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Teil 9
Carla war schon früh wach. Sie hatte einen tollen Abend und wollte definitiv nochmals hingehen. Die Club hatte sich
nicht viel geändert und gut, Marina wieder zu treffen war nicht wirklich ärgerlich. Marina war die richtige Frau zur falschen
Zeit gewesen. Na ja, nicht alles geht wie geplant.
Sie machte sich fertig um Sophia ab zu holen. Sie hatte Alain bereits angerufen, das sie Sophia abholen wollte und sofort
wieder nach Hause gehen wurde. Als sie nach Hause kam, ging Sophia mit ihren Puppen spielen. Carla sah auf die Uhr,
11.30 Uhr, noch eine halbe Stunde und dann wurde sie Stella anrufen.
"Pfff, warum bin ich so nervös? Es ist Stella. Du wartest schon so lange auf einen Kontakt. Obwohl, sie möchte nicht mit mir
aber mit Sophia reden. Ah, mal sehen wie es läuft. Wie spät ist es jetzt? 11,32 Uhr. Hmm, ich habe ihre E-Mail noch nicht
beantwortet. Erstmal eine Tasse Kaffee"
Sie ging in die Küche, um Kaffee zu holen. Sophia kam in die Küche:
"Mama. Ich bin hungrig, darf ich ein Brötchen?"
"Oh, na klar. Ich mache ein Brötchen für dich"
Sie ging wieder ins Wohnzimmer mit ihren Kaffee und ein Brötchen für Sophia. 11.45 Uhr.
"Mal sehen, ob mein Akku noch voll ist. Habe ich genug Reichweite? Carla ruhig bleiben. Heute Nachmittag mal mit Sophia
zum Spielplatz gehen"
"Mama, darf ich auch Milch?"
"Ja, Klar. Sorry, das ich den Milch vergessen habe"
Carla lief in die Küche und holte Milch für Sophia. 11.55 Uhr
"Ich halt das nicht mehr aus. Schluss. Ich werde sie jetzt anrufen"
"Hallo Stella"
"Hallo Carla"
"Wie geht es dir?"
"Gut, kann ich Sophia sprechen?"
"Ja, natürlich. Sorry das ich deine E-Mail noch nicht beantwortet habe"
"Das ist okay. Carla, ich kann jetzt Sophia sprechen?"
"Sophia, komm zu mir herüber. Stella auf dem Handy"
"Stella!"
"Hallo Sophia. Wie geht es dir?"
"Gut. Es ist schön hier und ich habe neue Freunde"
"Sie hast neue Freunde? Wo denn?"
"Im Kindergarten und die sprechen alle Französisch"
"Warum reden sie Französisch?"
"Dass machen die hier allen"
"Wo ist hier? In Düsseldorf?"
"Nein, nicht in Düsseldorf in Paris"
"Paris? Seit ihr im Urlaub in Paris?"
"Nein, wir haben ein neues Zu hause in Paris"
"Oh, gefällt dir das?"
"Ja. Stella wann kommst du auch nach Paris und bei uns leben. Mama und ich vermissen dich so"
"Äh, dass geht im Moment nicht, vielleicht komm ich dich mal besuchen. Wo wohnst ihr denn?"
"Ich weiß nicht, wie es heißt, aber in der Nähe des Place de Tetre"
"Was hast du eben gemacht?"
"Mit den Puppen spielen und ich habe ein Brötchen mit Milch"
"Das ist sehr gut. Gehst du wieder spielen. Dann werde ich noch mit Mama sprechen"
"Ja, es ist gut"
"Tschüss Sophia"
"Tschüss Stella, Mama, Stella für dich"
"Hallo Stella"
"Carla, was sagte Sophia, ihr lebt in Paris?"
"Ja, wir haben Düsseldorf verlassen"
"Seit wann?"
"Seit ein paar Wochen. Stella, ich wollte da nicht mehr bleiben. Ich war alles so Satt und ... .. "
"Carla, bitte, nicht weinen"
"Sorry, Stella ich vermisse dich so. Es tut mir so leid. Ich weiß, ich kann die Uhr nicht zurückdrehen, aber ich würde es gerne tun.
Ich vermisse dich so"
"Ich, äh, also du arbeitest in einer Galerie in Paris?"
"Ja, aber wo bist du? Ich habe in Düsseldorf gesucht, aber du warst weg"
"Carla, ich brauchte Abstand und .... es tut mir leid Carla, ich werde gerufen. Ich habe eine Meeting. Ich werde dich mailen"
"Arbeitest du am Sonntag?"
"Ja, ein Hotel ist sieben Tage in die Woche geöffnet"
"Stella ... "
"Ja"
"Es ist viel passiert, seit du das Schloss verlassen hast. Das möchte ich dir erzählen. Darf ich dich anrufen?"
"Ich, äh, Carla mit mir ist auch viel passiert, aber ich muss jetzt wirklich gehen. Ich werde dich so bald wie möglich anrufen. Tschüss Carla"
"Tschüss Stella"
Carla war froh, dass sie Stella endlich gesprochen hatte, obwohl es nur kurz war.
"Mit mir ist auch viel passiert? Sie wird doch nicht? Nein, wenn sie eine neue Beziehung hat, hätte sie das doch gesagt? Bah, manchmal
hasse ich das Telefon. Ich möchte sie sehen"
Sie sah hinaus und sah, dass es keinen Sinn hatte auf den Spielplatz zu gehen. Es regnete. Sie saß auf der Couch und wollte etwas lesen.
Sophia kam zu ihr und setzte sich auf ihren Schoß.
"Mama, du sollst nicht weinen"
"Nein, ich werde nicht weinen. Werden wir ein Buch lesen?"
"Ja"
Carla las für Sophia und es dauerte nicht lange bis Sophia in ihren Armen schlief. Nicht lange danach schlief Carla auch. Zwei Stunden
später wachte sie auf, weil ihr Handy ging.
"Stella, autsch, Krämpfe"
"Hallo Stella?"
"Stella? Nein, Marina"
"Hallo Marina, warte, ich habe einen schlafenden Sophia in meinen Armen. Ich legte sie auf die Couch. Wie geht es dir?"
"Mit mir gut, aber wie geht es dir? Wie war deinen Date mit Annabelle?"
"Gut, gut,aber ein bisschen ungewöhnlich"
"Haha, dann weiß ich wenigstens, was du gemacht hast"
"Nun, das ist nicht wirklich eine Überraschung für dich, oder?"
"Nein, nicht wirklich. Du warst wirklich auf die Jagd"
"Oh Marina, das war nicht allzu schlimm, im Vergleich zu was da alles geschieht"
"Ja, da hast du recht. Sage mal, hast du schon Pläne für heute Abend?"
"Ja, wenn Sophia schläft, obwohl sie das jetzt schon tut, aber ich meine heute Abend, werde ich einige Arbeit erledigen. Wieso?"
"Nun, wir wollten dich fragen, ob du heute Abend Lust hat mit uns zu Essen in der Stadt?"
"Nein, ich will nicht. Sophia hat letzte Nacht schon woanders geschlafen. Nein, ich bleibe zu Hause"
"Okay, ich verstehe. Schade"
"Ja, das ist nicht anders, aber hast du Morgen Zeit zum Mittagessen Marina. Ich möchte etwas Geschäftiges mit dir besprechen"
"Oh, das klingt nicht sehr aufregend"
"Dass weißt du nicht. Hast du Zeit?"
"Ja, kein Problem. 13,00 Uhr Chez Clément auf den Champs Elysees?"
An jenem Abend, antwortete sie Stella's Mail, aber versuchte etwas objektiv zu bleiben. Sie sprach über die Galerie und ihre Pläne.
Sie gab einige Anregungen, welche Kunst zu kaufen, aber es war etwas schwierig, weil sie der Stil des Hotels nicht kannte. Sie beendete
die E-Mail mit einem danke schön für den Telefonanruf an Sophia, weil sie so glücklich war, dass sie endlich Stella gesprochen hatte.
Diese Nacht spukte der Satz "Mit mir ist auch viel passiert" durch ihr Kopf.
...
_________________ Our live begins to end the day we become silent about things that matter.
Martin Luther King
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