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BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2020, 15:37 
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Ist noch jemand so erwartungsvoll und ungeduldig, diesen Film endlich zu sehen?

Deutschsprachiger Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=geZhBZ2ydU8


Adèle Haenel ist so ja sowieso ein Traum - und dann das Zusammenspiel mit Noémie Marchant - unter der Regie von Céline Sciamma!

Alles sehr vielversprechend.

:herzschlag: :herzschlag: :herzschlag:


Ein Fanvideo:
https://www.youtube.com/watch?v=jyhXAWkH6Dk


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BeitragVerfasst: Mi 4. Mär 2020, 08:35 
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Registriert: Do 11. Nov 2010, 22:03
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Den Film gibt's jetzt zum Download, z.B. bei iTunes.

Der Film ist so hervorragend, ich werde vielleicht am Wochenende mal meine Gedanken dazu aufschreiben.

Schaut ihn euch an, der Film ist ein Meisterwerk (für mich).


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BeitragVerfasst: Di 17. Mär 2020, 12:06 
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Registriert: Di 4. Jan 2011, 17:04
Beiträge: 1176
Ich habe den Film gesehen und er hat mir auch sehr gut gefallen. Das große Lob der Kritiker*innen kann ich bisher noch nicht so ganz nachvollziehen, weil mir manche Dinge am Film nicht so gut gefallen haben. Aber insgesamt fand ich ihn sehr sehenswert und er hat vor allen Dingen wundervolle Bilder.

(Und noch eine Bemerkung am Rande, weil ich es einfach mal loswerden muss: Ich habe vor diversen Jahren mal eine Fanfic geschrieben, in der sich eine Malerin in ihr Modell verliebt. Ich war völlig geschockt, wie ähnlich das Drehbuch meiner Geschichte war. Zum Teil sagen die Figuren dieselben Sätze... Natürlich ist der Qualitätsunterschied zwischen meiner Geschichte und dem Film ungefähr so wie der von einem Arztroman bei Penny und den Buddenbrooks, aber egal :mrred: .)

_________________
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BeitragVerfasst: So 3. Mai 2020, 22:27 
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Registriert: Sa 14. Nov 2015, 20:06
Beiträge: 720
Ich habe mir den Film heute gekauft und angeschaut - die erste Rutsche im Kino habe ich verpasst, wollte auch in ein spezielles, wo die Leute nur hingehen, um diesen Film zu sehen und nicht dort reingeraten weil Kino 1-7 ausverkauft ist. Gibt auch kein Popcorn da.

Kritiken lesen ich nie, weil man sonst eigenes Sehen verpasst.

Und gut, zu Hause habe ich eine Pausentaste, die ich irgendwann drücken musste, weil das "Meisterwerk" aus 1000 Meisterwerken bestand. Ist das nicht Tizianrot, Vermeerblau.... Sophie sieht aus wie das Bildnis der Kaufmannstochter von wem noch mal? Selbst wenn ich das näher hier ausführen wollte, geriete das höchstens zu einer hübschen 4- in Kunstgeschichte.

So belasse ich es beim Gedankenrunterschreiben, mal sehen wo das endet.

Ja, die Dialoge. Ich habe den Film nur auf Deutsch, hätte den Klang der französischen Sprache gerne mitgenommen, da hätte ich aber Untertitel gebraucht - und dann wäre es mit den Bildern noch schwieriger geworden. Für mich unterscheidet sich das "vous" auch stark im Sprachgefühl gegenüber des "Sie"s - an das deutsche Siezen musste ich mich erst gewöhnen und habe die Dialoge weniger als inhaltschwer denn als Teil der ruhigen Gesamtkomposition wahrgenommen.

Aber das mochte ich: die Ruhe, mit der erzählt worden ist, den Platz dem alles gegeben worden ist. Bilder stehen - sind da zum langen Betrachten und es wurde einem viel Zeit gegeben, sie anzuschauen. Ein Kompliment an die Person, die die Stoffe ausgewählt hat. Bestens geeignet für wie gemalte Faltenwürfe. Die Faltenwürfe könnte ich noch drei Tage besprechen.

Beide Hauptdarstellerinnen sind dazu noch makellose Portraitikonen. Könnte man sich die ganze Wohnung mit vollhängen.

Das faszinierende an Adèle Haenel finde ich ja, dass sie unheimlich jung aussehen kann, wie eine Zwölfjährige, die sich selbstvergessen in ein Buch vertieft. Nun, sie ist ja noch jung, der Hormocentatopf klappert noch nicht drohend mit dem Deckel, aber das ist schon außergewöhnlich und passt perfekt zu der gerade aus dem Kloster Entlassenen, die all das bisschen aufnimmt, was ihr die deutlich erwachsenere Malerin aus der Außenwelt so zutragen kann.

Insgesamt fand ich die ganze Geschichte der Frauen sehr groß erzählt. Mühsam ist es, die Insel zu erreichen, aber in der Abgeschiedenheit ohne Chaperon können sie die kleinen Freiheiten genießen, die ihnen sonst verwehrt blieben. Sie haben nur sich und frei von einigen Konventionen ist auch das Dienstmädchen wie selbstverständlich eine Verbündete ohne Standesunterschied.

Sie machen die Frauendinge zusammen, die sonst nicht oder anders betrachtet werden. Haben ihre Tage, gehen gemeinsam zum Schwangerschaftsabbruch, der mal nicht als halbe Notschlachtung durch eine missmutige, mit dreckigen Schweinehaken hantierende, am Dorfrand hausenden Gruseltype inszeniert wird, sondern als ein Alltagsbestandteil, der es wohl unter Frauen, selbst in Begleitung der Kinder, wohl war. Trotzdem habe ich den Ton ausgemacht.... :oops:

Das Haus fand ich auch großartig erzählt. In den Zimmern der Frauen schien alles provisorisch, nicht eingerichtet. Hier und da hat jemand mal angefangen, etwas zu renovieren, aber das blieb in einem statischen Zustand hängen. Das Haus ist für sie nicht zum Bleiben gedacht. Richtig eingerichtet nur die Küche, in der man sich aber auch in einem Stilleben wähnte.

Bewegung ermöglichte nur alles am Meer, das sie von der Außenwelt trennt. Selbst unkontrollierbar, wild, aber auch ihre Abgeschiedenheit beschützend, durften sie für wenige Momente ihre Kleiderrüstung ablegen.

Und das wird schön erzählt: ihre Rüstung ist immer präsent, in Sprache und Gesten, die Ausweglosigkeit. Melancholisch dazu die Liebesszenen, die nicht unnachahmbare Turnereien waren, sondern gefühlvolle Annäherung mit natürlicher Nacktheit ohne hingetaptes Sixpack.

Melancholisch auch der unvermeidbare Abschied. Kein dramatisches Springen von den Klippen, einfach nur wütende Traurigkeit, sich doch fügen müssen und wollen, um am Restweltleben teilnehmen zu können. In der Nacht davor das einzige "Du": "schlaf nicht... schlaf nicht...!" Und somit war das Restsiezen nämlich wichtig, als kontrollierte, höflich distanzierte Normsprache. So war das einzige "Du" doch in seiner Fallhöhe ergreifend.

Sodele, damit das hier mal ein Ende nimmt, hier meine Lieblingsbilder:

1. Das Meer: wie Marianne ihrer Leinwandkiste hinterherspringt, sie nicht nur rettet, sondern sondern sich an ihr festhält wie Ismael an Queequegs Sarg in Moby Dick. Die Malerei ist ihr Halt, sie kann schwimmen, aber nicht frei, sie gehört ihr nicht. Héloïse kann nicht mal das - sondern sich nur treiben lassen.

2. Alles mit den Falten, die u.a. Kränze um die Köpfe der Liebenden malen....

3. Das Baby und Sophie beim Schwangerschaftsabbruch und das danach entstandene Bild. Solche Bilder hätte es wohl gegeben, wenn Frauen hätten malen "dürfen". Nicht nur Kerle mit Pferden und Jagdfalken.

4. Héloïse und Vivaldi. Jetzt hat sie ihre geliebte Musik, weint ob deren Schönheit, aber auch aus Erinnerung. Ihnen ward gemeinsam nur ein bisschen Cembalo-Punk gegeben.

5. Da ich einen fiesen Blick habe: das Bild von Héloïse und ihrem Kind. Das Kind scheint nach dem Vater zu kommen, der offensichtlich nicht ein Bild von sich schicken musste, um seinerseits Héloïse zu gefallen.... es sieht aus wie der junge Polanski in blond. Das war aber wohl nicht Absicht und fällt nur mir ein. Hätte Sciamma ooch nicht nötig.

Nein, einfach ein schöner Frauenfilm... :liebe2:

Dienstag erwartet uns ja andere große Kunst - Miriam und Rieke - um hier mal Niwoh reinzubringen. :huhu:


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