und zwar immer“ versicherte er ihr. Maries Augen wurden feucht „ich liebe Dich auch...obwohl Du mich ständig zum Weinen bringst und das ist wirklich furchtbar“ sagte sie und lachte auf diese unsichere Art, die er so liebte. Er gab ihr einen Kuss und legte anschließend die Babys zurück ins Bett „bleibst Du noch ein bisschen bei mir?“ fragte sie, woraufhin er sich zu ihr aufs Bett legte „so schnell wirst Du mich nicht mehr los. Ich muss Dir schließlich noch erklären, weshalb ich nicht erreichbar war und außerdem musst Du mir unbedingt erzählen, wie meine Schwester sich so gemacht hat, als seelischer Beistand“ erwiderte er neugierig. Marie schmiegte sich an ihn „Rebecca war toll...und sie musste einiges aushalten“ begann sie zu erzählen, doch er merkte, dass sie eigentlich viel zu müde war „schlaf jetzt erst mal ein bisschen“ sagte er und strich ihr sanft durchs Haar. Sie protestiert zwar leise, doch es dauerte nicht lange bis ihr Widerstand brach und sie fest eingeschlafen war.
Dana packte unterdessen ein paar Sachen von sich zusammen, die in Ricardos Wohnung waren und war nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Die ganze Zeit überlegte sie, wie sie nur so dumm hatte sein können, wo das Verhalten ihres Freundes doch schon länger mehr als sonderbar war. Natürlich war es nicht ihr erster Gedanke gewesen, dass er sie betrügen könnte, aber inzwischen sah sie einiges anders und das Gespräch, das sie heute mitbekommen hatte, bestätigte diesen Verdacht. Schon neulich, als er die ganze Zeit Nachrichten bekam und danach unbedingt noch einmal ins Krankenhaus wollte, war sie misstrauisch geworden. Als er dann noch ihre Nähe nicht hatte zulassen können, war sie endgültig verunsichert gewesen. Am nächsten Tag war er ihr zwar wieder normal vorgekommen und hatte sich entschuldigt, aber vielleicht war das auch nur ein weiteres Zeichen und deutete auf ein schlechtes Gewissen hin. Dana pfefferte wütend ihre Bürste auf den Boden und ließ sich aufs Sofa fallen. Sie verstand es nicht, konnte einfach nicht glauben, dass es ihr schon wieder passierte und dass Ricardo ihr das antat. Sie waren doch glücklich gewesen, jedenfalls hatte sie das geglaubt und ein großer Teil in ihr, glaubte es noch immer und wollte nicht wahrhaben, dass ihre Liebe bereits am Ende war.
dani2503 hat geschrieben:
Mit diesem letzten Part meines 200 Teils verabschiede ich mich in eine kleine, kreative Pause. Ich muss meine Gedanken ein wenig ordnen und wieder ein bisschen vorschreiben, damit es bald weiter gehen kann, mit meiner Geschichte.
Ich danke Euch allen von Herzen, dass Ihr meine FF schon so lange begleitet, und dass viele von Euch mir über einen sehr langen Zeitraum so tolle und liebe Rückmeldungen geben.
VIELEN DANK
Und damit reiche ich die Kopieraufgabe weiter und verabschiede mich aus diesem Thread.
@Sterni:
Hier geht es im Rosanen weiter.
