bellaisa hat geschrieben:
Was die Diskussion mir zeigt, ist dass bei jedem Sexismus an einer anderen Stelle beginnt. Über solch einen Satz würde ich nur lachen und eher zurückantworten "Tja wer hat, der kann". Mein Kollege hat auch schon ein "Knackarsch" von mir zu hören bekommen, als er vor mir hergelaufen ist.
Ist das sexistisch? (Und nein, ich mache mich darüber jetzt nicht lustig, das ist eine ernstgemeinte Frage!)
das stimmt, jeder hat da andere Grenzen, je nach Charakter, Lebensgeschichte, Familienhintergrund, psychischer Beschaffenheit....
zu dem anderen - es kommt doch immer darauf an, wer etwas wie sagt.
dein Kollege ist dir erstens gleichgestellt und zweitens hast du wahrscheinlich ein gutes, kollegiales, von Respekt geprägtes Verhältnis zu ihm, sonst würdest du dir wahrscheinlich nicht herausnehmen, so etwas zu sagen.
und edit: wenn er es als sexistisch empfinden würde, würdest du wohl an seinem Verhalten bemerken, dass er sich damit unwohl fühlt.
edit EndeWeiterhin: Du sagst es nicht, um damit Macht zu demonstrieren. Es ist doch eine uralte Weisheit, dass es bei Sexismus nicht wirklich nur neutral um eine sexuelle Ebene geht, sondern um Macht!
Weiterhin glaube ich, dass Männer soetwas völlig anders aufnehmen.
Ich hatte eine Diskussion mit einem Anwalt, der gerade einen, wie ich fand ziemlich schrägen Artikel zum Ganzen gepostet hat, der sogar meinte, dass Männer soetwas generell nicht stören würde, weil sie eben generell damit lockerer umgehen und es eher genießen.
Ich kann nicht sagen, ob dies immer so stimmt - ob es nicht Männer gibt, die das anders sehen (vielleicht die, die selbst einmal missbraucht wurden? ...). Womit wir bei dem ganz anderen Hintergrund von Männern sind, mit dem sie es aufnehmen.
Welcher Mann fühlt sich denn von Frauen (körperlich) bedroht? (in der Regel - es gibt sicher auch unsichere Männer, die diese Unsicherheit nicht unter gespielter Stärke verstecken können oder eher empfindlichere Seelen...)
Und... auch das Selbstverständnis / die Selbstsicherheit ist eine andere... geschichtlich, gesellschaftlich, psychisch (kollektives Unbewusstes - Männerbild), was sich eben bei beiden Geschlechtern erst langsam wandelt und die Mechanismen einfach z.T. irre schwer zu knacken sind (auch hier wieder: natürlich gibt es dort immer eine Bandbreite - dies ist jetzt bewusst etwas generalisiert).
Dazu kommt ein Aspekt, den ich ungern anführe, weil er den Einfluss von Sozialisation zumindest mindert - die Hormone!
Und jetzt bitte nicht lachen.
Wenn ich die Berichte von dem Frau-zu-Mann Transsexuellen Balian Buschbaum lese, wie sich seine Gefühlswelt verändert hat, wie er früher sehr viel zögerlicher war und z.B. die Schuld immer erstmal eher bei sich gesucht hat und jetzt seine Gefühlswelt als viel einfascher, direkter, robuster gestrickt beschreibt und er von der Tendenz her z.B. im Autoverkehr jetzt eher spontan die Schuld bei den anderen sucht, dann kann ich nur konstatieren.... verdammter Scheiß! die Hormone scheinen einen größeren Einfluß zu haben, als ich ihnen gern geben würde.
Was natürlich nicht heisst, dass man sich nicht trotzdem zu einem selbstbewussten weiblichen Menschen entwickeln kann und man dem nun Schicksalhaft ausgeliefert ist. Aber ich hoffe, du verstehst was ich meine.
Ein Mann würde sich vielleicht eher unangenehm angemacht fühlen, wenn es ein Mann wäre, der das tut - vielleicht weil ein Mann noch am ehesten eine körperliche Bedrohung wäre? ... ??? ....